Beiträge von maselzr

    Berlin Modern

    Update vom 15.03.2024


    Am Freitag letzter Woche war ich mal wieder am Kulturforum und habe vom erhöhten Sockel der Neuen Nationalgalerie aus halbwegs in die Baugrube schauen können. Interessanter war jedoch eine rein zufällige Entdeckung auf der Brache hinter der Neuen Nationalgalerie. Dort stand ein Mockup der kontrovers diskutierten Fassade für das Berlin Modern. Die Farbe, Materialität und die neuartige Schichtung der Fassade gefällt mir sehr gut; es bleibt jedoch abzuwarten, ob der Backstein auch mit der benachbarten St.Matthäus Kirche harmoniert.


    IMG-0027.jpg


    IMG-0031.jpg

    Tomov ^^

    Warum meine durchaus realistischen Sorgen jetzt irgendwelche „pessimistischen Untergangsfantasien“ sein sollen, bleibt wohl dein Geheimnis. Jeder, der in Berlin lebt, weiß ganz genau, dass frisch sanierte oder fertiggestellte Bauten gerne von Gentrifizierungs-Gegnern, Kapitalismus-Kritikern oder schlicht asozialen Vandalen beschmiert werden. Wie fies sich derartige Farbstoffe in den Sandstein fressen können, haben wir ja an der Beschmierung des Brandenburger Tors gesehen. Vor dem Hintergrund würde ich die Figuren einfach nicht so frei rumstehen lassen - erst recht nicht, da es in diesem Fall genügend politische Motive für potenziellen Vandalismus gibt.


    Aber Rotes Rathaus schrieb ja bereits, dass die Figuren nun in Schutzfolie gewickelt wurden. Die Verantwortlichen hatten wohl die gleichen legitimen Bedenken.


    Nachtrag: Nun scheinst du, Tomov, deinen Beitrag derart überarbeitet zu haben, dass meine Antwort keinen Bezug mehr zu deiner Aussage hat. Oder ich habe dich von Anfang an falsch verstanden - jedenfalls kann meine Reaktion dann auch eigentlich wieder weg.


    [mod]Unnötiges Zitat gelöscht. [/mod]

    Ach du sch***. Wo immer in dieser Stadt irgendwas aufgewertet wird, wird woanders im Gegenzug ein Haus verunstaltet. Da hat man wenigstens mal einen erhaltenen Schweifgiebel und dann setzt man diesem so einen grauenvoll aufdringlichen Klumpen von Staffelgeschoss direkt in den Nacken - zum heulen...


    Dass es definitiv auch anders geht, zeigen etliche andere Beispiele, bei denen das ursprüngliche Mansard-/Berliner Dach erhalten blieb.

    …Vorausgesetzt die Statuen überstehen die kommenden 10 Tage ohne „Verzierungen“ oder einer orangenen Dusche. Ein oller Bauzaun hält jedenfalls niemanden davon ab, sein Missfallen gegenüber preußischen Symbolen zum Ausdruck zu bringen. Oder gibt es dort 24/7 Security?

    Ich finde diese hochgradige Inkompetenz einfach nur noch peinlich. Die Wohnungskrise ist das wohl dramatischste Problem der Stadt und trotzdem vergeigt es die Politik weiterhin konsequent. Statt konstruktiv zu verhandeln und dem Investor, der sich in der Vergangenheit nun wirklich als ein flexibler Verhandlungspartner erwies, ein vernünftiges Angebot zu machen, fährt man das Projekt aus ideologischen Gründen vor die Wand. Aber Hauptsache man besteht auf seine 30% Sozialwohnungen, und man hat‘s dem gemeinen Investor voll gezeigt! Na herzlichen Glückwunsch…

    Elvirasteig 26

    Zuletzt hier


    Das Mehrfamilienhaus ist seit einiger Zeit fertiggestellt und bezogen. Der Abriss des Vorgängerhauses aus dem Jahr 1905 und die provokante Architektur wurde von Anwohnern und diversen Medien heftig kritisiert. Ich find‘s auch scheußlich..


    IMG-0023.jpg

    Klopstockstraße 41A

    Direkt nebenan, auf dem Bild oben auch am linken Bildrand zu erkennen, wird eine historisierende Villa errichtet. Der Baukörper erscheint zunächst sehr authentisch, mit asymmetrischer Komposition, Schrägdächern mit Gauben und sogar einem Turm. Auf dem zweiten Blick wirkt die Proportionierung und die Ausarbeitung der Details nicht ganz so vielversprechend.


    Die Villa ersetzt einen schlichten Nachkriegsbau, ähnlich dem abgerissenen Nachbargebäude mit der Nummer 43. Auf Apple Maps ist es noch zu sehen.


    IMG-0020.jpg

    Bricks Berlin | Klopstockstraße 43

    Kürzlich habe ich zufällig eine große Baugrube in der Klopstockstraße, unweit des Schlachtensees, entdeckt. Zum Glück gab es vor Ort auch bereits ein großes Bau-/Werbeschild mit Visu und Projektname. Somit konnte ich die Website schnell ausfindig machen.


    Der Entwurf ist mMn sehr gelungen. Die Schindel-ähnliche Ziegelverkleidung ist in natura bestimmt interessant, das Satteldach fügt sich harmonisch in die Umgebung ein und die Zweiteilung des Baukörpers reduziert die Wuchtigkeit des Mehrfamilienhauses. So geht’s modern und respektvoll zugleich; das viel diskutierte Projekt am Elvirasteig 26, das ich unten nochmal im fertiggestellten Zustand posten werde, hätte sich davon eine Scheibe abschneiden können.


    Der Neubau ersetzt übrigens ein unscheinbares Gebäude aus der Nachkriegszeit, noch zu sehen bei Google Maps.


    Die Visus:


    IMG-0889.jpg


    IMG-0890.jpg


    (c) Khani Beneke Unique Real Estate


    Die Baustelle:


    IMG-0018.jpg

    Naja, viele der „dunkelschwarzen“ Gebäude, auf die du dich beziehst, wurden auf den Visus auch transparent und strahlend weiß dargestellt. Da sollte man vorsichtigerweise nicht den Tag vorm Abend loben.


    Trotzdem finde auch ich den Entwurf vielversprechend. Diese offene, Atelier-mäßige Bauweise erinnert an umfunktionierte Industriebauten der 30er Jahre aus Beton. Zusammen mit den lebendigen Fensterformaten denke ich auch direkt an die von mir geliebten, typischen Eckbauten in Hong Kong, da musste ich nicht lange nach einer sehr ähnlichen Referenz suchen. :)


    Im Hintergrund und in der Axo ist noch eine weitere kleine Parzelle, vermutlich mit Wohnungen, zu erkennen. Leider zeigt die Visu keine Details, allerdings wirkt auch da die Fassade mit den abgerundeten Fenstern im EG, dem Erker und den edlen Markisen interessant. Sind nicht auch die Wände transparent, etwa durch den Einsatz von Glassteinen? Das fände ich klasse. Bereits gebaute Referenzen, wie das Maison Hermes in Tokyo, finde ich sehr stimmungsvoll.

    Insgesamt ganz gut geworden, neue Maßstäbe setzt das Haus aber auch nicht.


    Die rechte Hälfte des Gebäudes, mit dem Erker und den flankierenden Balkonen sowie dem giebelartigen Dachvorsprung, wurde harmonisch proportioniert. Die linke Hälfte wirkt allerdings etwas flach. Die schwarzen Fenster des zaghaften Erkers passen nicht zum Rest des Gebäudes; ich frage mich, was der Grund für diese Entscheidung war? Auch dieses halbe Staffelgeschoss in der Dachzone mit der störenden Trennwand in der Mitte hinterlässt einen eher unruhigen Eindruck.


    Die abgerundete Ecke hätte man auch etwas schöner lösen können. Die „Pfeiler“ zwischen den Fenstern wirken zu mächtig und es hätte mit einer durchgehenden, gebogenen Fensterscheibe vielleicht schicker ausgesehen. Der Eckturm wirkt auf den ersten Blick sehr gelungen, doch irgendwie hätte man noch einen Schritt weitergehen und den Turm mit einer mutigeren Haube abschließen müssen.


    Ich bin aber froh, dass man sich für ein Schrägdach mit ortstypisch roten Ziegeln entschieden hat. Selbst bei vielen anderen neoklassischen Bauten kommt das nur selten vor.

    Jeder neue Turm trägt dazu bei, dass der Plattenmief im Stadtpanorama schrittweise zum optischen Hintergrundrauschen wird.


    Ich hoffe aber sehr, dass man nicht nur höhentechnisch, sondern auch architektonisch nochmal einen draufsetzt. Wenn man sich die Lage mal bei Google Earth genauer anschaut, wird man feststellen, dass der Turm eine große städtebauliche Bedeutung hat. Vom Berliner Dom aus gesehen, wird sich der Turm direkt hinter der Parochialkirche und eng neben den Türmen der Nikolaikirche und des Alten Stadthauses gliedern. Die Spree hinabblickend, bspw. von der Oberbaumbrücke aus, wird der Turm sich teilweise direkt vor dem Fernsehturm schieben und somit dieses beliebte Fotomotiv zukünftig prägen. Auch vom Märkischen Ufer, der Dircksenstraße am Bf Alex und der Holzmarktstraße aus wird der Turm zentral in der Straßenflucht, bzw. in der Blickachse des Kanals stehen.

    Celeste | Knesebeckstraße 10

    Zuletzt hier


    Das Büro Nöfer Architekten hat seine Website aktualisiert und das neue Projekt an der Knesebeckstraße 10 zum Portfolio hinzugefügt. Der Eintrag zeigt neue, hochauflösende Visualisierungen, u.a. eine Vollansicht der Straßenfront. Vorher war die Gestaltung des unteren Gebäudeteils nicht in den Visus abgebildet.


    Als ich letzte Woche am Bestandsgebäude vorbeilief, war das Hotel Otto bereits geschlossen. Es kann also bald losgehen.


    Knesebeckstra-e.jpg


    Die schlichtere Gartenseite:


    Knesebeckstra-e-3.jpg


    (c) Nöfer Architekten

    Haus Lindenberg | Methfesselstraße 23-25

    An einer für Berlin selten schönen Hanglage am Viktoriapark wird das denkmalgeschützte Haus Lindenberg luxussaniert und um einen Neubau auf dem Nachbargrundstück ergänzt. Auf Immoscout werden die Wohnungen bereits vermarktet.


    So sieht die Bestandssituation an der Methfesselstraße 23-25 aus


    Hier die Visus vom zukünftigen Ensemble. Der Neubau ist zwar unspektakulär, hält sich jedoch zurück und führt die interessante Höhenentwicklung der Villa fort. Außerdem wird damit wohl die wunderbare Sanierung der vor sich hin rottenden Villa finanziert.


    Methfessel-1.webp


    Methfessel-3.webp


    Methfessel-2.webp


    (c) Immowelt

    Die Visus und die Filmanimation sind ja leider sehr widersprüchlich. Lassen wir uns also mal überraschen, ob wir einen historisch angelehnten Wiederaufbau oder genau das Gegenteil, ein eigensinnig draufgestelltes Gewächshaus, kriegen. Ich würde Ersteres auf jeden Fall bevorzugen, andererseits wären diese Treibhäuser auf dem Dach irgendwie auch passend zu der quirlig chaotischen Bebauung an der Bülowstraße.

    Auch mir gefällt der Kleihues Entwurf aus den bereits genannten Gründen am besten. Größter Pluspunkt, der noch nicht erwähnt wurde, ist mMn die geschickte Geometrie des Turms, bei dem der terrassierte Teil zwar parallel zum Covivio und Park Inn ausgerichtet ist, das mächtige Hauptvolumen des Hochhauses jedoch schräg zu den benachbarten Türmen steht. Durch diesen Kniff wird auf einmal deutlich mehr Dynamik in den sonst starren Hochhausplan eingebracht.


    Dass der Saturn-Bau überraschenderweise umgestaltet wird, ist wirklich erfreulich. Allerdings halte ich es auch für wichtig, dass der Baukörper am Alex eine optische Eigenständigkeit erhält. Bei allen Entwürfen wirkt das Hochhaus so, als hätte man es einfach auf einer Freifläche abgestellt. Es fehlt noch irgendwas, um das Gebäude optisch mit dem Stadtraum zu verweben.

    Mir hätte der Entwurf von ingenhoven am besten gefallen. Die kreisrunde Form hätte einen schwungvollen Kontrast zu der eckigen Kubatur des Band des Bundes gebildet, dabei trotzdem die kreisförmigen Akzente des BdB zitiert und im wahrsten Sinne des Wortes einen interessanten Schlusspunkt gesetzt. Das Gebäude erinnert mich zudem an das Aros Museum in Aarhus oder dem Apple HQ im Silicon Valley. Ich könnte mir aber vorstellen, dass der Entwurf aufgrund seiner ineffizienten Flächenausnutzung nicht in die engere Auswahl kam.


    Der Siegerentwurf gefällt mir aber auch gut; es ist nur schade, dass die interessanten organischen Formen im Inneren nicht noch mehr die äußere Erscheinung prägen. Denn es sollte schon längst allen klar sein, dass die Glasfassaden nie so transparent aussehen, wie die Visus es suggerieren. Die Entwürfe der meisten anderen Teilnehmer finde ich geradezu gruselig und ich bin heilfroh, dass sich keines davon durchsetzen konnte.

    Sorry, aber ich finde diesen billigen Baumarkt-Look, der aus irgendwelchen Gründen trendig zu sein scheint, furchtbar. Dieser rohbauähnliche Zustand kombiniert mit der überraschend altbacken anmutenden Holzbeplankung des Tresens sowie der Freitreppe macht für mich einen unharmonischen bis geschmacklosen Eindruck.


    Ganz allgemein wirkt die sterile, eindimensionale Materialpalette aus Beton, Holz und Pianolack einfallslos - stark erinnernd an die leeren Tesla-Interieurs. Auch wegen der fehlenden Deko und der fehlenden räumlichen Aufteilung durch Möbel, Sitzlandschaften, freistehende Wände oder was auch immer mangelt es der Lobby an jeglicher gestalterischer Tiefe. Die röhrenförmigen Deckenleuchten a la Lagerhalle ohne jegliche Akzentbeleuchtung runden die gestalterische Ödnis ab.


    Aber man kann ja hoffen, dass da noch was kommt und nur Lieferverzögerungen für den kahlen Eindruck verantwortlich sind.

    Ich habe theoretisch kein Problem damit, dass das Museumgebäude des Bauhaus-Archivs vom Maßstab her relativ bescheiden wirkt. Auch das ist eigentlich ein Merkmal der klassischen Moderne - Schlichtheit und Zurückhaltung.


    Die Lage des Museums macht es erst zu einem Problem. Gegen die riesigen Verkehrsschneisen vor dem Gebäude und dem generell zugigen Stadtraum drumherum kann sich das Bauvolumen nicht behaupten; es wird regelrecht verzwergt. Stünde es beispielsweise am/im Tiergarten, umgeben von Grün, wäre der Eindruck schon ein ganz Anderer.


    Nunja, ändern konnte man diesen Umstand eh nie, da sich der Neubau schließlich an den bereits vorhandenen Bestand anschließt, doch vielleicht hätte man dem Museum doch noch mehr Präsenz verleihen müssen, zB durch eine zusätzliche Etage sowohl auf dem Flachbau als auch auf dem Turm.