^^^ Also die Idee, einzelne Räume des Stadtschlosses zu rekonstrieren, würde ich nicht so kurzerhand als "Quatsch" oder als das offenbar unvermeidliche "Disneyland" abtun. Immerhin wurde von Stella bei seiner Planung ganz bewusst darauf geachtet, dass es zukünftigen Generationen möglich und damit überlassen bleibt, die zentralen Repräsentationsräume zu rekonstruieren. Dabei handelt es sich gerade nicht um Wohn-, Arbeits- oder Schlafräume, diese sind im Grundriss des neuen Schlosses nicht mehr ablesbar.
Außerdem gibt es sehr sehr viele Vorbilder rekonstruierter Innenräume, beispielhaft seien hier nur der Goldene Saal im Augsburger Rathaus, das Spiegelkabinett der Würzburger Residenz oder auch die Repräsentationsräume des Bruchsaler Schlosses genannt ... "Quatsch" oder "Disneyland" kann ich darin nicht erkennen.
Und wegen der Nutzung: Nein, ich finde nicht, dass solche Räume ihren Reiz nur daraus beziehen, dass da ein König drin lebte. Diese Orte können auch als Museen gelesen werden. Z.B. als Anschauung (wie auch immer zu werten) höfischer Repräsentation oder auch als Dokumentation der Leistungsfähigkeit, Kunstfertigkeit und schöpferischen Kraft von Handwerkern und Architekten.
Ich persönlich fände es wünschenswert, wenn diese Frage, wenn sie denn aufkommen sollte, von nachfolgenden Generationen entschieden wird. Über das Ob und das Wie des Schlosses wurde schon zuviel gestritten und die einen oder andere Wunde geschlagen, da braucht man jetzt nicht eine neue Konfliktlinie, zumindest vorerst nicht