Beiträge von lguenth1

    Interessant. Wobei die Gebäude an der Lassallestraße 11 zwar weniger bekannt als die Wanderer-Werke sind, aber im Denkmalwert ähnlich beachtlich, wie man auf dem Luftbild und den vielen Fotos von (dwt). sehen kann (die besten unten eingefügt). Sie dürften aufgrund der geringeren Etagenanzahl, besseren Substanz und dem nahegelegenen Bahnhof Siegmar sogar wesentlich leichter zu entwickeln sein. Das oben Gesagte über das nötige Engagement gälte deshalb unverändert. Dass ausgerechnet das Kulturhaus schon 2004 abgebrochen wurde, spricht Bände über die damalige Unkultur in der Stadt.


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    Anzumerken wäre noch, dass es gelungen ist, den Spielplan so zu gestalten, dass das DFB-Team mindestens bis zum Finale ausschließlich im Westen spielt und das letzte Spiel in Leipzig nur im PAY-TV zu sehen sein wird.

    Und zwar ganz bewusst und sinnvollerweise:


    "So wurden bei der Wahl der Spielorte laut DFB und UEFA anhand der geographischen Lage drei Cluster gebildet (Nord/Nordost, West und Süd). Auf diese Weise werden in der Gruppenphase die Reiseaktivitäten der Teams reduziert, sodass Kurzstreckentransfers mit Bus und Bahn möglich sind." (SPORTBUZZER, 2023)

    Die Leipziger Energieversorgung soll zukünftig zu großen Teilen mit Abwärme aus Leuna erfolgen (Freie Presse in Kurzform, Stadtwerke ausführlicher). Es soll eine Trasse bis nach Kulkwitz gebaut werden, so dass dann Wärme für 100.000 Haushalte ins bestehende Netz eingespeist werden kann. Das Unternehmen Total Energies will nach eigenen Angaben 68 Millionen Euro investieren, der Bund hat schon eine Förderung in Höhe von 27 Millionen Euro bewilligt, und für die Trasse gibt es noch einmal 70 Millionen Euro. Baustart soll 2025 sein, Fertigstellung 2028. Darauf hätte man auch mal eher kommen können.

    Kleiner Hinweis zum Addiermaschinenwerk: Erst 2022 waren Pläne bekanntgewordenen, dass der Eigentümer Rock Immobilien GmbH dort einen Umbau in Wohn- und Gewerbeflächen vorhat.


    Dass man laut der Kleinanzeige die Wanderer-Werke für überschaubare zwei Millionen Euro kaufen kann, ist allerdings eigentlich eine Mega-Schlagzeile, die das bestimmende Stadtgespräch sein müsste. Normalerweise müsste ich mich jetzt an alle Medien und Stadtratsfraktionen wenden und zu mutigem Handeln von Verwaltung und Stadtrat aufrufen, um keinesfalls die einmalige Chance zum Erwerb des überragend wichtigen Kulturdenkmals verstreichen zu lassen und mit viel bürgerschaftlichem Engagement und Unterstützung der GGG eine Entwicklung zu ermöglichen.


    Nur schade, dass ich dazu viel zu desillusioniert bin, auch nur einem von den Genannten die geringsten Bemühungen für die Stadtentwicklung zuzutrauen. Wie immer wird es auf Immobilienspekulation und Verfall hinauslaufen, was ich längst begriffen habe und schulterzuckend und frustriert hinnehme.

    Neben der Erreichbarkeit für die ausländischen Fans ist auch die Stadiongröße wichtig für ein internationales Turnier mit unbegrenzter Nachfrage. Bei beiden Aspekten schneidet Leipzig am schlechtesten von allen Spielorten ab. Und da geht es nicht um die Einnahmen, sondern darum, so vielen Menschen wie möglich das Stadionerlebnis zu ermöglichen.

    Die Freie Presse berichtet über den zur Wohnnutzung fast fertiggestellten Kulturpalast - zwar hinter einer Paywall, aber den Link sollte man auf jeden Fall anklicken, weil das Bild den Wohn- und Kochbereich einer Wohnung zeigt (und nicht den Eingangsbereich des Weißen Hauses, wie man vermuten könnte). Alle Wohnungen sind bereits zu Preisen zwischen 4500 und 5000 Euro pro Quadratmeter verkauft. Die drei Neubauten werden bis Ende 2025 fertig sein

    Meine Meinung zu den Gegenargumenten:


    - "lieblos-triste, architektonisch nicht gefallende Halle": Möglich, wobei es mal interessant wäre, ob es deutsche Architekten irgendwo geschafft haben, eine architektonisch ansprechende Sport-, Messe- oder Sonstwashalle umzusetzen. Aber dann wäre der angedachte Standort dafür ideal, weil eine hässliche Halle nirgendwo so gut versteckt wäre wie hinter der Parteifalte.


    - Kein Bedarf mehr wegen eines Abstiegs: Aus der BBL mit ihren 18 Teams steigen nur 2 Mannschaften ab. Und ich garantiere, dass die Niners dazu in den nächsten 10 Jahren nicht gehören werden. Selbst eine Mannschaft aus dem Provinzstädtchen Weißenfels kann sich seit Ewigkeiten in der BBL halten.


    - Parkhaus/Tiefgarage: Was wäre daran so schlimm (speziell an einer Tiefgarage unter der Halle)? Zumal ich dort noch auf etwas Vernunft hoffe, weil das nicht ansatzweise nötig ist - es gibt genug Parkmöglichkeiten in der Innenstadt, und selbst wenn nicht, könnte man an Spieltagen einen Busshuttle von den riesigen Messeparkplätzen einrichten, der nur acht Minuten unterwegs wäre (wurde auch schon beim Fußball-Sachsenpokalderby gemacht). Da scheint der Stadtverwaltung mal wieder jegliche Phantasie zu fehlen, was fast peinlich ist.


    - Basketball ist doof: Das stimmt allerdings.

    Die Antwort auf eine Ratsanfrage der Grünen (Link) zur möglichen neuen Niners-Halle liefert folgende Erkenntnisse:


    - "Das Baudezernat hat in Zusammenarbeit mit den Fachämtern - Stadtplanungsamt, Tiefbauamt und Umweltamt - 12 potentielle Standorte innerhalb des Stadtgebietes untersucht. Im Ergebnis haben sich 7 Standorte als geeignet erwiesen [Anm.: nicht genannt]. Diese wurden innerhalb der Stadtverwaltung diskutiert und der Geschäftsführung der Niners Chemnitz GmbH vorgestellt. Aus dieser Diskussion ist der Standort zwischen dem Verwaltungsgebäude des Freistaats und den Kunstsammlungen als der favorisierte Standort hervorgegangen."


    - "Im Januar wurde eine Beantragung von Fördermitteln im Programm „Besondere regionale Initiativen“ beim Freistaat zur Umsetzung einer entsprechenden Machbarkeitsstudie eingereicht. Mit dem Fördervolumen von 200.000 € soll eine Machbarkeitsstudie beauftragt werden, die bis Frühjahr 2025 aufzeigen soll, wie ein entsprechendes Bauvolumen auf dem Gelände angeordnet werden kann. Teil der Studie wird auch eine verkehrsplanerische und schallschutztechnische Untersuchung sein. Die Eigenmittel von 40.000 € sind aus dem laufenden städtischen Haushalt zu finanzieren."


    - "...Es ist gleichwohl davon auszugehen, dass an dem Standort ein Parkhaus oder eine Tiefgarage errichtet werden muss. Ein detailliertes Erschließungskonzept hat mit der Planung zu erfolgen."


    - "Zu beachten ist, dass eine besondere Architektur, die i. d. R. über Architekturwettbewerbe oder besondere Auflagen in anderen Ausschreibungsverfahren ermittelt wird, im Planungsverfahren einen separaten Baustein darstellt, für den mehrere Monate zusätzliche Zeit einkalkuliert werden müssen."


    --> Diese Formulierung lässt leider befürchten, dass man sich schon Ausreden gegen eine "besondere Architektur" zurechtlegt.

    Es ist aber auch zu kurz gesprungen, im historischen Vergleich nur die gestiegene Anzahl der Wohnungen zu betrachten. Denn die Wohnfläche pro Person ist in den letzten 100 Jahren extrem gestiegen, was wiederum die benötigte Zahl von Wohnungen nach oben treibt.

    Wobei der reine Vergleich von Anstieg der Einwohnerzahl und Entwicklung des Wohnungsbestandes irreführend ist, weil Leipzig 2010 noch einen beachtlichen Leerstand hatte. Und wenn im Wohnungsbestand auch die damals nicht marktaktiven Wohnungen enthalten waren, die seitdem massiv saniert wurden, wird es noch weniger verwunderlich.

    Wenn hier massiv gegen S21 gewettert wird, muss ich ganz kurz mal die Gegenmeinung einbringen, dass der Widerstand dagegen mal wieder typisch deutsch ist. Nach der Eröffnung werden sich alle fragen, warum der jahrelang von den Gegnern prophezeite Weltuntergang schon wieder nicht eingetreten ist. Gegenüber dem Kopfbahnhof ist das ein Riesenfortschritt (und damit ist vielleicht halbwegs wieder ein Leipzig-Bezug hergestellt). Mit der Darstellung beider Positionen sollte man die Diskussion hier aber wirklich beenden.

    Die Beschlussvorlage für die Änderung des Aufstellungsbeschlusses des Bebauungsplanes ist jetzt veröffentlicht und ziemlich unspektakulär, es findet nur eine Ergänzung eines möglichen Planungszieles "Sonstigen Sondergebiet Multifunktionsarena (§ 11 BauNVO)" statt. Zumindest in die Wortwahl "Multifunktionsarena" kann man hineininterpretieren, dass man wie schon den Presseberichten zu entnehmen breitere Nutzungen plant, sonst hätte man es auch "Basketballhalle" nennen können.

    Die MHPArena beweist zwar die Möglichkeit einer platzsparenden Integration, ist optisch aber ein Alptraum. Ich bin echt gespannt auf den ersten Entwurf, eventuell auch die ersten Entwürfe in einem Architekturwettbewerb,

    arnold versucht hier krampfhaft das Schreckensszenario einer Halle zu skizzieren, die durch riesige Stellplatzflächen, kilometerlange Sicherheitszäune und gigantische Evakuierungs- und Anfahrtszonen ein abgeschotteter Fremdkörper mit riesigem Platzbedarf sein muss. Das Beispiel zeigt, dass es architektonisch auch möglich ist, einfach ein paar abschließbare Türen vorzusehen und direkt von einem Gehsteig in die Halle zu gehen. Warten wir mal auf die Vorstellung der deutschen Gesetze, die das konkret verhindern sollen.

    Es ist nicht Aufgabe der Niners, die C³ zu subventionieren, den Teil der Diskussion kann man damit beenden. Dass heutige Architektur fast immer abstoßend hässlich ist, lässt zwar tatsächlich befürchten, dass das auch für einen Hallenneubau gelten könnte - aber da es außer einer losen Idee noch überhaupt keine einzige Planung gibt, brauchen wir noch nicht über ungelegte Eier gackern. Der Vorschlag mit dem Architekturwettbewerb wurde schon in die öffentliche Debatte eingebracht, und jedes mögliche Ergebnis wird sich dann auch hier im Forum einer Bewertung stellen müssen (was beides irrelevant bleiben wird).


    Wenn Du Dinge wie die Stellplatzverordnung oder Kurvenradien diskutieren willst, wäre es an Dir, die gesetzlichen Vorgaben zusammenzutragen und damit zur Debatte zu stellen. Oder sollen wir uns Deine Bedenken selbst zusammensuchen?


    Ich konnte mich bspw. bei der Milli Gimnastika Arenası in Baku selbst davon überzeugen, dass man eine Halle mit 9000 Plätzen sehr wohl ansprechend gestalten und ins Umfeld integrieren kann. Zumindest theoretisch würde das auch in Deutschland funktionieren (vielleicht ohne deutsche Architekten?).

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    Quelle: Wikipedia, Lizenz CC BY 4.0 Deed

    Du kannst Deine Angriffe auf den Ministerpräsidenten wieder einstellen (zumindest aus dem Anlass), dazu hat piTTi schon alles erklärt.


    Weil kt_kb die Parkplatzsituation als unlösbare Hürde sieht: Das Problem existiert meines Erachtens gerade dort nicht. Für sehr viele Chemnitzer aus Zentrum, Kaßberg, Schloßchemnitz, Sonnenberg etc. wäre eine Halle in der Innenstadt sogar fußläufig erreichbar, für fast alle absolut perfekt mit dem ÖPNV. Dazu kommen noch viele Zug- und Busverbindungen ins Umland - besser könnte die Anbindung ans Bus, Straßenbahn und Schienennetz gar nicht sein. Der Modal Split wird sich ganz anders darstellen als in der Messe, wo ein extrem viel größerer prozentualer Anteil mit dem Auto hinfahren muss.


    Zudem sind die Termine in der Regel auch zu Zeiten, wo die vorhandenen Parkhäuser und Tiefgaragen im Zentrum nicht mehr für Shopping oder Berufsverkehr genutzt werden. Man würde hier somit keinerlei zusätzliche Infrastruktur benötigen und die Auslastung bestehender Anlagen steigern. Die Parkplatzsituation ist schon beim CFC auf dem Sonnenberg bei ausverkauften Spielen mit 15.000 Zuschauern kein echtes Problem - unter anderem durch die Nutzung der Sachsenallee-Parkplätze, und die wären auch die paar Meter die Straße der Nationen runter noch eine machbare Abstellmöglichkeit.


    Wie gesagt hielte ich den Schloßteich auch für eine relativ vergleichbare, möglicherweise sogar bessere Option, aber eine innenstadtnahe Halle finde ich aus städtebaulicher Sicht absolut zwingend. Sie wäre ein Bekenntnis zur europäischen Stadt, in der alle Lebensbereiche nebeneinander existieren und sich gegenseitig befruchten. Nichts wäre schlimmer als eine weitere kostenintensive Zersiedlung durch eine Auslagerung in irgendwelche Randbereiche, die dann nur mit dem Auto sinnvoll erreichbar sind (und wo man dann erst recht ewig im Stau steht).


    Vielleicht haben wir ja Glück, dass der Freistaat die Flächen hinter der Parteifalte endlich abgibt, die Halle trotzdem am Schloßteich gebaut wird, und dann die Stadt mit den sich bietenden Möglichkeiten eine große städtebauliche Neuordnung zwischen Brühl und Zentrum ermöglicht? Huch, jetzt habe ich kurz den Kontakt zur Chemnitzer Realität verloren.

    Natürlich kann und sollte man auch über andere (innenstadtnahe) Standorte nachdenken, der Schlossteich käme mir da auch als allererste Alternative in den Sinn. Und eine Wohnbebauung hätte es hinter der Parteifalte schon vor Jahren, wenn nicht gar Jahrzehnten geben müssen. Aber obwohl die Flächen dort schon immer in öffentlicher Hand sind, ist dort bisher was genau in diese Richtung passiert? Genau, überhaupt gar nichts. Deswegen glaube ich nicht mehr eine Sekunde daran, dass Stadt, Stadrat und die nach der Wende vorrangig als Totengräber der Stadt beschäftigte GGG dort jemals einen stadtplanerischen Gedanken entwicklen werden, um irgendetwas durch eine Wohnbebauung zum Positiven zu wenden. Siehe Plattenbausanierungen, siehe nicht verfolgtes Speer-Konzept, siehe Georgstraße. Den Flächentausch mit dem Freistaat, der jetzt hoffentlich stattfindet, hätte man auch schon lange durchführen können - hat man aber nicht, weil niemand irgendein Konzept für diese Stadt hat.