Beiträge von export

    ^ Sehe ich genauso, das Übliche, leider. Ich fand den Langhof-Entwurf auch ganz wunderbar. Sehr elegant, städtisch, ein richtiger Hingucker, von denen wir in der Innenstadt ja nicht ganz so viele haben. War ja irgendwie klar, dass dieser Entwurf letztlich nicht umgesetzt wird, er hätte ja auch das Potential gehabt, in 40 Jahren nicht wieder abgerissen zu werden :nono:


    Und was sagt die Politik dazu laut Rundschau:


    "Außerdem, so wird im Planungsdezernat betont, brauche es an dieser herausgehobenen Ecke der Innenstadt eine besondere architektonische Qualität."


    Jaja, besondere architektonische Qualität, die Melodie kennen wir, also der nächste KSP ...


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    Für diesen Beitrag bekam ich den folgenden negativ-Eintrag: "10.11.14 23:29 die beiträge der anderen liest du nicht, oder?"


    Ich finde es interessant, dass ich gerade mit diesem doch eher harmlosen Beitrag einen roten Punkt und einen saftigen Abzug bekommen habe. Da der Vorwurf so ganz offenbar nicht zutrifft, kann ich mir nur denken, was das wahre Motiv ist ...

    In der Schweiz und insbesondere in Zürich, eine wie Frankfurt stark durch wachsenden Zuzug geprägte Stadt, überlegt man, verstärkt neue alte Wege zu gehen und den Blockrand aus seiner stadtplanerischen Schmuddelecke zu holen und als legitime Planungsoption wiederzuentdecken, die Urbanität und Bevölkerungsdichte vereinen kann. Die moderne vorstadtartige Bebauung mit freistehenden Häusern wird durchaus kritisch gesehen. Hierzu zwei interessante aktuelle Artikel aus dem Schweizer Tages-Anzeiger:


    1. Lernen vom 19. Jahrhundert
    http://www.tagesanzeiger.ch/zu…ahrhundert/story/12134331


    2. Zürich will sich den Hof machen
    http://www.tagesanzeiger.ch/zu…Hof-machen/story/24556324

    Zumindest ist das Teil doch eine bitter ironische Spiegelung deutscher Politik, deutscher Öffentlichkeit: schwankend, selbstbezüglich. Das großartige Motiv der friedlichen Revolution, "Wir sind das Volk", eigentlich ein Leuchtturm der Freiheit, der selbstbewusst und kämpferisch präsentiert werden müsste, wird hier zum verspießten Bodensatz einer ordinären Salatschüssel, des sprichwörtlichen Tellers, über dessen Rand wohl niemand mehr zu schauen gedenkt, sondern lieber albern wippend um sich selber kreist .... das ist es nun also, Fortschritt, Revolution in D:


    Wir sind immer in Bewegung, kommen aber nicht vom Fleck :D

    Pünktlich zum Tag der Deutschen Einheit ist der nächste Totalveriss erschienen, diesmal in der gediegenen Hamburger "Die Zeit". Unter dem Titel "Und noch eine Konsumhölle" arbeitet sich der Autor Johannes Novy, seines Zeichens studierter Stadtplaner, an der Mall of Berlin ab und verortet sie als Vorhölle in Dantes "Göttliche Komödie". Man merkt, auch das gehobene Bildungsbürgertum stimmt ausgesprochen kritische Töne an. Begründet wird die Kritik sehr fundiert damit, dass die Architektur "belanglos" sei. Anonsten findet sich in dem Artikel eher eine Abrechnung mit der Mall-Inflation deutscher Großstädte im Allgemeinen und der Berliner Stadtplanung a la Stimmann im Speziellen. Hier der Artikel:


    http://www.zeit.de/kultur/2014…architektur-johannes-novy


    Achja, der positive Rekurs auf das Wertheim darf natürlich auch in diesem Artikel nicht fehlen. Irgendwie ja schon merkwürdig, wie passen Wertheim-Hype und Historismus-Bashing eigentlich zusammen ... ???

    ^ Was für ein Entwurf, ist der ernst gemeint oder Satire?


    Amphitheater zur Spree, Zentralbibliothek, Berlin-Pavillion (sic!), Medienfassade zur sommerlichen Projektion von Berlin-Filmen (sic!), Platz der Demokratie, Kristallkugel, ein zweites, versenktes Amphitheater, innovatives Lichtkonzept, Alt-Berliner Rathausreste und als Krönung unterirdische Geschäfte (sic!!!)


    Es soll also ein multifunktionaler Multifunktionsplatz mit multifunktionalen Installationen und multifunktionalen Architekturen entstehen. Ein rundum überzeugendes Projekt :daumen:

    ^^ Und diese Mosaike sind erhalten? Also die allegorischen Darstellungen der einzelnen Fürstentümer des Kaiserreiches? Das wäre ja wunderbar! Und für mich völlig unverständlich, warum man diese Zeitzeugen des Historismus und Kaiserreiches nicht in ein Einheitsdenkmal integriert hat.


    Es wäre doch eine großartige Herausforderung für einen heutigen Künstler gewesen, diese "antiken" Mosaike mit zeitgenössischen heraldischen Interpretationen der heutigen Landeswappen bzw Landessymbole zu kontrastieren. Müssen ja keine Mosaike sein, sondern man könnte moderne "Medien/Installationen" verwenden.


    Da hat man nun ein authentisches, sprechendes Zeugnis aus der Zeit, in der der Staat, dessen Wiedervereinigung gefeiert werden soll, gegegründet wurde und dann wird das nicht entsprechend gewürdigt und weiterentwickelt, sondern im schlimmsten Fall als Bodendenkmal versiegelt und mit dieser völlig unhistorischen, effekthascherischen und letztlich banalen Wippe überbaut. Es wird allerhöchste Zeit dieses Projekt zu stoppen und im Lichte dieser Mosaike noch mal nachzudenken. Wenn wir so unsensibel und rücksichtslos mit den Hinterlassenschaften unserer Geschichte umgehen, dann brauchen wir auch keine Denkmäler!

    Ich möchte niemandem die Laune verderben, aber in Wiesbaden hat man doch einschlägige Erfahrung mit KSP, die das hiesige Justizentrum mit geplant und gebaut haben.


    Die Renderings versprachen eine schöne, wertige Fassade mit ansprechenden Lisenen in Klinker/Stein-Optik:



    Bild: Behrendt + Männchen | KSP Engel und Zimmermann / Bild-Link: schmittchen



    Bild: Behrendt + Männchen | KSP Engel und Zimmermann / Bild-Link: schmittchen


    Und dann kam die doch heftige Ernüchterung in Blech- und Betonfertigteilen



    Bild und Bild-Link: Beggi


    Wenn ich die Bilder richtige deute, steht auch am Humboldthafen eine ähnliche Ernüchterung an. Ich hoffe aber nicht, es wäre sehr sehr schade, wenn gerade an diesem exponierten Platz an der falschen Stelle gespart würde ...

    Oh mein Gott! Was soll das sein? Eine überdimensionale Pinkelrinne? Ein Busbahnhof? Ist da vllt ne Straßenbahnhaltestelle geplant? Unfassbar! Da zieht einem ja schon von der Abbildung so ein stechender Geruch in die Nase ... :nono:

    Hier mal ein kurzer, aber schöner Artikel zu einer "modernen" Interpretation der klassischen Markthalle. Als Beispiel wird ein Projekt in Rotterdam angeführt:


    http://uebermorgen.blog.nzz.ch…e-markthalle-neu-gedacht/


    Warum der Beitrag hier im Strang? Ich bin ja nach wie vor der Meinung, dass die Skyline Plaza eine Fehlplanung ist. Center dieser Art gibt es im Frankfurter Raum genügend und die Bedürfnisse der Anwohner werden kaum erfüllt. Da wäre eine Markthalle jener Art eine viel anziehehenderer, funktionalerer und damit auch urbanerer Ort gewesen, da er sowohl als Einzelhandel für die Anwohner als auch als Attraktion für Auswärtige hätte funktionieren können.


    Ok, die Skyline Plaza steht jetzt und bleibt stehen, aber für zukünftige Planungen an anderen Orten sollte man die Rotterdamer Variante in Erwägung ziehen ...

    Hmmm, was denkt wohl ein asiatischer Tourist, wenn er vor dem Kölner Dom steht? Vielleicht, dass er ein wunderschönes und beeindruckendes Zeugnis des Mittelalters ist, ist er auch, aber auch wieder nicht. Ihr werdet es sicher alle wissen, Anfang des 19. Jahrhunderts war der Kölner Dom ein Torso:



    Bild: gemeinfrei



    Ebenfalls Anfang des 19. Jahrhunderts hat man originale Pläne aus dem Mittealter entdeckt:



    Bild: gemeinfrei


    In der Mitte des 19. Jahrhunderts hat man dann unter preußischer Herrschaft begonnen, den Kölner Dom fertig zu bauen. Man entwickelte die alten Entwürfe weiter und verband sie mit Bautechniken der Neuzeit. So besteht die Dachkonstruktion z.B. nicht aus Holz, sondern aus Stahl. Es wäre niemandem damals eingefallen, einen Dachstuhl aus Holz zu fordern, weil nur er "original" wäre. Man wusste damals, dass es primär um den Entwurf geht und nicht um die Konstruktion.


    Wenn dieselben Bedenkenträger und Schlechtredner von heute damals unterwegs gewesen wäre, hätte es diesen wunderbaren Kölner Dom nie gegeben. Wäre ja vielleicht auch nicht schlimm gewesen, ist ja nur eine Kopie, unhistorisch und täuscht ein Alter vor, das er nicht hat ..... Nein!


    Den "originalen" Kölner Dom hat es nie gegeben, man hat ihn im Mittelater nur zu 15% fertig bekommen. Das Stadtschloß gab es zu 100%. Es wurde im Krieg beschädigt und dann zerstört. Ich sehe keinen Grund, warum man die jetzt entstehende Rekonstruktion weniger ein Original sein sollte als der Kölner Dom, eine der größten Sehenswürdigkeiten Deutschlands und Identifikationsbau der Kölner Nr.1 :daumen:

    ^ Stimmt, passt nicht zum aktuellen Zustand, aber wenn man der Meinung ist, so wie ich, dass der heutige Zustand unbefriedigend ist, muss man ihn halt ändern.


    Und ich sehe es so, dass der alte Grundriss der Stadt dabei eine wichtige Orientierung bieten kann und dabei mit Elementen der jüngeren Vergangenheit verbunden werden sollte. Die städtebauliche Fassung der Marienkirche scheint mir dazu unerlässlich zu sein, in welcher Weise dann auch immer. Ein Zubauen kann ich darin nicht erkennen, aber ist halt alles Ansichtssache ;)

    Hier mal eine weitere Variante:



    Bild: GoogleEarth / Bearbeitung von mir



    Eckpunkte


    1. MLF bleibt ablesbar, hier als repräsentativer städtischer Platz
    2. Sichachse auf den Fernsehturm bleibt erhalten
    3. Umbauung Fernsehturm bleibt weitgehend erhalten
    4. Neuer Markt kommt leicht verändert, aber in Grundstruktur erhalten, wieder, inkl. Luther-Denkmal
    5. Verkehrsführung bleibt unangetastet (vorläufig?)
    6. Einbindung Nikolaiviertel über Verlängerung Poststr.
    7. Verengung Spandauer Str.

    Hier mal eine weitere Variante:



    Bild: GoogleEarth / Bearbeitung von mir



    Eckpunkte


    1. MLF bleibt ablesbar, hier als repräsentativer städtischer Platz
    2. Sichachse auf den Fernsehturm bleibt erhalten
    3. Umbauung Fernsehturm bleibt weitgehend erhalten
    4. Neuer Markt kommt leicht verändert, aber in Grundstruktur erhalten, wieder, inkl. Luther-Denkmal
    5. Verkehrsführung bleibt unangetastet (vorläufig?)
    6. Einbindung Nikolaiviertel über Verlängerung Poststr.
    7. Verengung Spandauer Str.

    Jetzt hat sich auch der Feuilletonchef der Berliner Zeitung zu Wort gemeldet. Unter der Überschrift "Viel Beton und kein Konzept" beklagt sich der Journalist darüber, dass es an der Baustelle der Schloß-Reko zu schnell voranginge, der Beton gieße sich zu schnell. Er spannt dabei den weiten Bogen von der Ostflügel-Diskussion über die Spendensituation bis hin zur Suche nach einem Intendanten für das Humboldtforum:


    http://www.berliner-zeitung.de…pt,24905948,28195920.html

    Sehr ärgerliche Berichterstattung. Gut, der tagesspiegel hat einen typischen (dpa) Artikel übernommen, aber wenn man in einer Berliner Zeitung von dem Schloß oder eben Humboldtforum als einem "riesiger Betonriegel" gesprochen wird, kann man sich schon ärgern.


    Es würde den Berliner Zeitungen gut zu Gesicht stehen, das Projekt zu unterstützen und nicht nur Negatives, sondern auch Positives zu berichten. Aber nein, man will Stimmung gegen das Schloß machen und wahrscheinlich, ok, das ist jetzt eine Unterstellung, hofft man insgeheim darauf, dass es bei den Spenden ein Problem geben wird und man dann eine Finanzierungslücke skandalisieren kann.


    Und ja, ich bin der Meinung, dass es dieses Projekt mehr als verdient hat hat, dass Berliner Zeitungen zur finanziellen Unterstützung und Spenden aufrufen!


    Ansonsten bitte dann auch keine verlogen affirmativen Sonderausgaben zur Eröffnung!!!

    Hier mal ein Luftbild nach dem letzten Angriff auf die Mitte Berlins im März 1945, bei dem ja auch das Stadtschloß ausgebrannt ist, was man an den fehlenden Dächern "gut" erkennen kann. Man sieht auch gut, dass die Nikolaikirche bis auf die Türme noch intakt ist, sie wurde erst bei einem Brand bei Kriegsende zerstört wie einige andere Gebäude auch noch.



    Bild: Google Earth


    Ich denke, das Bild zeigt eindrucksvoll, dass die Hälfte der Gebäude maximal beschädigt, mitnichten zerstört waren. Als zerstört können nur die Gebäude gelten, denen die Dächer fehlen, obwohl auch dort, je nach Zustand der Außenmauern, ein Wiederaufbau durchaus möglich gewesen wäre, aber wohl nur bei Baudenkmälern sinnvoll.