Für sich gesehen ist das Gebäude ganz gut geworden, vor allem verbindet es zwei grundlegend verschiedene Nutzungen elegant miteinander. Leider beißt sich die hellblau-bunte Glasverkleidung sehr mit dem rundherum vorhandenen Mix aus Backstein und Beton. Man hätte zumindest Dunkelrot (wie auf einzelnen Elementen vorhanden) als dominante Farbe festlegen können.
Beiträge von Fachwerkhaus
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Zitat von oeoeoe
Wenn ich höre, dass das "Volk" aus der Stadtgestaltung seit gut 100 Jahren praktisch ausgeschlossen wurde kann ich nur mit verlaub sagen, das dies, wenigstens der letzten 60 Jahre, doch eher ein Ausdruck passiver Starre ist.
Jeder kann sich in der Politik engagieren und ggf eine Partei gründen. Meinetwegen auch eine Fachwerkpartei.
Die meisten Mitbürger sind jedoch nur zu bequem und damit unkonstruktiv.Erleben wir nicht gerade im Moment zahlreiche Bewegungen, die eine Rekonstruktion von Teilen der Altstadt fordern? Wenn es in die heiße Phase geht, in der im Römer (übrigens auch eine 80%-Rekonstruktion) verbindliche Entscheidungen getroffen werden, dürften diese Bewegungen noch von sich hören lassen. Im Übrigen ist es ein Fehler im politischen System, der die Bürger von den meisten Entscheidungsprozessen ausklammert. Im Westend wurde niemand gefragt, ob er einen glasverkleideten Turm neben seinem Wohnhaus haben will. Als das Technische Rathaus entstand wohl genausowenig. Natürlich kann man Parteien gründen - aber der Gedanke, dass man damit effektiv einen etablierten Parteiapparat übertrumpfen kann ist ein wenig einfältig.
Zitat von oeoeoe
Doch, hat man sehr oft sogar. ....und zurecht wenn ich dies bemerken darf.Noch ein exzellentes Beispel für die Diskrepanz zwischen "Experten"meinung und Ansichten des einfachen Mannes auf der Straße: Gerade der Messeturm hat es durch seine elegante Form geschafft, Hochhäuser in Frankfurt beliebt zu machen. Mit den zuvor gebauten Glas- und Blechtürmen ist man dagegen auf breite Ablehnung gestoßen. Der gegenwärtige Trend zur Natursteinverkleidung bei Neu- und Umbauten lässt sich zu einem Teil sicher auf den Messeturm zurückführen.
Zitat von oeoeoeIch finde es Schade, dass man das Bauhaus heute mit grauenhafter Investorenarchitektur gleichsetzt.
Sofern sich dies auf meine Aussage bezüglich der "Perversion des Bauhaus" bezieht: Ich bin durchaus der Ansicht, dass die ursprüngliche Architektur im Geist des Bauhauses gut und schön ist. Auch in den 50er Jahren entstanden zahlreiche elegante Gebäude in Frankfurt, das Rundschau-Haus sei mal als Beispiel genannt. Leider wurde der Gedanke ab den 60er Jahren dazu missbraucht, die genannte grauenhafte Billig-Architektur zu rechtfertigen.
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Ich heiße zwar nicht Rohne, fühle mich von oeoeoes Aussagen aber auch angesprochen:
1) In welchem Zeitalter wir leben ist egal. Es geht darum, was dem "einfachen Volk" gefällt, das aus der Stadtgestaltung seit gut 100 Jahren praktisch ausgeschlossen wurde. Die Bürger sehnen sich nach Abwechslung von Flachdach und Glasverkleidung. Wenn das Volk gerne anonyme Glaskuben zum wohnen hätte würden vermutlich die meisten Architekten juchzend ans Zeichenbrett springen. Aber dass "das Volk" einfach etwas gemütliches, Bodenständigkeit und Tradition vermittelndes haben möchte, was zudem noch tausende Touristen jährlich anlocken würde, ist undenkbar. Was im postmodernen Elfenbeinturme der Städtegestaltung ersonnen wird, ist gut, ja perfekt und unverbesserlich, weil ja die Experten dort sitzen und der kleine Mann vom Bauen und "designen" eh keine Ahnung hat.
2) Wie bei 1) genannt - die Rekonstruktionen würden durch den Gedanken der zu ihrer Entstehung geführt haben wird Sinn erhalten. Das ist nicht anders als bei moderner Kunst oder auch postmoderner Architektur - wieso entspricht der Messeturm in seinen Formen einem 30er-Jahre-Hochhaus? Sicherlich nicht, weil das die efizienteste Bauweise ist. Helmut Jahn hat man noch nicht an den Kopf geworfen, ein 30er-Jahre-Disneyland-New York im Kopf gehabt zu haben, oder?
3) Den Vorschlag möchte ich gerne sehen. Geschichte setzt man mit Museen und Denkmälern Denkmäler - nicht mit modernen Häusern, bei denen man erst durch den Architekturführer erfährt, dass sie einst existente "Fachwerkhäuser" symbolisieren sollen. Ein Fachwerkhaus ist ein historisches Objekt, und daran sieht der Laie am besten, dass diese Stelle eine besondere historische Relevanz hat. "Ei gugge ma da, des sin ja lauder alte Häuser!" "Ei wieso hat man die dann alle widder uffgebaud?" "Ei des is sischer was ganz besonners hier!"
4) Unabhängig vom Material ist moderne Architektur durch ihre groben Fomen und fehlende (mal im historistisch-reaktionären Sinne verstandene) Eleganz aber immernoch modern und damit in meinen Augen für eine historische Stätte ungeeignet. Es gibt schöne moderne Architektur - aber bitte an Orte, die damit problemloser ausgestattet werden können als der historische Nukleus einer Stadt wie Frankfurt. Und - sollte man sich doch an alten Formen orientieren - wäre die mit reaktionären Elementen durchseuchte moderne Architektur noch "moderne" Architektur oder nicht viel mehr ein von Vorschriften und Richtlinien verstümmelter Mutant aus verschiedenen Stilrichtungen und Epochen, mit dem sich weder Architekt noch Bürger noch Bewohner identifizieren können?
5) Das Argument kann man so wie es ist umdrehen und gegen Dich verwenden: Wenn die Fläche so klein ist, welcher Schaden entsteht aus der Rekonstruktion für die Stadt Frankfurt, die Bauwirtschaft, die Architekten, Stadtplaner und weiß der Geier wer noch? Wir reden immernoch um eine vergleichsweise kleine Fläche, nicht um eine Niederlegung sämtlicher Nachkriegsgebäude zwischen Zeil und Main.
Bonus-Antwort Nr. 6) Ich empfinde die Debatte um die Reko als eine neue Facette einer seit der Nachkriegszeit stattfindenden Entwicklung. Alles was vor ca. 1920 bzw. 1945 an Architektur entstand, wird kategorisch als veraltet, schlecht, faschistoid und reaktionär betrachtet und unter Verwendung eines Stils, den ich gerne als "Perversion des Bauhaus" bezeichne, wo immer möglich durch "Fortschritt" ersetzt. Ich bin absolut der Meinung, dass nach dem Pomp des Kaiserreichs und dem Monumentalismus des Nationalsozialismus eine Gegenbewegung nötig war. Diese beiden Auswüchse dürfen aber nicht dazu benutzt werden, historische Architekturepochen prinzipiell abzulehnen. Ich warte sehnsüchtig auf den Tag in dem wieder Elemente in Gebäude eingefügt werden, die primär dem Schmuck dienen und nicht irgendeine technische Funktion beinhalten. Natürlich sind Sandsteinornamente und Ähnliches heute teurer als damals - aber es wäre immernoch machbar. Leider fehlt es Architekten und deren Auftraggebern an Mut, sich mit Geschichte effektiv auseinanderzusetzen. Statt dessen wird sie verdrängt und mit fadenscheinigen Holzhammer-Argumenten ("ja aber die Nazis/Stalinisten/Feudalherren/Absolutisten....") zu Grabe getragen
So wie es scheint, müsste ich heute selbst zum Zeichenstift greifen, wenn ich ein klassizistisches Wohnhaus haben wöllte....
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Ich frage mich, wie die Anbindung an den ÖPNV aussehen wird. Wird eine Buslinie ausreichen oder können wir mit einer Renaissance der alten Straßenbahnlinie 3 rechnen?
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Zitat von ottcgn1
Wenn man sich die Zeichnung in Beitrag 23 ansieht, kann man erkennen, wie harmonisch der damals geplante Campanile die Festhalle ergänzt und komplettiert hätte.
Man kann nur hoffen, dass der Architekt für eine neue, moderne Variante des Campanile diese Harmonie nicht stört. Möglicherweise könnte er die Pracht des Gebäudes stören.
Ich denke schon, dass sich der zuständige Architekt an den Originalunterlagen orientieren wird, schon allein weil das Denkmalamt nichts anderes als einen historisierenden, der restlichen Festhalle angepassten Entwurf genehmigen wird. Der gegenwärtig geplante Zustand ist jedenfalls nicht sehr representativ. Der Vergleich hinkt zwar etwas, aber - man hat im 19. Jahrhundert schließlich auch zahlreiche gotische Kathedralen Jahrhunderte nach Einstellung der Bauarbeiten fertiggestellt...
Ich persönlich könnte auch gut mit einem den übrigen Ecktürmchen angepassten Turmstumpf leben. Einen "Bonsai-Messeturm" neben dem großen Vorbild braucht man eigentlich nicht, ich lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen.
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Die Station selbst liegt nicht zu hoch. Soweit ich weiß wurden aber diverse Lüftungseinrichtungen in das Podest integriert, so dass man da umbauen müsste. Der Hauptgrund dürften aber die Bäume auf der Konstablerwache sein. Ohne das Podest hätte man die ganze Station tiefer legen müssen, um genügend Erde zwischen der Oberfläche und der Decke der B-Ebene zu haben. Vermutlich wird man die meisten Bäume mit dem Podest entfernen müssen. Kleinere Botanik in Pflanzkübeln könnte das aber ausgleichen.
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Ich hatte bei einer solchen "elementaren" Konzeption eigentlich etwas mehr erwartet, als Standard-Bürogebäude mit bunten Fassaden, in die nur der Eingeweihte einen tieferen Sinn hineininterpretieren kann. Man hätte die Chance nutzen können, um die jeweiligen Häuser (evtl. unter Nutzung moderner oder wiederentdeckter ökologischer Technologien) architektonisch auf "ihr" Element auszurichten. Natürlich wäre das ganze teurer geworden, aber die Uni schwimmt ja eh bald im Geld...
Einzig das "Lufthaus" sticht durch eine wie auch immer geartete Auseinandersetzung mit dem namensgebenden Element hervor. Ich wüsste gerne, was sich der Architekt bei letzterem gedacht hat.
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Der Artikel zum Bayer-Haus ist hier nachzulesen:
http://www.rhein-main.net/sixc…2_news_article&id=2880751Bis Jahresende soll das Haus saniert werden, dann zieht ein Fleming's-Hotel ein.
Gut zu wissen, dass das letzte markante 50er-Jahre-Gebäude in dieser Ecke der Abrissbirne entgehen wird... -
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Leider wird man trotz der vollzählig erhaltenen Baupläne einige markante Details ändern. Wenn man dieses Modellfoto mal mit den Reko-Modellen vergleicht, wird man feststellen, dass das neue Palais wesentlich schmaler werden wird. Während das bei der Straßenfront noch keine allzugroßen Konsequenzen haben wird, kann man davon ausgehen, dass die (ehemalige) Gartenfront mehr oder weniger neu gestaltet werden muss.
(Aus der Wikipedia) -
Eine Tunnellösung müsste nicht mal sehr teuer sein, wenn man sie als abgedeckten Trog errichtet und bei den U-Stationen auf eine B-Ebene verzichtet. Der Knackpunkt daran ist, dass der U-Bahn-Verkehr auf der Strecke zum erliegen kommen würde, denn eine Umleitung wie das 1963 bis 1968 der Fall war ist so nicht mehr möglich. Das bedeutet zwischen Miquelallee bzw. der nördlichsten fertiggestellten Tunnelstation und dem jeweiligen südlichen Endpunkt der oberirdischen Strecke Schienenersatzverkehr. Dazu bräuchte man die meiste Zeit des Tages Gelenkbusse im Minutentakt - oder man baut bergmännisch und bezahlt ungefähr so viel wie für DII.
Fazit: Hätte man es in den 60er Jahren gleich richtig gemacht, hätte die Eschersheimer noch Bäume und wir kein Problem...
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Angesichts der Taktverdichtung hat man nun folgende Optionen:
1) Man lässt alles wie es ist und hofft, dass die Probleme nicht zu groß werden.
2) Man hält sich an die 40 Jahre alten Pläne und vergräbt die Strecke bis Weißer Stein (dort ist die letzte Straßenquerung vor Heddernheim).
3) Man begnügt sich mit kurzen Unterführungen der U-Bahn unter den am meisten befahrenen Straßenkreuzungen (Hügelstraße).
4) Man baut Straßenunterführungen.
5) Man lässt alles wie es ist und baut die DII-Strecke. -
Nachtrag: Die FR berichtet heute, dass eine Kapazitätssteigerung auf der A-Strecke auf wundersame Weise doch machbar sei, und das auch ohne Tunnel Dornbusch-Heddernheim.
Außerdem gibt es einen Kommentar zu den aktuellen Entwicklungen. Der Kommentator unterstellt, dass das Kapazitätsproblem erfunden wurde, um den Bau der DII-Strecke Bockenheimer Warte - Ginnheim zu rechtfertigen. Außerdem sei es fragwürdig, wieso die Riedbergler unbedingt zum Hauptbahnhof müssten, die Anbindung an die Hauptwache sei ebenso sinnvoll.
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Die Kosten für die Untertunnelung der Eschersheimer nördlich Dornbusch stehen in keinem Verhältnis zum dadurch gewonnenen Nutzen. Schönere Straßen zählen bei der KNU leider nicht, und die dadurch erzielten Fahrzeitverringerungen von wenigen Minuten sind auch nicht der Rede wert. Offene Bauweisen wie anno 1968 sind heutzutage auch nicht mehr durchsetzbar, so dass es noch ein Stück teurer werden würde.
Eine Einfädelung einer vierten Linie auf die A-Strecke Heddernheim - Südbahnhof ist sicherlich auch ohne Tunnel möglich. Die VGF hat insofern Recht, als dass es bei den gegenwärtigen Taktzeiten auf den drei Linien nicht möglich ist, eine vierte einzufügen. Wenn man auf U123 den Takt aber geringfügig ausdehnt, müsste es gehen. Notfalls hängt man auch außerhalb der HVZ einen vierten Wagen an. Und eine Förderung eines Tunnels ist nach Ansicht der FDP nur dann vorstellbar, wenn es die einzige Möglichkeit zur Anbindung des Riedbergs ist.
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Ich mutmaße mal, dass die Sperung nur für einige Zeit andauert, um mögliche Nachahmer abzuhalten. Wenn das Ereignis nach ein paar Wochen wieder "vergessen" wurde, wird man sicherlich auch die Plattform wiedereröffnen.
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Solange das Ding eine beige Sandsteinfassade bekommt und sich so farblich der Umgebung anpasst besteht eine gewisse Chance, dass sich der Turm in das Opernplatzensemble halbwegs harmonisch einfügt. Ein endgültiges Urteil über den städtebaulichen Sinn oder Unsinn des Turmes an dieser Stelle werde ich mir aber erst bilden, wenn er fertig ist...
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Mal eine Frage an die, die das Gesamtmodell genauer in Augenschein nehmen konnten:
Wurden dabei Rekonstruktionen einzelner historischer Gebäude wie z.B. der Goldenen Waage berücksichtigt oder will man zunächst mal das ganze Areal mit bunten neomodernistischen Steildachhäuschen zustellen?
Gibt es im Moment überhaupt ernstzunehmende Pläne für Rekos einzelner bedeutender Häuser?
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Die Rampe soll auf Höhe des Güterplatzes liegen, nicht zwangsläufig direkt darauf. Jedenfalls sind die aktuellen Entwicklungen sehr verwirrend und in Anbetracht des gerade in Bau befindlichen endgültigen (???) Europaboulevards ziemlich unglücklich. Wenn man nicht sofort einen Baustopp verhängt, wirds in ein paar Jahren noch eine Großbaustelle geben, diesmal aber im fast fertigen Viertel...
Insgesamt verstehe ich nicht, wie die Grünen es geschafft haben, der CDU sämtliche Tunnelprojekte abzuschwatzen. Habe ich irgendwo ein massives Zugeständnis der Grünen (abgesehen vom Riederwaldtunnel) übersehen? Flughafen? Nordmainische S-Bahn?
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Genau so hatte ich mir das vorgestellt. Nach meinen Beobachtungen verlassen recht viele Fahrgäste am Hauptbahnhof die 16, so dass ein Tausch nicht zu gravierend ausfallen dürfte. Es war ohnehin geplant, die 16 ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2006 zum Rebstock fahren zu lassen und die 17 als Ersatz nach Ginnheim bzw. mit Beginn der Bauarbeiten nur noch bis zur Bockenheimer Warte. Nach Fertigstellung des Tunnels wäre die 17 eingestellt worden, später aber ggf. als Verstärker für die 16 zum Rebstockbad wiedergekommen.
Im Zusammenhang mit der Betriebsstrecke in der Schloßstraße kam mir die Idee, den wenig frequentierten Ast der U7 wieder in das Straßenbahnnetz zu integrieren und gegebenenfalls wie vor 1985 bis nach Praunheim Brücke zu verlängern. Am Industriehof müsste man dafür an Stelle der bisherigen Bushaltestelle eine Straßenbahnhaltestelle einrichten oder aber die noch relativ junge Stadtbahnstation völlig umbauen, möglicherweise mit einem Hochbahnsteig zwischen den Gleisen und Niederflurbahnsteigen außen...
U6 West und U7 Ost könnte man dann zu einer neuen Linie verbinden, ergänzt um eine Verstärkerline zum Ostbahnhof.
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Die Verspätungen ließen sich reduzieren, wenn man ab der Varrentrappstraße die Strecken von 16 und 17 tauscht. Auf dem kürzeren Abschnitt hat die 17 weniger Gelegenheiten, sich Verspätungen einzufangen.
Wenn der Bedarf entstehen sollte, könnte man diese Linie auch problemlos mit Doppeltraktionen betreiben, die Verlängerung einzelner Stationen auf 65 Meter könnte während der geplanten Modernisierung und Beschleunigung durchgeführt werden. Bei der Betrachtung des gegenwärtigen Zustandes der 16 muss man sich auch vor Augen halten, dass in die Strecke seit den 70er Jahren praktisch nichts mehr investiert wurde, weil man davon ausging, dass "bald" die U-Bahn kommt. Mit den vom Tunnelbau frei werdenden Finanzen kann man die Strecke nun entsprechend ausbauen.
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"Möglich" wäre in der Europaallee alles gewesen. Man muss bei der Betrachtung des verkehrspolitischen Entscheidungsprozesses jedoch berücksichtigen, dass die Generation 68-86 noch nicht vollständig in Rente gegangen ist und ihre Nachfolger nicht unbedingt objektiver arbeiten (ich erinnere an dieser Stelle an das berühmte "Kaffee-Zitat").
Lange Rede, kurzer Sinn: Das Europaviertel als bundesweites Vorzeige-Stadtentwicklungsprojekt muss eine vollkommen unterirdisch verlaufende U-Bahn bekommen, weil alles andere nicht weltstädtisch und prestigeträchtig genug wäre...
Da ist es natürlich ärgerlich, dass man die Möglichkeit für einen preiswerten offenen Tunnelbau hat verstreichen lassen. Man hätte alles im Rohbau belassen und den Endausbau erst bei entsprechendem Bedarf durchführen können. Vermutlich hätte es wegen den bisher sehr theoretischen Fahrgastzahlen (wer garantiert denn, dass das Europaviertel in 10 Jahren voll bebaut und bezogen sein wird?) auch keine Fördergelder gegeben. Dass man später das doppelte bis dreifache bezahlen wird, ist dann ein Problem für den politischen Nachwuchs...