Entgegen vieler Meinungen hier halte ich das Material für sehr vielversprechend. Die grobe Oberfläche ist definitiv notwendig, um auch vom Weiten eine steinerne, plastische Anmutung zu gewährleisten. Eine glattere Oberfläche hätte vom Weiten schnell wie Blech-Paneele oder ähnliches aussehen können. Außerdem passt es gut zur Massivität des konstruktivistischen Entwurfskonzepts. Mit der freundlichen Farbgebung und den glitzernden Marmorstückchen wird die gefürchtete Waschbeton-Optik sicherlich vermieden.
Beiträge von maselzr
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Hat irgendein Fachmann aus dem Gebiet der Stadtplanung, bzw. Kollhoff selbst jemals irgendein Argument nennen können, warum dieses Plateau eine vorteilhafte städtebauliche Lösung ist? Dass der Fernsehturm respektiert werden soll, rechtfertigt schließlich nur eine Maximalhöhe. Trotzdem könnte man niedrigere Gebäude zwischen 100-115m in den Bebauungsplan festschreiben, die eine gewisse Staffelung ergeben und einen Plateau-Effekt auflösen.
Diese Einheitshöhe sieht einfach merkwürdig aus, am Ende nimmt das noch die Aufmerksamkeit vom Fernsehturm, weil sich jeder aus der Ferne blickend fragt, was das denn für eine störende Wand unterhalb des Turmes sein soll..
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Bezüglich der historischen Gestaltung konnte ich zwei Fotos ausfindig machen.
1. Luftaufnahme von 1920: Unten rechts ist das Gebäude zu erkennen. Einen großen Turmaufsatz hat es nie gegeben, jedoch eine Eckbetonung, die größenmäßig der heutigen Reko relativ nahe kommt. Die großen Dachfenster, die den Giebel flankieren, sind natürlich erfunden. Trotzdem wirkt der Gesamteindruck mMn angemessen proportioniert.
2. Straßenansicht an der Kreuzung Mommsen-/Bleibtreustraße, das Gebäude ist links angeschnitten: Der von dir angesprochene Rundbogenfries ging früher komplett rum und wurde bei der Sanierung leider nicht vollständig angebracht. Der ebenfalls von dir angesprochene "Ornamentale Fries um die runden Ornamentkartuschen" scheint früher jedoch tatsächlich so ausgesehen zu haben. Die Bildqualität ist zwar nicht gut, aber meines Erachtens hört der Fries nahe der Ecke auf - die gotischen Fensterabschlüsse stünden einer Fortführung des Frieses im Weg.
Frage an den Mod: Kann man die verlinkten Fotos hier direkt posten, sofern die Quelle angegeben wird?
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Ich denke der Strang wäre für eine thematische Erweiterung geeignet, in etwa "Entstuckung / Wiederbestuckung von Berliner Altbauten". Dann hätte der Strang etwas mehr Aktualität indem abgeschlossene und laufende Fassadensanierungen oder Zukunftspotenziale besprochen werden können.
Heute bin ich an einer sehr schönen Wiederbestuckung an der imposanten Ecke Mommsenstraße / Bleibtreustraße vorbeigelaufen. Eine derartig gelungene, historisch (annähernd) korrekte Wiederbestuckung samt turmähnlicher Eckbetonung ist äußerst selten
Vorzustand auf Google Maps -
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Lietzenburger Straße 76
Erst habe ich den Projektentwickler bezüglich des Projekts angeschrieben, der mich daraufhin auf das Stadtentwicklungsamt von Charlottenburg-Wilmersdorf hingewiesen hat - diese seien ja schließlich für die Genehmigung verantwortlich.Nach ein paar Wochen habe ich schließlich eine Antwort von einer Kollegin des aktuellen Bezirksstadtrats Schmidt-Grethlein erhalten. In Ihrer Begründung erklärt sie zunächst, dass das aktuelle Bauplanungsrecht grundsätzlich das Bauvolumen von Neubauten stark eingrenzt - wodurch der Abriss von Gründerzeitlern mit ihrer hohen Versiegelung generell unattraktiv sei.
Daraufhin schreibt sie, ich zitiere: „Bei dem Vorhaben Lietzenburger Straße 76 war es jedoch so, dass mit dem Neubau eine geringere Versiegelung als im Bestand geplant ist. Denkmalschutz besteht für das Haus nicht“. Ich vermute der Punkt zur Versiegelung soll bedeuten, dass der Abriss aus ökologischer Sicht durch eine geringere Versiegelung des Neubaus etwas ausgeglichen wird.Am Ende versichert sie mir, dass eine geplante Dach- und Fassadenbegrünung zusätzlich den ökologischen Anforderungen entgegenkommt
Kurz gesagt: Wenn kein Denkmalschutz besteht, kann der Investor theoretisch beliebig abreißen, wenn ein paar ökologische Kniffe am Entwurf erkennbar sind... -
Das ganze Ding hätte mit zwei bis drei Geschossen weniger um Welten besser ausgesehen, die daraus entstehende Horizontalität ähnlich wie ein Kreuzfahrtschiff hätte sogar etwas ansehnliches...außerdem wäre das Ufer nicht von der Masse erschlagen worden und das dahinterliegende Viertel wäre von dieser Wand nicht so abgeschirmt.
Wo doch sonst immer Bedenken wegen der Höhe von Gebäuden ausgesprochen werden, hat es hier komischerweise keinen Gegenwind gegeben. Mal schauen ob die Erdgeschosssituation noch einige Qualitäten hervorbringen kann...
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Ich habe kein Problem mit dem Zitieren an sich, sondern was man zitiert. Das habe ich vielleicht nicht klar genug formuliert.
Und ich meine auch nicht, dass Studentenwohnungen im Gründerzeitstil an dieser Stelle das Richtige wären. Es wäre jedoch schön, wenn man die schreckliche Architektur der 60er/70er endlich hinter sich lässt.
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Früher haben die Modernisten kritisiert, dass der Historismus nur frühere Stile zitiere. Heute, in Zeiten der Moderne, zitieren wir den gesichtslosen 70er Jahre Massenwohnungsbau - zum Verzweifeln..
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Auf den Visus ist eine schöne Uferanlage zu sehen, jedoch frage ich mich, ob diese auch öffentlich zugänglich, bzw. Teil eines übergeordneten Uferkonzepts sein wird?
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Heute bin ich einmal rund ums Projekt gelaufen und habe dementsprechend von jedem straßenseitigen Haus ein Bild machen können
1. Scape / Die neue Tacheles Passage
Die bisherige Kritik kann ich nicht nachvollziehen. Meiner Meinung nach hat die Fassade eine schöne Tiefenwirkung, eine freundliche Farbe sowie ein haptisches Material und wird vor Allem im Sonnenschein ein tolles Licht-Schatten-Spiel erzeugen.
2. Altbau der ehemaligen Friedrichstraßen-Passage
Der neue Dachaufbau ist in Position gebracht worden
3. Scale
In live sieht die Fassade leider etwas enttäuschend aus. Die Farbe der Kacheln wirkt ein wenig so, als wäre sie schon seit einem Jahrzehnt dem Ruß ausgesetzt worden - leicht vergraut eben. Hoffentlich liegt das am Baustellendreck und die Fassade sieht nach einem gründlichen Putz besser aus.
4. Oro
Viel hat sich nicht getan seit dem letzten Update. Die metropolische Wirkung durch das zusätzliche Geschoss ist beeindruckend, die Architektur wird es sicher auch sein!
5. Screen
6. Vert
Erste Vorrichtungen für die Fenster wurden installiert. Ich verstehe wirklich nicht, warum die Fenster so einfach wirken und überhaupt nicht mit der tollen Rundung des Gebäudes spielen.. Gewölbtes Glas sähe genial aus! An Geld wird es bei den Quadratmeterpreisen wohl nicht fehlen..
7. Form 3
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An der Oranienburger Straße Ecke Friedrichstraße steht ein Gründerzeitler komplett leer. Hier wird wohl bald eine Sanierung anstehen. Bei einer solch exponierten Lage wäre eine Wiederherstellung der historischen Fassade angebracht - hoffentlich wird nicht nur gepinselt..
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In der Johannisstraße, direkt neben dem Projekt Vert, habe ich ein Bauvorhaben entdeckt, das ich nicht zuordnen kann. Zum Tacheles gehört es meines Wissens nach nicht und im Internet konnte ich auf die Schnelle nichts finden. Weiß jemand mehr?
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Mietwohnungen der Gesobau:
Ach du kacke, das sieht ja aus als hätte man eine billige Raufasertapete an die Fassade geklebt. Die Fenster vom Baumarkt runden das unterirdische Niveau nochmal ab. Und bevor jemand kommt und sagt, dass sei schließlich ein Projekt für bezahlbaren Wohnraum: Ein Mindestmaß an Erträglichkeit, das nun wirklich keine Preisexplosion bedeuten muss, sollte bei jedem Projekt selbstverständlich sein.
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Ich bin erleichtert! Da sieht man mal wieder, was ein riesiger Einfluss so kleine Details wie die Ausführung von Fugenbreiten auf die Gesamtwirkung eines Gebäudes haben - die Fassade sieht jetzt deutlich wertiger aus!
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Ich war heute auf Sebastian Treese’s Website und habe in der Projektliste einen neuen Eintrag gefunden, nichts geringeres als die Adresse
Wilhelmstraße 56.
In der Galerie-Ansicht und Listenansicht am Desktop ist das Projekt nicht zu finden, nur auf der mobilen Version in der Listenanzeige.
Da es als „Development“ angegeben wird und nicht als „project study“, wird es sich auch nicht um einen verworfenen Entwurf handeln - es muss also aktuell sein. Plant der Investor möglicherweise einen neuen Entwurf umzusetzen? Vor allem weil derzeit die Bautätigkeit zum Erliegen gekommen ist, könnte tatsächlich eine Neuplanung dahinterstecken.
https://www.sebastiantreese.de/projects
Edit: Kurze Ergänzung - Wilhelmstraße 56-59 ist die Adresse des Projektes „The Wilhelm“, welches ursprünglich von Patzschke Architekten entworfen werden sollte. -
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Erst recht wenn man bedenkt, wie viel innerstädtischer (Wohn-)Raum durch die Reparatur verkehrsgerechter Straßenräume erzeugt werden kann, ist mir die Nicht-Planung in diesem Fachgebiet ein Rätsel. Wir wissen ja, dass die Neuordnung der Grunerstraße in Mitte die Wiederherstellung von ganzen vier städtischen Blöcken ermöglicht. Wie viel Wohn- und Stadtraum, der durch die Anpassung der Straßen an menschliche Maßstäbe zudem lebenswerter als zuvor ist, könnte man durch die Korrektur der Bundesallee, des Hohenzollerndamms, der Hohenstaufenstraße, Lietzenburger Straße und nicht zuletzt der Urania wiedergewinnen.
Auch viele Plätze sind durch die verkehrsgerechte Stadtplanung weiterhin zerstört. Der Bundesplatz, Hohenzollernplatz, Friedrich-Wilhelm-Platz, Nollendorfplatz und Innsbrucker Platz leiden allesamt unter den enorm dimensionierten, zerschneidenden Straßen. Die Vorkriegssituation zeigt jedoch, wie viel Potential diese Plätze eigentlich haben. Der erhaltene Viktoria-Luise-Platz ist ebenso ein Vorbild.
Ich hoffe sehr, dass das Verkehrsressort diese Potenziale zeitnah ausnutzen wird, doch ich bin skeptisch..einen Anfang macht zumindest die Planung rund um den Bundesplatz. Vielleicht wird ein solches Projekt den Stein ins Rollen bringen.
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Ich habe den Projektentwickler kontaktiert und meinen Ärger über den Abriss in sachlichem Ton vermittelt. Ich bin gespannt, ob ich überhaupt eine Antwort erhalte, werde aber natürlich berichten, wenn es dazu kommen sollte.
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Das ist ein typischer Charlottenburger Altbau, das stimmt. Das Haus gehört jedoch zu der anspruchsvollsten "Stangenware" in der Architekturgeschichte und ist somit auf jeden Fall erhaltenswert. Erst recht wenn die Qualität des Neubaus nicht an den Altbau herankommt, gibt es durchaus Grund zum Ärger.