Beiträge von Colin Kerkmann

    Ich glaube auch, dass es mit der Zeit nicht SO übel aussehen wird. Die Baumgrüppchen auf den Pflasterflächen werden ihre Wirkung schon nicht verfehlen, und mit viel Außengastronomie und den Passanten drauf wird die komische Geometrie nicht so sehr ins Auge stechen und vielleicht ergibt sich am Wasserlauf ja auch die eine oder andere schöne Perspektive. Eine Verbesserung gegenüber jetzt wird es auf jeden Fall sein.


    Ich bin nur der Ansicht, dass eine ruhigere, weniger spektakuläre, weniger "designte" Gestaltung eine weit größere Verbesserung wäre und bin ein wenig traurig wegen der vertanen Chance. Die jetzige Planung passt leider gut zur aktuellen Entwicklung im gesamten Ruhrgebiet, wo man versucht, das unbestreitbare Defizit an urbanen, ästhetisch ansprechenden Stadträumen durch spektakuläre (Einzel-)Projekte zu kaschieren.


    Hochwertige, großstädtische, urbane Stadträume entstehen aber weniger durch einzelne Knüller, sondern durch gewisse Mindeststandards im gesamten Innenstadtbereich. Die Kö zum Beispiel hat natürlich einen riesigen Querschnitt und einen echten Wasserlauf und ist insofern kein Vorbild für die Kampstraße. Aber was hat die Kö sonst? Fast nichts, was andere wichtige Straßen nicht auch hätten, vernünftige Gehwege, abgestimmtes Stadtmobiliar, ein paar unversiegelte Gehwege am Wasserlauf, das war's. Dazu natürlich der wunderbare Baumbestand, aber der kommt nicht von selbst, den muss man anlegen und vor allem lange wachsen lassen. Im Falle der Kö ist es eine großzügige, vielreihige, an sich aber simple, ineare Alleebepflanzung. Dasselbe gilt für die Kleppingstraße in Dortmund, und die taugt schon eher als Beispiel.


    Die Städte im Ruhrgebiet sehen auch deshalb so unattraktiv aus, weil man hier viele Jahrzehnte die nötigen Mindeststandards beim Städtebau (z.B. nachvollziehbare Baulinien) und bei der Straßengestaltung (z.B. Alleebepflanzung) vernachlässigt hat, und das lässt sich nicht in wenigen Jahrzehnten aufholen, da braucht es einen langen Atem.


    Mit den Einzelprojekten lockt man vielleicht ein paar Architekturtouristen an, für das ungeschulte Auge werden die Städte aber eher noch hässlicher, weil alles noch mehr als jetzt wie Stückwerk aussehen wird und weil man sich gerade die spektakulären Objekte schnell leidsehen kann. Und zumindest denjenigen Planern, die sich um die langfristigen Entwicklungschancen für den gesamten Standort sorgen, kann die Meinung des ungeschulten Betrachters nicht egal sein.

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    Hallo zusammen, bin neu im Forum.


    Die Westentorallee und den zukünftigen Brüderweg finde ich hervorragend.


    Bei den mittleren Abschnitten zwischen den beiden Kirchen habe ich starke Bauchschmerzen. Die Bebauung an der Kampstraße mag "Kraut und Rüben" (O-Ton Fritschi) sein, wenn es um Baustil und Traufhöhen geht, die Anordnung der Bebauung ist aber weitgehend regelmäßig (nicht linear!). Die Straße macht an der Einmündung Freistuhl und westlich vom Platz von Netanya jeweils einen deutlichen Knick, im Bereich Reinoldikirche versetzt der Verlauf nach Norden, die Zwischenstücke sind aber in sich linear.


    Der völlig linear durchgehende Wasserlauf/Gehweg hat mich vom ersten Tag an irritiert. Was spricht dagegen, den gesamten Straßenzug ähnlich wie die Enden zu gestalten, Plätze ausgenommen? Nach meinem Empfinden haben gerade Alleeabschnitte, die im Einklang mit der Ausrichtung der Bebauung sind, einen sehr beruhigenden Einfluss.


    Der geplante gerade Wasserlauf/Gehweg läuft teilweise nur wenige Meter an den Fassaden vorbei, und zwar mal im Norden und mal im Süden. Ich weiß nicht, was daran beruhigend sein soll. Und stört sich denn überhaupt niemand an den bis zu 20 Meter breiten ungegliederten Pflasterflächen?