Beiträge von lguenth1

    Ich sehe es aber auch so das der Platz hinter der Parteisäge ungeeignet ist, allein schon da der Neubau des Schauspielhauses wahrscheinlicher wird.

    Dass der Eindruck entstanden zu sein scheint, dass ein Schauspielhausneubau in der Innenstadt wahrscheinlicher oder überhaupt irgendwie denkbar ist, ist ein absolutes Armutszeugnis der von OB bis Stadtrat unfähigen Chemnitzer Politiker. Die schon begonnene Sanierung wird ein paar Millionen teurer, schön. Da muss man hier und da ein bisschen umschichten, null Problemo. Aber niemals und unter unter keinen Umständen ist es denkbar, dass man deswegen hunderte Millionen mehr ausgibt, um einen kompletten Neubau anzufangen, der inklusive der Planungen Jahrzehnte dauern würde und für den kein Euro Fördergeld bereitsteht. Es ist unfassbar, welche schwachsinnigen Signale hier selbst vom Oberbürgermeister gesendet wurden. Fehlt nur noch, dass jetzt irgendein Stadtrat aus dem Grund die Niners-Halle in Frage stellt...

    Laut dem Artikel werden die Pläne logischerweise nicht von der CDU ausgeheckt, sondern von einer "Arbeitsgruppe, die derzeit an der Realisierung des Vorhabens arbeite", mit maßgeblicher Beteiligung des Basketballvereins als Hauptnutzer. Der Freistaat würde dort wohl nur durch einen Grundstückstausch mit der Stadt die Voraussetzungen schaffen.


    Warum das hier auf so einhellige Ablehnung stößt, kann ich nicht nachvollziehen. Die Flächen sind seit Jahrzehnten tot und würden das auch noch in Jahrzehnten sein. Der wünschenswerte Abriss der Parteisäge und eine Neubebauung mit Wohngebäuden wird niemals passieren. Stattdessen gibt es jetzt eine realisierbare und notwendige Alternative, und die ist wahrscheinlich sogar besser als ein eher lebloses Wohngebiet. Denn ein Veranstaltungszentrum in der Innenstadt hat sehr viel Charme:

    • Die perfekte Verkehrsanbindung mit dem ÖPNV per Hauptbahnhof, Busbahnhof, Straßenbahnen und Busse. Da die Basketballspiele entweder abends oder am Wochenende sind, wären in der Innenstadt auch genug Möglichkeiten für das Abstellen von Autos vorhanden.
    • Die Möglichkeit für die tausenden Veranstaltungsbesucher, vorher und nachher noch ein bisschen Zeit in der Innenstadt beim Einkaufen und Schnabulieren zu verbringen.
    • Die vorhandenen infrastrukturellen Voraussetzungen (Straßen, Strom, Abwasser, ...).
    • Die Erhöhung der Optionen der nahen Stadthalle, indem man den Neubau auf dort möglicherweise unterbelichtete Aspekte auslegt.
    • Chemnitz hat es durchaus nötig, seinen Bewohnern regelmäßige Höhepunkte in Sport und Kultur zu bieten, die die Niners aktuell garantieren und wofür die Messe absolut suboptimal ist. Das dann noch um andere Veranstaltungen wie Konzerte erweitert, und es wird ein wesentlicher Faktor geschaffen, der Jugendliche in der Stadt hält. Letztes Jahr wurden solche Aspekte in einer Umfrage als einer der Gründe genannt, warum viele junge Leute eher über einen Wegzug aus der Stadt nachdenken.

    Eventuell kann man den Neubau gleich so auslegen, dass andere gescheiterte Überlegungen wie die Skatehalle dort mit untergebracht werden können - der zitierte "Sport- und Kulturcampus" macht da viel Hoffnung. Ich bin gespannt auf die Ergebnisse der Arbeitsgruppe und blicke dem sehr positiv entgegen.

    Die aktuelle Einwohnerstatistik für das Jahr 2023 (Quelle).

    Die Einwohnerstatistik der Stadt Chemnitz für das Jahr 2023 verzeichnet 2.621 Einwohner mehr als im Jahr zuvor. Zum 31. Dezember 2023 lebten 251.485 Menschen mit Hauptwohnsitz in der Stadt. Zählt man die Personen mit Zweitwohnsitz dazu, so hatte Chemnitz zum Stichtag 254.614 Einwohner.


    Das Durchschnittsalter der Chemnitzer ist gegenüber 2022 leicht gesunken. Während es im Jahr 2022 bei 46,21 Jahren lag, war es 2023 auf 46,06 Jahre zurückgegangen (Stichtag 31. Dezember).


    Von den Einwohnern mit Hauptwohnsitz hatten 216.665 die deutsche Staatsbürgerschaft (2022: 218.687), und 34.820 waren Ausländer (2022: 30.177). Hierunter werden alle hier lebenden Ausländer gezählt, wie zum Beispiel Studierende der TU Chemnitz, Mitarbeiter von Chemnitzer Unternehmen, seit vielen Jahren hier lebende Menschen sowie Flüchtlinge und Asylbewerber.


    Insgesamt sind im vergangenen Jahr 19.672 Menschen in die Stadt gezogen (2022: 21.000), 15.128 Menschen haben sie verlassen (2022: 13.915).


    Die Anzahl von neu geborenen Chemnitzer im Jahr 2023 lag bei 3.714. Im Jahr 2022 gab es zum Vergleich 3.753 Geburten. Die Zahl der Sterbefälle lag im Jahr 2023 bei 1.869, 2022 wurden 1.888 Sterbefälle registriert.


    Alles gute Argumente, die Vermeidung einer jahrzehntelang das Stadtbild verschandelnden Ruine dürfte sogar ein wesentlicher Grund sein. Trotzdem bleibt der schale Beigeschmack, dass man hier einem auf ganzer Linie gescheiterten Investor die Scherben hinterher räumt und diesen für seine Spekulation noch mit 27 Millionen Euro belohnt. Interessant wäre, wie groß der reine Grundstückswert eines Baugrundstücks in dieser Lage wäre - das wäre für mich der allerhöchste faire Preis. Aber irgendwann muss der Stadtrat über eine Beschlussvorlage zum Grundstückskauf debattieren und entscheiden, die dann eine überzeugende Begründung für den Kaufpreis enthalten sollte.

    Man kauft eine Bauruine für 27 Millionen Euro und muss diese dann für weitere Millionen abreißen, bevor man letztendlich eine Neubau errichtet. Wie wird begründet, dass man nicht einfach anderswo denselben Neubau errichtet, ohne vorher um die 30 Millionen Euro investieren zu müssen? Gibt es in Leipzig überhaupt keine anderen bebaubaren Flächen (eventuell sogar im Eigentum der Stadt)? Das ist (noch) kein Vorwurf, aber die hoffentlich nachvollziehbare Begründung für diesen Schritt erschließt sich mir nicht auf Anhieb.

    Man muss wegen ein paar angekündigter Demonstrationen auch nicht die Mücke zum Elefanten machen, Dort tauchen immer die gleichen paar Leute auf, machen sich zum Eimer und verlieren ganz schnell wieder die Lust. Das merkt man gar nicht. Und da der Termin vorher angekündigt wird, würde ich das gleich ins Programm integrieren und rund um die Demonstration Tribünen für Kulturinteressierte bauen, die Interesse an einem absurden Schauspiel haben. Die Benennung des Programmpunktes benötigt allerdings noch etwas Phantasie: "Völkerschau" dürfte nicht mehr akzeptabel sein :-).

    Iich habe kein Problem mit dem Bekenntnis, die krampfhafte Vergabe von Benennungen und Straßennamen an Frauen albern zu finden. Bei der Vergabe des Namens Riemannweg auf dem Sonnenberg wurde in der Vorlage extra auch auf Hermann Riemanns Frau verwiesen, um dem Stadtratsbeschluss irgendwie Genüge zu tun, ohne auch nur ein einziges Wort der Rechtfertigung dafür liefern zu können. Namensvergaben sollten ausschließlich auf persönlichen Verdiensten beruhen, nicht auf dem Geschlecht.


    Und diesbezüglich finde ich die Faktenlage zu Frau Simon extrem dünn. Der von ihr angeführte Streik war völlig erfolglos und ist nach wenigen Tagen beendet worden. Ob der Streik selbst berechtigt war und welche Forderungen genau gestellt wurden, ist nicht nachvollziehbar. Die unterschwellige Botschaft, dass jeder Streik berechtigt zu sein scheint, ist eine politische Aussage, die mich stört. Es würde hoffentlich auch niemand auf den Gedanken kommen, Straßenbenennungen nach Claus Weselsky zu fordern, obwohl dessen permanent angezettelte Streiks sogar häufig ihre Ziele erreicht haben.


    P.S.: Eine Stadt, die trotz tausender ukrainischer Flüchtlinge bis heute eine nach Putins Steigbügelhalterin und Bomber-Namensgeberin Valentina Tereschkowa benannte Schule betreibt, sollte sich mit Selbstbeweihräucherung bezüglich von Namensvergaben sowieso zurückhalten.

    Danke für die Hinterhausaufnahmen. So schlimm finde ich ich die Bausubstanz aber gar nicht, und Du hast den Besuch offensichtlich auch überlebt. Nur schade, dass man dort einfach so hineinspazieren kann. Alleine die Existenz Deiner Bilder müsste doch fast für eine Anordnung reichen, dass die Zugänge zu sichern sind, oder? Eine Totale von außen hast Du nicht zufällig?


    Dass die Limbacher Straße einige spannende juristische Fragen aufwerfen dürfte, war zu erwarten, und damit möchte ich mich gar nicht im Detail auseinandersetzen. Wenn man nur mal den gesunden Menschenverstand heranzieht, könnte man einerseits auf den Bestandsschutz kommen, denn es handelt sich nur um die Sanierung eines vorhandenen Gebäudes (zu welchen Zwecken auch immer, das geht aus dem Artikel nicht hervor). Andererseits stellt sich auch die Frage, ob man im Rahmen der Baugenehmigung nicht Auflagen machen kann oder können sollte, die die von Dir genannten Risiken ausschließen. Es gibt auch andere Autobahnen, auf denen man ganz ohne Geschwindigkeitsbeschränkung und ohne jede Lärmschutzwand an Wohngebäuden vorbeirauschen darf.

    Zur Beschlussvorlage mit Bildern aller Abrisskandidaten: Link. Bei der Zwickauer Straße kann man nur aus dem Eintrag "Denkmal: nein" vermuten, dass es sich hoffentlich nicht um das Hintergebäude der Zwickauer Straße 219 handelt, Das wäre sehr wohl ein Verlust und steht aus guten Gründen unter Denkmalschutz. Leider ist es so versteckt, dass wir davon noch kein Foto haben, das müsste man mal nachreichen. Es gibt sogar in Chemnitz genug Beispiele, dass ähnliche Objekte höchst erfolgreich saniert wurden. ich befürchte aber, dass die Ungenauigkeit in dem Beschluss und auch die extrem hohe Abrisssumme von 650.000 Euro auf die bewusste Verschleierung des Abrisses des Kulturdenkmals hindeuten könnten.


    Der Eigentümer der Frankenberger Straße 229 wird sich auch sehr freuen, für den jahrzehntelangen Verfall des ehemaligen Denkmals jetzt auch noch mit dem Erwerb des Grundstücks und der Übernahme der Abrisskosten belohnt zu werden.


    Interessant auch in dem zugehörigen Artikel der Freien Presse: Die Eigentümerin der Rabensteiner Handschuhfabrik, eines "verfallenen Gebäude an der Limbacher Straße neben der A72", möchte das Haus wiederaufbauen und hat einen Bauantrag gestellt. Ich vermute, dass es um dieses Gebäude geht. Die Stadt hat nichts besseres zu tun, als sie wegen der Autobahnnähe dazu aufzufordern, den Antrag zurückzuziehen. Geht es denn in dieser Stadt nicht ohne Anwalt, wenn man an seinem Eigentum etwas Positives veranlassen möchte?

    Der Antrag wird auch bei Akzeptanz im Stadtrat wegen fehlender Zuständigkeit der Stadt nicht automatisch eine Umbenennung verursachen. "Der Bürgermeister soll sich einsetzen" kann auch ins Nichts führen, zumal in dem Antrag nichts von einer Kostenübernahme der Stadt steht und der bereits vorhandene Straßenname und die Gedenktafel kleingemacht werden. Eine "Ernestine-Minna-Simon-geborene-Reinitz-spätere-Bauer-Universitätsbibliothek" halte ich für eher unwahrscheinlich.

    Der Antrag wurde von einer rechtsextremistischen, vom Verfassungsschutz beobachteten Splitterpartei voller Wirrköpfe eingebracht. Die Ablehnung ist hundertprozentig sicher, höchstwahrscheinlich sogar mit den Stimmen aller restlichen Stadträte. Ich verstehe gar nicht, warum ein ernsthaftes Medium wie der MDR auf solchen irrelevanten Blödsinn überhaupt eingeht.

    War denn bekannt, dass umfangreiche Notsicherungen laufen, wie es dort berichtet wird? "Eingebrochene Balken und Böden werden erneuert sowie das Dach repariert." Das ist ein ganz entscheidender Schritt, den viele andere Denkmäler auch nötig hätten, und durch die getätigten Investitionen vor allem auch ein Versprechen für die Zukunft.

    Der Plan ein zentrales Stasi-Unterlagen-Archiv in Leipzig zu haben, wurde vor allem von der Chemnitzer Seite erheblich angegangen und man dachte der dortige Neubau würde die Einrichtung im Erzgebirge manifestieren. Das ist, zum Glück, gescheitert.

    Chemnitz liegt nicht im Erzgebirge! Im sanierten Chemnitzer Gebäude ist die Stasi-Unterlagenbehörde übrigens nur Mieter, was die Verlegung in etlichen Jahren nachvollziehbarer macht. Eine produktivere Nachnutzung des dank der Mieteinnahmen hergerichteten Gebäudes dürfte sich an dem Standort schon finden lassen.

    Darin steht, dass die Kosten nach neuen Untersuchungen jetzt auf 34 anstatt 16 Millionen Euro geschätzt werden. Da das zur Zeit nicht abgesichert werden kann, will die Stadt jetzt „Alternativen überprüfen“. Vielleicht wird dabei auch der Standort am Brühl noch einmal in Betracht gezogen.

    Der Witz ist, dass OB Schulze laut Freier Presse (Link mit Bezahlschranke) tatsächlich etwas in die Richtung Neubau gesagt hat: „Dass die Alternative Neubau neu bewertet wird, ist nicht ausgeschlossen.“ Weil eine Sanierung 18 Millionen Euro teurer wird, denkt man über einen Neubau nach, der hunderte Millionen Euro kosten würde? Das lässt mich ernsthaft an Schulzes Eignung für das Amt zweifeln. Als wären 18 Millionen Euro bei einer Gesamtinvestitionssumme in etwa zehnfacher Höhe pro Haushaltsjahr eine unüberwindbare Hürde...

    Interessant sind die Aussagen zur Nutzung der Gebäude:


    - "Die Mehrheit der Wohnungen ist genutzt": Bei wohnen-in-chemnitz.de finde ich aktuell immerhin 12 leerstehende Wohnungen. Die Nettokaltmieten liegen bei 4,50 bis 6,15 €/m².


    - Der Altbau Karl-Liebknecht-Straße 19 steht "weitgehend" leer.


    - Die Gewerbeflächen sind von Vereinen und Organisationen genutzt, einziger kommerzieller Mieter ist ein Anbieter von Billigtextilien.


    Alles in allem also ein unsanierter Missstand, der bei diesem Mietniveau auch keine Renditeperle sein kann. Wenn die GGG als Tochter der Stadt irgendeinen städtebaulichen Anspruch hätte, hätte man hier schon längst die Neuvermietung eingestellt und über die übliche Fluktuation einen attraktiven Ersatzneubau in dieser absoluten Filetlage der Stadt vorbereitet. Für die Mieter der gewerblichen Flächen wäre das kein Problem, die hätten teilweise sogar in der Karl-Liebknecht-Straße 19 quasi vor Ort bleiben können.


    Für Stadt und GGG dürften solche Überlegungen aber völlig undenkbar sein. Die Plattenbauten werden weiter genutzt und irgendwann mal neu angestrichen werden. Dass es bei den heutigen Randbedingungen schwer wäre, einen Ersatzneubau trotz höherer Mieten wirtschaftlich darzustellen, ist nicht unwahrscheinlich, aber wenn man an diesem zentralen Ort eine echte Aufwertung hinbekäme, könnte die im Geld schwimmende 100-Prozent-Tochter der Stadt auch mal ein paar Euro draufzahlen. Die Auszahlungen an den Stadthaushalt sind bekanntlich völlig unabhängig von der Höhe des GGG-Gewinns.

    Man kann die Stadtverwaltung nicht aus der Schusslinie nehmen, weil der Großteil der Beschlussvorlagen des Stadtrates auf deren Vorlagen basieren, und die Verwaltung auch sonst schon wegen ihrer personellen Überzahl gegenüber den ehrenamtlichen Stadträten den Takt in allen Aspekten der Stadtverwaltung angibt. Aber selbstverständlich ist es absolut richtig, dass dem Stadtrat auch völliges Versagen vorzuwerfen ist, und das seit Jahrzehnten und über alle Parteien hinweg.

    Es ist eher ein allgemeiner Abriss zum Thema Nachverdichtung, ein echter Chemnitz-Bezug ist nicht zu erkennen. Es wird auch mit keinem Wort erwähnt, wie die Stadtverwaltung das überzeugende Konzept von Speer und Partner zur Nachverdichtung im Bereich Brühl / Mühlenstraße komplett ignoriert und teilweise regelrecht sabotiert hat.