Beiträge von Humphey Cordonnier

    Nun ja, stadtreparatur an dieser Stelle wäre sicher ein klassischer er Entwurf gewesen. Dennoch ist das neue Gebäude sehr gelungen und ist - fern des Vergleichs mit möglichen Alternativen - für mich durchaus ein Gewinn. Tolles Gebäude, auf seine Art.


    Allgemein muss ich wirklich sagen dass für mich in der City West immer öfter schöner und qualitativer gebaut wird als im Osten, wenn es so weiter geht würde ich mich riesig freuen. Das Potential ist riesig, ich hoffe die Kunden kehren an den KuDamm zurück und die Stadt einigt sich mit Signal auf ein tolles Projekt. Der einzige große Standortnachteil bleibt die plötzliche große Distanz zum Flughafen.

    Entgegen meiner eigenen Erwartungen kann ich der cleanen Ästhetik durchaus immer mehr abgewinnen. Unter Umständen stimmt mich das sogar vorsichtig optimistisch für den Alexanderplatz, ein sehr (sehr sehr) ungewohntes Gefühl. Jedenfalls finde ich den Blick vom Hauptbahnhof heraus jetzt zu beiden Stirnseiten hin futurustisch-clean, das Raumgefühl ist schön, die Häuser wirken alle Wertig. Man sieht sogar bei so kleinen höhen wie extrem wichtig verschiedene Höhen und unterschiedlich ausgerichtete Baukörper sind.

    Mehr und mehr überrascht mich dass ich denke Ich fände es toll noch drei vier weitere Hochhäuser (höher bitte!) diesen mini-cluster ergänzen zu sehen. Eventuell hält sich so etwas länger Zeitlos als dasLondoner Sexspielzeugsammlungs-anmutende-formenallerlei.

    Ich habe selbst in Paris gelebt, der Reiz ist meiner Meinung nach doch sehr die Kombination: Belebte, rauschende Strassen, und wer möchte geht in die kleine Querstraße und findet sich plötzlich auf einem wunderschönen von Cafes gesäumten stadtplatz ohne verkehr wieder. Es gibt dort eben alles. Paris war Hauptstadt der zivilisierten Welt und ist unzerstört geblieben, das sieht man eben und da kann Berlin nicht mithalten. Berlin ist toll aber unfertig, das Potenzial auf andere Art mit London und Paris mitzuhalten kann man nicht absprechen. Aber so mit dem kopf-durch-die-wand aktionen wie an der Friedrichstraße tragen dazu ganz sicher nicht bei. Ich könnte K-1 nicht deutlicher zustimmen!

    Einen Gedankengang der mir immer wieder in den Kopf kommt habe ich noch nie irgendwo offiziell reflektiert gehört: Was bekämpfen "wir" (=anti-auto fraktion) hier eigentlich wenn wir davon ausgehen dürfen dass in spätestens 10-15 Jahren Autos nicht mehr stinken, erheblich leiser sind, durch beste Sensorik menschliches Risiko für Unfälle erheblich minimiert ist und Autos unter Umständen sogar selbst fahren können? Das Auto der möglichst Autofreien Zukunft gegen das hier mobil gemacht wird hat mit der selben so gut wie nichts gemeinsam außer dem Platzbedarf. Tatsächlich fallen viele der Anti-Auto Argumente auf absehbare Zeit größtenteils weg und es kommen erhebliche Vorteile hinzu. Es wäre eventuell angebracht sich deutlich mehr mit Unterirdischem Parken, drop-off Zonen, und anderen Zukunftszugewandten Ideen zu beschäftigen??

    zu #2.962:


    Da ist sehr viel dran - wenn man in Berlin denn einmal kleckern und nicht klotzen würde... Man stelle sich einen gepflegten spannend gestalteten grünen Flanierstreifen quer durch die Strasse vor - mit Palmen, einem Wasserlauf, hochqualitativen sitzgelegenheiten, kleinen Cafe- Crepes- Champagner- Cocktail- außengastrobuchten, eventuell regelmäßig wechselnde wanderaussstellungen... Eine Mischung aus Highline-Park und Strandpromenade, die Besucher alleine durch ihre Gestaltung anzieht, als verbindendes Element zwischen Checkpoint Charlie, UdL, Mitte, Spree, und Oranien-/Torstrasse...

    Das traurige ist doch dass man so etwas nur Amerika, Dubai oder China zutraut, London oder Paris auch, ja sogar Mailand, aber Berlin? NEVER.

    Lange bevor ich nach Berlin gezogen bin war bei Verwandtschaftsbesuchen immer die Friedrichstrasse der für mich beeindruckendste Teil Berlins: Dicht, Urban, Mondän, Abwechslungsreich, mit in ihrer Gesamtheit beeindruckender (!) und absolut gelungener Architektur und tollem Einzelhandel, der auch einzigartig war und in meiner Heimatstadt München so nicht zu finden. Dazu der Nimbus des alten Berlins, eines deutschen Broadways, mit Friedrichstadtpalast und Admiralspalast.

    Während UdL damals im nichts endete, der Leipziger Platz ein riesiges Loch mitten in der Stadt war, und der Kudamm auch zu zerstückelt rüberkam, war die Friedrichstrasse für mich ein Stück deutsche Großstadt wie ich sie noch nicht anderswo erlebt hatte.

    Bis heute liebe ich die hervorragenden Galeries Lafayettes deutlich mehr als das komplizierte, volle KaDeWe, und solange es noch ging nahm ich immer mit dem Auto den Umweg Friedrichstrasse/UdL für die schöne Aussicht.


    Das tragische an der heutigen Situation ist die Wirtschaftsfreundlichkeit oder Naivität der Regierenden in Kombination mit einmalig ungünstigen äußeren Umständen. Ich hoffe sehr es geht wieder aufwärts bevor zu viele Läden für immer weg sind, es dauert erheblich länger so eine Straße wieder zu etablieren als sie kaputt zu machen.

    Die Plattenbauten werden irgendwann wegfallen, der dortige Wohnraum aber nicht (oder nur temporär). Ob das ganze dann noch so unverhältnismäßig günstig ist wie die heute bestehenden Mietverträge ist dann zu sehen, bei der Politik massiver Wohlstandstransfers und staatlicher Eingriffe würde ich nicht darauf wetten dass es zwangsläufig für die dann noch verbliebenen günstigen Mieter teurer wird. Das ständige Totschlagargument günstiger Wohnraum müsse erhalten werden ist eine Scheindebatte, es geht hier den meisten beteiligten um den Erhalt der Platten, nicht des Wohnraums. Wohnraum kann man dort sogar massiv vervielfachen indem man in die Höhe baut, den Anwohnern könnten sogar schönere moderne Wohnungen geschaffen werden.


    Die Plattenbauten sind nichts was die Stadt auf Dauer erhalten werden muss (oder will). Das ist auch gut so und bitter notwendig. Die Betonung liegt hier aber immer auf einem längeren Zeitraum, stand heute sind die Platten unantastbar, auf Dauer aber unhaltbar.


    Der Zeitraum für eine solche Veränderung dürfte so lang sein dass wir hier eher von einem halben Jahrhundert oder mehr sprechen, es sei denn die Platten stellen sich irgendwann aus welche Gründen auch immer als nicht bezahlbar sanierbar heraus, wovon ich kaum ausgehe.


    Die Plattenbauten sind für mich persönlich eine städtebauliche Zumutung und künstlerisch wertlos. Dennoch ist es faktisch nicht richtig dass eine Forderung diese städtebaulichen massiven Fehler zu korrigieren immer mit der Forderung die dort Wohnenden zu verdrängen einhergeht. Eine bedauerliche Unart hier seltener die städtebaulichen Argumente auf(/an)zugreifen.

    Neu geschaffen? Hab ich da was verpasst, der Belle-Alliance Platz war doch auch ein Platz?

    Und für mich - auf alten Postkarten - einer der Hübschesten Plätze die es in Deutschland gab, im entfernten vielleicht ein wenig wie republique in Paris. An dieser Stelle eine Schande dass man den Wert nicht erkannt und eine Reko angestrebt hat. Was muss die Gegend zwischen Friedrichstraße und tief nach Kreuzberg hinein früher prächtig und urban gewesen sein. Es fehlt der bauliche Anschluss an die europäischen Hochkulturen. Wer heute aus Barcelona, Paris, Mailand oder Wien in diesen Gegenden herumläuft kann sich nicht vorstellen das Berlin Mal baulich eine europäische kulturstadt allerersten Ranges war.

    Habe selbst 5 Jahre dort gelebt und stimme zu. Es bleibt genug Friedrichshainer charme übrig, öffentliche Infrastruktur gehört gepflegt.

    Am schlimmsten finde ich jedoch die allgegenwärtigen Glasscherben in Friedrichshain, Kreuzberg und Prenzlauer Berg. Es sollte Ehrensache einer Hauptstadt sein nicht kampflos im Scherbenmeer zu versinken. Ich habe ein kleines Baby und werde - so schade es auch ist denn ich liebe es hier - wahrscheinlich deswegen irgendwann weg ziehen.

    Nein bitte nicht, wohnen wäre eine Katastrophe und der Anfang vom Ende des Ortes. Wohnen ohne Lärmschutz gibt es (zum Glück) in Deutschland nicht, und es gibt tausende von traurigen Beispielen wo Leute in quirlige party- und Szene Kieze zogen und die Gentrifizierung einzog, und dann im Folgenden die Lärmbeschwerden mehr und mehr wurden. Manchmal reicht ein hartnäckiger Nachbar.


    Ich bin _für_ Gentrifizierung als Mittel und langfristiger Entwicklungs- und Wohlstandstreiber, und ebenso sehr wenn nicht sogar mehr für durchmischten Nutzung, aber bitte nicht mitten im RAW.

    Also von allen nicht-Hochhäusern in erster Reihe dort an der Straße finde ich dieses doch ebenfalls sehr gelungen und vielleicht sogar am besten. Es wirkt angenehm clean, hell, offen, wertig, und ist eine perfekte Fortführung des living Levels. Das Raumgefühl dort ist auf eine Art und Weise aufgewertet die sich durch Bilder meiner Meinung nach kaum erahnen lässt. Natürlich ist die Kubatur nicht gut, da zu lang, aber dennoch ein gelungener Bau. Die Ecke macht sich extrem gut.


    Sollten nicht Krieg oder schlimme Verwerfungen dazwischen kommen wage ich zu behaupten dass kaum eine Gegend Berlins so viel Potential hat extrem attraktiv zu werden wie links und rechts der Oberbaumbrücke, um die Warschauer herum, sowie zwischen Arena, Ostbahnhof und Alexanderplatz.

    Ohne jedwede architektonische Präferenz muss man doch rein rational feststellen wie unfassbar absurd es ist was hier baulich zementiert wird: Es handelt sich hier nach jeglichem städtebaulichen Massstab um eine mittel- bis langfristig absolut unschlagbare toplage. Jedoch haben wir hier teilweise die niedrigsten baulichen Standards innerhalb des S-Bahn Rings.

    Es mangelt(e?) schlicht an (durchsetzungs-)fähigen Stadtentwicklern. Mir kann keiner erzählen das Berlin die einzige Stadt der Welt sein soll wo plötzlich, keine 500 Meter vom Architektonisch-historischen Highlight der Hauptstadt eines Landes, und keine zwei Kilometer entfernt vom größten (sub)Zentrum und der de Faktor mitte dieser Stadt, und auch noch durch die Leipziger quasi mittig zwischen den drei größten Zentren (City West, PP, Alex, touristisch wie ökonomisch), und dann auch noch umgeben von Wasser, keine absolute Triple-A Lage entstehen würde, ja sogar muss, wenn der Stadt nicht der ökonomische Niedergang bevorstehen sollte. Einzig und allein der hundsmiserable, hässliche, uninspirierende Status quo blockiert hier auf unabsehbare Zeit dass genau dies geschieht. Jede Laufrichtung vom Schloss bietet genau dass was man erwartet - Großstadt und schöne, wenigstens abwechslungsreiche Architektur. Nur südöstlich ist plötzlich Einöde. Das ergibt absolut keinen Sinn und liegt auch nicht zwangsläufig an der Leipziger.


    Braucht man denn hier eine Triple-A Lage? Kann man diskutieren wie man will, aber es werden drum herum die Preise unweigerlich immer und immer weiter steigen, einer weiteren Heilung und Entwicklung der Stadt folgend.

    Dass nun ausgerechnet ein gallisches (sozialisitsches) Dorf auf der Fischerinsel und um die Leipziger herum dauerhaft davon ausgenommen bleibt ist doch völlig undenkbar.

    Wir werden also irgendwann erleben dass hier eines der hässlichsten Stücke Stadt Europas plötzlich auch eines der teuersten Stücke Stadt ist. Völlig ohne Plan und Anspruch. Und dieser baulich-banale Müll wird sich dann zu Premiumpreisen vermieten lassen, trotz seiner Tristesse, alleine der Lage wegen, und diesen Status zementieren.

    Ich übersetze mal: Frau Lüscher hat andere Ansichten, einen anderen Geschmack und präferierte somit andere Bauformen als Sie es tun.


    Ich glaube, das hätten sie auch ohne polemische Rundumschläge ausdrücken können.


    Danke aber interpretieren bleibt interpretieren, nicht übersetzten.


    Frau Lüscher hat "Argumente" die Städtebaulich keinen Sinn ergeben aber fatale Auswirkungen auf das Stadtbild haben, wie hier bereits mehrfach ausgeführt, und darüber hinaus einen nicht nur für mich katastrophal schlechten Geschmack und fehlendes Verständnis von Eleganz und Proportionalität. Das nach einer Dekade alle Argumente ausgetauscht sind und bei vielen nachhaltig enttäuschten nur noch übrig bleibt die Dinge beim Namen zu nennen, nämlich rein subjektiv Hässlichkeit und sehr objektiv die doch stark politisch ideoligisch (und leider eben NICHT architektonisch oder ästetisch) eingefärbte "Argumentation" (sofern überhaupt mal was gesagt wurde von Lüscher und Konsorten), kann jetzt wirklich überraschen oder enttäuschen?


    Zu 150 vs. 130 oder 135 Meter: Ich kann die Hochbauten am Alexanderplatz aus dem Fenster sehen, in 2km Entfernung. Es wird durch Lüschers wirken nun eine Langweilige Einheitshöhen Wand entstehen. Wie gewollt - eine "Perlenschnur" wie an der Leipziger".
    Auch die hier angesprochenen Sichtachsen aus der Greifswalder oder der Prenzlauer Allee profitieren meiner Meinung nach nicht von der Höhenkürzung, leiden aber - wie alle anderen Sichtachsen - an den dickeren Proportionen der entstehenden Kaufhäuser. Die einzige phänomenal schöne Sichtachse wird hingegen durch dass durch die Kürzung der anderen nun umso dominantere Alexander verbaut.

    Welche Politik wurde denn nun Jahrelang gemacht? Die des "hier keinen Google Campus", die der Park-Inn-Ästhetik Liebhaber, die der Europacity, die Politik des Hauses-der-Statistik-retten-müssens, des das Schloss-braucht-ein-modernes-Umfelds, des an-den-Breitscheidplatz-passen-keine-(weiteren?)-hohen-Häuser, des neue-Ubahnen-brauchen-wir-hier-nichts, des Gertraudenbrücke-und-verkehrsschneise-genau-so-wieder-bauens, des Wohnungen versprechens aber dann nicht lieferns, des zu-hochs, des hier-nichts, des jetzt-aber-mal-langsams.


    Jetzt, ausgerechnet jetzt, wo es die lange Dialogoffene und zu oft schweigende Mehrheit einfach immer öfter mal anmerkt dass massenweise Mittemaß und Hässlichkeit entstanden sind, jetzt wird der Ton moniert, echt jetzt? Der war vor zig Jahren als unter Anderem Trance und Miau noch aktiv waren auch nicht anders, es gab hier ähnliche Diskussionen - aber über spannendere Vorschläge und ohne eine so frustrierend festgefahrene chancenverschwendende politische vorgeschichte wie nun unter Lüscher und vor allem mit RRG.

    Vor 10 jahren war das Berlin Forum in der Tat noch anders, vor allem aber unfassbar spannend und architektonisch postiiv - weil es eine schier unglaubliche Masse an Plänen und Vorschlägen gab die hohe Qualität und Vision hatten, die so gar nicht in das piefige und architektonisch bodenlos enttäuschende aber schwerreiche Deutschland passten. Seit dieser Zeit gab es Stimanns plan für den Alexanderplatz, Pläne für das Viertel am Zoo, das Sportforum Hohenschönhausen, dieses mondäne viertel am Tacheles, den See am Marx-Engels Forum, das Flussbad, Ideen zur Nachnutzung des Tempelhofer Flughafens, aufstockung des Hutmacher Hauses und des Kant-Dreiecks, ideen zum Holzmarkt, die Liste ist lang. Es gab kaum einen Monat ohne neue tolle inspirierende Ideen, und die Visionen hatten alle Weltstadtqualität und Stil. Und wären heute allesamt zumindest wirtschaftlich nicht pauschal unrentabel, aber es gibt einfach keine großen Ideen mehr, nichts der Zukunft zugewandtes. Wie soll der Ton den sein nach 10 jahren des Ausbremsens? Es wurde alles durchgekaut und die Mehrheit musste schlucken. Das architektonisch inspirierendste Projekt Berlins ist der Wiederaufbau eines Kaufhauses aus dem letzten Jahrhundert, und die selbe Sippschaft die ständig Argumente findet so etwas abzulehnen bleibt seit JAHREN über das pauschale Ablehnen mit dummen Argumenten hinaus eine Alternative Vision leidlich schuldig. Das spektakulärste "moderne" entstandene Gebäude ist ein (toller) Glaswürfel.


    Signa wäre ein schöneres Gebäude bei gleicher Fassade und Gestaltung aber 20 meter höher, einfach weil es aus der wichtigesten Perspektive - am Alexanderplatz - aber auch aus jeder anderen, schlanker und höher wirken würde. Stimann, dessen Idee es war den Fernsehturm zur Dominanten in der Stadtkrone zu machen, hat sich mindestens genau so viel Gedanken über die Höhen gemacht wie die Architekturtheoretisch weit weniger "auffällige" Lüscher.

    Ich schreibe nicht über die "Potsdamer Bautätigkeit der letzten zwei Jahrzehnte".

    a) "identitäts- inspirations- und heimat-raubenden städtebaulichen hinterlassenschaften". Trifft irgendetwas hiervon auf das Gebäude des Rechenzentrums nicht zu? Mir erschließt sich hier ein rein optisch völlig austauschbarer viereckiger simpler Bau ohne jegliche spezielle Form oder Gestaltung die einen Nennenswerten erinnerungs- inspirations- oder heimatstiftenden (ganz zu schweigen von handwerklichem oder künstlerischem) Wert begründen würde. Weder Form, Fassade, Ausführung, Farbgebung, noch sonstiges gestalterisches Detail ist auf irgendeine art und weise positiv nennenswert.

    b) Der zweite Teil der Beleidiungskette lautet "...städtebaulichen hinerlassenschaften von ideologisiert-verborten pseudointellektuellen und Moralisten nämlich ausbaden müssen". Hier wird von einem signifikanten Teil der Diskussionsteilnehmer mit zeter und mordio eine ideologisch/moralisch/intellektuelle diskussion vom Zaun gebrochen und aufgebauscht. Mit Kindesaugen gesehen kann man jedoch schlicht und einfach von einem belanglosen austauschbaren Gebäude gegenüber einem möglichen verspielten, künstlerisch anspruchsvollen, zier- und abwechslungsreichen Gebäude sprechen. Dieses ganze aufgebauschte Gelärme wird im Gegensatz zum Gebauten weder überdauern noch irgendjemanden heute unbeteiligten nachhaltig prägen. In zehn fünfzehn Jahren werden (immer noch) unbeteiligte Anwohner und Touristen an Rechenzentrum und Turm vorbeilaufen und nur eines der beiden Gebäude auch nur annähernd Fotografierenswert finden. Und es wird auch in fünfzehn Jahren jugendliche geben die sich nach dem Italienurlaub oder der Reise nach Prag (oder auch Dubai) wundern was wir als Gesellschaft an Ausdruckskraft und gestalterischem Anspruch verloren haben.

    (Ich biete in diesem Rahmen übrigens auch gerne das Du an - Internet und so. Bin 36, unter Umständen also jünger. In diesem Falle identifiziere ich mich als jemand der im Internet mit Ikea Level Förmlichkeit klarkommt.)