Beiträge von Klarenbach

    Abrisswelle in Halle/Saale

    Die bauliche Situation in Halle hat sich in den letzten Monaten dramatisch zugespitzt. Vor allem die vielen Abrisse reißen immer neue Löcher in das Stadtgebiet.
    Hier eine kurze Übersicht über einige besonders gravierende Abrisse der letzten Zeit:
    - Ludwig-Wucherer-Straße 70 - Wohnhaus, um 1890 - Abriss aktuell im Gang
    - Gothaer Straße 1 - Gründerzeithaus - Abriss November / Dezember 2010
    - Berliner Straße / Volkmannstraße - Gründerzeithaus - Abriss im November 2010
    - Delitzscher Straße 32 - Gründerzeithaus - Abriss Oktober 2010
    - Franz-Andres-Straße 1 - Wohnhaus, um 1870 - Abriss September 2010
    - Schulstraße 11 - barockes Handwerkerhaus, um 1700, mit wertvollen barocken Stuckdecken - Abriss Juli 2010
    - Ludwig-Wucherer-Straße 7 - spätklassizistisches Wohnhaus, um 1870 - Abriss April 2010
    - Ludwig-Wucherer-Straße 5 - spätklassizistisches Wohnhaus, erbaut 1872/73, Architekt: Richard Loest - Abriss März 2010
    - Kleine Steinstraße 3 - Wohn- und Geschäftshaus, 18. Jahrhundert - Abriss März 2010
    Die Abrisse dürften auch in Zukunft weitergehen, da die Stadtverwaltung großen Wert auf hohe Abrisszahlen legt. Auf diese Weise soll das Wohnungsangebot verknappt und das Mietniveau möglichst hoch gehalten werden.
    Mittlerweile gibt es allerdings auch Konflikte wegen der halleschen Abrisspolitik. Beispielsweise plant der Landesrechnungshof von Sachsen-Anhalt eine Überprüfung der kommunalen Halleschen Wohnungsgesellschaft (HWG), weil ein Verdacht auf Fehlverwendung von Abrissfördergeldern besteht. Die HWG will sich allerdings nicht überprüfen lassen und stattdessen gegen den Landesrechnungshof klagen.

    Sanierung von Plattenbauten

    Eine kaum für möglich gehaltene Sanierung erfahren derzeit die beiden Punkthäuser Hellersdorfer Straße 171 und 173 in Berlin - Hellersdorf. Eine wechselhafte Geschichte scheint nun doch ein gutes Ende zu finden.
    Die beiden Plattenbau-Punkthäuser des Typs PH 12 wurden 1986 errichtet. Das Punkthaus PH 12 ( 12 Geschosse, 55 Wohnungen, Plattenbau, 6,3 Mp) wurde 1978 vom VEB Wohn- und Gesellschaftsbau Frankfurt/Oder (Dipl. Ing. Güttler, Dipl. Ing. Jochen Beige, Architekt Hensel) entwickelt. Seitdem wurde es in großer Zahl sowohl im Bezirk Frankfurt/Oder als auch in Berlin errichtet. Die Punkthäuser in der Hellersdorfer Straße 171/173 wurden allerdings nie als Wohnhäuser genutzt, stattdessen dienten sie als provisorisches Rathaus für den Stadtbezirk Hellersdorf.
    Nach dem Auszug der Verwaltung 1998 wurden die Gebäude privatisiert, der neue Eigentümer überließ die Gebäude dem Leerstand und Verfall. 2002 sorgte die Kunstaktion "Dostoprimetschatjelnosti" im Haus Hellersdorfer Straße 173 für Aufmerksamkeit, anschließend folgte wieder der Leerstand. Mehrfach gab es Abrissanträge, doch diese scheiterten an fehlenden Fördergeldern. Denn das Stadtumbau Ost - Programm gewährte zwar Gelder für den Abriss von Wohnhäusern, nicht aber für den Abriss von Bürohäusern. Und da die Punkthäuser nie als Wohnhäuser genutzt worden waren, galten sie als Bürohäuser. Dieser Umstand rettete die Punkthäuser, die von großer städtebaulicher Bedeutung für Hellersdorf sind, vor dem Abriss.
    Im Januar schließlich begann die Sanierung der Punkthäuser. Der Bauherr ist die Rhin Verwaltungsgesellschaft mbH&Co.KG, der Planer ist Axel Larsen Vefring (Berlin). Die Sanierung umfasst Wärmedämmung, Grundrissänderungen und neue Sanitärstränge. Die Bausubstanz war trotz des jahrelangen Leerstandes noch völlig intakt.
    Dank der attraktiven Lage der Häuser mit Blick auf das Wuhletal dürften sich für die sanierten Häuser schnell Mieter finden lassen.