auch beim querdenken sollte die betonung auf denken liegen.
Ja und? Weil du deine Meinung hast, sind andere gleich weniger schlau, oder wie?
es liegt auf der hand, dass die vielen baulücken nie mehr mit geschosswohnungsbau (ob nun in traditioneller oder historisierender formensprache) gefüllt werden.
Was zu beweisen wäre. Bist du Hellseher? Aber egal, darum gehts mir hier mal nicht.
dies gelingt - wie bei allen experimenten - mal mehr, mal weniger.
Experiemente? Das klingt ja so, als wären die vielen unangepassten Stadthäuser Ausnahmen! Wie viele Jahre sollen diese Experimente noch andauern? Bis die ganze Stadt verschandelt ist, oder wie? Bis die Politik nicht mehr nur der Handlanger der Wirtschaft ist? Jeder normale Bürger sieht heute schon, dass da bei den meisten so gut wie gar nichts passt. Das hat weniger mit expermientieren zu tun, sondern mit Verstand von Städtebau und vor allem auch Respekt vor der Identität eines Stadtteils.
aber ich habe noch kein stadthaus gesehen, anstelle dessen man sich ein klassisches eigenheim von der grünen wiese gewünscht hätte.
Sinnloser Vergleich. Häuser auf der grünen Wiese besitzen auch so gut wie nie 3 oder 4 Stockwerke, sprich die Traufhöhe ist eine völlig andere. Brauchen sie auch nicht, da sie ja auf der grünen Wiese errichtet werden und nicht im historischen Kontext. Aber zumindest haben diese Häuser zumeist ein ordentliches Dach. Darauf wird bei Stadthäusern ja gern verzichtet, auch wenn in der Umgebung alle Häuser Dächer besitzen.
und erst recht gibt es kein stadthaus, bei dem die vorherige baulücke attraktiver gewesen ist.
Achso, diese Tatsache ist also der direkte Freifahrtschein, seinen (architektonischen und städtebaulichen) Verstand auszuschalten und einen Fremdkörper zu entwerfen/genehmigen? Oder gehört dieses Verhalten auch zum pragmatischen Realismus unserer Zeit dazu?
von einer abwertung der nachbarschaft durch stadthäuser kann deshalb überhaupt keine rede sein.
Wenn man seinen Verstand für Architektur und Städtebau ausschaltet und nur in Bevölkerungsstatistiken denkt, mag das gut sein. Aber sind wir hier nicht in einem Architekturforum? Für mich gehört schon noch beides zusammen.
jedes neue stadthaus, jede neue bevölkerungsstatistik beweist es.
Was du alles aus Statistiken herauslesen und für Abhängigkeiten und Zusammenhänge erkennen kannst...ist ja schier unglaublich.
Fehler nicht anzusprechen und zu erkennen, heißt noch lange nicht, dass sie nicht existent sind, und das angeblich alle mit der derzeitigen Enwicklung zufrieden wären. Eine Befragung aller Leipziger wäre doch mal interessant!
zu guter letzt: es bräuchte nicht weniger stadthäuser, sondern mehr.
Richtig, aber nicht in der unangepassten Form wie wir sie heute vielerorts in gewachsenen Stadtvierteln ertragen müssen.
heute ist es noch etwas besonderes, überhaupt in einem zu wohnen. wenn es derer vieler gibt, wird man in einem ganz besonderen wohnen wollen. damit wird auch der gestalterische anspruch steigen.
Die Stadthäuser gibts ja nun schon seit einigen Jahren. Ich erkenne hier bislang leider, leider keinen Verbesserungsprozess. Ganz im Gegenteil. Was hier schon alles an Entwürfen gezeigt wurde, verschlägt einem wirklich die Sprache. Vor allem in einer Stadt wie Leipzig.
die werden dir zwar trotzdem alle nicht gefallen, aber darauf kommt es ja zum glück nicht an.
Absolut richtig, mir muss und wird nicht alles gefallen. Soll es auch nicht. Aber wenn gegen die simpelsten städtebaulichen Gestaltungsgrundsätze verstoßen wird, quasi das ABC, dann wird man ja wohl Kritik äußern dürfen. Und dass das Fachleuten, die sich zumeist Architekten nennen, nicht auffällt macht das ganze umso erstaunlicher und erschreckender. Da ist wohl dem ein oder anderen der schnelle Euro wichtiger, als sein eigener Sachverstand, den ich hier jetzt mal pauschal jedem unterstelle. Aber das gehört scheinbar auch zum Realismus dazu. Was heutzutage nicht alles realistisch ist... .
Auch interessant sind übrigens die Prospekte und Begleittexte die mit den Entwürfen verbreitet werden. Als einigermaßen Kundiger fragt man sich dann schon desöfteren, zu welchem Entwurf der Text eigentlich gehört. Hauptsache die Wörter "schön, modern und individuell" kommen drin vor. Das scheint bei der Kundschaft und der Stadt immer gut anzukommen.
Im übrigen gefällt mir auch nicht jedes Gründerzeithaus, wie du vielleicht denken magst. Bei denen wurde aber so gut wie immer das ABC beachtet. Sicher auch, weil genau hingeschaut wurde. DAS ist der Unterschied!
NewUrban: Ich dachte eigentlich, dass sei längst deutlich geworden, aber es geht nicht um die grundsätzlich sehr gute Idee der Stadthäuser, privates Eigentum in der kompakten Stadt mit kurzen Wegen zu schaffen, sondern um deren oftmals unangepasste, teils gar städtbaufeindliche Architektur. Was, Achtung!, nicht heißt das diese unbedingt in traditioneller oder historisierender Architektur gestaltet sein müssen. Begrüßenswert wäre es natürlich. Was aber z.B. auch nicht gehen würde wäre ein historisierendes Gebäude in Grünau neben einer Platte. Das wäre genauso unsinnig aus städtebaulicher Sicht.