"Wohnquartier Elisabeth-Granier-Hof" von agsta architekten
Elisabeth-Granier-Hof, 30161 Hannover
in Planung
Quelle: agsta architekten
Der Bauherr WBK Wohnbau Konzept Hannover beschreibt das Vorhaben wie folgt (Quelle: WBK )
"Das ca. 5200 qm große Grundstück in Hannover List wurde historisch gewerblich und industriell genutzt. Die Gebäude auf dem Grundstück sind größtenteils leerstehend und baufällig. Durch die Neubebauung wird das Gelände revitalisiert und belebt. Dem aktuellen Bedürfnis nach mehr Wohnraum entsprechend entsteht ein gemischt genutztes Quartier mit Mietwohnungen, Gewerbeeinheiten und einer Kindertagesstätte. Die Neubebauung des Grundstücks eröffnet die Chance, einen Baustein der hannoverschen List zu komplementieren. Die Blockbebauung wird mit dem Neubauvorhaben wiederhergestellt und die Raumkante geschlossen. Abgeleitet aus den Bebauungstypologien der hannoverschen List, insbesondere der Backsteinarchitektur der Zwanziger- und Dreißigerjahre greift der Entwurf architektonische Elemente der Umgebung auf. Es entsteht ein Gebäudeensemble mit geneigten Dachflächen, dessen Gebäudeköpfe an den Straßeneinmündungen – ihrer urbanen Bedeutung entsprechend – städtebauliche Akzente setzen. Entlang der Straße öffnet sich die Bebauungsfigur mit einem Entrée-Hof zum Quartier, welcher in den Erdgeschossen gewerblich genutzt wird.Im rückwertigen Bereich wird das Gebäudeensemble durch zwei Solitärgebäude ergänzt. Vollklinker im Farbspektrum beige-braun mit Ziegelreliefflächen im Sockelbereich und Ziegelfeldern zwischen den Brüstungsfenstern charakterisieren die Fassaden am öffentlichen Raum. Gauben rhythmisieren die Dachlandschaft und verleihen dem Gebäude einen urbanen Charakter. In der innerstädtischen Situation entsteht eine klassisch dimensionierte, streng gestaltete Ziegelarchitektur, die sensibel auf die Nachbarbebauung eingeht, aber dennoch selbstbewusst auftritt. Die dem Straßenraum abgewandten Fassaden werden mit einem Besenstrichputz im Farbton der Ziegel ausgeführt. Während die Solitärgebäude Holzfassaden mit einer Fassadenbegrünung erhalten. Insgesamt sieben Mehrfamilienhäuser mit 86 Mietwohnungen, drei Gewerbeeinheiten und einer Kindertagesstätte bilden die Neubebauung aus. 30% der Wohnungen sind geförderte Mietwohnungen für Haushalte mit geringem Einkommen. Neben zehn rollstuhlgerechten Wohnungen sind alle Mietwohnungen barrierefrei ausgebildet. Der Wohnungsmix von 1- bis 5-Zimmerwohnungen spricht verschiedenste Wohnbedürfnisse an. Alle Wohnbereiche orientieren sich nach Süden oder Westen und verfügen über großzügige Balkone oder Terrassen. In der Tiefgarage und den Kellern der Bebauung befinden sich Technikflächen, Abstellräume und Stellplätze für Fahrräder und PKWs. Um eine hohe Aufenthaltsqualität zu ermöglichen ist die Tiefgaragendecke vollständig begrünt. Der Gründachaufbau dient neben der Regenwasserspeicherung und -rückhaltung auch der Versorgung einer intensiven Begrünung. Neben gemeinschaftlichen Gartenbereichen und Kleinkinderspielflächen sind in die Freianlagen private Terrassen und Fahrradabstellplätze integriert. Im Norden des Quartiers befindet sich die Außenfläche der Kindertagesstätte. Die gewählte Gebäudekonstruktion ermöglicht eine Realisierung als Energieeffizienzhaus 40 mit DGNB-Zertifizierung."
Lageplan:
Quelle: agsta architekten
Im Satellitenbild:
Quelle: Google Earth
Ich finde das eine gelungene Symbiose zwischen der traditionellen Bebauung in der List bzw. Oststadt, welches zwei der schönsten Quartiere in Hannover sind, und modernen Bauformen. Es passt sich ein und wirkt nicht, wie die angrenzenden Solitärbauten, kalt, abweisend und damit menschenfeindlich. Wie der helle Klinker dann letztlich in der durch Putz und roten Backstein geprägten Umgebungsbebauung wirkt, muss man sehen. Insgesamt ist dies nach aktuellem Planungsstand ein sehr begrüßenswertes Objekt, das die innerstädtische Nachverdichtung in einem durch Mietdruck geprägten Stadtteil sinnvoll umsetzt.