Beiträge von Berlinier 2.0

    Die Bauherren ließen via Presse damals lancieren, dass eine Abstufung bei nur 130m nicht mehr wirtschaftlich wäre. Später wurde der Mynd/Berlinian, bei dem man sich von vornerein ausnahmsweise auf etwas höhere 134m verständigt hatte, auf 142m, also um 8m erhöht. Diese 8m zusätzlich durfte der Covivio dann natürlich auch haben (Gleichbehandlung) und dessen Fassade wurde offiziell in einem PDF der Fassadenbauer von 130m erhöht und auf 137,5m beziffert.


    Nun hat Kleihues offenbar nochmal 4m "vergessen" bei seinem Entwurf und die nachträglich genehmigt bekommen, was auf 146m erhöht, aber Kleihues hat auch in einem Interview durchblicken lassen, dass es vielleicht auch 150m werden könnte. Das spricht für mich dafür, dass Kleihues Bereitschaft des Senats erkannt haben will, wieder die alte 150m Grenze anzuwenden. Dazu passen auch diverse Aussagen des Bürgermeisters, sowie die Zusage, dass der Hines 150m werden darf. Ob der Covivio nun auch 150m hoch wird oder es bei den 137,5m bleibt, ist die Frage. Beantworten kann das nur der Senat, Bauherr, oder die Zeit.

    Mir erscheint der Bau noch immer ideal dafür, den Portikus des Anhalter Bahnhofs aufzuwerten. Material und Gestalt erscheinen mir für diesen Ort passend, auch wenn einige kompromisslose Rekonstruktionsbefürworter an dieser Stelle nichts anderes als den alten Anhalter Bahnhof akzeptieren.

    Ehrlich gesagt stört mich der massive und schwere Korpus, der sich umarmend um den viel kleineren Bahnhofsrest herumwindet. Er stellt den Bahnhof eher in den Schatten, als ihn zu inszenieren. Das Museum möchte die Aufmerksamkeit haben und sie dem Bahnhof wegnehmen. Die Haltung der Gebäude zueinander erzeugt auf mich eher die Dimension einer Konfrontation, als die einer Symbiose. Ich hätte da etwas gläsernes, transparentes gewählt, das sich selbst zurücknimmt. Und vor allem mehr Hoffnung und Freiheit ausstrahlt, denn das sehe ich an dem Gebäude überhaupt nicht. Es ist ein dunkler, schwerer, steinerner Rahmen.

    Interessant sind die Visualisierungen allemal.

    Als Gegenstand einer Studentendiskussion zum Thema "Blockrand versus Freiluftschneise" innerhalb eines Referats zum Thema Städtebau in der DDR, aber die wollen offenbar den Hochpunktbau Ulbrichts aus dem Umfeld der KMA als Maßstab für modernes Bauen reinstitutionalisiert wissen. Hoffentlich springt der Senat da rein und reißt auch dieses wichtige Projekt aus den Fängen dieser Junta. Der Blockrand gehört an dieser Stelle wiederhergestellt. Da lasse ich nicht mit mir reden.


    edit:

    Und von der roten Grundschule oben in Seefrachtcontaineroptik, aus heiterem Himmel in der gigantischen Parzelle neben dem Ostbahnhof gelandet und mindestens 2000 dringend benötigten Wohneinheiten raubend, die ebenfalls Schmidt verantwortet hat, will ich gar nicht anfangen.

    So weit würde ich noch nicht gehen. Man muss bedenken, dass die Fassade des Park Inn ebenfalls eher kleinteilig betont wird. Vielleicht war dies eine Bedingung von Frau Lüscher, um hierzu kongruent zu bleiben. Ich vermute auch, dass die schwarze Seite besser wirken wird, weil der Kontrast mit den gelben Leisten besser zur Geltung kommt. Vielleicht werden die Schmalfenster auch noch mit Jalousien versehen, dann dürfen sie weniger herausstechen und die Fassade insgesamt harmonischer wirken.

    Ich hab anhand Merlins Foto Nr.3 aus Post 786 kurz, schnell und schmerzlos visualisiert. Wenn es dabei bleibt, dass die je zwei Schmal-Fensterchen keine eigenen Jalousien bekommen, dann wird das kleinteilig. Da ist schon viel los an der Fassade.


    u7xyjcss.png


    *Es ist keinem aufgefallen, aber ich habe einen Fehler gemacht und die Fassadenteile nicht bündig aufeinander gesetzt, sondern da ist je ein schmales schwarzes Band zu viel repetiert worden. Der goldene Teil trifft direkt auf den silbernen.

    Spätestens die außen angebrachten Jalousien werden es ruinieren. Ich weiß gar nicht wie das wirken soll, wenn die Fassade komplett ist und wenn, wie es (leider) oft üblich ist, große Teile der Fassade von den Mietern "zugezogen" werden. Da bleiben dann nur noch diese zwei schmalen, quaderförmigen Fenster-Schlitze auf jeweils jeder Etage, wo die Sonne noch reflektieren kann, was sie je nach Tageszeit besonders herausstellt. Das kann doch nur diffus und kleinteilig wirken, wenn es fertig ist, aber ich lasse mich gerne belehren.

    Ich habe gar nicht von den Stahlträgern gesprochen (die ich ganz nett, aber ziemlich egal finde), sondern vom Wahrheitswert Deiner Aussage, wer so etwas plane, empfinde die Ostberliner "offensichtlich" als "plump" und "stumpf".

    Der Einstieg in den Text mit "Ich weiß nicht was ich davon halten soll" formuliert doch folgend auch kein Prämisse unter der sich ein Wahrheitsgehalt zu beweisen hätte, sondern eröffnet einen Spekulationsraum, dem ein Meinungsbeitrag nachgeschoben wird ("für mich ließt sich das..") und ist insofern als Glosse legitim und stimmig. Wenn ich eine Reko mit Dachaufbauten (die waren mAn das einzig spannende Detail an dem Bau) oder vier schöne, große, grüne Nadelbäume bevorzugt hätte, dann sollte es doch möglich sein dies auch spitz zu formulieren, ohne auf dem philosophischen Seziertisch zu landen.

    Ernsthaft? Eine Reminiszenz an einen Vorgängerbau ist eine "Beleidigung der Ostberliner"? "Offensichtlich" ist da gar nichts. Mit Verlaub: Das ist, was der Philosoph Harry Frankfurt mit dem Begriff "Bullshit" meinte – also Indifferenz gegenüber der Wahrheit, um die eigene Haltung bestärkt zu finden. In diesem Fall: Beileidigtsein um des Beleidigtsein willens.

    Das ist weder "mein" Bezirk, noch war ich in den Planungsprozess emotional involviert. Auch zielt meine Kritik überhaupt nicht darauf ab die Reminiszenz an den Vorgängerbau als Vorhaben selbst zu diskreditieren. Das ist doch nur ein rhetorische Figur, die du aus dem Hut gezaubert hast um den traurig entblößten Stahlträgern die Geltung zu verleihen, die ihnen durch Wegnahme der charaktergebenden Aufbauten ("Gezackte gläserne Hauben") verwehrt wurde. Wenn die Empörung gar dazu verleitet, dass unverkleidete Stahlbolzen zu Wahrheitsträgern stilisiert werden, dann ist der Beleidigungsaffront wohl eher freudianisch motiviert.

    Als Erinnerung an das SEZ sollen die Fachwerkstützen der Schwimmhalle erhalten bleiben:

    Ich weiß nicht was ich davon halten soll. Für mich ließt sich das wie eine Beleidigung der Ostberliner, die offensichtlich als derart plump und stumpf empfunden werden, dass sie sich von ein paar aus dem Boden ragenden Stahlträgern nostalgisch umschmeichelt fühlen sollen. Die meisten der zukünftigen Bewohner werden das SEZ gar nicht mehr kennen und sich fragen was das überhaupt darstellen soll. Und für die, die es noch kennen, sieht es aus wie rücksichtslos abgeräumt.

    Ich empfinde die drangeklatschten Gelbkacheln bei längerer Betrachtung geradezu als störend. Es muss an der asymmetrischen Gliederung liegen, die das Auge assoziativ mit Elementen einer Klettersportwand in Verbindung bringt und an dem sehr ungünstigen Kontrast aus "Schmuddelweiß" und "Okker-Gelb".


    Konnte die Wiederherstellung der weißen Streben an der Fassade des ebenfalls originalgetrau rekonstruierten Haus des Berliner Verlags immerhin noch etwas Plastizität addieren, so gibt der Zusatzschmuck dem Gebäude hier keinerlei Mehrwert und so dünstet dieses "modernisierte" Ensemble einen Oberschulen-Mief vergangener Jugendtage aus. Lange, schmale, kalte Gänge, stinkende Linoleumböden, Türen über Türen, das Gefühl sich in einem Labyrinth ewig gleichenden Nichts zu bewegen,bis man endlich den Weg ins Freie gefunden hat und freudenvoll durchatmet, all diese längst überkommenen Dystopien verwaltungstechnischer Zweckbauten lebensferner Administrationen verkörpert dieses Ensemble. All das können wir heute so viel besser, menschlicher, wärmer, angenehmer, inklusiver gestalten! Stattdessen gibt es Gelbkacheln und eine immerhin stilechte und wie ich finde ziemlich ikonische Kaffeetasse. Das ist zu wenig.

    Was bitte wird durch den geplanten „Umbau“ das Forum derart attraktiv und anders machen, dass die Wiesen auf einmal stärker genutzt werden?

    Es sind auch eher keine Liegewiesen zum Sonnenbad oder flanieren, aber es ist trotzdem wichtig, dass dieser von so gut wie jedem Tourist mindestens einmal besuchte Ort in vernünftigem Zustand ist. Das ist er momentan nicht. Für eine Bebauung bin ich prinzipiell auch, aber man muss sich ehrlich eingestehen, dass die auch Risiken hat. Einen Würfelhusten aus weißen Rauputz-WBM-Fassaden möchte ich dort jedenfalls nicht sehen. Warten wir doch erstmal ab, ob sie es hinbekommen die "neue-Altstadt" im Marienviertel ein Stück weiter rechts mit Lebendigkeit zu füllen oder ob auch dort so biedere, sterile Kisten hingesetzt werden, wie am Schinkelplatz.

    Selbst wenn man noch 50 meter höher gebaut hätte würde der Fernsehturm nicht seine dominante Stellung verlieren.

    Die Berliner würden den Fernsehturm nicht einmal gegen den Burj Khalifa tauschen wollen. Und auch ich habe Bauchschmerzen bei dem Gedanken. Warum eigentlich? Das Eine ist eine international bekannte und in den sozialen Medien überaus beliebte Landmarke und ein Rekordbau, an dem sich diverse Stararchitekten verewigt haben. Das Andere ist überwiegend ein Betonpfosten und ein Antennenmast. Niemand würde Beton- oder Stahlmasten auch nur eine Träne nachweinen, schon gar nicht im Zentrum der Stadt, wenn da nicht diese nur etwa Traufhöhen-große, mit silbern schimmernden Polygonplatten verkleidete Kugel dazwischen wäre. Vielleicht liegt es daran, dass Rundformen eine Rarität in der Architektur sind, die sich insbesondere an Kuppeln und sakralen Dachgebilden ausprobiert hat. Vielleicht rührt die Sehnsucht der Berliner daher, dass die "Kuppellandschaft" Berlins überproportional unter den Kriegs- und Teilungsfolgen gelitten hat. Vielleicht ist es die Verteilung der Baukörper, vielleicht stehen Betonmast, Kugel und Antennenmast in einer Beziehung zueinander, die sich dem goldenen Schnitt nähert. Vielleicht ist es aber auch schlicht Gewohnheit. Der Berliner steht Veränderung grundsätzlich ablehnend gegenüber. Ein Phänomen, das sich sowohl im West- als auch im Ostteil der Stadt finden und an zahlreichen Beispielen dokumentieren lässt. Die gute Nachricht (aus progressiv-architektonischer Sicht) ist, dass wir schrumpfen. Die Bevölkerung Berlins wird internationaler und dieser gesellschaftlichen Diversität wird ein internationalisiertes Verständnis von Urbanität folgen, das ist nur eine Frage der Zeit.


    Mittelfristig sehe ich die Marke von ca. 170m am Alex am Horizont schweben, evtl. gar etwas mehr. Die Tatsache, dass an der Warschauer ein 167m Bau genehmigt wurde, kann für den Alex eigentlich nur Gutes bedeuten. Ich denke, man wird nach Fertigstellung der Beiden momentan im Bau befindlichen Hochhäuser eine neue Re-Evaluation der Situation FT<>HH anstrengen.

    nicht ein einziges Verkehrsschild ist zu sehen. Für meinen Geschmack haben die Bäume auch zu voluminöse Kronen bei viel zu dünnen Stämmen.

    In der Tat, mir sind die Kronen auch zu voluminös. Ich hätte mir Kiefern oder etwas vergleichbar Gediegenes aus dem Nadelreich gewünscht, so wie sie auch vor dem BND-Gebäude unweit stehen. Oder man hätte wirklich auf Kübelbäumchen in Menschenhöhe setzen müssen, wie es Arty Deco vorschlägt. Die Krone hoch oben oder tief unten fände ich bei einem eher schluchtähnlichen urbanen Raum logischer. Allerdings glaube ich, dass man hier Jungbäume setzen wird und die Visualisierung einen ausgewachsenen Baumzustand darstellt, den wir vermutlich erst viele Jahre nach Umbau sehen werden, wenn überhaupt.

    Ich glaube das nicht. Wenn ich richtig sehe, wird gerade das erste, höhere "Panoramastockwerk" betoniert. Die Visus sehen zwei davon vor

    Das dachte ich auch. Aber auf den Bildern von Merlin (bzw. von Züblin) sieht man, dass das aktuell höchste Geschoss doch nicht für eine Verdopplung vorgesehen ist, sondern eine Decke in normaler Geschosshöhe gegossen wird (nur eine Hälfte fertig bisher). Das darauffolgende Geschoss müsste dann das Erstgeschoss von den zwei Panoramageschossen sein.

    Zitat von MiJa

    Aktuell wird die Decke des 34. OG betoniert, und der Gebäudekern ist in der Mitte eben noch etwa 2 Etagen höher, was wohl dann entgegengesetzt aller Visualisierungen der Technikaufbau wird.

    Wir haben das Atrium, welches höher ausfällt, aber das zähle ich als Erdgeschoss, also als Etage 0. Darüber zähle ich 33 Etagen, die optisch in 3er Gruppen umrahmt werden. Darüber erwarte ich dann das Panoramadoppelgeschoss, das die Zahl auf insgesamt 34 Etagen erhöht (theoretisch 35). Auf der Webseite mit Stand: 141m sind es ohne Panoramageschoss tatsächlich zwei volle Etagen weniger (31 in 3ern Gruppen). Zwei Etagen müssten mindestens 2x3,80m sein evtl. aber auch etwas mehr. Damit kommt das Gebäude auf ~150m.


    Wenn man genau hinsieht, ragt aus dem Kern noch Bewehrungsstahl vertikal heraus. Ich glaube, der wird noch ein kleines Stück erhöht um dann mit dem zweiten Teil des Panoramageschosses mehr oder weniger bündig abzuschließen. Spannend wird die Frage sein ob und wie stark man den Fensterputzkran sehen wird, bzw. wie gut sie ihn versteckt bekommen.

    Dann werden es offenbar zwei zusätzliche Geschosse verglichen mit der Visualisierung auf der Webseite, sodass die gesamte Gliederung bis zur Krone aus 3er-Reihen besteht, die in Würfeln gestapelt werden. Da die Webseite von 141m ausgeht, scheint man über die aus der Presse zuletzt verkündeten 146m hinauszugehen und die 150m nun doch ausnutzen zu wollen.

    Aber einen Laden, in dem man nach einem Kino-Abend im International noch ein Getränk zu sich nehmen kann, könnte ich mir da gut vorstellen (mit einem Pianisten, vielleicht).

    Nicht einfach bei der Miete. Nehmen wir an man macht eine Bar auf und hat Fr,Sa,So 18-02 Uhr geöffnet. Was werden das an Gästen sein, ich würde das Max. bei etwa 300 sehen und das Min. bei 30. Im Schnitt werden es etwa 100 sein, sagen wir optimistisch 150 pro Abend. Was werden die dort ausgeben, ich würde sagen nicht mehr als 2-3 Drinks im Schnitt, also etwa 25 Euro. Darauf gibt es 19% Steuern, bleiben 20 übrig. 3000€ Umsatz am Abend, ergo 36K/Monat, aber die Miete beträgt 30K und es sind noch keine Betriebskosten oder Mitarbeiter oder gar so etwas wie ein Pianist bezahlt.


    Ich rechne eher mit einer Restaurant-Kette, möglicherweise etwa ganz und gar sinistres wie Mc Donalds. Das wäre dann je nach Blickwinkel ein spannender Kontrast, eine historische Anmaßung oder Ausdruck einer natürlichen Evolution.

    Es scheint als hätten die Investoren das Potential dieses so zentralen Gevierts nun erkannt.

    An der Sbahn lassen sich sicher Büros vermarkten, aber auch das Büro-Großprojekt mit dem Chippie-Türmchen direkt an der Jannowitzbrücke scheint ins Stocken geraten zu sein. Ansonsten ist die Holzmarktstraße städtebaulich ziemlich "tot" bzw. wie du schon beschrieben hast, eine reine Durchquerungsstraße, die keinerlei Anlass bietet, dort länger als nötig zu verweilen. Dieser Zustand wird sich auch nicht ändern lassen, außer man bebaut den nutzlosen Grünstreifen vor den DDR-Riegeln und verschmälert die Holzmarktstraße um mindestens eine Spur je Richtung. Das wird wohl frühestens in 20 Jahren ein Thema sein.


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    Google Earth, Bearbeitung von mir, NRR