Die SZ präsentiert verschiedene Kategorien von "Investoren" auf dem (Wohn-)Immobilienmarkt:
http://www.sueddeutsche.de/mue…nchner-monopoly-1.1290720
Aus dem Artikel kann man schön herauslesen was die eigentlichen Gründe für die derzeitige Lage sind und warum die Münchner Stadtregierung so untätig im Bausektor ist.
Die Stadt ist der Meinung, wenn Investoren in eine stabile Entwicklung in München vertrauen, bringen sie ihr Geld an die Isar. Leider ist in München die Rendite aufgrund der hohen Preise inzwischen schon so gering, dass kleine und mittelgroße Investoren am Mietmarkt wohl zu lange warten müssen bis ihre Investition wieder reinkommt, alleine die hohe Sicherheit zählt in diesem Segment nicht ausschliesslich, wer weiss schon was in 30 Jahren ist bzw ob man selbst noch ist..
Für große Investoren wie Bankengruppen oder internationale Fonds ist der Büromarkt aus jetziger Sicht eine sichere Sache. Da kann man sich auf die Stabilität des Münchner Immobilienmarktes verlassen und über Jahrzehnte angelegen.
Und genau auf die hat es die Stadt abgesehen. Der Markt wird bewusst verknappt, um so zu garantieren, dass er langfristig hochpreisig bleibt. Desweiteren wird verkündet, dass nur noch für 50000 Wohnungen Platz in München sei, dann sei das Boot voll.
Der Run beginnt, man stürzt sich also auf die vermeintlich letzten Grundstücke und Gebäude um noch sein Teil des Kuchens zu bekommen. Man kauft alles weg und zwar zu jedem Preis. Die Gefahr dabei ist, treibt man dieses Spiel zu weit überhitzt sich der Markt, und genau an dem Punkt sind wir gerade.
Jetzt muss schnell für Entspannung gesorgt werden. Es ist also wichtig die verschiedenen Interessensgruppen an Investoren zu bedienen, vom Kleininvestor der sich ein Haus am Stadtrand baut, bis hin zu den beschriebenen Bürokomplexen internationaler Fonds. Aber vor allem muss für breiten Wohnraum gesorgt werden, denn eine flächendeckende zu hochpreisige Situation entwickelt sich schnell zum Standortnachteil, der Immobiliensektor ist schliesslich nicht das Mass aller Dinge.
Nebenbei sollte man auch nicht ganz vergessen, dass München eine lebende Stadt ist und nicht nur eine Spielwiese für Spekulanten. Der Bevölkerung muss Wohnraum zu Verfügung gestellt werden und zwar aus dem einfachen Grund, dass ohne konstantes Wachstum die Blase platzt. Wird München für den einfachen Bürger zu teuer, vergrault man ihn und das Wachstum ebbt ab. Bewohner und Geschäfte wandern ab, die Nachfrage an Immobilien sinkt und die Investoren verlieren ihr Geld, werden folglich verkaufen und ebenfalls abwandern. Wenn dieser Kreislauf einmal in Gang gesetzt wurde ist er sehr schwer wieder zu stoppen, wie wir gerade in Südeuropa beobachten können. Ist das Vertrauen erstmal futsch gehts ganz schnell ganz weit bergab.
Der Punkt ist also, den Markt sich nicht zu sehr überhitzen zu lassen. Als Balance zum großen Investorenmarkt muss auch eine stabile Basis geschaffen werden.