Kieselgur, danke für Deine Einschätzung. Grundsätzlich denke ich auch, dass der Politik hier rein finanziell die Hände gebunden sind. Wenn es aber finanzierbar wäre, könnte man meiner Meinung nach eine klassische Kosten/Nutzen–Rechnung hier durchaus mal übergehen. Ich stelle zur Diskussion:
Es handelt sich um ein Weltkulturerbe und eines der berühmtesten Bauwerke der Welt, hier sollte eine Aufwertung der Umgebung durchaus auch mal Selbstzweck sein dürfen. Bei jedem anderen „profanen“, infrastrukturellen oder privatwirtschaftlichen Bauvorhaben ist eine Abwägung der resultierenden Nutzen gegen die Kosten natürlich Pflicht, aber so etwas würde man - sehr platt und plakativ gesagt - beim Vatikan oder am Eifelturm auch nicht per se zur Grundlage machen.
Was die Parkplätze angeht, so wird am Breslauer Platz und im von Lammerting gekauften WDR-Carré sicher ausreichend neuer Tiefgaragenplatz bei den jeweiligen Neubauten geschafft werden. Wenn man mal genau darüber nachdenkt, ist es ohnehin ziemlich seltsam, dass eine den mittelalterlichen Sockel einer Kathedrale umschließende Tiefgarage überhaupt jemals geplant/genehmigt/gebaut wurde.
Zu den Wegebeziehungen: eine Niveauangleichung zum Ist-Zustand am Roncalliplatz würde doch schon reichen – dort reichen sieben Stufen zum Südportal hinauf, das Dom-Hotel hat annähernd das gleiche Eingangsniveau wie vor dem Krieg. Vor dem Westportal ist die Platte sichtlich „gewölbt“, man kann es deutlich neben Kraemers neuem Turmzugang, oder wenn man von der Kreuzblume Richtung Portale schaut, sehen: der „Deckel“ wölbt sich sicher 1 m oder mehr nach oben, um den Zugang ebenerdig zu ermöglichen. D.h. für mich, dass es hier sicher auch Schwankungen zwischen Parkhausdecke und dem darüber liegendem Bodenniveau geben muss. Man könnte daher sogar ggf. beide Parkdecks erhalten (wenn man denn will).
Vor dem Nordportal könnte man dann einen permanent ebenerdigen Zugang belassen. Ungefähr auf Höhe des letzten Beton-Kiosk könnte eine Treppe beginnen, wie sie jetzt noch auf der der Trankgasse zugewandten Seite existiert (wenn auch mit viel weniger Stufen). So hätte man tatsächlich auf der Platte um den kompletten Dom herum nur einen Niveauunterschied zu überwinden. Der Sockelverlauf könnte am Nordportal im Plattenboden sichtbar gemacht werden.
Selbst Christian Schaller hält in diesem Interview mit dem ksta zumindest die Einfahrtsituation zum Parkhaus mittlerweile für überholt (http://www.ksta.de/innenstadt/…te,15187556,27998990.html), also sollte man die Diskussion durchaus weiter führen können.