Beiträge von tegula

    Historischer Überblick


    Unter dem erst im 6. Jahrhundert bezeugten Namen Mosa Trajectum existierte an diesem Ort bereits in römischer Zeit eine bescheidene Siedlung und ein Übergang über die Maas. Auch ein Kastell aus dem 4. Jahrhundert ist nachgewiesen. Doch die römischen Spuren sind im heutigen Stadtbild nicht sichtbar. Sie sind nur archäologisch zu ergründen. In merowingischer und karolingischer Zeit gewann Maastricht an Bedeutung, war zumindest zeitweise bis ins 8. Jahrhundert Bischofssitz. Der Überlieferung nach war der heilige Servatius der erste Bischof von Maastricht und der Niederlande überhaupt. Die Schriftquellen hierzu sind so widersprüchlich, dass man seine Lebzeiten nur grob ins 4. oder 5. Jahrhundert terminieren kann. Servatius ist der Schutzpatron von Maastricht und vor Ort omnipräsent – inklusive jährlicher Prozessionen. Über dem vermeintlichen Grab des Bischofs erhebt sich heute die imposante St.-Servatius-Basilika.


    Das Hochmittelalter war für Maastricht nicht zuletzt durch die bedeutende Abtei (bereits seit dem 9. Jahrhundert weltliches Stift) St.-Servatius von hohem Wohlstand geprägt. Die deutschen Kaiser besuchten regelmäßig das Grab des Heiligen Servatius und machten entsprechende Schenkungen. Damit verbunden war eine bemerkenswerte kulturelle und künstlerische Blüte. Maastricht war im Mittelalter ein wichtiges religiöses Zentrum und Wallfahrtsort, was sich ebenfalls noch im Stadtbild mit seinen zahlreichen Sakralbauten abzeichnet. Im Jahr 1202 gab König Otto IV. die Stadt dem Herzog von Brabant zum Lehen, was zu einer Doppelherrschaft gemeinsam mit dem Bischof von Lüttich führte. Diese Konstellation und die daraus resultierenden kriegerischen Auseinandersetzungen waren über Jahrhunderte für Maastricht prägend. Obwohl nie offiziell Stadtrechte verliehen wurden, begann man seit dem 13. Jahrhundert, die Stadt mit Stadtmauer und Toren zu versehen und diesen Ring im 14. Jahrhundert erheblich zu erweitern. Große Teile dieser Befestigungssysteme sind erhalten und sogar begehbar.


    Die Geschichte Maastrichts in der frühen Neuzeit war von den Wirren der Reformation und den niederländischen Unabhängigkeitskriegen gegen die spanischen Habsburger geprägt. 1579 wurde die Stadt von den Truppen des spanischen Statthalters belagert und in weiten Teilen zerstört. Es folgte eine Rekatholisierung Maastrichts. Letztlich konnten sich aber beide Konfessionen – Protestanen und Katholiken – in der Stadt behaupten, nachdem diese 1632 von Frederik Hendrik von Oranien für die Republik der Vereinigten Niederlande erobert worden war. Immer wieder war Maastricht als Garnisonstadt im späten 17. Jahrhundert bis ins frühe 19. Jahrhundert für kurze Zeiträume von französischen Truppen besetzt, blieb aber eine Provinzstadt. Aufs nationale bzw. internationale Parkett kehrte es als erste Industriestadt der Niederlande und mit dem Vertrag von Maastricht zurück. Letzterer darf 1992 als Geburtsakt des Euro angesehen werden, und genau aus diesem Grund dürfte die Stadt an der Maas vielen ein Begriff sein, obwohl sie so viel mehr an bedeutender Geschichte zu bieten hat.


    Stadtrundgang: https://www.zeilenabstand.net/…t-des-heiligen-servatius/


    Impressionen:


    Maastricht%20-%20Maas%20und%20Liebfrauenkirche.jpg

    Panorama von Maastricht mit der Maas und der Liebfrauenkirche – im Hintergrund die Türme der St.-Servatius-Basilika und der Sint-Janskerk


    Maastricht%20-%20Vrijthof.jpg

    Der Vrijthof mit der St.-Servatius-Basilika und der Sint-Janskerk


    Maastricht%20-%20St.-Servatius-Basilika%20-%20Chor.jpg

    Die Ostteile der St.-Servatius-Basilika


    Maastricht%20-%20St.-Servatius-Basilika%20-%20Bergportal.jpg

    St.-Servatius-Basilika: Bergportal


    Maastricht%20-%20Sint-Janskerk%20-%20Westturm.jpg

    Der markante Westturm der Sint-Janskerk


    Maastricht%20-%20Liebfrauenkirche%20-%20Ostteile.jpg

    Die Ostteile der Liebfrauenkirche am Graanmarkt


    Maastricht%20-%20Liebfrauenkirche%20-%20Westfassade.jpg

    Westfassade der Liebfrauenkirche


    Maastricht%20-%20Liebfrauenkirche%20-%20Chor.jpg

    Chorraum der Liebfrauenkirche


    Maastricht%20-%20Rathaus.jpg

    Das Rathaus (Stadhuis) auf dem weitläufigen Marktplatz


    Maastricht%20-%20Graanmarkt%20und%20Stokstraat.jpg

    Blick vom Graanmarkt in die Stokstraat


    Maastricht%20-%20Bisschopsmolen%20und%20Ridderstraat%202.jpg

    Blick auf die Rückfront der Bischofsmühle und das Haus Ridderstraat 2


    Maastricht%20-%20Dinghuis.jpg

    Das Dinghuis


    Maastricht%20-%20Huys%20Op%20Den%20Jeker.jpg

    Huys Op Den Jeker


    Maastricht%20-%20Helpoort.jpg

    Das Helpoort

    Die eine Seite sagt: schöne Gebäude können nichts für die Zeit und Umstände in der sie entstanden sind, also lasst uns rekonstruieren.


    Die andere Seite sagt: das Gebäude mag äusserlich schön sein, wurde aber mit Blut und Tränen gezahlt, Rekonstruktionen sind daher zu vermeiden

    Ich proklamiere da ja gerne noch einen dritten Weg. Ich sage: Baut die historischen Bauten wieder auf, um das Stadtbild aufzuwerten und die historische Stadtgestalt zu heilen. Aber nutzt dabei die Möglichkeit, sie zu kontextualisieren. Nutzt die Chance, etwas über ihre wechselvolle und kontroverse Geschichte zu erzählen. Schafft Ausstellungen und Gedenkstätten. Bringt die Menschen dazu, innezuhalten und darüber nachzudenken, unter welchen Voraussetzungen hier Geschichte geschrieben wurde, was sie für uns bedeutet und wie wir unsere zukünftige Gesellschaft formen wollen. Welcher Ort wäre dafür geeigneter als eine Rekonstruktion, die all die Widersprüche in seiner Geschichte aushalten muss? Schaut nicht nur in die Vergangenheit, sondern formt Zukunft. Für mich ist das kein Widerspruch, dies an einem historischen Ort, in einem historischen Bauwerk umzusetzen.

    ^


    Welche Linien gezogen werden, müssen die Organisatoren selbst definieren. Das sollte aber im Vorfeld geschehen und offen kommuniziert werden. Solche Linien sollten sich an gesellschaftlichen Normen und Vorstellungen orientieren und sich von den Rändern der Gesellschaft abgrenzen. Geht man dabei zu weit oder nicht weit genug, läuft man Gefahr, die gesellschaftliche Akzeptanz zu verlieren. Das ist also eine Gratwanderung, der man sich bewusst sein muss.


    Und natürlich kann man es einem Förderverein nicht aufbürden, die Gesinnung jedes Spenders zu überprüfen, mal ganz abgesehen von ganz anderen Bedenken. Sollten aber "problematische" Spender enthüllt werden oder offen zutage treten, braucht es ein fertiges Konzept, wie man souverän agiert. Im Fall des Fördervereins für das Berliner Schloss hatte ich aber das Gefühl, dass man auf Enthüllungen wie im Fall Bödecker nicht vorbereitete war und zunächst sehr kopflos unterwegs war. Das hätte sich sicher vermeiden lassen, wenn man solche Entwicklung im Vorfeld einkalkuliert hätte. Wer ein solches Projekt auf die beide stellt, dem muss es doch bewusst sein, dass sich auch eine konservativ-reaktionäre Klientel angesprochen fühlt. Dann muss man sicherstellen, dass nicht auch noch weiter rechts stehende Individuen und Organisationen das Projekt für die eigenen Ziele instrumentalisieren. Irgendwo dort sollte man seine roten Linien ziehen und entsprechend konsequent handeln.

    Auf jeden Fall sollte es bei derartigen Projekten eine rote Linie geben, bei deren Überschreiten Spenden auch abgelehnt werden können. Schwieriger als die Formulierung dieser Linie dürfte die konkrete Entscheidung sein, wann sie überschritten ist. Im Fall des Berliner Schlosses hat ja vorwiegend die Causa Bödecker für Aufregung gesorgt. Der Fall war schon so grenzwertig, dass selbst die Angehörigen dafür plädierten, die Ehrentafel für den Spender zu entfernen. Man muss bei solchen Sachlagen sehr sensibilisiert vorgehen, um die unzähligen unbescholtenen Spender nicht in Misskredit zu bringen. Diese Herausforderung sehe ich schon.

    Die einzige Moeglichkeit etwas gegen diesen Krebs zu tun ist Rektoren der Schulen aufzufordern,

    mit den Lehrern die Schuehler dadegen zu positionieren. So wie man das gegen das Rauchen

    schon seit Jahrzehnten macht. Wenn die Schuehler sehen, wie eine 80 Jaehrige Eigentuemerin heult

    weil Ihr Haus von Hass zerfressen verschmiert wurde, regeln die Schuehler das untereinander.

    Ich habe da gleich mehrere Rückfragen bzw. Anmerkungen. Wie kommst du dazu, dass es sich bei den Sprayern um Schüler handeln muss? Der obige Artikel spricht gar von einem 64-jährigen! Aber was mir hier noch wichtiger erscheint: Sprayer handeln in aller Regel nicht aus Hass, insofern läuft deine Belehrungsaktion wahrscheinlich ins Leere. Man muss dabei sicher auch unterscheiden zwischen lästigen Schmierereien und wahren Kunstwerken. Der Übergang ist da natürlich fließend. Man muss das Phänomen Graffiti also sehr differenziert betrachten. Es gibt hier im Forum sogar einen Strang, der sich mit den positiven Beispielen beschäftigt.

    ^


    Ich verstehe nicht ganz, worauf dieser Beitrag abzielt, zumal er nicht ganz korrekt ist. Zunächst einmal werden Spendenquittungen bei solchen Vorgängen nicht generell ausgestellt, wie hier suggeriert wird, sondern nur dann, wenn der Empfänger gemeinnützig ist. Diese Voraussetzung scheint in dem konkreten Fall gegeben zu sein, weil die Trägerin des Museums tatsächlich gemeinnützig ist. Der verlinkte Artikel selbst aber spricht von einer Leihgabe der 170 Kunstwerke. Insofern sind alle weitergehenden Überlegung, worauf die auch immer abzielen, obsolet.

    Bemerkenswert, welche wichtigen Veränderungen ein doch eher kleines Detail am Gesamteindruck vornehmen kann. Das Ergebnis erscheint mir visuell absolut überzeugend, unabhängig davon, welche Botschaften dort zum Tragen kommen. Erst jetzt wirkt der Kuppelbau vollständig. Ästhetisch haben die Architekten Friedrich Wilhelms hier ganz Großes geschaffen und es eine Freude, dass Berlin heute wieder davon profitieren kann.

    Zu: Philipp Oswalt, Bauen am nationalen Haus. Architektur als Identitätspolitik


    Philipp Oswalt, einer der schärfsten Kritiker des Wiederaufbaus des Berliner Schlosses, hat sein Buch zur Identitätspolitik in der Architektur veröffentlicht: https://www.uni-kassel.de/fb06…ur-als-identitaetspolitik


    Das Schloss nahm darin selbstredend eine zentrale Rolle ein. Insgesamt ist mein Eindruck zwiespältig. Ich sehe einige richtige Beobachtungen, aber auch viele überzogene oder falsche Schlüsse. Wer sich mit der Thematik tiefer beschäftigen möchte, sollte aber über eine Anschaffung nachdenken und seine eigenen Schlüsse ziehen. Mein Fazit:


    Oswalt positioniert sich überdeutlich als Gegner originalgetreuer Rekonstruktionen. Doch anstatt sich an ästhetischen oder städtebaulichen Gesichtspunkten in seiner Argumentation zu orientieren, unternimmt er den Versuch, die Bauten durch das Aufspüren einzelner umstrittener Freunde und Förderer der Wiederaufbauvorhaben zu diskreditieren. Damit zieht er Rekonstruktionen auf eine politische Ebene, die von den Organisatoren und Initiatoren der Projekte in der Regel nicht intendiert ist. Nicht auf Geschichte und Nation berufen sie sich, sondern auf Ästhetik und Lebensqualität. Muss daher nicht sogar der Ansatz, ein menschenwürdiges organisches Stadtumfeld zu schaffen, gegenüber dem Festhalten an Beton- und Glasarchitektur, die die Nachkriegsmoderne seit Jahrzehnten prägt, als der progressivere Weg angesehen werden?


    Oswalt begeht den Fehler, Korrelation als Kausalität auszugeben. Weil auch rechte Gruppierungen Rekonstruktionen wohlwollend gegenüberstehen, unterstellt er derartigen Projekten einen erinnerungspolitischen Revisionismus sowie "Narrative und eine Identitätskonstruktion [...], die auf essenzialistischen Ideen von Herkunft und Ursprung basieren". Ich kenne allerdings keinen entsprechenden Bau, der in der Öffentlichkeit in dieser Weise instrumentalisiert worden wäre. Nicht der Hildesheimer Marktplatz, nicht die Frankfurter Altstadt, nicht das Potsdamer Schloss! Selbst das Berliner Schloss kann nicht wirklich als überzeugendes Beispiel herhalten. Und an der Dresdner Frauenkirche, die bisher als unbelastete Rekonstruktion gilt, setzte man sogar ein Zeichen gegen die Pegida-Aufmärsche. Vielmehr sind dies alles Konzepte, die von der Bürgerschaft getragen oder von demokratischen Entscheidungsprozessen begleitet worden sind. Das bedeutet nicht, dass sie grundsätzlich nicht kritikwürdig sind. Das sollte aber auf einer anderen Metaebene stattfinden, die nicht mit fadenscheinigen Theorien aufwartet und den Menschen ihre tatsächliche Motivation am ästhetischen Bauen und an lebenswerten Stadtbildern abspricht.


    Zuletzt gibt sich Oswalt aber auch versöhnlich, wenn er die publizierten Interpretationen seines Kollegen Stephan Trüby und einiger seiner Co-Autoren in Teilen ablehnt. Bereits die dabei angewandte Begrifflichkeit als "Rechte Räume" stößt bei Oswalt auf Ablehnung, weil sie die Grenzen zwischen legitimen konservativen und rechtsradikalen Positionen verwischt. Rückbezüge auf historische Traditionen sowie ihr Gegenstück der Traditionsbrüche betrachtet er weder per se als reaktionär noch progressiv. Gleichzeitig betont er berechtigterweise, dass Gebäude eine symbolische Wirkung innehaben können, die Botschaften in die Öffentlichkeit transportieren. Ist es dann aber nicht auch legitim, originalgetreue Rekonstruktionen allein durch ihre neue Funktion zu kontextualisieren und ihnen damit einen modifizierten Aussagegehalt zukommen zu lassen? Auf diese Weise kann auch eine Potsdamer Garnisonkirche zum Ort der Versöhnung und der Friedensbotschaft werden – ganz unabhängig von ihrer barocken Gestalt. Und das ist es doch, was für die meisten von uns zählt, nicht die einengende Fokussierung auf dunkle Flecken in ihrer Geschichte.


    Zur vollständigen Rezension: https://www.zeilenabstand.net/…n-philipp-oswalts-thesen/

    Man wird das Gefühl nicht los, dass mit der stetigen Verschleppung des Projektes die ursprüngliche Idee des Bundestages mit so viel Schinkel wie möglich aufgeweicht werden soll. Jetzt bleibt also nur noch das Material. Vielleicht wird am Ende eine Zwitterlösung wie am Berliner Schloss stehen. Ich könnte damit leben, wenn die Originalfassaden zum Schinkelplatz und Kanal weisen.

    Danke für den Hinweis. Angesichts der angestaubten Benutzeroberfläche war schon länger zu befürchten, dass der Dienst nicht für die Ewigkeit angelegt ist. Da habe ich mich seinerzeit leider nicht von abschrecken lassen. Ich denke, ich werde abwarten, wohin die Reise bei Abload geht, bevor ich handele. Über weitere Vorschläge für Alternativen würde ich mich aber auch freuen.

    Karlskrona in der südschwedischen Provinz Blekinge ist eine verhältnismäßig junge Stadt. Und doch ist sie voller Geschichte und ein UNESCO-Weltkulturerbe. Das hängt entscheidend mit ihrer geographischen Lage und den geopolitischen Verhältnissen in der frühen Neuzeit in Skandinavien zusammen.


    Als 1658 im Frieden von Roskilde unter anderem die Provinzen Schonen, Blekinge und Halland von Dänemark an Schweden kamen, benötigte die schwedische Krone im südlichen Schärengürtel einen Militärstützpunkt für die Marine. König Karl XI. verlieh im Jahre 1680 der nach im genannten und von ihm auf der Insel Trossö gegründeten Stadt Stadtrechte. Karlskrona nahm damit auf schwedischer Seite die Rolle einer Festung ein, die das nur wenige Jahrzehnte zuvor von Dänemark gegründete Kristianopel ersetzte. Die Marinestadt stieg in den folgenden Jahrzehnten zu einer der größten Städte Schwedens auf, während das nur wenige Kilometer entfernte Kristianopel seine Rolle als Grenzfestung letztlich verlor und verfiel.


    Die ersten Pläne für Stadt und Festung stammten von Erik Dahlberg und Carl Magnus Stuart. Die Lage der Stadt war klug gewählt, denn die vorgelagerten Schären bildeten einen natürlichen Schutz vor seeseitigen Angriffen. Entsprechend wurden an den Fahrrinnen weitere Festungsbauwerke errichtet, wie sie noch heute beeindruckend auf den Inseln zu sehen sind. Unsere Empfehlung ist daher ein Ausflug auf die Schäreninsel Aspö, auf der sich die hervorragend erhaltene Festung Drottningskär aus dem späten 17. Jahrhundert befindet. Von hier aus zeigt sich ein fulminanter Blick auf die gegenüberliegende Festung Kungsholm, die der Insel Tjurkö vorgelagert ist. Sie steht für den Besucherverkehr offen.


    Rundgang durch Stadt und Marinemuseum: https://www.zeilenabstand.net/…ltkulturerbe-in-blekinge/


    Galerie:


    karlskrona-stadtpanorbfe90.jpg

    Stadtpanorama von Karlskrona mit der Admiralitätskirche links und der Friedrichskirche rechts


    karlskrona-marinemuse3zils.jpg

    Das Marinemuseum mit dem Segelschulschiff Jarramas


    karlskrona-friedrichs4pdfc.jpg

    Friedrichskirche und Markplatz


    karlskrona-dreifaltigdzdui.jpg

    Dreifaltigkeitskirche auf dem Marktplatz


    karlskrona-rathausipfaq.jpg

    Rathaus, davor Denkmal für König Karl XI.


    karlskrona-admiralitar6iye.jpg

    Admiralitätskirche Ulrica Pia


    karlskrona-sodrakungsd2f1q.jpg

    Blick entlang der Södra Kungsgatan zum Admiralitätsglockenturm im Admiralitätspark


    karlskrona-festungdrobxdtx.jpg

    Festung Drottningskär auf der Schäreninsel Aspö

    Unser Weg führt uns ins Zentrum der Niederlande, in die historische Provinz Overijssel, genauer in die Hansestadt Deventer, die malerisch am Ufer des Stromes IJssel liegt. Deventer ist einer der ältesten Orte der Niederlande und findet bereits in Quellen des Bistums Utrecht im 9. Jahrhundert Erwähnung. Doch darf angenommen werden, dass der angelsächsische Missionar Lebuinus bei seiner Überquerung der IJssel im Jahre 768 an dieser Stelle eine Kirche errichtete. Auch eine erste Stadtbefestigung aus Wällen ist im späten 9. Jahrhundert nachweisbar.


    Die Entwicklung zur Stadt muss früh eingesetzt haben, denn in einer Schenkungsurkunde von König Otto I. aus dem Jahre 952 wird Deventer als urbs bezeichnet. Sukzessiv erhielt der Ort Privilegien und vergleichsweise früh erfolgte 1123 die Verleihung der Stadtrechte. Der Shipbeek, ein Nebenfluss der IJssel, floss im Mittelalter unmittelbar südlich der Altstadt in den großen Strom. Das Mündungsgebiet bildete den Hafen Deventers. Die günstige Lage an den Flussläufen und die damit einhergehende Verbindung zur Nordsee ließen den Handel florieren. Die blühende Handelsstadt war schließlich lange Teil der Hanse.


    Stadtrundgang: https://www.zeilenabstand.net/…hafenstadt-an-der-ijssel/


    Galerie:


    deventer-altstadtandesdfmu.jpg

    Altstadt mit der Lebuinuskirche an der IJssel


    deventer-lebuinuskirc9iey0.jpg

    Lebuinuskirche am Grote Kerkhof


    deventer-lebuinuskircuvf1m.jpg

    Chor der Lebuinuskirche


    deventer-bergkircheanvbctd.jpg

    Bergkirche an der Stadtmauer


    deventer-bergkirche-wtudba.jpg

    Westfassade der Bergkirche


    deventer-waage8of9p.jpg

    Die Waage am Brink


    deventer-rathauscqcu2.jpg

    Rathaus und Landshuis am Grote Kerkhof


    deventer-bergkwartierlleov.jpg

    Menstraat im Bergkwartier

    Die Friedensstadt


    Osnabrück ist vor allem durch die Verhandlungen zum Westfälischen Frieden bekannt, die dort und im nahegelegenen Münster im Jahre 1648 zur Unterzeichnung eines Friedensvertrages führten, der nicht nur den Dreißigjährigen Krieg beendete, sondern auch noch viele Jahrhunderte nachwirkte. Regelmäßig werden Jubiläen dieses Ereignisses gefeiert, so auch in diesem Jahr, in dem die Erinnerung an die Mutter aller neuzeitlichen Friedensverträge angesichts der weltweiten Entwicklungen umso dringlicher erscheint.


    Blick in die Geschichte


    Der Ort an einer Hasefurt in einer Senke zwischen Wiehengebirge und Teutoburger Wald war bereits in sächsischer Zeit Kreuzungspunkt wichtiger Fernstraßen. Es bestanden somit Bedingungen für einen christlichen Missionsort, der 780 eingerichtet wurde. Im Rahmen der Sachsenmissionierung gründete Kaiser Karl der Große kurz darauf höchstpersönlich im Jahre 800 das Bistum Osnabrück. Der besondere Bezug zum Bistumsgründer ist in der Stadt noch heute spürbar. Neben dem Dom ist in ehemaligen Jesuitengebäuden das Gymnasium Carolinum beheimatet, das auf eine der ältesten Schulgründungen Deutschlands im Jahre 804 zurückgeht.


    Im 10. Jahrhundert dürfte sich ein Markt mit Kaufmannssiedlung ausgebildet haben. Bereits 1171 erhielt Osnabrück städtische Privilegien und entwickelte sich zu einer der bedeutendsten Städte Westfalens sowie einer gewichtigen Hansestadt. Die mittelalterlichen Keimzellen der Stadt sind noch heute im Stadtgrundriss gut ablesbar. Der bischöfliche Einflussbereich war als Domburg mit einem archäologisch nachgewiesenen Mauerring versehen und lag unmittelbar an der Hase. Daran schloss sich westlich der Markt mit der 1177 erstmals erwähnten Marienkirche, der städtischen Pfarrkirche, an. Südöstlich der Altstadt entstand die Neustadt, die sich 1306 mit dieser vereinte. Sie bildete sich um das durch Bischof Detmar im Jahre 1011 gegründete Kollegiatstift mit seiner Johanniskirche heraus.


    Die Bevölkerung Osnabrücks schloss sich ab 1543 überwiegend dem evangelischen Glauben an. Bedingt durch die Bestimmungen des Westfälischen Friedens stellte sich allerdings seit Mitte des 17. Jahrhunderts das Kuriosum ein, dass der Bischofssitz bis 1802 alternierend evangelisch und katholisch besetzt wurde. Unter den katholischen Fürstbischöfen gelangte Osnabrück gegen Ende des 18. Jahrhunderts zu einer letzten Blüte, die sich auch architektonisch im Stadtbild ausdrückt.


    Zum Stadtrundgang: https://www.zeilenabstand.net/…-westfaelischen-friedens/


    Galerie:


    osnabruck-dom-westfasyrij8.jpg

    Die Westfassade des Domes


    osnabruck-dom-mittelsi9fpk.jpg

    Dom – Mittelschiff mit Blick zum Chor


    osnabruck-marienkirchxpisp.jpg

    Blick vom Domhof auf den Chor der Marienklirche


    osnabruck-johanniskirkqfek.jpg

    Westfassade der Johanniskirche aus der Johannisstraße


    osnabruck-rathauswgdev.jpg

    Marktplatz mit Rathaus und anschließender Stadtwaage


    osnabruck-marktplatzx8fya.jpg

    Marktplatz mit Blick nach Osten – links die Marienkirche

    osnabruck-furstbischob7iyw.jpg

    Fürstbischöfliches Schloss

    Es freut mich, dass es in diesem Projekt endlich vorangeht. Begrüßenswert, dass jetzt auch die Wissenschaft einbezogen wird. Ich denke, die Synagoge kommt gerade zur rechten Zeit, egal wie sie letztlich aussehen wird. Sie kann ein Mahnmal dafür sein, dass sich das jüdische Leben auch unter schwierigen Bedingungen nicht aus Deutschland verdrängen lässt. Ich werde den Wiederaufbau jedenfalls mit großem Interesse weiter verfolgen.

    Bilder stellst du gar nicht zur Verfügung, warum auch immer.

    Die Bilder sind doch in meinem Artikel zu finden. Es ist ja hier nicht ohne weiteres möglich, Bilder hochzuladen. Da ich zudem nicht der Urheber der Fotos bin, möchte ich diese auch nicht über Drittplattformen einbinden, was ich mit meinen eigenen hier schon dutzendfach gemacht habe. Deshalb kommt mein Beitrag dieses Mal ohne direkte Bilder daher. Sie sind ja leicht aufzurufen. Hier gerne mehr: https://commons.wikimedia.org/…ite&uselang=de&type=image

    Es existieren ja weltweit nicht viele Objekte des New Urbanism. Da ich sehr häufig in Schweden unterwegs bin, habe ich mich nun einer solchen Mustersiedlung angenommen und mir Gedanken dazu gemacht. Ich spreche von Jakriborg in der Nähe von Malmö. Mit seinen verwinkelten Gassen, den bunten, meist giebelständigen Häusern und einer Stadtmauer mit Wehrgang wirkt sie auf den ersten Blick wie ein Städtchen mit mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Wurzeln. Doch der Eindruck täuscht. Spätestens, wenn man bemerkt, dass die Stadtmauer als Schallschutz für die Bahnlinie fungiert und der Ort in alle Himmelsrichtungen unvermittelt abgeschnitten wird, realisiert man, dass wir hier in keinem historischen Städtchen stehen.


    Bei dem Projekt geht es darum, der Zersiedlung der Landschaft mit immer weiter ausladenden Wohnsiedlungen rund um urbane Zentren andere Siedlungskonzepte entgegenzusetzen. Im Mittelpunkt stehen dabei kurze Wege für die alltäglichen Aktivitäten und ausgeprägte nachbarschaftliche Beziehungen. Das beinhaltete explizit auch eine Mischnutzung der Siedlungen, die der strikten Funktionstrennung moderner Städte entgegensteht. Fahrrad und Fußgänger stehen bei der Konzeption der Verkehrswege im Fokus. Der Bewegung des New Urbanism geht es letztlich um neue Formen des Zusammenlebens, also um einen soziologischen Ansatz.


    Überzeugt hat mich die konkrete Ausführung nicht wirklich. Mein Schluss: In einem Umfeld, in dem ganze Ortschaften dieser Art auf grüner Wiese aus dem Boden gestampft werden, verkommen historische Architektur und ihre wertvolle Bausubstanz zur Beliebigkeit von Abziehbildern. Das Original wird spätestens dann entwertet, wenn solche Ideen zu Tausenden umgesetzt werden, bis unser kulturelles Erbe in der schieren Masse untergeht. Pseudomittelalterliche Stadtmauern mit Wehrgang sollten kein Synonym für gelungene Stadtbaukonzepte im 21. Jahrhundert darstellen. Zielführender wäre es, Altstädte, die durch Krieg und den Irrweg der autogerechten Stadt verunstaltet wurden, lebenswerter zu gestalten. Das kann man auch durch wissenschaftlich begleitete Rekonstruktionen und sensible historische Anlehnungen bzw. Ergänzungen erreichen, die aber als solche erkennbar bleiben. Ich möchte Jakriborg daher besser als experimentellen Weg, nicht als Vorbild für zukünftige städtebauliche Konzepte betrachten.


    Abbildungen und meine vollständige Architekturkritik finden sich unter folgendem Link: https://www.zeilenabstand.net/…beitrag-zum-new-urbanism/


    Was wären eure Gedanken dazu?


    Ich würde gern diesen Strang mit meinem Artikel zur Welfenresidenz Celle bereichern:

    Welfische Residenz an der Aller

    In den weitläufigen und dünn besiedelten Wäldern der südlichen Lüneburger Heide würde man nicht unbedingt eine bedeutende Residenzstadt wie Celle mit ihrem reichen architektonischen Erbe erwarten. Jedoch reichen die Wurzeln der Stadt bis in ottonische Zeit, als unweit der jetzigen Stadt eine Burg und ein Handelsplatz an der Aller entstanden. Die späteren Besitzer der Burg – die Welfen – verlegten die Burg 1292 um wenige Kilometer flussabwärts. Der Name wanderte mit; das alte Celle heißt heute daher Altencelle. Das neue Celle nannte sich noch im 14. Jahrhundert Nigencelle. 1301 erhielt die jüngere Siedlung Stadtrechte. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts löste Celle Lüneburg als Residenz des Fürstentums Lüneburg ab. Dieser Zustand hielt bis zum Erlöschen der Celler Welfenlinie im Jahre 1705 an.


    Neben Handel und Schifffahrt wurde die Hofhaltung zum wichtigsten Faktor für die Entwicklung der Stadt. Die größte Blüte erlangte Celle im 16. und 17. Jahrhundert, was sich bis heute in der prächtigen Architektur widerspiegelt. Herzog Ernst der Bekenner führte 1526 die Reformation im Fürstentum Lüneburg ein. Unter Herzog Georg Wilhelm und seiner Frau Eléonore d’Olbreuse setzte eine kulturelle Blüte ein, in die auch der prägende barocke Umbau der Schlossanlage fiel. Bei einer Schlossführung erfährt man, wie stolz Celle darauf ist, Teil des Stammbaums der Hannoveraner Welfen und somit auch des englischen Königshauses zu sein.


    Stadtrundgang: https://www.zeilenabstand.net/…stadt-und-residenz-celle/


    Galerie (Bildbeschriftungen in meinem Artikel):


    celle-schloss-ostflug9fi9x.jpg


    celle-schloss-schlossozdcx.jpg


    celle-rathausb0ik0.jpg


    celle-rathausundstadt7dcwp.jpg


    celle-stadtkirche6mer9.jpg


    celle-hoppenerhausariwt.jpg


    celle-eckezollnerstrau7dsh.jpg


    celle-kalandgasseyji5j.jpg


    celle-giebelinderschuqli7n.jpg