Beiträge von bayer

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    Die Spree ist halt einfach ein ziemlich kleiner Fluß... das wirkt dann nicht.



    Jetzt ist nur noch die Frage: wann ist Baubeginn ^^


    Innerhalb eines Threads bitte möglichst wenig zitieren. Schreib einfach "^^" oder zu "#xyz" oder "@Rudi Völler" bspw. Der Strang ist sonst mühsam zu lesen, weil Dinge sich wiederholen.
    Bato

    Ja.
    Das hat zwei Ursachen.


    Nummero 1 lautet dass die Deutschen Medien als auch Politiker, und wohl auch ein Großteil der Öffentlichkeit, dazu neigen über "Deutschland" zu sprechen. Nicht über die einzelnen Regionen, die nun einmal in jeglicher Hinsicht höchst unterschiedlich sind. Und aufgrund der Demographie etc. gibt es im "Bundesdurchschnitt" keinen Wohnungsmangel. Aber wie immer sagt der Durchschnitt rein gar nichts aus. Es gibt Regionen, in der Nordhälfte der Republik (wozu das Ruhrgebiet ebenso zählt wie Sachsen-Anhalt) in der es hohen Leerstand gibt. Und es gibt Regionen, vor allem in der Südhälfte, in der Normalbürger von ihren Einkommen kaum noch die Miete zahlen könnten - geschweigedenn Eigentum erwerben (besonders krass natürlich in der Region München).
    Weil aber beim "Durchschnitt" kein Handlungsbedarf besteht, quasi im "Durchschnitt" auf 1.000 Bürger ausreichend Wohnungen auf dem Markt sind - bundesweit - handelt die Politik nicht. Darum hat man ja sogar vor wenigen Jahren die Eigenheimförderung zurückgefahren.
    Hier scheint es leider keine Aussicht auf ein grundsätzliches Umsteuern zu geben, denn auch in anderen Politikfeldern sind Medien und Politik ja komplett auf das Denken in der Kategorie von "Deutschland" eingefahren...solange aber regionale Konzepte wie schon zu Bismarcks Zeiten als "Kleinstaaterei" diffamiert werden wird es immer ein Problem geben: eine einheitliche Bundespolitik die es versucht allen Regionen recht zu machen und dabei keiner Region wirklich gerecht werden kann.


    Und der zweite Grund ist schlicht die sehr starke Binnenwanderung. Über "Auswanderer" wird groß geredet und berichtet, das sind aber kleine Zahlen und im internationalen Vergleich (der ist ja hierzulande immer so wichtig) wandern z.B. aus Großbritannien erheblich mehr Briten aus als Deutsche Deutschland verlassen. Das ist halt die Globalisierung. Allem "Deutschland-Gejammer" zum trotz. Die Binnenwanderung hat aber erheblich größere Ausmaße über die hingegen kaum gesprochen wird. Es gab die letzten 20-30 Jahre, das begann schon vor der Wiedervereinigung, massive Bevölkerungsbewegungen von Nord nach Süd.
    Ich denke jeder Süddeutsche weiss was ich meine, ich komme aus einer bayrischen Kleinstadt deren Fläche sich seit den frühen 90ern quasi verdoppelt hat aufgrund des Zuzuges. Heidelandschaften auf denen ich als Bub gespielt hab gibt es nicht mehr. Da sind jetzt Wohnungen. Der Neubau ging die letzten Jahre merklich zurück, analog zur abgeschafften Eigenheimzulage. Der Zuzug ist aber nicht weniger geworden, die Mieten sind aber im gleichen Zeitraum stark angestiegen. Da haben wir den zweiten Grund: die Wohnungswirtschaft hat an einer Verknappung des Wohnraumes schlicht ein finanzielles Interesse.

    Die SZ schreibt wieder einmal ausführlich zum Thema Stammstreckenentlastung; mittlerweile verliert die Tunnelvariante weiter an Zuspruch, dadurch wird die Südringvariante wahrscheinlicher, am billigsten wäre natürlich die Einführung eines Ein-und Ausstiegs-Kontroll- und Leitsystems (ich denke, das sollte man in der Tat einfach mal ausprobieren) außerdem will man die zweite große Fragestellung Flughafenanbindung evtl. durch die Nordtunnelvariante mit der Stammstreckenentlastung verbinden. Fragen über Fragen, nach über 16 Jahren Diskussion...


    http://www.sueddeutsche.de/muenchen/56/484491/text/


    "Effizient" wäre solch ein Leitsystem, aber es würde wieder ein Stückerl Lebensqualität kosten, wieder einen weiteren Ort beschleunigen und noch etwas mehr Stress erzeugen. Ich bin der Meinung dass es ein Luxus, kein Makel, ist nicht mit voller Kraft im Hamsterrad zu laufen. Ich habe solche Leitsysteme andernorts intensiv erlebt und es ist wirklich stressig und anstrengend, München ist hier wohltuend entspannt (noch).




    Zum Nahverkehr an sich muss man natürlich bedenken dass München bereits ein ausgezeichnetes Nahverkehrsangebot hat, und andere Städte und Regionen in Bayern mit den Hufen scharren wenn einmal mehr Milliardenprojekte in München investiert werden während man sich in Augsburg oder Nürnberg mit niedrigen zweistelligen Millionenbeträgen begnügen muss - wenn dort überhaupt Geld vom Land ankommt. Wenn die Staatsregierung da jetzt die Prioritäten etwas zu Lasten von München ändert dann ist das wirklich verständlich und nichts worüber man sich echauffieren muss. Die zweite Stammstrecke ist wünschenswert aber nicht akut notwendig. Man sollte auch stärker am Ausbau des Tramnetzes arbeiten, das ist günstiger und es soll Leute geben (wie mich z.B.) die generell oberirdischen Verkehr bevorzugen.

    ...die Berlinisierung Münchens schreitet halt voran.
    Das ist typische zeitgenössische berliner Kommerzarchitektur.
    Wahrscheinlich sogar noch mit Sandsteinfassade. "Bauhaus" nennt man das in Berlin.
    Naja, inzwischen werden ja eh nur noch "supalecka Fleischkäsebrötchen" in München verkauft, lokale "Identität" wird zwecks Tourismus vermarktet und darüber hinaus nicht gebraucht. Es gab mal eine spezifische München-Architektur, selbst streitbare Architekturtrends in den 70ern und 80ern gehören dazu.
    Der "ausländische Besucher" wird sich wohl erstmal wundern ob er fälschlicherweise den Zug nach Berlin genommen hat.

    Ein Teil des Feldes ist geradezu prädestiniert für eine dauerhafte Ansiedlung von Fahrgeschäften, ähnlich wie der "Prader" in Wien. Außerdem erfreute mich ein weiterer Teil des Feldes als neues-altes preußisches Exerzierfeld. :)


    Der Prater (Prada ist etwas anderes, bitte auch mit süddeutsch-bairischem "R" aussprechen ^^) in Wien ist kein gutes Beispiel. Als Touristenfalle mag das noch taugen aber unter Wienern hat der keinen guten Ruf und gilt auch als sanierungsbedürftig, unattraktiv und verdreckt.


    Ich versteh die Debatte in Berlin absolut nie. Warum tut man sich nur so schwer damit das Flughafengebäude zur gewerblichen Mischnutzung freizugeben - alles von Arztpraxen bis einer Markthalle. Und das gesamte Flugfeld wird vorerschlossen und dann zur Bebauung mit Häusern freigegeben, zu einem vergünstigten Grundstückpreis, wobei die einzige Bedingung ist dass sich dort Familien ansiedeln (kein Kind kein Grundstück). Mit entsprechender Infrastruktur könnte man dort einen wunderbaren kinderfreundlichen Stadtteil aufbauen. Derzeit verliert man massenweise Familien an den berliner Speckgürtel.

    In Süddeutschland sind Kiefern sicherlich sehr viel heimischer ^^ Aber diese Bäume sind relativ robust. Das einzige was für die grundsätzlich ein Standortproblem im Norden der Republik darstellt sind die sauren Böden.


    Guter Entwurf. Fast schon zu repräsentativ. Die Architektur mit der sich eine Regierung umgibt ist immer ein Statement über das Selbstverständnis. In der bonner Republik konnten die Gebäude nicht zweckmäßig und bescheiden genug sein, so hat sich das Kanzleramt vor allem in das Gelände geduckt und diese Kunstskulptur davor war der größte eye catcher in den Fernsehnachrichten. Ganz anders das neue berliner Kanzleramt... der Stil und die Bürgernähe in der Bundespolitik hat sich nach dem Berlinumzug massiv verschlechtert. Brandt sagte noch "Mehr Demokratie wagen", Kanzlerin Merkels "Ich will Deutschland dienen" klingt für mich da deutlich wie ein Rückschritt in gutpreußischere Zeiten. Und wenn Politiker dann auch noch schnellen Schrittes durch eigenes für sie errichtete Monumentalbauten laufen und sich dabei total wichtig fühlen - von Journalisten und Personenschützer umringt - dann darf uns eigentlich gar nicht wundern wenn die mental total "abheben".

    "preußisch-deutsch" ist ein Widerspruch, und nachdem die Preußen uns Bayern militärisch und wirtschaftlich in die Knie gezwungen haben, bis unser König den Preußen formal die Kaiserkrone anbot, bitte ich um Verständnis dass ich nicht gerade in Begeisterungsstürme ausbreche wenn diesem (für uns) dunklen Kapitel preußischer Militärhegemonie durch das Bayern seine Unabhängigkeit verlor auch noch mit Denkmälern gedacht wird ;)
    Ich find aber natürlich toll wie sich Berlin rausputzt, an allen Ecken aus dem jahrzehntelangen "Dornröschenschlaf" erwacht. Solche Details wie diese Denkmäler, zumindest wenn ich nicht über deren historischen Kontext nachdenke, oder die Rekonstruktion der Kandelaber am Charlottenburger Tor faszinieren mich viel mehr als irgendwelche neuen Glaspaläste im "internationalen Stil" - die sind in der Tat austauschbar, die preußischen Generäle gibt's aber nur bei euch. :daumen:

    Zur U10 kann ich nichts sagen, ein Rasengleis hat drei städtebauliche Vorteile: billiger Schallschutz der "nachwächst", Verbesserung des Stadtklimas über die Verdunstungsenergie über einem langen und breiten Grünstreifen der wie eine natürliche Klima-Anlage wirkt und die Luft in einer Straßenschneise umwälzt (vor allem mancherorts in Ostberlin müsste man sich darum ein rausreißen des Asphalts und dessen Ersatz durch ein Rasengleis wünschen), sowie eben freie Fahrt für die Tram die so attraktiver wird und mehr Leute von der Straße in den ÖPNV bringt.


    Pro Fahrgast der seinen PKW stehen lässt und die Tram nimmt werden minimum 15 Meter weniger Straßenraum gebraucht - in eine Tram passen je nach länge und Komfortanspruch 150 bis 200 Fahrgäste, das heißt man spart ebenso viele PKW (da in der Regel nur einer drin sitzt - der Fahrer), eine gut ausgebaute Tramlinie kann eine ganze Hauptverkehrsstraße ersetzen, insofern ist der "Flächenverbrauch" relativ zu sehen. Eine Grünfläche mit Gleis ist für die Stadt das geringere Übel als noch mehr Asphalt, wenn man bedenkt dass der Mobilitätsbedarf auch in Zukunft zunehmen wird.

    Klar ist die Immo-Branche betroffen, der Berliner Markt ist grundsätzlich schwächer als der in Hamburg und München. Da ja schon zu "normalen" wirtschaftlichen Zeiten jahrelange Verzögerungen und schwierige Mietersuchen in Berlin normal sind wäre ich in dieser Krise nun wirklich sehr erstaunt wenn das jetzt nicht der Fall ist. Umgekehrt heißt das aber, "gut Ding will Weile haben" und das kommt schon irgendwann. Grundsätzlich muss aber klar sein dass Berlin heute schlicht 1 Millionen Einwohner weniger als in den "goldenen 20ern" hat und es darum einfach eine dermaßen dichte Blockrandbebauung wie damals nicht mehr flächendeckend geben können wird, an gewisse "Baulücken" im berliner Stadtbild muss man sich also dauerhaft gewöhnen.
    Und nach wie vor wird ja an der Verwirklichung der großen Nachwendevisionen gebaut, die von einer massiven Einwohnerzunahme Berlins auf alte Höchststände von 4,5 Millionen Menschen und mehr ausgingen. Früher oder später wird es also auch in Bestlagen eine unüberwindbare Marktsättigung bei Großprojekten geben. Wann das ist wird man sehen. Ich hoffe nicht so bald ;)

    Hm mich persönlich überzeugt es absolut nicht was da geplant wird.
    Meinem Eindruck nach hat sich die berliner Architektur seit "Bauhaus" - also inzwischen einem Jahrhundert - nicht mehr weiterentwickelt.


    Vor allem finde ich es, neutral gesagt, sehr paradox zum einen eine historische Kubatur bzw. historische Grundriße und Straßenführungen "nachahmen" zu wollen aber diesen Raum dann mit ahistorischen Klötzen aufzufüllen. Und natürlich mit Flachdach, weil die bautechnische Praxis der letzten Jahrzehnte offensichtlich noch nicht genug bewiesen hat dass in gemäßigten Breiten Flachdächer auf Dauer nicht dicht zu bekommen sind und unsere Vorfahren nicht umsonst seit Jahrtausenden Satteldächer verwendet haben - gleich wie sich auch die restliche Architektur über die Jahrhunderte verändert haben mag. :Nieder:


    Wirklich moderne und zeitgemäße Architektur würde meiner Meinung nach mehr nachwachsende Rohstoffe wie Holz benutzen, würde im Gegenzug auf Glasfronten - die ein energetischer Albtraum sind - verzichten und sich wieder auf traditionelle Bauformen besinnen. Nicht nur Themen wie Witterungsbeständigkeit, und eben keine Flachdächer mehr, sondern auch natürliche Belüftung durch Sogwirkungen indem man Atrien etc. in den Bau integriert, anstatt einfach Klima-Anlagen einzubauen.
    Und auch ganz ohne Heimatgetümel und Nostalgie kommt man da dann eben auf die historische Bebauung als Vorbild - meinetwegen auch ohne Geschnörkel an der Fassade. Warum haben heutige Architekten nur solch eine Phobie davor von dem reichen Erfahrungsschatz ihrer früheren Kollegen aus Jahrhunderten europäischer Architekturgeschichte zu lernen?

    So Grüß Gott, das wird gleich mein erster Forenbeitrag nachdem ich schon einige Zeit als Voyeur mitgelesen habe :) Ist ja doch sehr interessant was sich da in Berlin alles wandelt.


    Fallen eigentlich nur mir der historisierende Kandelaber auf der einen Straßenseite, und die - aus irgend einem Grund unter Tags leuchtenden - Billigstraßenlampen auf der anderen Straßenseite auf ? :D