Beiträge von Chandler

    In Italien gibt es viele Stadt-Plätze ohne Begrünung die gemeinhin als schön gelten. Es erscheint mir auch wenig sinnvoll direkt vor den Hauptbahnhof eine Wiese zu säen da sie dort wohl nicht lange grün bliebe. Bäume direkt vor dem Bahnhof wird man vermutlich nicht planen da die freie Sicht auf den Bahnhof und aus dem Bahnhof heraus im Vordergrund stehen soll.


    An der Westseite des Platzes gibt es aber Rasen und Blattwerk.

    In der Tat nervt mich extrem, wie heute ein 'Bauhausstil' nachgemacht wird (was schon Gropius ablehnte): An allen Stadträndern breiten sich diese Einfamilienhaussiedlungen aus, in denen sich Kitsch aller Arten harmonisch zu Kitsch aller Arten gesellt; hervorstechend immer der Bauhauskitsch: kubisch,weiß verputzt, Flachdach.


    Eine bewusst schlichte und schmucklose Bauausführung als kitschig zu bezeichnen ist glaube ich schon recht unüblich. Also das Weglassen eines nicht notwendigen schmückenden Bauelements oder der Verzicht auf Farbe kann ja eigentlich nicht kitschig sein.


    Aber vielleicht habe ich auch nur die Ironie nicht verstanden.


    Was hat denn die Moderne an Sozialem zu bieten, das es nicht schon längst gibt?


    Es ging wohl seinerzeit darum von der beengten Hinterhofsituation mit einer Wohnküche für die ganze Familie und keinem eigenen Bad usw. wegzukommen.


    In den "modernen" Wohnungen gab es dann mehrere Zimmer, ein eigenes Bad in der Wohnung und eine Wiese vor dem Haus usw. evtl. sogar eine Zentralheizung mit zentraler Warmwasserversorgung usw.


    Die klassisch repräsentativ verzierte Straßenfassade war dafür dann auf der Prioritätenliste nicht mehr so hoch angesiedelt. Es ging durchaus um eine Rationalisierung, sowohl in Bezug auf eine kostenbewusste Bauausführung als auch hinsichtlich der Ausrichtung auf die Bedürfnisse der Bewohner.


    Also im Hinblick auf Wohnungen fürs einfache Volk und nicht für schon immer gut behauste wohlhabende Gesellschaftsschichten.


    ganz einfach. großstadt bedeutet auch anpassungswillen des einzelnen zum wohle der allgemeinheit, in dem fall städtbaulicher natur.
    wer aber jede noch so kleine persönl. vorliebe in die tat umgesetzt haben möchte und sich am liebsten seine umgebung zu 100% so gestalten will wie er es gern hätte, hat in einer 3,5 millionen stadt nichts verloren. punkt.
    .


    Die große Mehrheit der Beiträge hier im Forum dreht sich darum dass der jeweils Schreibende die Stadt nach seinen persönlichen Vorlieben gestaltet sehen möchte. Und zwar nicht nur seine persönliche Umgebung sondern auch die übrige Stadt.


    Damit es überzeugender klingt werden dann gern die persönlichen Vorlieben als unabdingbar für das "Wohl der Allgemeinheit" erklärt oder man behauptet einfach die Mehrheitsmeinung zu vertreten usw.. Oder man sagt alternativ dass die Mehrheitsmeinung in diesem Fall nicht zählen darf weil. usw. usf.


    Wichtig dabei ist aber immer die eigenen Interessen zu wahren.

    ....... albernen luxus-wehwehchen ........


    ....... hier wird weinerlich und verweichlicht rumgejammert wenn man sich durch den nachbar "optisch erdrückt fühlt". sorry das ist doch nur noch pervers....


    Hmm, Leute die nicht mal in der Nähe des Neubaues wohnen heulen hier herum weil ihnen die etwas zurück gesetzten Türme nicht mehr schön genug sind. Und gleichzeitig wird den Menschen die das Grundstück direkt gegenüber des Neubaues besitzen und evtl. auch bewohnen vorgeworfen deren ästhetische Ansprüche seien "alberne Luxus-Wewehchen" usw.


    An Selbstgerechtigkeit mangelt es euch ja zumindest nicht.

    ^^
    Allerdings finde ich die Hoffnungen die mit der Eröffnung des Flughafens verbunden werden ein wenig übertrieben. Es wird dabei so getan als sei Berlin bisher nicht per Flugzeug erreichbar gewesen. In Wirklichkeit gab es in den letzten 20 Jahren auch schon 3 Flughäfen in Berlin.

    Die Wohnkonzepte sprechen zwei verschiedene Gruppen an. Die einen, die Platz brauchen um sich zu verwirklichen (Platz für Kinder, Hobby, Ruhe, Garten) und die anderen, die ihre Freizeit hauptsächlich ausser Haus verbringen (und möglichst keine Kinder haben).


    Man könnte grob sagen, dass das eigene Haus in der Pampa hauptsächlich in der mittleren Lebensphase Vorteile bringt. Für junge und alte Menschen ist die Stadtwohnung in der Regel attraktiver.


    Die Kinder sind dabei der entscheidende Punkt. Wenn die ausbleiben .....


    Aber auch wenn Kinder vorhanden sind aber die Eltern zeitraubenden Jobs in der Stadt nachgehen und höchstens am Wochenende Zeit hätten sich um ein Grundstück zu kümmern ist es mit der Attraktivität des Landlebens nicht so weit her. Da wohnt dann bestenfalls die bezahlte Haushälterin mit im Haus und die Gartenbaufirma kümmert sich ums Grundstück.

    Natürlich kann jeder protestieren wie er will, es wäre sogar wünschenswert, wenn die Bevölkerung stärker aktiv in städtebauliche Planungen eingreift, allerdings sollte das zum richtigen Zeitpunkt geschehen, was wiederum überhaupt ein Interesse dafür voraussetzt. Leider kann man dieses generelle Missverhältnis in den letzten Jahren immer öfter beobachten, ob in Berlin, Leipzig, Stuttgart oder anderswo.


    Ich habe mal ein Uni-Seminar über Technikfolgenabschätzung besucht. Da wurde gelehrt, dass bei Projekten die 10, 20 oder noch mehr Jahre Planungsvorlauf haben eine gelungene Einbeziehung der später betroffenen Bürger in die Planungsphase recht unwahrscheinlich oder sogar unmöglich ist.


    Der Normalbürger hat wohl auch keinen Schimmer von den juristischen Feinheiten des Planungsrechts und wird aktiv wenn die Realisierung ansteht und nicht bei vagen Planungen Jahrzehnte im voraus. Sofern er zu diesem Zeitpunkt überhaupt schon dort lebte, volljährig war und plante noch zig Jahre dort zu leben usw..

    Philip K.
    Nunja, ich finde nicht, dass die Politikspekulationen deine Argumentation wirklich stützen. Es bringt wohl in jedem Politsystem Vorteile in einer günstigen gesellschaftlichen Position zu sein. Je größer die sozialen Unterschiede in der Gesellschaft sind um so spürbarer werden wohl die Privilegien sein.


    Außerdem gefallen dir die Wohnungen und die Wohngegend wohl nicht. Daher ist es ein wenig unlogisch den Bewohnern ihre Wohnungen zu neiden.


    Bei der aktuellen Fluglärmdiskussion über Zehlendorf u.ä. argumentieren auch einige in diesem leicht hämischen Politstil. Nur mit umgekehrter Pointe.

    Vertical
    Die etwas aufgelockerte Bebauung war ja sicherlich Absicht. Man wollte den Bewohnern wohl statt enger Hinterhöfe eine großzügiges Umfeld und eine weite Aussicht bieten.


    Wenn die Bewohner die Wohnungen gekauft haben wird ihnen das vermutlich auch gefallen. In sofern könnte man es dann ja auch so lassen oder nur niedrige Bauten an den Straßenrand setzen. Die "Klassikfreunde" hier legen ja meist viel Wert darauf die Intention der Architekten und Planer der vorhandenen Bebauung zu berücksichtigen. ;)


    Ich genieße glücklicherweise auch eine schicke weite Aussicht und kann daher schon nachvollziehen, dass man sich diese ungern verbauen lassen möchte. Letztlich werden wohl Juristen entscheiden ob und wie hoch dort gebaut wird. Naja.

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    Hmm, die "Moderne" in der Architektur hat sich wohl so ungefähr ab dem Ende des ersten Weltkrieges in Deutschland mehrheitlich durchgesetzt. Also grob gesagt die letzten 100 Jahre bis heute.


    Und aus deiner Sicht wird das heute nicht mehr anerkannt und die Menschen wünschen sich eine "vormoderne" Architektur zurück? Das mag ja auf viele (erstaunlich junge) Preußen- und Rekonstruktionsfans hier im Forum zutreffen aber ob man das so verallgemeinern kann?


    Die Architekten stehen so unter Druck.... ... Zumal Architekturqualität ("ich baue größere Räume, weil es mir gefällt", "ich baue ein Satteldach, weil ich es gut finde") in Deutschland nicht vermittelbar ist. ...


    "Wer bezahlt, bestimmt, was gespielt wird". Und es gibt grundsätzlich nur zwei Arten von Geld. Das Geld der anderen und das Eigene. Mit anderer Leute Geld geht man gern großzügiger um als mit dem Eigenen.


    Außerdem musst du berücksichtigen, dass deine geschmacklichen Vorlieben nicht von allen Menschen geteilt werden.

    ........., wirkt schon ziemlich langweilig. aber hauptsache historisch korrekt und so. :nono:
    da hätten sich doch landschaftsarchitekten mal so richtig austoben können und für aufenthaltsqualität sorgen können an einem platz der eh wenig gründe zum verweilen bietet.
    sieht jedenfalls fast so belanglos aus wie diese öde und ausgestorben wirkende grashügellandschaft zwischen potsdamer-platz und ubahnhof mendelssohn-bartholdy-park.


    Naja, die Leipziger Straße ist eine Hauptverkehrsstraße. Da kann man den Feinstaub schmecken. Daraus kann man keinen Park machen. Nach der Eröffnung des Shopping-Centers werden sich dort trotzdem einige Menschen vom Einkaufen ausruhen oder auf ihre Einkaufsbegleitung warten.


    Auf der besagten Grashügellandschaft zwischen Potsdamer-platz und U-Bahnhof Mendelssohn-Bartholdy-Park halten sich in der warmen Jahreshälfte schon recht viele Menschen auf. Man muss ja auch nicht jeden Platz mit möglichst vielen kommerziellen Straßencafe-Sitzplätzen säumen.

    Stattdessen werden wie verrückt moderne Grossprojekte hochgezogen, die meist eh viel teurer als geplant werden und zudem meistens auch die Kosten einer Rekonstruktion von historischen Gebäuden deutlich übertreffen.


    Was sind denn genau all die Großprojekte die "wie verrückt" geplant werden? Und, dass Rekonstruktionen billiger sein sollen als moderne Bauten ist doch recht unglaubwürdig. Dies erkennt man schon daran dass Investoren in der Regel relativ schmucklose moderne Bauten bevorzugen.



    Schade, dass Berlin nicht wie Dresden vorgeht und historische Leitbauten und Strukturen wieder rekonstruiert. ..........
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    Zum Beispiel wäre die Bauakademie mit Umfeld ein Bereich wo sich eine Rekonstruktion in meinen Augen Sinn machen würde.


    Finde ich immer noch traurig dass Berlin so viele Chancen auslässt.


    Hast du dir das Bild angesehen? Die Kirche steht noch. Das historische Museum auch. Die Kommandantur wurde rekonstruiert. Für die Bauakademie hat sich bis jetzt noch kein Investor oder Mäzen gefunden. Das Schloss soll ja nun vom Bund bezahlt werden. Der Rest sind wohl keine "Leitbauten" und würde die Bebauung auch arg verdichten.

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    Zumindest an dem Tag war sie nicht geöffnet. Ansonsten war es recht unspektakulär. Aus der Vogelperpektive betrachtet mag die schiere Größe ja recht beeindruckend sein. Aber als kleiner Fußgänger der vom Bahnhof aus hereintappt hat man keinen Überblick.


    Ich denke das Umfeld der Gebäude wird vermutlich auch in Berlin eine Betonwüste sein die eher für Parkhausfans interessant ist.

    Wird man denn als nichtfliegender Besucher auch einen Ausblick auf das Flugfeld haben? Ich bin in Frankfurt mal aus Langeweile zum Flughafen gefahren. Da gibt es nichts zu sehen. Eine leere Halle mit den Schaltern der Fluggesellschaften. Taugt nicht mal zum Sonntagseinkauf.

    Der "Boulevard-Berlin" Rohbau ist wohl bald fertiggestellt. Es wirkt wirklich riesig. An die bisher geschlossene Wand zum Karstadt hat man auch eine Schaufensterfassade angebaut. Werden da noch Druchbrüche erfolgen?