Beiträge von maselzr

    Das von dir angesprochene Projekt liegt in der Glasower Straße 3-10, direkt gegenüber vom oben aufgeführten Vorhaben. Der Bebauungsplan für die Glasower Straße 8-86, der im Internet abrufbar ist, verschafft einen guten Überblick über die Entwicklungsflächen.

    Nicht die Potsdamer Platz Arkaden an sich werden zu einer Food-Meile, sondern ein Food-Market zieht als Teil der Arkaden in eines der Räumlichkeiten ein. Die Fliesen sind Teil der Arkaden und wahrscheinlich eine optische Fortsetzung des Außenpflasters. Der Food-Markt beginnt erst in den angrenzenden Räumlichkeiten und hat somit nichts mit den Bahnhofsbänken etc. zu tun. Die anderen Gewerbeflächen sind auch nicht alle für Gastro vorgesehen sondern werden den Visus nach zu urteilen auch für normale Läden oder sonstiges genutzt.


    Erst mal abwarten und schauen wie das Ganze so wird. Wenn man sich die Standorte in Prag anschaut, sieht es erstmal ganz gut aus. Die Gastro scheint privat geführt zu sein und es gibt eine gute Mischung des Angebots. Wenn das Outdoor-Konzept der bisherigen Standorte gelungen in ein Indoor-Standort übersetzt wird, kann es recht interessant werden.

    Ein Food-Market Unternehmen aus Prag namens "Manifesto" wird in die renovierten Potsdamer Platz Arkaden einziehen. Die Visualisierungen sehen schonmal vielversprechend aus. Hoffentlich wird es jedoch nicht zu durchkommerzialisiert. Lokale, bzw. privat betriebene Gastronomie könnte dem Potsdamer Platz insgesamt sehr gut tun.


    Website des Unternehmens mit entsprechenden Visus

    Glasower Straße 62-66


    Das Projekt habe ich zufällig auf der Website der Jaas Gruppe entdeckt. Hierbei handelt es sich um ein Vorhaben bestehend aus drei Vorderhäusern und zwei Gartenhäuser - geplant von Nöfer Architekten. Auf Google Earth ist noch kein Baustart zu erkennen, die Jaas Gruppe gibt das Projekt merkwürdigerweise als "abgeschlossen" an. Wäre schade, wenn "abgeschlossen" als Synonym für "gestrichen" genutzt wird.

    Für die Grundstücke wurde jedoch 2018 ein Bebauungsplan aufgestellt und im August 2021 fand es sogar noch Erwähnung im Tagesspiegel. (Da geht es um ein anderes Projekt in der Glasower Straße, am Ende wird dieses jedoch nebensächlich erwähnt)


    Hier ein paar Visus, von denen ich ausgehe, dass sie gepostet werden dürfen. Auf der Website stand im Impressum nichts über die Bildrechte.


    glasower_headeremk48.jpeg


    glasower_header_fron5qk1v.jpeg


    development_3800pxko77jde.jpeg


    (c) von Nöfer Architekten

    Ansbacher Straße 4


    Dieser Teil der City West entwickelt in letzter Zeit eine beachtliche Dynamik! Gut so, denn der aktuelle Zustand des Quartiers zwischen Tauentzien und Tiergarten wird der zentralen Lage nicht gerecht.


    Die Jaas Gruppe (gleicher Projektentwickler wie "The Flaneur" in Moabit) berichtet auf ihrer Website über ein anstehendes Gewerbe-Projekt in der Ansbacher Straße 4.

    Das derzeitige City Hotel Ansbach bietet ab ca. April keine Zimmer mehr an, was auf eine baldige Schließung deutet.


    Der Projektentwickler spezialisiert sich vor allem auf hochwertige Neubauten, weshalb ein Abriss der aktuellen Bausubstanz aus den Nachkriegsjahren sehr wahrscheinlich ist. Google Maps


    Website der Jaas Gruppe

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    Zum Glück wurde der Hochhausentwurf gekippt. Das hätte den Charakter der angrenzenden Hochhaussiedlung nur noch weiter anerkannt und zementiert. Bei einer klassischen Blockrandbebauung kann man immer noch hoffen, dass die DDR-Bauten in Zeiten geringeren Wohnungsmangels (wenn auch erst in 20 Jahren) verschwinden werden und der Blockrand dort weitergeführt wird. Damit meine ich auch keine Rekonstruktion der Altstadt sondern einfach ein Rückgewinn von Urbanität, die diesem zentralen und historischen Ort gerecht wird. Wer weiß - je nachdem wie der Molkenmarkt glückt, könnte dieser zum Vorbild für eine Neuentwicklung der Fischerinsel werden.

    Also auf den Visus sehen die Fenster auch versetzt aus. Erst die zweite Fassadenschicht (aus Blech?) ordnet die versetzten Fenster in ein gleichmäßiges Raster.


    Trotzdem kann ich dir nur recht geben, dass ein solch banales Teil wirklich gar nichts an diesem Ort zu suchen hat. Es ist ein Paradebeispiel dafür, wie sehr die Umgebung Einfluss auf die architektonischen Ambitionen hat. Die potthässlichen DDR-Hochhäuser setzen keinerlei Maßstab und dementsprechend passt sich auch die neue Architektur daran an, egal welch bedeutende Geschichte dieser Ort eigentlich hat. Wenn drumherum noch die frühere Bebauung stünde, sähen die Neubauten ganz anders aus...

    Im Vergleich zu so manch anderen Städten wie beispielsweise Wien können wir vielleicht sogar froh sein. Dort entstehen potthässliche, parasitäre Dachaufbauten, die wie ein Ufo auf dem historischen Gebäude aussehen. Da gibt es in Berlin zum Glück einen größeren Respekt gegenüber der vorhandenen Bausubstanz, obwohl diese wegen Entstuckung etc. sogar häufig in einem schlechteren Zustand ist als die Wiener Häuser.

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    Ich stimme dir größtenteils zu, die runde Ecke halte ich jedoch nicht für überflüssig, im Gegenteil. Der Neoklassische Stil, der in den letzten Jahren in Berlin entstanden ist, zeichnet sich häufig durch Rundungen von Ecken oder Balkonen aus. Dass dieses Stilelement in Kontinuität dazu weitergeführt wird, finde ich sogar richtig gut und unterstreicht die Eigenständigkeit des Stils gegenüber den Gründerzeitbauten durch eine klare Geste.


    Das mit den Balkonen am ockerfarbenen Nachbarn ist mir auch erst im Nachhinein aufgefallen. Man muss aber dazusagen, dass ich das Gebäude auf dem Foto etwas angeschnitten habe. Am äußeren Rand rechts erkennt man eine dritte Balkonreihe, die wiederum so geschlossen wie der linke Flügel aussieht. Ich vermute mal, die drei Balkone in der Mitte wurden offener gehalten, um ihnen etwas Schwere zu nehmen und das Gebäude in seiner Mittelachse besser hervortreten zu lassen. Wie gelungen das nun ist, kann jeder für sich entscheiden.

    Nicht zuletzt verschwand ein schöner Dreiecksgiebel an der linken Seite des renovierten Hauses. Super ärgerlich!
    Da muss ich Camondo zustimmen, gerade die Dachlandschaft ist enorm wichtig für den Gesamteindruck eines Gebäudes und eines Straßenzuges. Ausgerechnet an dieser Stelle hat das renovierte Gebäude enorm verloren. Auch das grelle weiß sieht mMn eher unschön aus und blendet beinahe schon.


    Weiß jemand was es mit dem Stuck auf sich hat? Das unrenovierte Haus sieht aus wie eine sonderbare Mischung aus Originalstuck und komischen Ergänzungen / Entstuckungen späteren Datums. Dass hier keine Verbesserung angestrebt wurde, wundert mich bei dem Anspruch dieser Renovierung nicht..

    Das Fassadenmaterial finde ich genial! Das erinnert mich an die wunderschönen Terracotta-Fassaden einiger New Yorker Projekte (zB Steinway Tower oder 322-326 Seventh Avenue). Nur in der Gesamtansicht wirkt das Gebäude ein bisschen wie ein schnöder Gewerbebau wodurch das Material sein komplettes Potenzial nicht gänzlich entfalten kann.

    Ich freue mich schon aus mehreren Gründen auf den Turm. Mit dem Chipperfield-Turm gegenüber entsteht ein sehr urbanes Ensemble direkt an der Spree, das einen Auftakt zur Alexander-Skyline darstellen wird, erst recht wenn man mit der S-Bahn zwischen den Türmen Richtung Alex fährt.
    Die zurückspringende Kubatur und insbesondere der spitzwinklige, parallelogramm-förmige Grundriss wird viele interessante Ansichten bieten. Nicht zuletzt erhält die DDR-geprägte Gegend endlich zeitgenössische Akzente.

    80-90m wären natürlich auch nicht schlecht gewesen und die Fassade wirkt leider wenig einfallsreich, aber mit dem Naturstein und der hellen Farbgebung passend zum Chipperfield-Turm kann es noch ganz gut werden.

    Die gleiche Höhe steht ja für das Kontinuum der europäischen Stadt. Und hätte als Beitrag der deutschen Hauptstadt zum internationalen Hochhauswettrennen eine eigene Handschrift getragen, die man nun leider der Banalisierung Preis gab.

    Das erste angemessene Argument, das ich über die Einheitshöhe gelesen habe. Eine Art Traufhöhe im Hochhausformat ist also die Idee gewesen...Leider hilft dieser interessante Gedanke jedoch nicht, wenn man sich die plumpe Umsetzung anschaut.


    Kollhoffs Vision hätte die "Traufe" zum Bindemittel der variierenden, sich abstufenden Gebäude gemacht. Wenn das Konzept der sich unterscheidenden Kubaturen - also das Gegengewicht zur Einheitshöhe - wegfällt, erhält man einheitliche Höhe + einheitliche Kubatur = Monotonie. Das ist die fatale Rechnung, die den Masterplan aus dem Gleichgewicht bringt.

    An der Ecke Lewishamstraße / Sybelstraße wird ein Gebäude aus der Nachkriegszeit abgerissen. Der Entwurf des Neubaus von Bertsch Architekten ist nun öffentlich, es gibt jedoch drei Varianten mit unterschiedlichem Fassadenmaterial.


    Insgesamt ist der Neubau relativ anspruchslos, die Backstein- oder Tonziegelfassade wäre gegenüber einer schlecht alternden Metallfassade jedoch die beste Ausführung des Entwurfs.


    Alle Infos zum Entwurf und der Bestandssituation sind auf der Website des Architekten zu finden.


    Viel wichtiger für diese Ecke Cahrlottenburgs wäre jedoch eine Neukonzeption des Stadtraums an der Lewishamstraße. Die autobahnähnliche, zerschneidende Verkehrsachse macht eine Aufwertung der Gegend zu keiner einfachen Aufgabe..

    Wenn aus diesen jahrzehntelangen Diskussionen doch zumindest ein Ergebnis rauskäme, das sich sehen ließe oder sogar vorbildlich für andere Hochhausstädte wäre, könnte ich das akzeptieren. Für mich ist das Paradoxe an der ganzen Sache, dass die ewigen Diskussionen zwischen den vermeintlich klügsten Köpfen der deutschen Architekturszene sogar ein schlechteres Ergebnis erzielen, als jegliche organisch gewachsene Skyline. Das zeigt, wie destruktiv und verkopft diese ganzen Debatten sind. Statt die Expertise konstruktiv zu kombinieren, gerät man in Deutschland mit jeder Diskussion auf einen noch kleineren Nenner.

    Oder sollen diese einfach das Auge des gewöhnlichen altbautenliebenden Otto-Normalbürgers befriedigen?

    Na so ein Satz erklärt vieles darüber, warum sich die Architektenschaft zunehmend von den Nutzern, nämlich den "normalen" Menschen, entfremdet. Es sollte doch oberste Priorität eines Architekten sein, dass der spätere Betrachter Gefallen am Gebäude und Interesse an den zukünftigen Erhalt entwickelt.


    Wer Gebäude nur zur Zurfriedenstellung des eigenes Egos entwirft, hat das grundlegende Prinzip der Architektur als gesellschaftliches Gut nicht verstanden.

    Das Problem gilt häufig für die Moderne an sich und begründet meines Erachtens die generelle Problematik einer fehlenden Zeitlosigkeit und städtebaulichen Integration des Stils.