Beiträge von Gaius

    Das Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit Rheinland-Pfalz stellte bereits vor einigen Monaten (September 2022) einen Masterplan zur Moderisierung der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz vor.

    Dieser sieht Investitionen in Höhe von 2 Milliarden EUR vor. Link


    Die Pläne sind aus meiner Sicht als spektakulär aber auch notwendig zu bewerten. Persönlich erfreut mich, dass das alte Herz der Uniklinik weitestgehend erhalten bleibt.

    Die Idee der Öffnung des Platzes zum Rhein hin finde ich ganz hervorragend.


    Die ideale Lösung wäre natürlich ein kompletter Abriss des Rathauses samt kompletter Neutgestaltung des Platzes.

    Das Rathaus und der Platz, zusammen mit dem Brandkomplex, waren eine völlige Fehlplanung. Kalte und abweisende Architektur. Das fiel mir schon als Kind auf. Diese Bauten sind ein Fremdkörper in der Stadt.


    Ich bin immer wieder über die Argumentation von Denkmalämtern erstaunt. Da geht eigentlich ALLES. Es muss nur gewollt sein.

    Hier könnte man mit relativ kleinem Aufwand wirklich eine richtig krasse Fehlplanung verbessern. So wie es derzeit ist, sind das Rathausgebäude mit Platz und Brand lediglich ein Mahnmal für schlechte Architektur und Stadtplanung.

    Leider fühle ich mich gezwungen, in die Kerbe meiner Vorredner zu schlagen.

    CBT, central business tower... nichtssagend und einfallslos. Ein generischer Vermarktungsname.

    CBT erinnert mich auch zu stark an IBC, warum auch immer.


    Aber auch mir gefällt wiederum das Logo.

    Ich fahre an dieser Baustelle jeden Tag vorbei.

    Dieses lieblose Ungetüm verunstaltet das Stadtbild an dieser Stelle schon jetzt erheblich.

    Nachdem an der Ecke nebenan die wunderbaren Punkthäuser errichtet wurden (Wilhelms IX) ist das vorliegend ein Schlag ins Gesicht.

    Erinnert mich an einen Hochbunker.

    Vertane Chance.

    Hier jemand, der in Wiesbaden arbeitet.


    Teilweise finde ich die herablassenden Ausführungen hinsichtlich der Entscheidung richtig krass.


    Ich arbeite mit einigen Wiesbadenern zusammen, die mit Nein gestimmt haben. Und nein, das sind keine ewig gestrigen 50+ Leute. Viele von denen nutzen die Öffis täglich.


    Vor allem die getätigten Versprechen und Ziele waren widersprüchlich.

    Nur einige Punkte:

    - Es sollte keine Straßenbahn, sondern eine Bahn mit eigener Rasenspur werden. Wer mal in WI unterwegs war und den geplanten Verlauf kennt, weiß, dass hierdurch erhebliche Straßenverengungen für die Autofahrer einhergegangen wären.

    - Eine erhebliche Anzahl von Bäumen hätte in der Innenstadt gefällt werden müssen. Das wurde nicht als grün gewertet.

    - Die versprochene Verkehrsentlastung wurde nicht erwartet. Aufgrund der Straßenverengung eher das Gegenteil. Als Pendler teile ich vor allem diese Meinung.

    Nach meinem Dafürhalten hat der mit Abstand beste Entwurf gewonnen. Vor allem der Dachabschluss und die Massenverteilung.


    Vom Zaha Hadid Entwurf bin ich enttäuscht. Da ist man einen ganz anderen Stil gewohnt.


    Das Konzept von gmp finde ich von der Grundidee auch sehr ansprechend, vor allem die Rückseite. Insgesamt aber zu wuchtig.

    Die Baukörperverteilung, insbesondere die für moderne Verhältnisse kleinteilige Strukturierung gefällt mir gut.

    Die Staffelgeschosse halte ich für einen gelungenen Kompromiss zwischen Flachdach und Satteldach.


    Um den Namen finde ich es schade.

    Westville ist mal wieder so ein Investorenname, der irgendwie den Bezug vermissen lässt.

    Wird das Englisch ausgesprochen? Die Verwirrung um die Aussprache von Double U und Vee in einem Wort ließe grüßen.

    Mir drängt sich der Eindruck auf, dass es eine politische Agenda gibt, uns mithilfe von Architektur von unserer Geschichte zu entkoppeln.

    Anders kann ich mir solche Entwürfe langsam nicht mehr erklären.


    Noch nicht einmal ein Bezug zur Umgebung wird hergestellt. Es soll wohl mit brachialer Gewalt gezeigt werden, dass man heute anders ist.

    Man grenzt sich bewusst optisch von der Vergangenheit ab.


    An einem solch historischen Ort ist das nicht nur nicht angebracht, sondern verhöhnt die geschichtliche Bedeutung.


    Abgesehen davon finde ich die Entwürfe auch unter heutigen architektonischen Maßstäben als nicht gelungen. Weder optisch, noch die angedachte Funktion betreffend.


    Mit der neuen Altstadt wurde gezeigt, dass man an einem historischen Ort, welcher schon als verloren galt, ein lebendiges, zeitgemäßes Viertel mit historischer und - bei Neuinterprätationen - geschmackvoller Optik schaffen kann. Es wird nicht nur von den Einheimischen, sondern auch von Touristen extrem gut angenommen.

    Warum hieraus nicht gelernt wurde, verschließt sich mir.

    Persönlicher Eindruck

    In der letzten Woche kam ich zufällig am Flare of Frankfurt vorbei.
    Nachdem ich bereits von den Plänen und dann den Bildern entsetzt war, bestätigte sich dieser Eindruck in der Realität leider auch.
    Kalt, brachial, drückend, sich nicht in die Umgebung einfügend.
    Auch für sich gesehen, nicht stimmig.
    Sehr schade.

    Grüne Gasse

    Ich bin auch ohne, dass ich die derzeitige Situation kenne begeistert.
    Kleinteiligkeit und Struktur. So geschmackvoll sieht heute doch fast kein einziges Neubauprojekt in einer deutschen Großstadt aus!
    Hier scheint alles richtig gemacht zu werden.


    Jammern auf hohem Niveau: wie die Zickzack-Häuserfront in der Realität wirken wird, bleibt abzuwarten.
    In Wiesbaden ist mir eine solche Front in der Innenstadt neulich aufgefallen.
    Macht das ganze organischer. Wenn es jedoch zu strukturiert ist, könnte es diesen Effekt aufheben.

    Die Architektur spricht mich an. Die Proportionen nicht.
    Das Verhältnis Höhe-Breite hätte erheblich mehr Richtung Höhe gehen können.
    Aber mir ist auch klar, dass es an dieser Stelle auch eine Herausforderung ist, einen wirtschaftlich sinnvollen Entwurf zu erstellen.


    Mir stellt sich noch die Frage, wo man als Hotelgast parkt. Das wird mir aus den Bildern bisher nicht ersichtlich.


    Nachtrag:
    Auch ich finde den Namen nicht gut.
    Ich reise viel und finde es in anderen Städten immer toll, wenn ein markantes Gebäude nicht einen englischen Einheitsnamen hat.
    Finde das lächerlich. Austauschbar. Wenn man international will, kann man doch auch einen Doppelnamen oder Untertitel wählen. Etwa "Molenkopfhaus - Waterfront"

    Der Entwurf wirkt wärmer als der vorige. Mag an dem neuen Farben liegen.


    Nach wie vor schwanke ich zwischen "Knaller" und "Was zum?".
    Einerseits ist das Design etwas Neues für Frankfurt und wirkt in diesem Zusammenhang frisch.
    Andererseits erinnert mich das Gebäude an einen Lego Roboter, den ich als Kind hatte (LEGO Space Multifunktions-Roboter (6889))


    Jedenfalls eine Aufwertung an der Stelle. Die Sockelgebäude überzeugen mich indessen gänzlich.

    Mir gefällt der Entwurf gut.
    Die Baukörper formen einen Korridor, der den Blick auf das Hauptgebäude lenkt.
    Nun muss nur noch die konkrete Gestaltung in einer optisch an das Haupt-
    haus angelehnten Architektursprache erfolgen und alles passt.


    Ist zu hoffen, dass diese Verdichtung auch eine Entwicklung im Umkreis nach
    sich zieht. So wäre eine Verdichtung der Wohngebiete wünschenswert sowie
    ein Lückenschluss der U-Bahn sinnvoll (Ginnheimer Kurve).

    Super Nachrichten.
    Auch ich erhoffe mir vor allem eine schöne Blockrandbebauung und eine Verdichtung ähnlich wie in #159 gezeigt.


    Den deutschen Namen mit dem historischen Bezug finde ich auch super.
    Viel zu oft wurden die letzten Jahre austauschbare Marketingnamen gewählt (One Fourty West, Four usw.). Eine Abkürzung für "das Präsidium" wird sich finden. Die Frankfurter sind ja nicht unkreativ bei der Findung von Spitznamen.

    Austria Campus

    Als Teil des Projektes ist der Austria Campus (https://www.austria-campus.at/) auf einem guten Weg zur Fertigstellung.


    Unlängst war ich geschäftlich in Wien und habe mir das Projekt angeschaut. Die Visualisierungen hauten mich hinsichtlich Architektur nicht vom Hocker. Beim durchgehen zeigt sich aber, dass städtebaulich das meiste richtig gemacht wurde. Die Proportionen stimmen überall, sei es bei der Straßenbreite im Verhältnis zur Bürgersteigbreite, sei es beim Abstand der Gebäude, Gebäudehöhen usw. Die Gestaltung der öffentlichen Flächen sagte mir auch zu. Es gibt auch sehr lange Gebäuderiegel, die mich bei den Visualisierungen spontan denken ließen: oh nein. Das wird sicherlich ähnlich monoton wie im frankfurter Europaviertel (ein Klotz nach dem anderen). Doch die langen Fassaden wurden durch wellenartige Zurücksetzungen aufgelockert und es entstand für mich dadurch auch bei diesen nicht der Eindruck von Monotonie.


    Fazit: Gelungene Stadtentwicklung mit interessanten Blickachsen und 1A Proportionen. Obwohl man aus der Gestaltung der einzelnen Gebäude mehr hätte rausholen können (z.B. bei den Dachabschlüssenes; bleibt internationale Einheitsarchitektur) überwogen bei mir die positiven Eindrücke erheblich.


    Alle Bilder sind von mir gemacht worden. Weitere Verwendung und Verarbeitung ist nach Absprache gerne möglich.