Beiträge von lguenth1

    Zur Info, dass im Freie-Presse-Artikel folgendes steht: "Sowohl städtische Straßenbahnen als auch Überlandstadtbahnen des Chemnitzer Modells und selbst Fahrzeuge des Güter- und Personenfernverkehrs können dort betreut, gewartet und instandgesetzt werden."


    Für die Fläche in Hilbersdorf gibt es einen im Sommer beschlossenen Bebauungsplan, dort ein Gewerbegebiet einzurichten. Das hätte natürlich nicht ausgeschlossen, dort den Betriebshof zu errichten, aber einige Nachteile und Risiken mit sich gebracht:


    - Die Flächen für den Betriebshof stünden nicht mehr für Gewerbeansiedlungen zur Verfügung.

    - Eigentümer ist eine private AG, von der man erst Flächen hätte erwerben müssen. Man hätte die also mit viel Geld dazu überreden müssen, und das wäre auch nicht von einer Tasche der öffentlichen Hand in die andere geflossen.

    - Ein Schienenanschluss hätte über eine der uralten Brücken über die Emilienstraße erfolgen müssen. Es dürfte kaum Zweifel daran geben, dass die ohne millionenteure Sanierung nicht mehr tragfähig sind.

    - Die Brache am Bahnhof bestünde weiter.


    Die Nachteile dieser Fläche überwiegen meines Erachtens deutlich, außerdem sollte man erst mal davon ausgehen, dass die beteiligten Experten zu qualifizierten und wohldurchdachten Ergebnissen gekommen sind. Ich fände es allerdings auch wünschenswert, wenn man die Variantenuntersuchungen veröffentlichen würde, aber in der Praxis würde sich das keine Handvoll Leute wirklich anschauen, und wahrscheinlich nicht einmal die, die wegen irgendeiner fehlenden Grünen Welle am lautesten schreien.


    waldkauz empfehle ich zum Thema SPNV-Investitionen eine Google-Suche nach "Nutzen-Kosten-Untersuchung", aber bitte mit anschließendem Lesen der gefundenen Ergebnisse. Ein grundlegendes Verständnis für Förderprogramme wäre auch nicht verkehrt.

    Da sind wir ähnlich bei der Ninershalle wieder bei der Frage der besten Flächennutzung. Es geht um eine seit Jahrzehnten ungenutzte Brachfläche, die zudem alles andere als "mitten im Zentrum" liegt. Wer einen Betriebshof als "Abstellgleise" sieht, sollte sich irgendwo mal bei einem Tag der offenen Tür anschauen, was dort alles an den Fahrzeugen gemacht wird. Und dass der am Hauptbahnhof optimal platziert ist, wo genau diese Fahrzeuge früh ihren Betrieb aufnehmen und abends beenden, erklärt sich von selbst. Zudem ergeben sich damit auch erst die angestrebten Möglichkeiten, diese Dienstleistung anderen Eisenbahnverkehrsunternehmen anzubieten, die ihre Fahrzeuge somit bestmöglich zuführen können. Wer die Diskussionen um die IC-Anbindung von Chemnitz verfolgt hat, könnte sich auch erinnern, dass die in Chemnitz fehlende Innenreinigungs- und WC-Anlage dort ein wesentliches Problem war (wobei man den Informationen nicht entnehmen kann, ob diese jetzt angekündigte Anlage auch von Fernverkehrsfahrzeugen genutzt werden können wird, aber so schlau wird man hoffentlich sein).


    Die Immobiliengiganten, die auf dieser Fläche hunderte Millionen Euro hätten investieren wollten und das der Stadt bisher nicht verraten haben, finden direkt daneben im Stadtteil Sonnenberg endlose Brachflächen und Baulücken, die sie problemlos mit hunderten Wohnungen zubauen können.

    Der geplante Eisenbahnbetriebshof für VMS und CVAG an der August-Bebel-Straße neben dem Hauptbahnhof wird ein Mega-Projekt, wie eine erste Visualisierung erkennen lässt (Tag24, zugehörige Pressemeldung mit Beschreibung des Vorhabens). Die Stadt hatte die Flächen 2014 für 642.800 Euro zur Entwicklung eines Gewerbegebietes gekauft, selbstverständlich hat sie dabei auf ganzer Linie versagt. Das eröffnet jetzt aber die Chance, sie für 1,1 Millionen Euro wieder abzugeben. Die Visualisierung lässt mit dem großen Dach sogar so etwas wie einen architektonischen Anspruch erkennen, wobei der Glaube an eine Umsetzung aber sehr schwer fällt.


    Die eingezeichnete Schienenanbindung Richtung August-Bebel-Straße sollte man nicht überbewerten, denn eine Umsetzung bis zur geplanten Betriebsaufnahme 2027 wäre völlig unmöglich. Das dürfte eher Zukunftsmusik für die irgendwann nach Ende unser aller Lebzeiten mal geplante und wenig sinnvoll erscheinende Stufe 3 des Chemnitzer Modells sein. Vermutlich gibt es eine weitere Zufahrt vom Hauptbahnhof zum Betriebshof.


    Ergänzung: Im Freie-Presse-Artikel gibt es eine andere Visualisierung ohne Dach und ohne Gleise zur August-Bebel-Straße, dafür mit einem Teilerhalt des Denkmalbestandes ("Die einstige Eilgutabfertigung aus dem Jahre 1884 soll erhalten und als Stellwerk sowie für Büro- und Lagerräume genutzt werden"). Man darf gespannt sein...

    Da man derzeit Käufer sucht, sollte es zulässig oder sogar gewünscht sein, ein paar Visualisierungen des geplanten Neubaus in der Kanalstraße 3 mit 35 Wohnungen zu zeigen. Erst mal die Ecke im Luftbild und per Streetview samt gezeigt, dort wäre ein Lückenschluss wirklich wichtig.


    Architektonisch finde ich das mit kleinen Abstrichen außergewöhnlich gut, über Neubauvorhaben braucht man in dieser Hinsicht sonst kaum ein Wort verlieren. Hoffen wir mal, dass sich das in Chemnitz bei den aktuellen Baukosten wirklich realisieren lässt.

    wohnquartier-pleissenbach-chemnitz-eckansicht.jpg


    wohnquartier-pleissenbach-chemnitz.jpg


    wohnquartier-pleissenbach-chemnitz-front-1024x576.jpg


    wohnquartier-pleissenbach-chemnitz-garten.jpg

    Quelle: Atriumbau

    Für die überwiegende Mehrheit der Menschen ist die Straßeninfrastruktur entscheidend. Und Ich meckere zwar auch immer über die bisher nur vorgetäuschten Reaktivierungsbemühungen der sächsischen Staatsregierung, aber Sachsen hat immer noch ein sehr dichtes Schienennetz, in dessen Bestand massiv investiert werden wird (Ausbau Chemnitz-Leipzig, laufende Investitionen in die Strecke nach Franken sowie Leipzig-Dresden, Neubau Dresden-Prag, Ausbau Cottbus-Görlitz, Oberleitungsinselanlagen im Erzgebirgsnetz, und da ist mir bestimmt noch lange nicht alles eingefallen). Zudem gibt es noch intensive Bemühungen im Nahverkehr wie bspw. weitere Ausbauten im Chemnitzer Modell.


    Das sind etliche Milliarden Euro, die in den nächsten 10 bis 20 Jahren in das sächsische Netz fließen werden. Ich würde aber sofort unterschreiben, dass deshalb lokal wirksame Maßnahmen wie die Reaktivierungen zwischen Meißen und Döbeln, nach Pockau, Brandis oder Rochlitz keinesfalls unter den Tisch fallen dürfen.

    Dazu gibt ein weiterer FP-Artikel Aufklärung: Beantragt war der Abriss der Brücke über die Blankenburgstraße („Schönherrbrücke“) bis zum einstigen Kohleentladebunker, einschließlich aller Einrichtungen bis zum Kraftwerk (Google Maps). Dass es keine Alternative gibt, erklärt sich von selbst, weil für die Neubauten große Flächen mit Anschluss an die Energie- und Fernwärmenetze benötigt werden. Man kann ja auch gerne mal ausprobieren, wie der Bau einer Klärschlammverbrennungsanlage an anderen Standorten im Stadtgebiet bei der dortigen Wohnbevölkerung ankommt (falls es solche Standorte überhaupt geben sollte).

    Mal wieder eine Meldung, die mich wahnsinnig werden lässt: Das Landesdenkmalamt hat der Stadt Chemnitz untersagt, Abrissarbeiten im Heizkraftwerk Nord zu genehmigen, weil es das Braunkohlekraftwerk unter Denkmalschutz stellen will - und zwar nicht nur die hässliche Esse (Freie Presse mit Bezahlschranke). Dadurch wird das Energieunternehmen eins daran gehindert, dort Pläne für den Bau von Kraftwerken zur Verbrennung von Restmüll und Klärschlamm umzusetzen, die den kommunalen Miteigentümern dringend benötigte finanzielle Mittel erwirtschaften würden. Und Chemnitz wird eine riesige Industriebrache ans Bein gebunden werden, die jetzt jahrzehntelang verrotten muss, bevor ein Abriss möglich sein wird. Die gleiche Behörde hatte keinerlei Bedenken, jahrelang den Abriss von etlichen denkmalgeschützten und leicht sanier- und nutzbaren Wohngebäuden in allerbesten Lagen zu genehmigen, der unheilbare Wunden in die Stadt geschlagen hat.


    Ein Wunder, dass immerhin der Abriss des 225 Meter hohen Altchemnitzer Schornsteins begonnen werden durfte (Freie Presse mit Bezahlschranke).

    Nach der Definition des Oxford Living Dictionary ist Whataboutism „die Technik oder Praxis, auf eine Anschuldigung oder eine schwierige Frage mit einer Gegenfrage zu antworten oder ein anderes Thema aufzugreifen". Wenn der Putin-Faschismus in Russland 80 Jahre in der Vergangenheit liegt, wird auch Volga-Dnepr nicht mehr unter Sanktionen stehen.

    So hart das für ländliche Regionen ist: größere personalintensive Ansiedlungen wird es in dünn besiedelten Räumen einfach nicht mehr geben.

    Das ist mal wieder eine Leipzig-zentrierte Sichtweise. Selbst im angeblich so abgelegenen Weißwasser hat das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle keine Probleme gehabt, 300 Stellen zu besetzen (Link). Und auch dort wird das Offensichtliche genannt: Sachsen ist infrastrukturell so gut erschlossen, dass man problemlos in einer Großstadt leben und auf den Arbeitsplatz in einer ländlichen Gegend pendeln kann, solche Leute kenne ich selbst genug.

    Volga-Dnepr steht aus guten Gründen unter US- und EU-Sanktionen. Da ist ganz sicher nicht Deutschland das Problem, sondern deren Unterstützung des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges.

    Würde statt Merz/Linnemann Hendrik Wüst oder Daniel Günther an der CDU-Spitze stehen, die Umfragewerte wären locker bei 45% und die der Nazis bei vllt 10%. Merz/Linnemann schieben ca 10-15% CDU-Potenzial den Nazis und anderen rechten Splitterparteien zu.

    Als Wissenschaftler kannst Du diese Mondzahlen doch sicherlich sauber belegen, oder? Spätestens dann würde die CDU sicherlich auf einen der beiden Superstars zurückgreifen und sich mit offensichtlich hundertprozentiger Sicherheit die absolute Mehrheit im Bund verschaffen. Komischerweise hat Wüst sogar in NRW nur 35 % bei der Landtagswahl geholt, und auch der außerhalb seines Bundeslandes ziemlich unbekannte Günther hat noch nicht einmal dort die 45 % erreicht. Übrigens haben auch Wüst und Günther zu Abschiebungen nach Afghanistan aufgerufen...

    Verstehe, dann muss ich mir wohl schon eine CDU-BSW-Koalition offensichtlich so in etwa vorstellen wie eine Regierung aus NSDAP und Roten Khmer. Wer Merz und Linnemann lieber "aus dem Verkehr" gezogen sehen würde und jegliche politische Sichtweisen außerhalb seiner eigenen Überzeugungen verteufelt, kommt nicht unbedingt als Aushängeschild der freiheitlich-demokratischen Grundordnung herüber. Das Tolle ist, dass Du Dich noch Jahrzehnte in unpassenden historischen Analogien und extremistischem Alarmismus suhlen können wirst, ohne dass sich irgendetwas am Lauf der Welt geändert haben wird. Viel Spaß dabei.

    Wenn man sich mal mit den Fakten beschäftigt, ist die Panikmache schon ziemlich übertrieben. Laut den Wahlprognosen ist das einzige Szenario für einen AfD-Ministerpräsidenten eine Koalition mit dem BSW. Es ist laut den aktuellen Prognosen extrem unwahrscheinlich, dass die zusammen eine Mehrheit erreichen, wobei das durchaus mit einigen Unsicherheiten verbunden ist (möglicher Solingen-Effekt, eher unwahrscheinliches Unterschreiten der 5-Prozent-Hürde durch SPD und Grüne, denkbares Einziehen von Grünen und Linken über die nur zwei Direktmandate erfordernde Grundmandatsklausel). Aber selbst dann müsste sich das BSW gegen ein unvermeidliches Angebot des voraussichtlichen Wahlsiegers CDU entscheiden, um eine wahrscheinlich instabile Koalition als Steigbügelhalter der AfD einzugehen, mit einer allerhöchstens winzigen Mehrheit im Landtag. Ob es ideologische Differenzen zwischen AfD und BSW gibt, wage ich nicht zu beurteilen, da müsste man mal in Moskau nachfragen.


    Und selbst wenn: Die Länderregierungen tun zwar immer, als wären sie wahnsinnig wichtig, haben aber keinerlei Einfluss auf die hier genannten Sorgen. Europa- und Bundesrecht geht vor und lässt den Landesregierungen nur minimale Gestaltungsmöglichkeiten. Falls sich noch jemand an den AfD-Landrat von Sonneberg erinnern kann: Der ist bis über beide Ohren mit Problemchen wie dem Bau von Stützwänden beschäftigt, während im Kreis Sonneberg alles unverändert wie vorher läuft. Und als Ministerpräsident ist man nur ein Landrat deluxe.

    Die Betreiberin ist laut einem anderen FP-Artikel übrigens auch Besitzerin eines kleinen Grundstücks hinter der Parteifalte (offensichtlich dieses hier mit dem Baumbewuchs), welches vermutlich benötigt werden würde, wenn dort wirklich die Multifunktionshalle gebaut werden wird. Es kann sicherlich nicht schaden, wenn man dort ggf. mit einer Chemnitzer Einwohnerin verhandeln kann.


    Allerdings zeigt die Karte im Artikel auch einen alten Stadtplan der Vorkriegsbebauung, wo damals dort der Antonplatz war. Wenn man das sieht, muss man schon einigen Schreibern hier recht geben, dass eine kleinteilige Neubebauung des Gebiets viel besser wäre. Dass die Flächen weitgehend im Eigentum der öffentlichen Hand sind, sollte das eigentlich zum sofort umsetzbaren Selbstläufer machen, in Sachsen und Chemnitz mit seinen unfähigen Politikern ist es aber stattdessen leider der größtmögliche Bremsklotz.

    Am Donnerstag soll eine Absichtserklärung zur Sporthalle der Niners unterzeichnet werden. Mal sehen, ob das mehr als eine Wahlkampfveranstaltung wird: "Absichtserklärung" hört sich ziemlich nach Schall und Rauch an...

    Quelle

    Ja, ich weiß, es geht um Leipzig, aber das kann ich nicht unkommentiert stehenlassen. Das Chemnitzer Sportforum ist höchstens ein paar hundert Meter weiter von der Innenstadt entfernt als das Leipziger und steht mit der Kombination aus Olympiastützpunkt, Sportgymnasium und -oberschule sowie einer immensen Vielfalt von Trainingsstätten für den Spitzensport (siehe hier) dem Leipziger nicht nach, eher im Gegenteil. Es stört mich einfach, wenn Kretzschmer und Co das in ihrer Ignoranz gegenüber Südwestsachsen entweder gar nicht wissen oder im Wahlkampfauftritt in Leipzig bewusst verschweigen. Dass man das als Leipziger nicht weiß, ist geschenkt, aber "für Chemnitz eine große Dimension" ist bei der Vielzahl der in Chemnitz trainierenden Olympioniken und Kaderathleten aus ganz Deutschland schon ziemlich harter Tobak.

    Was konkret geplant zu sein, aber noch von Bundesfördermitteln abhängig zu sein scheint:


    "Um auf internationalem Parkett weiter bestehen zu können, sollen die Quarterback Immobilien Arena erweitert und ein Parkhaus sowie auf der Nordanlage des Sportforums ein Multifunktionsgebäude neu gebaut werden. Der große Fundus, über den Leipzig in Bezug auf die deutsche Sporthistorie verfügt, soll in einem Sportmuseum am Standort des ehemaligen Schwimmstadions Besucher aus nah und fern begeistern. Darüber hinaus ist auch der Bau einer neuen Sporthalle im Umfeld geplant."


    Auf weitere Details darf man gespannt sein.


    P.S.: Mit dem Satz "Das städtebaulich kompakte Areal Sportforum Leipzig, nahe der Innenstadt gelegen und gut durch den öffentlichen Nahverkehr erschlossen, ist ein internationales Alleinstellungsmerkmal für die Stadt..." bin ich nicht einverstanden. Das Chemnitzer Sportforum sollten die Herausgeber der Pressemeldung schon kennen.