Beiträge von Konrad R.

    Nach meinem Wissen hatte die deutsche Waldfläche das Minimum ihrer Ausdehnung im 17. Jahrhundert erreicht; speziell in Sachsen wird das ganz ähnlich ausgesehen haben. Riesigen Holzbedarf hatten in erster Linie Bergbau und Hüttenwesen. Auf Burg Rabenstein wird ein interessanter Kupferstich der Pöhlberregion um 1800 gezeigt - da sieht man den völlig entwaldeten Erzgebirgskamm. Es kam zu Erosionsproblemen, die auch schon von Carlowitz beschrieben werden.

    Dabei schlug auch der Holzexport nach England und Holland (Flottenbau) zu Buche. Nachdem die Briten schon die irischen Wälder komplett für den Bau ihrer Flotte verbraucht hatten, wurde kräftig importiert. U.a. versuchte auch August der Starke die angespannten Staatsfinanzen durch Raubbau am Holz für den Export zu sanieren. Erst im frühen 19. Jahrhundert begann systematische Aufforstung.

    Falls wir das Thema hier noch nicht hatten: Bereits 2018 hat die Stadt ein Strategiepapier zur Revitalisierung des Gewerbestandorts Altchemnitz beschlossen. Konkret geht es um ein großes Gebiet. welches begrenzt wird durch die Bahnlinie nach Aue im Osten, die Annaberger Straße, Wilhelm-Raabe-Straße und Elsässer Straße im Westen sowie die Lothringer Straße im Norden. Inzwischen steht ein umfassendes Strukturkonzept, wobei die besondere Aufmerksamkeit der Revitalisierung der historischen Industriebauten

    Altchemnitzer Straße 27 (ehem. Spinnereimaschinenbau) 40 und 46 sowie der Brandruine Elsasser Straße 45 gelten soll.


    Ob die angestrebte Umwidmung zum urbanen Gebiet mit Mischnutzung inzwischen erfolgt ist, kann ich nicht sagen. Dies wäre die Voraussetzung dafür, dass in den genannten Gebäuden auch eine Wohnnutzung möglich wäre.


    Das große Areal zwischen Spinnereimaschinenbau und der Bahnlinie soll hingegen als innerstädtischer Industrie- und Gewerbestandort erschlossen werden. Dafür ist der Neubau einer neuen Durchgangsstraße von der Altchemnitzer Straße zur Annaberger Straße angedacht, welche hinter dem Spinnereimaschienbau verlaufen soll; durch den Neubau einer Brücke über die Bahnlinie soll auch eine Verbindung zum Uni-Campus Reichenhainer Straße geschaffen werden, allerdings nur für Fußgänger und Radfahrer.

    Das Projekt hat inzwischen eine eigene Internetpräsenz: https://www.altchemnitz.de


    Meines Erachtens wird es wirklich Zeit, dass in dieser Ecke etwas passiert; auch die Verbindung in Richtung Campus beurteile ich positiv.

    Neues vom Sonnenberg: An der Uhlandstraße wird die Georg-Weerth-Oberschule um einen Anbau erweitert, der auch den Lückenschluss zur Turnhalle herstellt. Leider musste dafür massiv in die Bausubstanz des historischen Bestandsbaus von 1876/77 eingegriffen werden.


    20201026_150856yrjcb.jpg


    Die Weerth-Schule dürfte eines der ältesten erhaltenen Schulgebäude im Bereich der Chemnitzer Kernstadt sein. Sie gefällt mir ausgesprochen gut. Die Größe des Baus bei gleichzeitig zurückhaltendem Dekor lässt an die Aktienspinnerei/neue Uni-Bibliothek denken.


    20201026_1510519yjep.jpg


    Noch einmal eine größere Ansicht der Front zur Uhlandstraße; das aktuelle Baugeschehen spielt sich auf der Rückseite ab. Links im Bild angeschnitten ist die nächste Baustelle, von der zu berichten ist.


    20201026_1511591xkwa.jpg


    Die Uhlandstraße 1 wird von der Isi Home saniert. Auf der Seite des Unternehmens finden sich leider noch keine Informationen zum Projekt. Das Gebäude steht nicht unter Denkmalschutz; die Fassade scheint in früher DDR-Zeit verändert worden zu sein. Hoffentlich wird es hier keine Dämm-Orgie geben.


    20201026_1506084qjcg.jpg


    Kommen wir zu einem alten Problemfall mit nunmehr glücklichem Ende: Das Kontorhaus der Strumpffabrik "Wex und Söhne" in der Dresdner Straße 34, das vor einigen Jahren zumindest notgesichert wurde. Man lasse sich vom Konterfei Herrn Faßmanns nicht täuschen - auch dieses Gebäude aus dem Jahr 1860 wird von der Isi Home saniert. Links im Bild die Villa Beckert, die noch auf einen Investor wartet.


    20201026_1522019ujf1.jpg


    Im Inneren laufen bereits Beräumung und Entkernung. Ich habe dieses Gebäude immer mit dem Wendepunkt am Chemnitzer Immobilienmarkt in Verbindung gebracht, nachdem der damalige Besitzer die "Villa" nach dem Teileinsturz der hinteren Fassade 2007 nicht abbrechen sondern notsichern ließ - und das in einer Zeit, in der die GGG als größter Vermieter in der Stadt massenhaft historische Bausubstanz mit Förderung vernichtete.


    20201026_1517106jjd1.jpg


    Zum Abschluss zwei Bilder vom aktuellen Stand der Sanierung der Villa Rudolph in der Dresdner Straße 76. Die vor Jahren im Rahmen der Notsicherung abgebrochenen Mauerkronen wurden wieder aufgemauert; das Gießen neuer Zwischendecken wird vorbereitet.

    Scheinbar wird das Projekt von F+K-Architekten in Chemnitz betreut. Wirkliche Informationen findet man auf deren Seite aber nicht. Neben einer Visu, die die originalgetreue Wiederherstellung erhoffen lässt, heißt es nur, dass das Projekt "Schlösschen" in der Genehmigungsphase sei: https://www.f-k-architektur.de/projekte/ (nach unten scrollen).


    20201026_1532150jjcb.jpg


    Auch an der Remise rechts im Bild wird bereits gearbeitet.


    20201026_153400pejx9.jpg

    Viel Aufwand hat man sich bei diesem Haus auf alle Fälle gemacht. Da wurde alles entkernt und völlig umgebaut. Schön, dass man die Gliederung wieder aufgenommen hat und der Fassade damit ein historisches Aussehen gibt, aber da ich Substanzfetischist bin, kann ich mich trotzdem nicht so recht dafür erwärmen. Gerade bei den Gründerzeitlern mit ihren doch recht dicken Außenmauern sehe ich die Außendämmung nicht so recht ein - aber ja: das ist eine Kostenfrage. Bei Marco-Ravo-Immobilien z. B. gibt es meist eine Innendämmung (da haste nur leider keinen Dübel mehr in die Wand bekommen), aber die sparen dafür an anderer Stelle.

    Da kommt bestimmt noch was. Ich habe mich seinerzeit sehr über die Sicherung gefreut, da das Gebäude im Speerplan zur Disposition gestellt worden war. Vielleicht möchte sich ja die Uni ausbreiten. Ich meine fast, dass das auch mal im Gespräch war, aber ich kann es dir nicht beschwören.

    Es folgt ein kleiner Bilderbericht über den Stand der Dinge an der Villa Zimmermann, die ja momentan saniert wird. Der repräsentative neogotische Villenbau am Bahnhofsvorplatz entstand 1865-67 für den Werkzeugmaschienenfabrikanten Johann Zimmermann und gehört zu den besterhaltenen Zeugnissen seiner Art in Deutschland. Die letzte grundhafte Wiederherstellung erfolgt erst 2007/2008, wobei das historische Erscheinungsbild aber nur vereinfacht wiederhergestellt wurde - der Investor war aber schon nach einem jahr insolvent und das Gebäude stand wieder leer; das Nutzungskonzept war nicht aufgegangen. Damals gab es auch Auseinandersetzungen mit der Denkmalbehörde bzgl. der Authentizität der Sanierung, weshalb die Arbeiten zwischenzeitlich für längere Zeit ruhten.

    Nun also ein neuer Anlauf mit neuem Investor. Das Äußere wird nun originalgetreu wiederhergestellt, u.a. werden die (zweifelsohne schönen) schmeideeisernen Balkonbrüstungen wieder durch Sandsteinbrüstungen ersetzt; auch kommen weitere Fialen hinzu. Auf dem Grundstück des 2007 (auf Drängen des damaligen Investors) abgerissenen Hotels Carola, welches zwischenzeitlich als schnöder Parkplatz genutzt wurde, entsteht ein Neubau. Das kleine Jugendstilportal, welches einst die Villa mit dem Hotel verband und den Abriss 2007 überlebte, wurde abgebaut, eingelagert und wird in den Neubau integriert werden. Der Neubau selbst ist furchtbar, gibt aber zumindest dem Bahnhofsvorplatz seine Gebäudekante zurück.


    Der Blick aus der Carolastraße:


    20200927_144634yljuc.jpg


    Die kunstvollen Gitter sind scheinbar nicht historisch authentisch und werden durch Sandsteinbrüstungen ersetzt werden:


    20200927_144757fdkw6.jpg


    Ein Bild der Bautafel: Neben der Villa Zimmermann und dem Neubau auf dem Grundstück des Hotels Carola (zu erkennen ist dort das integrierte Jugendstilportal) in der Bahnhofstraße scheint auch die Villa Carolastraße 7 (ganz links auf der Tafel) Teil des Projekts zu sein:


    20200927_14472402tk23.jpg


    Der Blick aus Richtung Bahnhofsvorplatz. An der Fassade wurden bereits zahlreiche Sandsteinplatten erneuert.


    20200927_144943uujdb.jpg


    Die Baugrube für den Neubau. Die Fassade der Villa im Hintergrund war seit der Errichtung des Verbindungsbaus zum Hotel Carola zu Beginn der 20. Jahrhunderts verdeckt und wurde erst jetzt durch den Abbau des Jugendstilportals wieder freigelegt. Da der Neubau frei stehen wird, wird man dieses Fassadenstück wohl rekonstruieren.


    20200927_145206oojg1.jpg


    Auf der anderen Seite des Blocks, an der Straße der Nationen, wird momentan das Projekt "Contor Haus" (Bindestriche scheint es nicht mehr zu geben) umgesetzt - man saniert die Straße der Nationen 58, wobei Etagenwohnungen und eine Gewerbeeinheit entstehen: http://www.chemnitz-sdn58.de/contor-haus.html


    20200927_145726bxjh5.jpg


    Im größeren Zusammenhang; links das Hauptgebäude der TU:


    20200927_145905xvjmh.jpg


    Und nochmal in ganzer Pracht, weil's so schön ist:


    20200927_145852hfja0.jpg

    Heute wieder einige Neuigkeiten und Bilder zum Sonnenberger Baugeschehen:


    In der Fürstenstraße 8 ist die Sanierung eines denkmalgeschützten Altbaus im Reformstil durch Hildebrand und Partner fast abgeschlossen. Es entstehen Eigentumswohnungen.


    20201007_144833tjjfo.jpg


    In der Peterstraße 28 wurde ein Altbau komplex umgebaut. Hier entsteht als bundesweit einmaliges Projekt innerhalb des Hauses über mehrere Etagen eine sogenannte Aquaponik-Anlage, d.h. ein geschlossener Kreislauf aus Nutzpflanzen und Fischzucht, der der nachhaltigen Nahversorgung mit frischen Lebensmitteln dienen soll. Fertig scheint man bisher nur im Außenbereich zu sein. Die Energieversorgung des Hauses läuft unabhängig vom Netz über zwei Brennstoffzellen, die auch den Fuhrpark des Betreibervereins aufladen. Das Konzept klingt spannend - ich bin gespannt.

    Über die Fassadengestaltung lässt sich natürlich streiten. Man hat das Haus komplett zugedämmt und den alten Fassadenschmuck abgeschlagen - war wohl nicht denkmalgeschützt.


    20201006_152941rjjqj.jpg


    Aus Richtung Lessingplatz:


    20201006_152851aek7p.jpg


    In der Sebastian-Bach-Str. 8 nimmt der Neubau der Isi Home Gestalt an. Man erkennt bereits jetzt, dass man sich stark an den gründerzeitlichen Nachbargebäuden orientiert.


    20201006_153953qgkve.jpg


    @ Arnold: Du hattest nach der Zukunft der Faßmann'schen Gießerei gefragt. Ich habe dort heute jemanden vor Ort gefragt und der sprach von einem Kunst- und Kulturzentrum; die Pläne seien aber noch nicht ausgereift.

    Die einzige wirklich gelungene Eigenheimsiedlung in Chemnitz, die ich kenne, ist die an der Humboldtstraße auf dem Sonnenberg - hier spielte vielleicht das denkmalgeschützte Umfeld aus 20er-Jahre-Wohnhöfen eine Rolle. Alle Häuser haben ein Satteldach und einen ähnlichen Bautypus ohne identisch zu sein; die Fassaden sind pastellfarben, zwischen den Häusern hat man alten Baumbestand erhalten. Ich werde bei Gelegenheit Bilder nachreichen. Die Häuser in der Hauboldstraße gefallen mir auch überhaupt nicht - ich finde sie einfach nur monoton und extrem abweisend; sie nehmen keinerlei Bezug auf die Umgebung. Keine zehn Pferde würden mich dort hinein bekommen. Gleichwohl finde ich sie noch besser als das bunte Wimmelbild an der Bernhardstraße zum Beispiel.


    Kommen wir nun zu etwas völlig anderem: Auf dem Weg zu meinem Wahllokal habe ich ein weiteres Bild vom Baugeschehen an der "VEB Fahrzeugelektrik" gemacht.


    20201009_1556031gkw9.jpg

    Da soll die Rathenaustraße also tatsächlich verlängert werden - zumindest wird es geprüft. Das hätte ich der Stadt gar nicht zugetraut und finde es eigentlich nicht verkehrt. Was die Seydlitzstraße angeht, könnte der Stadtplan von 1920 eine Planung anzeigen, die niemals in die Tat umgesetzt wurde. Das ist ja bei heutigen Karten auch so, dass zuweilen bereits projektierte aber noch nicht errichtete Straßen gestrichelt mit eingezeichnet sind. Auf dem Sonnenberg war vor 1914 vieles in der Pipeline, was dann durch den Krieg nie verwirklicht wurde, z. B. das Straßenraster rund um die Humboldthöhe.

    Wo die verlängerte Rathenaustraße enden soll, wird nun also noch von Seiten der Stadt zu klären sein.

    Mit einer verlängerten Rathenaustraße würde man das Schulgelände der Lessingschule zerschneiden - ich glaube nicht, dass das durch den Stadtrat geht noch überhaupt gewollt wäre. Eher denke ich an eine Erschließung des Geländes durch Privatstraßen - eine längs durchs Gelände von der Reinhard- zur Zietenstraße entsprechend der alten Werksdurchfahrt, eine von dort ausgehend als Anschluss an den Lessingplatz.


    Die Sanierung des Lessingplatzes wurde vor Kurzem abgeschlossen. Die Ecke an der ehem. Einmündung der Seydlitzstraße wurde dabei als unbefestigter Parkplatz für das Eckhaus belassen und nicht in den Straßenraum einbezogen. Von Seiten der Stadt ist hier also erstmal nichts zu erwarten.

    Die folgende kleine Bilderreihe widmet sich wieder dem Chemnitzer Bahnbogen - diesmal dem Bereich um den Bahnhof Mitte. Hier wird momentan die Brücke über die Stollberger Straße durch einen Neubau ersetzt; die ehem. Brücke über die Reichsstraße wird komplett beseitigt, d.h. die Durchfahrt wird verschlossen; der Haltepunkt wird vom alten Bahnhof Mitte in den Bereich östlich der Stollberger Straße verlegt und behindertengerecht ausgebaut; der gemauerte Bahndamm zwischen Stollberger- und Neefestraße wird komplett erneuert. Auch hier baut man im Moment ausschließlich im bahnlinken Bereich.


    Beginnen wir mit dem Bahnhofsgebäude im Jugendstil (1906). Auch dieser Bahnhof schaffte es einst in die Liste der 100 gammligsten Bahnhöfe der Bundesrepublik. In der Eingangshalle wachsen schon die Stalaktiten von der Decke - geologisch recht interessant. Bald will hier Harley Davidson investieren. Zu wünschen ist es dem stadtbildprägenden Objekt. Der letzte Investor scheiterte laut eigener Aussage an den Brandschutzvorgaben der Stadt.


    20201001_124132w0jzo.jpg


    Linkerhand schließt sich an den Bahnhof sofort die Brücke über die Reichsstraße an. Diese Brücke sieht schon seit den 1990er-Jahren keinen Durchgangsverkehr mehr. Nun soll die Durchfahrt vollständig verfüllt werden - der Beton wächst schon aus dem Boden. Glaubt man den Visualisierungen der DB, so soll der historische Brückentrog im Vordergrund als Reminiszenz erhalten bleiben - das würde auch den Versatz beim Neubau erklären.


    20201001_123412m0k5x.jpg


    Die gleiche Baustelle von der anderen Seite: Auf dieser Seite der Strecke schließt der Neubauteil bündig mit am alten Bahndamm ab.


    20201001_12383286jql.jpg


    An der Brücke über die Stollberger Straße ist man auf dem gleichen Stand wie am Südbahnhof: Der neue Brückentrog in Verbundbauweise wurde auf der bahnlinken Seite bereits eingebaut; auf der rechten seite ist noch alles beim Alten - hier beginnen die Arbeiten erst im kommenden Jahr. Zwischen den beiden Brücken - wo schon jetzt die Lücke zwischen Alt- und Neubau sichtbar ist - wird der Zugang zum neuen Haltpunkt Chemnitz-Mitte entstehen.


    20201001_123621uikxy.jpg


    Der Blick von der anderen Seite:


    20201001_123734sdj1m.jpg


    Auch der gemauerte Bahndamm zwischen der ÜF Stollberger Straße und der ehem. ÜF Reichsstraße wurde komplett abgebrochen und neu betoniert. Dieser Bauabschnitt wird momentan mit Naturstein verkleidet. Hier hat man sich leider dazu entschieden die alten Steine nicht wieder zu verwenden.


    20201001_123810hujh9.jpg


    Und nochmal der Screenshot zur Übersicht: Ganz links der alte Haltepunkt, der nach ganz rechts verlegt wird. Südlich des Kreisverkehrs am alten Bahnhof wird die ehem. Durchfahrt Reichsstraße verfüllt. Von hier ab bis zur Brücke über die Stollberger Straße (über den Tramgleisen) wird der gesamte Bahndamm von Grund auf erneuert.


    screenshot_2020-10-06t8kn4.jpg

    Dabei dürfte es sich dann wohl um Hildebrand & Partner handeln, die auf dem Areal bereits tätig sind.

    Als die Stadt vor einigen Jahren das große Werkstattverfahren zum Sonnenberg durchführte, war für das Gelände noch eine breite Nutzung durch Vereine und Gewerbe vorgesehen.

    Es folgen noch einige Bilder aus dem Umfeld der neuen Uni-Bibliothek.


    Zunächst der Gehweg zwischen dem DDR-Busterminal und der Straße der Nationen. Hier sollte man den DDR-Zustand der Anlagen wieder herstellen. Die Hochbeete und der verschiedenfarbige Bodenbelag sind ein schönes Beispiel für die Freiflächengestaltung der 1960er-Jahre. Ich denke, dass das sehr gefällig aussah ehe man es vergammeln ließ. Auch das Terminal selbst sollte unbedingt erhalten und einer neuen Nutzung zugeführt werden.


    20200927_15002605lk45.jpg


    20200927_1500220cj0o.jpg


    Karl-Liebknecht-Straße 39 gleich neben der Bibliothek: fertig saniert. Es ist schon unglaublich wie schnell es jetzt am Brühl voran geht nachdem er mehr als 20 Jahre lang brach lag.


    20200927_150600ywkbx.jpg


    Sanierung und Neubau: Brühl 61, 63 und 65


    20200927_150901x9k0c.jpg


    Ein Blick in den Brühl in Richtung Zöllnerplatz: die meisten Ladengeschäfte sind belegt.


    20200927_150720r6jro.jpg


    Auf dem folgenden Bild sehen wir rechts den Neubau in der Straße der Nationen 86 - betreutes Wohnen, wenn ich mich recht erinnere. Links angeschnitten ist das neobarocke Doppelhaus Nr. 88/90, das heute durch diverse Büros genutzt wird. Leider nimmt der Neubau keinerlei Bezug auf seine Nachbarschaft.


    20200927_15110218kao.jpg


    Als Abschluss und kleines Extra nochmal die Nr. 88/90. Manchmal vergessen wir ja bei aller berechtigten Kritik, mit welch großartiger Architektur Chemnitz gesegnet ist. Leider erhielt das Haus in den 1990ern trotz Denkmalschutz billige Plastikfenster und unpassend wirkende Dachgauben.


    20200927_151057y0ke7.jpg

    Man muss in der Tat bis zur StraNa vor. Wenn mir meine Erinnerung keinen Streich spielt, gibt es keinen Weg über den Rasen. Bibliothek und Busbahnhof nehmen keinerlei Bezug aufeinander. Vielleicht hat man hier die Verlagerung des Busbahnhofs schon vorweggenommen und harrt einer späteren Umgestaltung des Areals. Das sieht gerade sehr unbefriedigend aus.

    Da kann ich zur Feier des Tages gleich einige Bilder beisteuern:


    Einfach nur monumental. Der geringe Abstand zum Busbahnhof fällt sofort ins Auge.


    20200927_150124svjmm.jpg


    Die monumentale Wirkung kommt gerade durch die einfache Gliederung der klassischen Putzfassade zustande:20200927_15032661j5u.jpg


    Der zeitlos elegant gestaltete Eingangsbereich:


    20200927_150353eajfs.jpg


    Die Drehung um 180° zeigt uns den in den 1990ern modernisierten Busbahnhof:


    20200927_150336vjjjs.jpg


    Ein Schnappschuss durchs Fenster der neuen Bibliothek: Man erkennt die gemauerten Kappendecken, die von gußeisernen Säulen getragen werden.


    20200927_150202kkjud.jpg


    Eine neue Freitreppe erschließt die Bibliothek aus Richtung Karl-Liebknecht-Straße.


    20200927_1505126skjo.jpg

    Ich stimme dir zu, was die nicht gesprossten Fenster angeht. :)

    Ansonsten finde ich das Haus wirklich nicht schlecht. Ich war auch erst skeptisch, aber wenn man den Vorzustand bedenkt, muss man schon sagen, dass hier einiges geleistet wurde. Innen wurden die alten Türen aufgearbeitet und das Treppenhaus erhalten; unterhalb der Traufe hat man sogar die Kassettendecke wieder hergestellt. Sicher nicht Jedermanns Sache - meine Sympathie reicht auch nicht soweit, dass ich dort einziehen würde - aber doch ein interessantes und scheinbar zugkräftiges Konzept.


    Ebenfalls aus langem Dornröschenschlaf erwacht ist die Hofer Straße 24/26. Das monumentale Jugendstil-Doppelhaus lag seit ich mich erinnern kann (und ich lebe seit 2003 in Chemnitz) als Investitionsruine brach. Nun wurde die Sanierung (mit neuem Investor?) endlich zu Ende gebracht. Hier ein Bild des langjährigen Vorzustandes.


    20200927_14122705ijik.jpg


    Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Daher wurden auch die Vorgärten samt ihrer Einfriedungen originalgetreu wieder hergestellt.