Beiträge von hiTCH-HiKER

    Von Ende März bis Anfang August war es wirklich ein Segen keine Flugzeuge über dem Großraum München mehr wahrnehmen zu müssen.


    Es wird Zeit den Flughafen mittelfristig auf eine Start- und Landebahn zurück zu bauen und nur noch absolut notwendige Flüge (z.B. eilige Fracht oder ausländische Politiker) in strengen Zeitfenstern zuzulassen. Mag sein, dass dann die Gewinne schrumpfen oder gar eine Förderung notwendig ist, aber der durch den Flughafen entstehende Schaden steht längst in keinem Verhältnis mehr zu den lächerlichen Gewinnen, die für die Stadt und das Land erwirtschaftet werden.


    Wer noch einen Beweis gebraucht hat, der hat die letzten Monate die gesamtwirtschaftliche Irrelevanz des Flughafens gut sehen können. Man muss Manager nicht täglich und wöchentlich durch die Republik karren, um eine digitalisierte Gesellschaft weiter zu bringen. Unter diesen Umständen und nach diesen Erkenntnissen, wird es mit dem Wachstum wohl eh vorbei sein. Die jahrelange Verweigerung von BMW-Managern auf Zukunftstechnologien zu setzen, die wird uns in München sehr viel härter treffen, als endlich mal zu akzeptieren, dass wir in einer Zukunft ohne hemmungsloses Wachstum auf Kosten von Mensch und Umwelt, gar keinen Flughafen mit mehr als nur einer Start- und Landebahn brauchen.

    Gibt es überhaupt noch jemanden in der Politik, der sich für den Ringschluss einsetzt und das Ganze vorantreibt? Das Projekt ist ja wohl alternativlos, aber so wie ich unsere geballte Inkompetenz in Regierung und Verwaltung kenne, wird da die nächsten 10 Jahre mal wieder nichts passieren.

    Schiphol ist schon deshalb ein schlechter Vergleich, weil die nicht so in der Vergangenheit hängen geblieben sind wie Bayern:
    https://www.electrive.net/2018…-fuer-e-busse-in-betrieb/


    Wie kann der ehemalige Raucherminister Söder von einem Baubeginn der völlig unnötigen Startbahn in 2021 sprechen und gleichzeitig möchte er das auf demokratischer Basis durchsetzen? Eines von beiden ist eine dreiste Lüge, soviel steht jetzt schon fest. Aber er war schon als Raucherminister etwas dem Größenwahn verfallen. Dass er nun Bayern regiert, das dürfte mit großem Abstand das Schlimmste sein was uns passieren konnte. Da werden selbst Trump und Putin am Ende noch mehr für Lebensqualität und Umwelt getan haben, soviel steht fest, auch wenn der Vergleich zu diesem Provinzpolitiker natürlich hinkt.


    Was ist denn deiner Meinung nach die Lösung für die Kapazitätsengpässe am Franz Josef Strauß Flughafen?


    Ich halte die vermeintlichen Engpässe für ein Luxusproblem, denn tatsächlich treten diese doch maximal zur Rush Hour selten mal auf und durch eine dritte Startbahn wird ja die Kapazität nicht gleich verdoppelt. Ich würde mehr priorisieren. Der Flughafenchef hat doch gerade erst offen zugegeben, dass sich mit den Flügen fast nichts mehr verdienen lässt. Dann muss der Flughafen im Rahmen seiner Möglichkeiten eben so steuernd einwirken, dass keine unzumutbaren Engpässe entstehen. Das wird ja wohl noch möglich sein.

    Das neue Quartier hat einen kleinen Haken.


    Wer bitte will so weit draußen wohnen und das auch noch im Höllenlärm des Flughafens?
    Die Leute tun mir jetzt schon leid, das wäre als temporäre Flüchtlingsunterkunft besser geeignet.
    Unser Problem der heutigen Zeit sind doch gerade die Zeitverluste durch Pendeln, d.h. die Firmen müssen in die Wohnviertel kommen und genau das machen Google und Microsoft richtigerweise. Eine Retortenstadt in der Pampa wird nie und nimmer auch nur die Attraktivität eines Münchner Vororts erreichen können, selbst wenn sie ruhig gelegen wäre.


    Unsere neuen Unternehmen, die keinen Dreck und Lärm mehr produzieren, die bieten die besten Voraussetzungen um zu uns in die Wohnviertel zu kommen und genau da muss die Zukunft hingehen.
    Man sieht hier mal wieder schön wie sehr die Damen und Herren Entscheider im Flughafen-Umfeld in rückständigem Denken hängen geblieben sind. Dazu passen dann auch die Träume von Virtual-Reality-Attraktionen.

    Von Rolle rückwärts kann doch beim ex-Raucherminister und heutigem Flughafenminister Söder überhaupt keine Rede sein.
    Er weiss halt, dass er mit dem Thema krachend bei der nächsten Wahl scheitern würde, weil kein normal denkender Münchner für dieses völlig unnötige Wahnwitzprojekt stimmen würde.


    Ich hoffe, dass die CSU bei der nächsten Wahl eine historische Niederlage erleidet – die Chancen dafür stehen selten gut – damit wir auch in Zukunft von unsinnigen, wirtschaftlich zum Teil sogar für uns existentiell gefährlichen Entscheidungen der CSU verschont bleiben.


    Die dritte Startbahn ist auf jeden Fall ähnlich großer Unsinn wie der Erhalt des Diesel-Motors und basiert auf einer rückständigen, planlosen Wirtschafts-Denke, die nur die Optimierung der nächsten Quartalsgewinne als erstrebenswert ansieht.


    Wenn man sieht, dass unsere Lokalpolitiker in mehreren Jahrzehnten nichtmal einen Radlweg entlang der Stammstrecke hinbekommen, dann wird das mit dem Flughafenausbau sowieso nichts mehr im nächsten Jahrzehnt und das ist auch sehr gut so!


    Wenn man das Geld in den Ausbau von Radschnellwegen oder Radwegen stecken würde, wäre das wesentlich sinnvoller angelegt als eine Brücke, für die meines Erachtens relativ wenig Notwenigkeit besteht sondern mehr ein 'nice to have' darstellt.


    Das Problem ist und bleibt auch die Weiterfahrt, denn was bringt es mir dann in der Gegend um die Landsbergerstraße zu landen, mitten in der Lärm- und Giftgashölle?


    Nur zwei Beispiele:


    - von München nach Gräfelfing/ Planegg / Gauting, da muss man entlang der Stammstrecke auf dem fußgängerüberfluteten Flickenteppich bis nach Nymphenburg und ein gutes Stück völlig unnötig nach Norden, um überhaupt mal die Gleise queren zu können. Dann geht es durch Menzing und Pasing zurück nach Süden bis zu den Pasing-Arcaden und erst von dort aus kann man halbwegs menschenwürdig entlang vom Stadtpark auf den asphaltierten Nebenstraßen weiter nach Süden fahren. Spätestens in Gräfelfing landet man allerdings mitten auf der Straße und muss dann über Umwege auf die andere Seite der Bahntrasse wechseln, sonst ist man im Berufsverkehr auf Hauptstraßen unterwegs.


    - von München nach Gröbenzell / Olching / Maisach, da entspricht der erste Abschnitt dem Weg nach Süden, da unsere ewiggestrige Stadt nur eine einzige Gleisunterquerung nach Westen zulässt, als ob eine schmale Radler-Röhre wie in Starnberg/Percha die Welt kosten würde.
    Dann fährt man idealerweise weiter entlang der S-Bahn, wo man ab Langwied die Wahl hat westlich der Gleise auf einem extrem holprigen Feldweg oder mitten durch ein Industriegebiet zu fahren. Der Rest der Strecke ist passabel, spätestens zwischen Gröbenzell und Olching ist aber abruptes Ende, da holt man sich endweder eine tödliche Dosis Abgase an der Münchner Straße oder fährt über nichtmal handtuchbreite, holprige Matschpfade zwischen Bahntrasse und Feldern.


    Fazit:
    Zusammengefasst sind die Probleme, dass es in München nichtmal eine ernstzunehmende Trasse von der Innenstadt aus der Stadt raus gibt, einzig der Isar-Radlweg ist nennenswert, aber erstens bräuchten wir dutzende solche Trassen und zweitens sind dort auch zu viele Fußgänger unterwegs als dass man sich sowas als Pendler ohne Stress geben kann.


    Wie man bei den Beispielen auch sehen kann, ist es reiner Zufall ob ein aus München kommender Radlweg in den umliegenden Gemeinden Anschluss findet oder mitten im Ort auf der Straße endet. Dass es hier in Jahrzehnten nicht geschafft wurde die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden zu verbessern, zeigt wie wenig die zuständigen Politiker und Verwaltungsangestellten ihren Job ernst nehmen.

    Das ist alles schön und gut, aber ich erinnere daran, dass es die Stadt München in Jahrzehnten(!) nichtmal geschafft hat einen exklusiven Radlweg entlang der Stammstrecke von Pasing bis zum Hauptbahnhof zu bauen.
    Dieses ungepflegte Flickwerk, das zur Pendlerzeit von Fußgängern (Mütter mit Schulkinder) überflutet ist, das bringt zur Entlastung der Verkehrsinfrastruktur genau so viel: NICHTS!


    Offenbar will man hier sehenden Auges weiter ins Unglück rennen, denn bei der Radlinfrastruktur wäre es verhältnismäßig einfach riesige Fortschritte zu machen. Bis auf ein paar freigegebene Einbahnstraßen ist allerdings überhaupt nichts passiert, was auch nur ansatzweise der Rede wert ist.

    Ich sehe kein Problem für Radlfahrer, wenn man die Einfahrten in der Maximilianstraße weit genug versetzt und recht schmal gestaltet, wie es in modernen Städten wie Paris völlig normal ist und auch in denjenigen Straßen in keinster Weise stört, die vom Denkmalschutz mehr Bedeutung haben als ganz München.


    Aber in einer Stadt, wo man einen herausragenden Platz über Jahrzehnte als Busparkplatz und Autoeinfahrt mißbraucht, da wundert es mich nicht wenn man sich erst auf eine Lösung einigt, wenn das Thema Autos in der Innenstadt in anderen europäischen Großstädten schon längst begraben ist.


    Alleine das Foren-Thema hier ist schon bald vier Jahre alt, es ist echt unfassbar von was für Versagern wir in München regiert und verwaltet werden. Kein Wunder, dass die Menschen händeringend nach Entscheidern mit Visionen und Tatendrang suchen, wenn sie von solchen Schnarchzapfen umgeben sind.

    und das trotz seit längerem konstant steigender Anzahl an Starts- und Landungen


    So wie es aussieht ist man von den Jahren mit Rekordzahlen (wo es auch schon locker mit zwei Startbahnen ging) weit entfernt und nun sieht es für die Zukunft zudem noch schlimmer aus:


    Die Pleite von Air Berlin ändert einiges am Flughafen München


    Dann ist da die neue ICE-Trasse nach Berlin, die viele Inlandsflüge sinnlos macht, mit Stuttgart 21 kommt der nächste Schlag und wenn man die überflüssigen Inlandsflüge endlich auf Nachhaltigkeit optimieren und sinnvoll zusammenfassen würde, dann ließe sich der Flughafen München auch mit einer Startbahn betreiben.


    Das Problem ist die fehlende staatliche Regulierung unter dem Vorwand den Fluggesellschaften das Leben nicht schwerer machen zu wollen als der ausländischen Konkurrenz.
    Tatsache ist aber, dass Air Berlin nun pleite ist und man mit dem Aufblähen der Lufthansa zum "Champion" ein unkalkulierbares Risiko fährt, bei dem Kunden und Mitarbeiter die Verlierer sein werden.
    Das ist aber typisch größenwahnsinnige CSU-Politik, damit hat man die Landesbank schon um Haaresbreite mit zigtausend bayerischen Arbeitsplätzen in die Pleite getrieben.


    Ich kann das echt nicht mehr gutheißen was da an schmutzigen Spielchen abläuft, jetzt mal ganz unabhängig von der noch nie vorhandenen Notwendigkeit einer weiteren Startbahn.

    Manchmal hat man in München den Eindruck als wäre es die erste Stadt, die sich durch das Bevölkerungswachstum Gedanken machen muss, wie städtebaulich darauf reagiert wird.


    Da aber schon der Bau eines Radlstegs über die Bahngleise die Verantwortlichen auf Jahre vor unlösbare Probleme stellt, würde ich mir wenig Hoffnung machen, dass in München die Politik nennenswerten Einfluss auf die zukünftige Stadtgestaltung nehmen kann.
    Mittlerweile kann man ja auch trotz Verbot und Polizeiabsperrung munter Altbauten abreißen und wird dank guter Anwälte und haarsträubender Fehler auf Seite der städtischen Verantwortlichen das am Ende noch abgesegnet bekommen.


    Im Grunde läuft es schon lange falsch bei der Stadtplanung, nur bekommen das die Leute selten so drastisch mit wie beim Radlsteg oder dem Uhrmacherhäusl.

    Als ob die Autohauptstadt München jemals zu den europäischen Metropolen aufschließen können wird was nachhaltige Mobilität angeht.


    Hier ist doch nach dem anfänglichen Bauboom, von dem wir heute noch zehren, alles komplett gescheitert. Egal ob Elektromobilität oder die zartesten Ansätze einer Radlinfrastruktur, die bis heute überhaupt nicht existieren. Selbst ein Steg über die Gleise braucht Jahrzehnte um realisiert zu werden, in der gleichen Zeit wird in anderen Ländern eine Stadt wie München mehrfach aus dem Boden gestampft. Das Totalversagen bei der Infrastruktur und sinnvollen Investitionen in unsere Zukunft ist wirklich beispiellos und das wird nochmal ganz hart auf uns zurück kommen, als erstes die verheerenden Versäumnisse und Fehleinschätzungen der Autoindustrie.


    Aber eigentlich ist es für die Münchner Grundwerte und Gesellschaft vielleicht gut, wenn die eine oder andere Branche ungebremst gegen die Wand fährt und sich mal nicht mehr alles um überbordenden Luxus und Gewinnmaximierung dreht.

    Bin schon gespannt mit welchen zweifelhaften Methoden man jetzt die Anzahl der Flüge weiter künstlich nach oben treiben möchte, um die Münchner ein weiteres Mal mit der völlig unnötigen, dritten Piste zu nerven.


    Erste Methode wäre Billigfluglinien zulassen und am Ende in Summe weniger Gebühren einnehmen, weil keiner mehr den vollen Preis zahlen möchte:
    http://www.manager-magazin.de/…-frankfurt-a-1119343.html


    Zweite Methode ist es unnötige Flüge über kürzeste Distanzen anzubieten:
    http://www.spiegel.de/reise/eu…n-bodensee-a-1119394.html


    Vielleicht sollte mal hinterfragt werden, welche Flugverbindungen im Erdinger Moos überhaupt notwendig und sinnvoll sind und welche aus anderen Gründen und anderer Motivation heraus angeboten werden?
    Eine Optimierung in diesem Bereich würde allen Nutzern des Flughafens zu Gute kommen und die Abläufe dort verbessern sowie Wartezeiten reduzieren.

    Die CSU schafft sich gerade selbst ab, da hilft ihr politisch auch nicht dass sie munter gegen Flüchtlinge hetzen.
    Die 90 bis 95 % Zustimmung sind eine Schätzung von Huber und ausschließlich auf die Landtagsfraktion bezogen. In der Partei selbst gibt es auf jeden Fall mehr als 5-10 % vernünftiger Menschen.


    Wegen mir kann die Stadt München gerne den Konzertsaal fallen lassen, wenn die Staatsregierung das tatsächlich als Druckmittel für die aktuell vollkommen überflüssige dritte Piste bringen sollte.


    Ich wundere mich zudem immer wieder, wie es ein wirtschaftlich derart irrelevanter Verein wie der Flughafen so oft in die Schlagzeilen schafft.
    Na immerhin berichtet die SZ auch über den schleichenden Untergang der deutschen Automobilwirtschaft, wo ähnlich rückwärtsgerichtete Leute an den Hebeln sitzen und uns damit langfristig in große Gefahr bringen.

    Ich glaube das hatten wir noch nicht: Die Zeitschrift "Capital" hat die Kaufpreise für Eigentumswohnungen untersucht und stellt diese mit einer Karte des Stadtgebiets vor. Zusätzlich wird jeder einzelne Straßenblock nach Lagequalität beurteilt und entsprechend eingefärbt: http://immobilien-kompass.capital.de/muenchen


    Wäre interessant zu wissen welche Datengrundlage man da genutzt hat, denn meiner Meinung nach war die Einteilung der Stadt München vor ein paar Jahren (auch auf Straßenblock-Ebene) wesentlich zutreffender als diese nun.