Beiträge von LEgende

    Neubau, Hartkortstraße 6... "Hingucker"... genau das Wort trifft es wie die Faust aufs Auge.


    Jeder normale Mensch sieht, dass sich dieses Bauwerk, so innovativ/mutig/spannend es auch sein mag, mit der umgebenden Bebauung beißt. Es drängt sich regelrecht auf. Vor dem Landgericht und Reichsgerichtsgebäude passt das einfach überhaupt nicht. Aber das scheint leider gewünscht. :klo:


    Es zeigt einmal mehr, das heutige Verantwortliche in Bezug auf die Einpassung von Neubauten wenig Gefühl besitzen. Von Stadtreparatur kann hier nie und nimmer gesprochen werden, eher von Lückenfüllung.


    Womit auch die Funktion eines "Gestaltungsbeirats der Stadt Leipzig" geklärt sein dürfte. Keine einzige Gegenstimme. Ein Unding. Jeder traditionell orientierte Architekt hätte hier aufschreien und sein Votum eingelegen müssen an solch einem wichtigen Platz in der Stadt. Dagegen scheint dieses Gremium eine Ansammlung an gleichgeschalteten "Fachleuten" mit identischer Interessenlage und das Wörtchen "Gestaltungsbeirat" muss dafür herhalten der medialen Öffentlichkeit sowas wie einen demokratischen Prozess vorzugaukeln. Wer drauf reinfällt... .


    Leipzig als quasi letzte Bastion des Historismus mit seiner Vielzahl an harmonischen Altbauensemblen soll nun also auch noch gänzlich unangepasst und auf Kontraste zielend, radikal modern durchzogen werden. Stattdessen erweist sich gerade diese schöne historische Stadt als Stolperstein für selbige, da hier die gedanklichen Defizite vieler moderner Architekten aufgrund der direkten Vergleichsmöglichkeit offentsichtlich werden und dem Blindesten ins Auge springen. Sie bekommen die Brücke, den Spagat zwischen Alt und Neu einfach nicht hin. Sei es weil sie nicht willens oder fähig sind.



    In Bezug auf die Alexanderstraße stimme ich Cowboy zu. Ich habe mir das vor Ort angeschaut. Es macht einen, für unsere heutige Zeit, wertigen Eindruck und fügt sich verhältnismäßig gut in die Umgebung ein. Einzig das rote Ziegeldach gefällt mir auch nicht so richtig. Aber das wird früher oder später ohnehin durch weitere Neubauten verdeckt. Wenigstens besitzt dieses Haus ein Dach.
    Wenn ich da so das Bild von der Fregestraße sehe...kann einem wahrlich schlecht werden. Bedenkt man, das wir uns dort im exquisiten Waldstraßenviertel und nicht in einem Neubaugebiet in Großpösna befinden. Oh Gott, oh Gott, einfach nur erbärmlich.

    ^ Um hier mal wieder die Wogen ein wenig zu glätten. Der ein oder andere mittlerweile realisierte Stadthaus-Entwurf selbst in Leipzig zeigt doch, dass es möglich ist Architektur mit geringen Mitteln zu entwerfen, die dem bestehenden Umfeld annähernd gerecht wird (Plagwitz, Industriestraße). Das wiederum bestätigt ja, dass es mit gutem Willen durchaus möglich ist die Ansprüche von Bauherren, Architekten und auch der Öffentlichkeit in ein Gleichgewicht zu bringen und damit letztlich allen gerecht zu werden. Aber wenn eben das Verständnis, der Respekt und der Wille zum angepassten Bauen im Bestand fehlt und stattdessen einseitig Interessen verfolgt werden, muss letztlich einer den kürzeren ziehen.


    Und bevor ich mich mit Problemen in Düsseldorf beschäftige, schaue ich lieber vor meine Haustür. Hier gibts genug zu tun.

    ^ Glückwunsch Dase, wie von dir mittlerweile leider gewohnt, reißt du Kommentare von anderen Usern völlig aus dem Kontext und bastelst sie dir so zurecht, wie du sie brauchst. Und djs Anmerkungen sind wiedermal Zeuge absoluter Kritikunfähigkeit. Eine sachliche Diskussion, wie vom den meisten gewünscht, lässt sich so wiedermal (leider) nur schwer durchführen. Das hab ich übrigens auch schon bei der Festveranstaltung der GHND in Dresden festgestellt. Wenn die, die derzeit noch am längeren Hebel sitzen, überhaupt nicht im Stande sind von ihrem hohen Ross runterzukommen, wird das wohl ewig so weitergehen.


    Und deine Anmerkung "Diese Gefahr besteht in Leipzig nicht" bestätigt eigentlich wieder mal nur, dass das Problem und die Gefahr nicht erkannt wurde. In Leipzig und anderen gut erhaltenen Städten ist die Gefahr viel größer, da hier die "gewünschten" Kontraste noch um ein Vielfaches mehr auffallen und damit Schaden am doch noch recht harmonischen Stadtbild anrichten.
    Es hat sicherlich niemand was gegen etwas Neues/Besseres. Davon kann aber hier bei weitem nicht die Rede sein. Wenn aber beim Bauen im historischen Umfeld ganz offentsichtlich bei der Gestaltung von Neubauten die selben architektonischen und "ökonomischen und baurechtlichen Grundlagen" wie beim Bauen auf der grünen Wiese angesetzt werden, machen einige (sicherlich und ausdrücklich eben nicht alle!) ihren Job nicht richtig. Das hat nichts mit einer generellen Schelte gegen einen oder mehrere Berufsstände zu tun. Ganz im Gegenteil: Nicht die aufmerksamen Kritiker sind die Schuldigen für dieses Bashing, sondern diejenigen, die einfach Grundsätzliches nicht verstanden haben und in Teilen ihre Arbeit völlig unzureichend erledigen. Auch und vor allem weil es oftmals nur Details sind (aber eben wesentliche!). Aber gelungene Architektur umfasst eben das gesamte Gebäude mitsamt Fassade (welche eben vor allem den öffentlichen Raum betrifft) und nicht nur das, was man selbst nur sehen möchte. Bei früheren Bauwerken wurde es doch auch fertig gebracht, sowohl die innere als auch äußere Gestaltung in Einklang zu bringen. Diese Kritik muss daher auf jedenfall und auch immer wieder angemerkt werden, wenn dagegen verstoßen wird. Wer sowas baut, bauen lässt oder genehmigt, der muss dann eben auch mit der Kritik leben können. Oder sich eben beim Bauen im historischen Umfeld...Achtung unliebsames Zauberwort...einfach nur anpassen!

    Mich beschleicht der Verdacht, das ich den Vorschlag von Dir schon mal gehört habe. :lach:


    Schön, wie sorgfältig du meine Anmerkungen durchliest und dich sogar an vergangene erinnern kannst. :daumen: Dann wars ja erst das zweite Mal. :D
    Ganz davon abgesehen muss man manche Dinge zig mal wiederholen, bis sie beim Empfänger ankommen und Wirkung zeigen. Zudem liest sich nicht jeder User alle alten Kommentare durch. Das machen andere User hier übrigens genauso, in dem sie die ewiggleichen Thesen immer wieder in den Raum stellen.


    Nur müssen die ja irgendwie auch da hin und von dort weg - mit allen negativen Konsequenzen für den nördlichen und südlichen Teil der im Moment vergleichsweise schwach befahrenen Georg-Schwarz-Straße.


    Wo wir wieder bei einem sinnvolleren Entlastungskonzept für den Verkehr wären. Dies trifft vor allem auch auf das geplante aberwitzige Kaufland am Lindenauer Markt zu, welches die Diskussion um Entlastung in Lindenau ja geradezu ins Lächerliche zieht und ad absurdum führt. Aber ich wiederhole mich schon wieder, sorry.

    ^ Ich kann mich nur wiederholen, aber wenn durch den miserablen Kontrast angeblich ein "Hingucker" entsteht, wieso sehnt sich die Mehrheit der Bevölkerung dann gerade nach solchen Städten und Stadtteilen wo qualitativ hochwertige und harmonische Ensembles, bestehend aus verzierten und liebevoll gestalteten Gebäuden, zu finden sind, die angeblich ja ach so langweilig sind? Diese Frage konnte mir hier noch keiner beantworten. Langweilig wirds doch erst durch das Fehlen von Ornament, Struktur und anspruchsvoller Architektur. Da kann man ja letztlich nur noch die Fenster als Gestaltungselemente einsetzen und hin und her verschieben. *gähn* Das ganze überhaupt noch als Architektur zu bezeichnen ist ja der Witz an sich.
    Eine glatte Putz-Fassade mit verspielter Anordnung von Schießscharten oder Aquarien ("Fenstern") macht doch noch lange keine Architektur und somit keinen Architekten. Ist der Anspruch an einen Architekten und Gebäude mittlerweile so tief gesunken, dass der Ruf und die Forderung nach besserer, echter Architektur sofort als lächerlich/dümmlich/realitätsfern/Träumerei abgetan wird?


    Ganz davon abgesehen ist ein Gebäude, vor allem in einer Blockrandbebauung, doch nur ein kleiner Teilbaustein eines Straßenzuges. Die harmonische Wirkung und Erscheinung des gesamten Straßenzuges wird erheblich durcheinander gebracht und gestört, letztlich komplett versaut, wenn ein einzelnes Gebäude es sich herausnimmt, durch Missachtung einheitlicher Standards die Blicke auf sich zu ziehen und sich in den Mittelpunkt zu stellen. Das wäre wie als wenn mir bei Milchreis mit Zucker&Zimt, Salz als Zucker verkauft werden soll, weil dies günstiger ist oder gesünder wäre. Das Ergebnis kann sich jeder vorstellen: eine riesige Sauerei. :rofl2:


    Deine These bzgl. der Kontraste mag daher in eingeschränktem Maße für eine Schaar an egozentrischen Architekten zutreffen, die entgegen jeglichem Allgemeinbefinden sowas auch noch forcieren, aber auf die Mehrheit der Bevölkerung trifft sie nie und nimmer zu. Das zeigt die Realität. So blind ist die Mehrheit der Bevölkerung zum Glück noch nicht. Aber der Trend der letzten Jahre/Jahrzehnte in den höheren Entscheidungsgremien ist teilweise schon erschreckend. Auf die derzeitigen Kriegslücken im überwiegend doch noch recht harmonischen Leipziger Stadtbild kommt sicher noch viel Unheil zu, wenns so weiter geht. Wer übrigens unbedingt in einer hässlichen Stadt mit vielen traumhaften Kontrasten wohnen will, der kann ja ganz einfach in eine der vielen Städte im Westen unserer Republik ziehen. Die sind uns, was die "gewünschten" Kontraste, betrifft nämlich schon ein paar Jährchen voraus. Aber man solle doch bitteschön wenigstens die Städte und Stadtteile mit Kontrasten verschonen, die den Krieg größtenteils ohne Wunden überstanden haben und heute (noch?) ein harmoniches und schönes Stadtbild besitzen.



    Ich brauche Dich wohl nicht zu fragen, was Du von der Pfeffinger Straße 15 in Connewitz hälst :lach:
    http://selbstnutzer.de/Objektu…inger15/pfeffinger15.html
    Mal sehen, wir der Mut zur Farbe im realen Leben aussehen wird.


    Not (=Grundstücksbrache) trifft Elend (="Architekt..."). Aber ich hab auch schon noch schlimmeres gesehen. Wer ohnehin am Boden liegt, der kann nicht mehr tiefer fallen. Mich überrascht eigentlich so gut wie nichts mehr, was sich Architektur nennt. Nur noch die Entscheidungen derjenigen, welche selbige genehmigen.

    ^ Die BILD bezieht sich mir ihrer Untergangsstimmung wahrscheinlich auf die Gebäude entlang der Hauptstraßen (Lützner Straße, Merseburger Straße, Georg-Schwarz-Straße). Die Nebenstraßen sind mittlerweile nämlich weitestgehend saniert. Für die Hauptverkehrsstraßen fehlt meiner Meinung nach eindeutig ein intelligenteres Entlastungskonzept. Das fängt bei der Trennung von Tram und motorisiertem Individualverkehr an, die sich beide z.B. durch die schmale Lützner Straße und Georg-Schwarz-Straße quälen müssen und hört bei der weiträumigen Umfahrung von Lindenau auf. Wenn man sich anschaut, wieviel Verkehr immer noch von Osten kommend von der Lützner auf die Merseburger Straße abbiegt und andersherum, so scheint die neue Verbindung über die Rückmarsdorfer Straße noch nicht ganz ihre Wirkung entfaltet zu haben. Eine Verbindungsstraße an der Kreuzung Lützner Straße/Jahnallee nach Norden zur Hans-Driesch-Straße, quasi parallel zum Cottaweg, könnte hier Abhilfe schaffen. Zumindest was den Verkehr Richtung Nordwesten betrifft.
    Was sich natürlich nicht vermeiden lässt, ist der PKW-Verkehr von und nach Grünau, der durch die Lützner Straße verläuft.


    Wir schon öfters festgestellt, ist der Westen (also Lindenau, Leutzsch, Plagwitz) aber rein städtebaulich und architektonisch gerade zu gesegnet.
    Zudem noch die reizvolle Lage am Wasser. Hier ist zumindest Potential da, welches nach und nach reaktiviert werden wird, was in anderen Stadtteilen gänzlich fehlt oder zerstört wurde.

    ^ Naja, dazu muss man nix weiter sagen. Ein Fremdkörper wie er im Buche steht. Aber kann nicht wenigstens die Fassadenfarbe ein wenig der Umgebung angepasst und akzentuiert werden? Das weiß sieht ja richtig übel aus.


    Auf selbiger Homepage findet sich auch dieses Objekt:



    Quelle: http://www.selbstnutzer.de/


    Sollte die Visualisierung tatsächlich dem späteren Zustand entsprechen, so könnte man wirklich einmal von einem annähernd gelungenen Lückenschluss in der Gletschersteinstr. 43 sprechen. Sowohl die Farbe, das Dach, als auch die Fensterhöhen passen sich relativ gut der Umgebung an und fügen den Neubau vergleichsweise harmonisch in das Umfeld ein.


    Dieser Architekt sollte seinem Kollegen bei der Schnorrstr. 36 noch ein wenig Nachhilfe geben und ihm unter die Arme greifen. ;)


    Das träfe für den Architekten der Alfred-Kästner-Str. 4 (*würg*)

    Quelle: http://www.selbstnutzer.de/


    und das Modell "Baucontainer" in der Eduardstr. in Plagwitz ebenso zu.



    Quelle: http://www.selbstnutzer.de/


    Und wer auf der Suche nach einer Neubau-Kiste ist, wird hier fündig:
    http://www.mypatos-backup2.de/…275d1bb2a1952005605074c2c
    Nach gerade mal 3 Jahren wird dort ein "Gartenhofhaus" verkauft.

    ^ Dankeschön, LE Mon.! :daumen:


    Das extrem wichtige Eckhaus in Schleußig, Rödelstraße 24/Könneritzstraße, wird nun also auch versteigert. Zeit wirds, wunderbar. Der Preis wird bei dieser exponierten Lage sicher nicht bei 15.000 EUR bleiben. Der Discounter gegenüber, sowie die relativ stark frequentierte Straßenbahn- und Bushaltestelle in direkter Nähe prädestinieren die Flächen im EG ja geradezu für Gewerbe. Dafür würde sich sicherlich relativ leicht ein Mieter finden lassen. Bleibt nur noch auf einen hochwertigen Sanierer zu hoffen, der die Potentiale auch nutzt. In Schleußig bin ich da mittlerweile relativ optimistisch.

    @Dase: Stimmt, es ist schon irgendwie schade, dass (bislang?) keine S-Bahn-Linie gen Südwesten, in Richtung Zeitz geplant ist, wenn doch sonst alle Himmelsrichtungen ab 2012 per S-Bahn abgedeckt und eingebunden werden. Das wird wohl nicht unwesentlich auch an dem sehr großen Umweg, dem Bogen vom Hbf über Gohlis, Möckern, Leutzsch, Lindenau bis nach Plagwitz liegen, der diese Verbindung in die Länge zieht und unattraktiv macht. Eventuell liegt es aber auch an einer fehlenden sinnvollen Weiterführung einer weiteren S-Bahnlinie durch den CTL. Schließlich ist der Süden und Südosten ab 2012 mit S-Bahnverbindungen geradezu gesegnet. Aber zumindest die RB und der RE fahren ja weiterhin nach Zeitz.


    Zum Ausbau der in Linie 14: Wenn man heute schon weiß, dass eine Anhebung der Brücke das Problem lösen würde, wäre es ja mehr als unverständlich, dies im Zuge der ohnehin stattfindenden Erneuerung der Trasse nicht gleich mit zu erledigen, nur weil man sich nicht über die Verteilung der Kosten zw. DB und LVB/Stadt einigen kann. :nono: Naja, aber vielleicht werden wir ja noch positiv überrascht. Die Mühlen der Bürokratie mahlen ja bekanntlich ein wenig langsamer. Einzig diese verbreitete Unsicherheit und Zwietracht zw. DB und LVB gegenüber der Bevölkerung find ich fatal.

    ^ Wirklich sehr, sehr bitter. Aber welcher normale Investor soll bei dieser Lage auch sanieren, wenn die billige Platte ein paar Meter weiter mit günstigen Preisen lockt? Ein alleinstehendes Eckhaus, auch wenn es ein Altbau ist, mit Lärm von allen Seiten, hats da schwer ohne einen wohlwohlenden Eigentümer mit einer außergewöhnliche Vermarktungsidee.


    Generell freue ich mich ja über Sanierungen, aber die, die ich heute zur Kenntnis nehmen musste, erfreut mich nicht (und wie hier vor längerer Zeit schonmal geschrieben, hatte ich das auch irgendwie schon geahnt... :Nieder:).


    Casa-Concept saniert den Plattenbau in der Paul-Gruner-Str. 52 - 56:
    http://www.casa-gobau.de/seite…avi=ref_aktiv&street=PG52


    Im Gegensatz zur echt gelungenen und städtebaulich akzeptablen Sanierung der alten Plattenbauschule in Südvorstadt durch Licon stört mich hierbei, dass die Blockrandbebauung nicht wiederhergestellt wird: http://www.bing.com/maps/defau…0&phy=0&phscl=1&encType=1


    Und das was man von der Fassadengestaltung sehen kann, lässt auch nicht wirklich Vorfreude aufkommen. Naja, aber was nehme ich mir hier das Recht heraus Kritik zu üben, das ist Städtebau in unserer heutigen realistischen Zeit.

    Das wäre ein endgültiges Bekenntnis zum dauerhaften Erhalt der Linie.


    Ja, wirklich sehr schade. Vor allem wenn man bedenkt, dass dieser Abschnitt derzeit ohnehin nicht von der Tram befahren werden kann und sich daher jetzt die Chance böte, alles in einem Rutsch, ohne weitere Störungen nach Fertigstellung der König-Albert-Brücke zu erledigen. Ich hoffe daher, dass der nächste Stadtrat den LVB Feuer unter dem Arsch macht und diese Linie durchgängig bis zur Lützner/Saalfelder Straße verlängert wird. Ansonsten muss man sich nicht wundern, dass die Auslastung auf dieser Linie so gering ist. Gerade dieser Fakt prädestiniert eine verlängerte Linie 14 bis Miltitz aber geradezu auch als Entlastungslinie der relativ stark befahrenen Linie 15. Nebem dem Fakt von Gärtner, der Verknüpfung mit der S-Bahn am Bf. Plagwitz. Aber daran scheinen die LVB aus eigenem Grund kein Interesse zu haben. Zudem spricht für eine stärkere Tram-Nutzung der Karl-Heine-Straße und Käthe-Kollwitz-Straße die Entlastung der Lützner Straße, welche als einzige durchgehende Ost-West-Verbindung zum Zentrum durch den Individualverkehr schon sehr stark belastet ist und im Gegensatz zu Karl-Heine und Kollwitz-Straße zudem sehr enge Straßenfluchten aufweißt, die die Aufenthaltsqualität zusätzlich verschlechtern und Aufwertungsmaßnahmen aufgrund begrenzten Platzes verhindern.


    auch beim querdenken sollte die betonung auf denken liegen.


    Ja und? Weil du deine Meinung hast, sind andere gleich weniger schlau, oder wie?


    es liegt auf der hand, dass die vielen baulücken nie mehr mit geschosswohnungsbau (ob nun in traditioneller oder historisierender formensprache) gefüllt werden.


    Was zu beweisen wäre. Bist du Hellseher? Aber egal, darum gehts mir hier mal nicht.



    dies gelingt - wie bei allen experimenten - mal mehr, mal weniger.


    Experiemente? Das klingt ja so, als wären die vielen unangepassten Stadthäuser Ausnahmen! Wie viele Jahre sollen diese Experimente noch andauern? Bis die ganze Stadt verschandelt ist, oder wie? Bis die Politik nicht mehr nur der Handlanger der Wirtschaft ist? Jeder normale Bürger sieht heute schon, dass da bei den meisten so gut wie gar nichts passt. Das hat weniger mit expermientieren zu tun, sondern mit Verstand von Städtebau und vor allem auch Respekt vor der Identität eines Stadtteils.



    aber ich habe noch kein stadthaus gesehen, anstelle dessen man sich ein klassisches eigenheim von der grünen wiese gewünscht hätte.


    Sinnloser Vergleich. Häuser auf der grünen Wiese besitzen auch so gut wie nie 3 oder 4 Stockwerke, sprich die Traufhöhe ist eine völlig andere. Brauchen sie auch nicht, da sie ja auf der grünen Wiese errichtet werden und nicht im historischen Kontext. Aber zumindest haben diese Häuser zumeist ein ordentliches Dach. Darauf wird bei Stadthäusern ja gern verzichtet, auch wenn in der Umgebung alle Häuser Dächer besitzen.



    und erst recht gibt es kein stadthaus, bei dem die vorherige baulücke attraktiver gewesen ist.


    Achso, diese Tatsache ist also der direkte Freifahrtschein, seinen (architektonischen und städtebaulichen) Verstand auszuschalten und einen Fremdkörper zu entwerfen/genehmigen? Oder gehört dieses Verhalten auch zum pragmatischen Realismus unserer Zeit dazu?



    von einer abwertung der nachbarschaft durch stadthäuser kann deshalb überhaupt keine rede sein.


    Wenn man seinen Verstand für Architektur und Städtebau ausschaltet und nur in Bevölkerungsstatistiken denkt, mag das gut sein. Aber sind wir hier nicht in einem Architekturforum? Für mich gehört schon noch beides zusammen.



    jedes neue stadthaus, jede neue bevölkerungsstatistik beweist es.


    Was du alles aus Statistiken herauslesen und für Abhängigkeiten und Zusammenhänge erkennen kannst...ist ja schier unglaublich.
    Fehler nicht anzusprechen und zu erkennen, heißt noch lange nicht, dass sie nicht existent sind, und das angeblich alle mit der derzeitigen Enwicklung zufrieden wären. Eine Befragung aller Leipziger wäre doch mal interessant!



    zu guter letzt: es bräuchte nicht weniger stadthäuser, sondern mehr.


    Richtig, aber nicht in der unangepassten Form wie wir sie heute vielerorts in gewachsenen Stadtvierteln ertragen müssen.



    heute ist es noch etwas besonderes, überhaupt in einem zu wohnen. wenn es derer vieler gibt, wird man in einem ganz besonderen wohnen wollen. damit wird auch der gestalterische anspruch steigen.


    Die Stadthäuser gibts ja nun schon seit einigen Jahren. Ich erkenne hier bislang leider, leider keinen Verbesserungsprozess. Ganz im Gegenteil. Was hier schon alles an Entwürfen gezeigt wurde, verschlägt einem wirklich die Sprache. Vor allem in einer Stadt wie Leipzig.



    die werden dir zwar trotzdem alle nicht gefallen, aber darauf kommt es ja zum glück nicht an.


    Absolut richtig, mir muss und wird nicht alles gefallen. Soll es auch nicht. Aber wenn gegen die simpelsten städtebaulichen Gestaltungsgrundsätze verstoßen wird, quasi das ABC, dann wird man ja wohl Kritik äußern dürfen. Und dass das Fachleuten, die sich zumeist Architekten nennen, nicht auffällt macht das ganze umso erstaunlicher und erschreckender. Da ist wohl dem ein oder anderen der schnelle Euro wichtiger, als sein eigener Sachverstand, den ich hier jetzt mal pauschal jedem unterstelle. Aber das gehört scheinbar auch zum Realismus dazu. Was heutzutage nicht alles realistisch ist... .


    Auch interessant sind übrigens die Prospekte und Begleittexte die mit den Entwürfen verbreitet werden. Als einigermaßen Kundiger fragt man sich dann schon desöfteren, zu welchem Entwurf der Text eigentlich gehört. Hauptsache die Wörter "schön, modern und individuell" kommen drin vor. Das scheint bei der Kundschaft und der Stadt immer gut anzukommen.



    Im übrigen gefällt mir auch nicht jedes Gründerzeithaus, wie du vielleicht denken magst. Bei denen wurde aber so gut wie immer das ABC beachtet. Sicher auch, weil genau hingeschaut wurde. DAS ist der Unterschied!



    NewUrban: Ich dachte eigentlich, dass sei längst deutlich geworden, aber es geht nicht um die grundsätzlich sehr gute Idee der Stadthäuser, privates Eigentum in der kompakten Stadt mit kurzen Wegen zu schaffen, sondern um deren oftmals unangepasste, teils gar städtbaufeindliche Architektur. Was, Achtung!, nicht heißt das diese unbedingt in traditioneller oder historisierender Architektur gestaltet sein müssen. Begrüßenswert wäre es natürlich. Was aber z.B. auch nicht gehen würde wäre ein historisierendes Gebäude in Grünau neben einer Platte. Das wäre genauso unsinnig aus städtebaulicher Sicht.

    ^ Ich wüsste nicht, dass wir hier vom "Umgang mit Bauerbe" abgewichen sind. Zum Bauerbe gehört ja nicht nur die Architektur sondern auch die städtebauliche Struktur und Identität. Mit der wird heute leider desöfteren und zunehmend gebrochen. Wo wir wieder bei Satz 10 meiner vorhergehenden Anmerkungen sind. Aber Querdenkern wird ja hier desöfteren versucht einen Maulkorb umzulegen.

    Die Vorteile von Stadthäusern hinsichtlich der Eigentümerquote habe auch ich schon positiv zur Kenntnis genommen und sehr wohl in meine Meinung einbezogen. Das ändert aber überhaupt nichts daran, dass Stadthäuser desöfteren mit dem bestehenden städtebaulichen Gefüge brechen und einfach Unruhe erzeugen. Die Architektur für die Dinger machen aber immer noch die Architekten, und nicht die Bauherren. Denen sollte stärker auf die Finger geklopft und auf die städtebauliche Bedeutung und Einordnung hingewiesen werden, wenn sie es schon nicht gelernt bekommen haben. Zumindest wenn im historischen Kontext gebaut wird. Ist das so schwer zu verstehen? Das hat doch grundsätzlich erstmal auch überhaupt nix mit vermögenden oder finanzschwachen Bauherren zu tun. Bei den Details und auch Materialien driften dann beide erst auseinander. Ab da unterscheiden sich dann auch gute von sehr guten Bauwerken. Und wer es sich eine städtebaulich verträgliche Architektur nicht leisten kann, der hat eben Pech gehabt! Das mit unpassenden Neubauten auch eine städtebaulich gewachsene Gegend abgewertet werden kann, scheint bei einigen jedoch noch nicht angekommen zu sein. Bei aller Liebe für die Bedürfnisse von neuen Bauherren, aber wer schützt die der bestehenden???

    bezieht sich hierauf.


    Nein Dase, ich meinte explizit nicht die durchaus schönen Geschosswohnungsbauten wie das "Palais Kolle Belle" oder die "Fellini-Residences" , sondern Stadthäuser. Und du brauchst auch nicht gleich wieder ausfällig werden, nur weil ich hier mal (wieder) kritisch Stellung beziehe. Aber ich hätte mich wohl für dich ein wenig differenzierter ausdrücken müssen. In Berlin ist in Sachen Stadthäuser auch nicht überall alles viel besser; logisch. Aber das, was hier im Berlin-Thread so alles an neuen Stadthäusern gezeigt wurde (und nur auf die kann ich mich beziehen), weißt im Durchschnitt meiner Meinung nach eine höhere städtebauliche und zum Teil auch architektonische Qualität auf. Bei uns wird zwischen zwei hohe Gründerzeitler mal einfach so ein bunkerartiges Gebilde ohne Dach und mit wesentlich niedriger Traufhöhe gepflanzt. Das schaut mir in Berlin harmonischer aus und wirkt auch kleinteiliger. Dass das nicht unwesentlich auch an den qm-Preisen liegt, ist mir durchaus bewusst, aber ändert ja nix an der letztlichen Wirkung der Gebäude. Und städtebauliche Harmonie ist für mich persönlich auch eine Art Qualitätskriterium. Aber sowas existiert bei einigen scheinbar nicht. Im übrigen ließe sich eine höhere Qualität, sprich aufwändigere und teurere Architektur der Berliner Stadthäuser im Vergleich zu den Leipzigern auch ganz natürlich dadurch erklären, dass in Berlin eine kaufkräftigere Klientel mit dementsprechend höheren Ansprüchen vorzufinden ist und entsprechend anspruchsvolle Wohnklientel in Leipzig auch ohne neu zu bauen im reichhaltigen und indivuellen Altbaubestand fündig wird.

    Hab mir die Kaisergärten auch mal vor Ort angeschaut. Schon jetzt wirklich prächtig! Wenn dann noch die ganzen geplanten Grünanlagen und Wasserflächen fertiggestellt sind, ist das ganze wahrlich kaiserlich. Ich freu mich für all jene, die dort wohnen können. Aber in Leipzig gibts ja glücklichweise für jeden was Schönes. ;)


    Zudem zeigt sich, dass bei manchen heruntergekommenen Gegenden mit brachliegenden Potentialen groß gedacht und vermarktet werden muss, um quasi in einem Rutsch alle eventuell abschreckenden Missstände zu beheben und das Niveau gesamthaft anzuheben. Was sich unterm Strich zu lohnen scheint.


    Das die Licon mit einem Bündel Leipziger Referenzen im Sack nun gen Westen expandiert, spricht für die große Nachfrage nach hochwertig sanierten Altbauten. Inwiefern das für Leipzig gut sein soll, muss man abwarten. Der Leipziger Markt ist mittlerweile ja auch sehr umkämpft und der Konkurrenzdruck steigt. Die fetten Jahre scheinen zumindest vorbei. Schöne und billige sanierungsbedürftige Häuser gibts nur noch in heutigen Problemlagen. Da brauchts Mut, Geduld, Ideen und das nötige langfristig angelegte Kleingeld.


    Das schön sanierte Altbauten weiterhin beliebt sind und man mit denen gut Geld verdienen kann, steht aber fest. So gesehen hoffe ich, dass die bekannten hochwertigen Sanierungsunternehmen sich auch weiter hier in der Region engagieren und sich auch in risikoreichere Gegenden wagen. Die Licon hat es ja u.a. mit dem Kasernen-Areal vorgemacht.


    Zumindest kann ich mir nicht vorstellen, dass eine GRK irgendwann mal die derzeit üblichen, primitiven Stadthäuser hochzieht. In Sachen ansprechend gestalteter Stadthäuser siehts in Leipzig ja noch zappenduster aus (man schaue nach Berlin!). Wenn der Altbau-Sanierungsmarkt früher oder später gesättigt ist, könnte u.a. die GRK aber auch hier tätig werden und neue opische Neubau-Standards setzen. Die derzeitigen Anbieter setzen ja leider alle irgendwie nur auf die Low-Budget-Schiene. Zumindest in optischer Hinsicht. Das sieht man ja schon, wenn ein Neubau neben einem schön sanierten Altbau steht und dieser einfach blass wirkt. ;)

    @dj: Wo ein Wille, da ein Weg. Es wird sicherlich kaum in den Förderbedingungen stehen, dass die Baumaßnahme nur mit den billigsten, am Markt verfügbaren Baustoffen zu realisieren ist, sondern dass bei der Auswahl der Materialien und der Gestaltung stets auch die Umgebung entsprechend zu berücksichtigen ist. Der historische Abschnitt des EMG wurde bekanntlich mit Felssteinen verkleidet. Wo wir wieder beim Wille, Wollen und wohl auch Sachverstand sind, Neubauten in den historischen Kontext einzufügen. Aber daran haperts ja leider nicht nur hier.

    ...Sichtbeton...na prima. Weils ja auch so schön ausschaut, wie man u.a. entlang des Ranstädter Steinwegs sieht. :bah: Da wird mal wieder am falschen Ende gespart.