Ob du nun ein Haus, ein Auto, ein Handy, einen Stuhl, eine Tasse, eine Jacke whatever gestaltest ist doch Wumpe. Von wegen Kultur.
Beiträge von Chandler
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Es ist egal. Wenn mir ein Bild von der Wand fällt, das Handy runterfällt, ein Meteor aufs Auto fällt usw. kaufe ich mir eben ein anderes. Würde ein Erdbeben mein Haus dem Erdboden gleich machen würde ich doch auch nicht das gleiche Haus noch einmal bauen sondern ein anderes Haus.
Was soll denn das mit Taliban zu tun haben? Kultur bezieht sich wohl ursprünglich auf den Nutzpflanzenanbau und bedeutete wohl später "nachmachen was die anderen gemacht machen". Heute geht es bei Kultur eher darum immer neue Variationen, immer neue Ideen zu zeigen. Die Bedeutung des Begriffs hat sich mit der Zeit geändert - so wie sich alles ändert. Würde man ewig nachmachen was bisher gemacht wurde gäbe es Stillstand. Das mag manchmal erstrebenswert erscheinen geht aber letztlich sowieso nicht.
Die Taliban wollen wohl auch Stillstand. Alles soll so sein wie zur Zeit des Propheten und auf ewig so bleiben oder so.
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Ja nun, wenn der alte Kram seit vielen Jahrzehnten (warum auch immer) weg ist kann man ja was anderen Neues machen. Es gibt doch keinen Grund den alten Sachen (die man eh noch nie gesehen hat) nachzutrauern und sie nachmachen machen wollen. Wie nervig es ist die Dinge ewig zu wiederholen sieht man doch an diesem Thread.
Also es ist doch für eine Neugestaltung völlig egal weshalb die alten Gebäude vor vielen Jahrzehnten abgerissen wurden. Ja es ist sogar egal ob überhaupt schon einmal Gebäude dort standen und wie sie aussahen. Was soll denn das für eine Rolle spielen? Wenn ich eine Tafel abwische und neu beschreibe ist es doch auch egal was in der letzten Stunde darauf geschrieben wurde oder gestern, letzte Woche, letzten Monat, letztes Jahr, vor 100 Jahren.
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Für die Erweiterung des Band des Bundes werden nahe dem Bahnhof Friedrichstraße Gebäude abgerissen. Die Platten der Plattenbauten werden nicht zertrümmert sondern sorgfältig abgestellt und im Ganzen abtransportiert. Vielleicht werden sie wiederverwendet und andernorts wieder aufgebaut.
Plattenbauabriss by Berlin_Nex, on Flickr
Abriss-Band-des-Bundes 2 by Berlin_Nex, on Flickr
eigene Bilder
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Für den letzten Neubau in der Süd-Westecke wurde jetzt eine Musterfassade aufgestellt. Das Material sieht genauso aus wie an den Gebäuden nebenan.
Musterfassade by Berlin_Nex, on Flickr
Baustelle1200 by Berlin_Nex, on Flickr
eigenes BildVor dem Kennedyhaus steht jetzt ein überlebensgroßer Hoschi mit wehender Krawatte.
Hoschi by Berlin_Nex, on Flickr
eigenes Bild -
Oranien
Meines Wissens ist der Konsens, dass eine soziale Durchmischung der Stadtviertel optimal wäre. In München ist man etwa Stolz auf die sogenannte "Münchner Mischung" die dabei hilft keine sozialen Brennpunkte entstehen zu lassen. Ein Drittel der Wohnungen eines Stadtteils sind frei finanzierte Mietwohnungen, ein Drittel Eigentumswohnungen, ein Drittel wird sozial gefördert.Davon, dass es einen globalen Konsens gäbe alle Geringverdiener in unwirtlichen Stadtrandvierteln zu konzentrieren sei der richtige Weg habe ich noch nie gehört.
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Das ist wohl Metaphysik. Der Fluch der Vergangenheit lastet ewig auf Grundstücken und überträgt die Identitäten der Toten der vergangenen Jahrhunderte immer wieder auf die Neugeborenen. Und deshalb müssen die alten Gebäude immer wieder hergestellt werden sonst drohen Unglück und Verderben durch die Geister der verstorbenen Könige. Oder so. -
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Die Idee die Blickachse zwischen Fernsehturm und Schloss durch eine Randbebauung zu betonen ist ja sehr naheliegend und wurde hier auch schon häufiger diskutiert.Viele Traditionalisten mögen es aber nicht weil es dann nicht "wie früher" wäre, weil es den DDR-Fernsehturm und die DDR-Stadtplanung aufwerten würde, weil die Ostfassade des Humboldtforums relativ schlicht gestaltet ist und es keine Fußgängerbrücke über die Spree gibt, weil eine symmetrische, parallele Bebauung irgendwie (DDR) totalitär wäre. Hätten es die alten Preußen schon so gemacht wäre es natürlich toll und voll in Ordnung, müsste wieder hergestellt werden... . Naja, usw.
Rotes Rathaus und Marienkirche heben die strenge Symmetrie auf und sind vermutlich auch ein Grund für die zweite vordere Reihe mit kleineren Klötzchen im Entwurfsbild. Wobei so ja auch eine aufsteigende Reihe zur den größeren Blöcken und den hohen Scheibenhäusern dahinter entstehen würde.
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Das ist alles andere als Quatsch denn Häuser, Wohnungen, Möbel sind natürlich auch Produkte für die es unterschiedliche Zielgruppen gibt.
Das "Humboldtforum" wird quasi ans Volk als Kunde verkauft was das Problem aufwirft, dass das Volk keine homogene Zielgruppe bildet. Deswegen die unterschiedlichen Meinungen und der Konflikt über das Gebäude.
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Die Frage ist erst einmal, wer und wo sind diese erwähnten "Traditionalisten"? .....
Aus der Perspektive der Marktforscher wird das z.B. von Sigma und Sinus usw. aufgeschlüsselt und Produktvorlieben inklusive Architektur und Möbeln zugeordnet.
Bei Sigma ist es auch schön bebildert.
"Traditionelles bürgerliches Milieu"
http://www.sigma-online.com/de…el_Buergerliches_Milieu/#"Etabliertes Milieu"
http://www.sigma-online.com/de…many/Etabliertes_Milieu/#Im Gegensatz dazu stehen die anderen (Produkt)-Lebenswelten
"Liberal-Intellektuelles Milieu"
http://www.sigma-online.com/de…Intellektuelles_Milieu_/#"Postmodernes Milieu"
http://www.sigma-online.com/de…ny/Postmodernes_Milieu_/#Übersichtsdarstellungen
http://www.sigma-online.com/de…SIGMA_Milieus_in_Germany/
http://www.sinus-institut.de/loesungen/sinus-milieus.html -
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Wird wohl daran liegen, dass der Begriff "Rathausforum" nur vom Senat für Stadtentwicklung und Stadtplanern benutzt wird und sonst niemand seine Fotos der Stelle so benennt.Erstens ist die These, Städte hätten eine "Natur" arg fatalistisch und fragwürdig.
Zweitens trifft die fortwährende Veränderung auch auf viele andere Städte zu. Das Verdikt Schefflers Berlin müsse "immerfort werden" und dürfe "nicht sein" halte ich für Zeitgeist (1910) und in der Sache falsch. .....
Verwender von "organisch gewachsene Altstadt" versuchen auch den Eindruck zu erwecken als seien Straßen und Häuser früher wie Gras und Bäume gewachsen. Während sie heute nur noch von profanen Menschen geplant und gebaut werden.Wobei die vielen Baustellen in Berlin und die damit verbundene Veränderung des Stadtbildes auch aktuell bzw. seit der Wende als charakteristisch für die Stadt gesehen werden. Wenn irgendwelche Hollywoodstars während des Berlin Aufenthaltes gefragt werden wie ihnen die Stadt gefällt usw. erzählen sie das auch.
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Die Restauration der Hinterlassenschaften des Königreichs Preußen ist mir jetzt auch nicht sympathischer als die Hinterlassenschaften des Arbeiter und Bauernstaates einfach stehen zu lassen.
Außerdem würdest du doch eh alle Vorschläge ablehnen die nicht das alte Straßenraster wieder herstellen. Wozu also solche fordern. Die nächstliegendste Option ist die Sichtachse zwischen Fernsehturm und Humboldtforum zu nutzen und nur den Rand zu bebauen. In der Mitte dann eben Wiese, Bäume oder Wasser, Brunnen ect. So wie etwa auch bei Braunfels Vorschlag.
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Aber wir drehen uns mal wieder im Kreis - solange einfach ignoriert wird, dass die Richtschnur aller künftigen Architektur in der Berliner Innenstadt die seit Jahrunderten bestehende Stadtstruktur sein muss, brauchen wir garnicht über irgendwelche möglichen Reko-Zeitschichten zu philosophieren. Ist in meinen Augen sowieso nebensächlich.
Glücklicherweise können wir ja auch frei entscheiden und es muss überhaupt nicht so sein wie es früher mal war. Es gibt keine unumstößlichen göttlichen Vorschriften zur Wiederherstellung alter Grundrisse und Gebäude oder so etwas.
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Es gibt doch kaum etwas Unwichtigeres. Frag die Leute halt nach Orten die Heute bzw. in ihrem Leben als Treffpunkt, Ausgeh- oder Einkaufsmöglichkeiten usw. von Bedeutung sind.
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..... Ursächlich für den derzeitigen Handlungsbedarf sind eben weniger konkrete Gebäude, als viel mehr der grundsätzliche Verlust identitätsstiftender Strukturen.
Glaubst du wirklich, dass du irgendwie eine andere, bessere oder überhaupt eine Identität hättest wenn da noch die alten Häuser aus der Vorkriegszeit oder ähnliche Gebäude stünden.Wobei ich einschränkend sagen muss, dass ich nicht so recht weiß was hier oder generell mit Identität gemeint sein mag. Man kann sich ja nicht als Gebäudestruktur fühlen oder so etwas. Vielleicht habe ich auch wirklich keine Identität in deinem Sinne. Gebäude mit Wiedererkennungswert gibt es ja eigentlich genügend. Und auch andere Eigenschaften der Stadt - wie Regierungssitz, größte Stadt in Deutschland usw. also um sagen zu können dit is Berlin wa, oder so.
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Hausschwamm
Ich wollte keinerlei Schwanzvergleich machen und habe absichtlich London und Paris als Vergleich gewählt welche in der Regel auch für die Hotel- und Übernachtungsvergleichzahlen usw. gewählt werden. Weil die Länder Deutschland, Frankreich, England in Größe, Wohlstand, Geographie usw. halbwegs nahe beieinander liegen.Ich komme eigentlich aus Nordhessen und habe keinerlei lokalpatriotisches Interesse Berlin großartiger darzustellen als es ist. Soweit ich es beurteilen kann ist es aber wohl allein schon aufgrund der Größe auch der größte Anziehungspunkt für Kulturschaffende aller Art in Deutschland.
Die Film- und Schauspielbranche scheint mir als Außenstehender inzwischen schon relativ stark auf Berlin konzentriert zu sein. Da ist mir deine Ansicht es sei in diesem Bereich eher unbedeutend in Deutschland etwas rätselhaft. Natürlich sind viele Firmen der Branche die schon vor der Wende in München, Köln oder Hamburg saßen auch dort geblieben. Naja, egal.
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57% sind immer noch weiter unter dem Schnitt von Metropolen, wenn Berlin sein Flughafenproblem nicht löst wird das auch ein Prob für die Hotels.
In Berlin ist aber eh alles anders. Die Grundstückspreise, Löhne, Mieten und auch die Hotelzimmerpreise sind viel niedriger als in Paris, London, New York usw. - die Wäsche wird nach Polen gebracht und kommt mit den Frühstücksbrötchen zurückDas liegt letztlich alles daran, dass infolge von Krieg und Teilung Berlin Mitte zwar das politische und kulturelle aber nicht das wirtschaftliche und finanzielle Zentrum des Landes ist.
In London und Paris sind fast alle wichtigen Konzernzentralen und damit auch die Reichen und Spitzenverdiener des Landes in der Hauptstadt und deren Zentrum versammelt. Normales Volk kann sich die Innenstadtmieten dort gar nicht leisten und eben nur dort wohnen wenn sie die Wohnung geerbt haben. In Berlin ist neben der Politik wohl der Tourismus der wichtigste Wirtschaftszweig. Anscheinend ist es eben auch bei 50% Auslastung und relativ niedrigen Zimmerpreisen immer noch lukrativer hier Hotels zu bauen als Büros und Wohnungen.
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Die Zahl der Gäste und Übernachtungen steigt stetig und hat sich in den letzten 10 Jahren verdoppelt.
https://www.statistik-berlin-b…b=45005&creg=BBB&anzwer=6Daher kann auch mehr Ladenfläche unterhalten werden als es der reinen Einwohnerzahl entspräche. Einkaufsstraßen die nicht von Touristen frequentiert werden haben es wohl demenstprechend schwer.
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So wie sie es beschreibt wird es doch schon ewig gemacht. Wenn eine Häuserzeile relativ zeitnah gebaut wird so wird meist nur ein Thema variiert. War schon bei Fachwerkhauszeilen anno 1500 so.
Ich bin vorhin dort vorbei gegangen und man sieht ja deutlich die Ähnlichkeiten der beiden Hotels und des Kennedyhauses in Material und Gestaltungsmerkmalen. Sie passen jedenfalls optisch zusammen. Ob einem der Baustil gefällt ist dann wohl Geschmackssache.
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Naja, wenn die neue Wohnung dann 500€ mehr kostest und in der Pampa liegt hast du ja auch nicht viel davon. Wer weiß.
3 Jahre Bauzeit für den Neubau erscheinen mir doch recht viel. Es wird ja kein Hochhaus o.ä. Vielleicht dauert der Bau der Tiefgarage aber schon ein Jahr wegen des Grundwassers?