Rekonstruktion Hof im Pellerhaus
Hallo Zusammen,
Letztes Jahr wurde das Pellerhaus 400 Jahre alt, der Steinmetz Harald Pollmann schenkte vier von ihm originalgetreu rekonstruierte Sandsteinquader der Stadt Nürnberg. Damit hat er eine Diskussion angeschoben, ob das Pellerhaus, welches im Krieg zum größten Teil zerstört wurden, wieder rekonstruriert werden sollte? Die momentanen Bestrebungen gehen dahin, den nicht mehr aufgebauten Innenhof wieder komplett herzustellen. Manche gehen selbst soweit, dass die neukonzipierte Fassade (nach dem Ende des Krieges) ebenfalls durch die Rekonstruktion ersetzt werden soll.
Zitat:
"Kaum eine andere Stadt Deutschlands hat so ihren alten Charakter bewahrt wie Nürnberg. Keine andere Stadt hat so viele alte Häuser und Höfe, wie diese deutscheste Stadt aller Städte. Eine Unsumme von verborgenener Reize und heimlicher Schätze erschließt sich dem Besucher, der nicht allein dem große Zug der Stadtanlage folgt, sondern in Ruhe den Einzelheiten nachspürt.
Von allen Häusern und Höfen aber wird er am Ende seiner Entdeckerfahrten dem Pellerhaus mit seinem herrlichen Hof den ersten Preis zuerkennen. Der ganzen deutschen Kunstgeschichte ist diese Hausanlage bekannt und man hat sie nicht mit Unrecht als den schönsten Bürgersitz des ganzen Reiches bezeichnet..."
Reinhold Schaffer, 1932
Bilder findet Ihr hier:
http://www.baukunst-nuernberg.…ce&objekt=Pellerhaus#Reko
http://de.wikipedia.org/wiki/Pellerhaus
So, nun die Frage an Euch, was haltet Ihr davon? Sollte man es wieder aufbauen? Oder sollte man die Arbeit derjenigen, die damals den Wiederaufbau betrieben haben respektieren? Ist es nicht ein Teil der Geschichte Nürnbergs, eine Narbe für den Weltkrieg?
Mich würde mal Eure Meinung interessieren?
Mittlerweile unterstützten diese Bestrebung auch die Altstadtfreunde.
Des weiteren habe ich auch noch einen Auszug der Pressemitteilung der Stadt Nürnberg vom 21.4.2006 angehängt:
Bürgermeister Dr. Klemens Gsell hat sich gegenüber den Altstadtfreunden Nürnberg e.V. vorbehaltlos für einen Wiederaufbau des Hofes des Pellerhauses nach den eingebrachten Vorschlägen ausgesprochen.
"Der Pellerhof kann damit zu einem herausragenden Kleinod in diesem Bereich der Altstadt werden. Diese Einschätzung treffe ich nach eingehenden Gesprächen mit dem Steinmetz Harald Pollmann, Vertretern der Altstadtfreunde und Dr. Oscar Schneider als Zeitzeugen aus dem damaligen Stadtrat, der mir die seinerzeitigen Gründe über die getroffene Lösung dargelegt hat. Zudem habe ich mich über die Argumente der Denkmalschützer und des Baureferats informiert.
Nach diesen Informationen und Gesprächen kann ich sagen, dass Nürnbergs Altstadt im Bereich des Egidienplatzes deutlich an Attraktivität gewinnen würde. Mit einem existenten Pellerhof wäre die Brücke zwischen dem hochattraktiven Burgviertel und den bedeutenden Bereichen um den Hirsvogelsaal und dem Tucherschlösschen mit einer Art Brücke verbunden, die interessierte Touristen in diesen Bereich der Altstadt lenken würde.
Vor allem steht aber auch der positive Aspekt für unsere Heimatstadt im Vordergrund. Wie sehr stark durch die Bombardierungen des Krieges in Mitleidenschaft gezogene Städte von Rekonstruktionen profitieren, ist an vielen Gebäuden in Deutschland und Europa zu sehen. Solche Bauten wirken als identitätsstiftender Faktor für Bürgerinnen und Bürger. Diese gelungenen Beispiele zeigen darüber hinaus, dass die heutigen Handwerker durchaus in der Lage sind, solche Meisterwerke wie den Pellerhof mit dem damaligen Flair wieder entstehen zu lassen. Das Argument einer seelenlosen Fassade läuft nach meiner Überzeugung ins Leere.