Beiträge von Moewe

    Sind Sie in letzter Zeit einmal in der ZLB gewesen (oder in einer der Stadtteilbibliotheken)? Gerade die Amerika-Gedenkbibliothek ist meist proppenvoll. Gut, viele sind wohl eher da, um die Laptop-Arbeitsplätze zu nutzen, als um wirklich Bücher auszuleihen. Aber das bedeutet eher, dass sich die Rolle von Bibliotheken wandelt, nicht, dass sie überflüssig werden. Gerade Schüler und Studenten würden einen Neubau mit mehr Arbeitsplätzen sicher gut annehmen

    Ein Neubau sollte wohl auf die Bedürfnisse verschiedener Nutzergruppen eingehen, um zukunftsfähig zu sein. Die neue Zentralbibliothek von Helsinki, genannt Oodi, fällt mir da ein (ein tolles Gebäude!) Dort nehmen Bücher zugegebenermaßen einen eher kleinen der Fläche ein, dafür gibt es aber Tonstudios, 3D-Drucker, Gruppenarbeitsräume...


    (Edit: war als Antwort an Oranien gedacht)

    Das Problem mit der Minna-Todenhagen-Brücke ist, dass sie für eine bloße Spreequerung an der Stelle eigentlich völlig überdimensioniert gebaut wurde. Man hat ja im Grunde die Brückenlänge verdoppelt, um sich nicht mit dem Inhalt der Giftmüllpyramide dort am Kanaleingang befassen zu müssen.


    Was sich ökonomisch vielleicht auch gerechnet hat, nur vor allem als Fußgänger oder Radfahrer fällt der eigentlich unnötige Anstieg bei der Brücke schon ins Gewicht

    Modulbau oder nicht, wenn man sich den Standort anschaut, ist das doch ein absoluter Gewinn


    Das ist aktuell ein einziges zersiedeltes Niemandsland. Die "Pyramide" an der angrenzenden Kreuzung steht relativ orientierungslos in der Gegend herum, die Landsberger Allee ist eine völlig überdimensionierte Schneise. Ringsherum Autohäuser und Ikea & Co mit riesigen Parkplätzen, ein paar verlorene Kleingärten und Industrie, der Landschaftspark Herzberge als einziges Highlight


    Gebaut wird jetzt ein dichtes Wohnviertel, Blockrandbebauung, mit Gewerbenutzung im Erdgeschoss. Vielleicht nicht das kreativste Projekt, aber für die Gegend ist das top und erzeugt überhaupt erst einen Hauch von Urbanität. Gerne mehr davon

    Dann entstehen diese Neubauten, Wohn- und Bürobauten, die ziemlich hässlich sind, die furchtbaren riesigen Hostels, die paar Glitzerprojekte wie Graft und Elements - ob an der Spree oder dahinter, vielleicht ein paar gelungene Renovierungen, aber wo kein Mensch hinkommt, weil es diese riesige Hinterhofsituation ohne öffentlichen Zugang zwischen Spree und Köpenicker Straße gibt. Niemand weiß so genau, was da alles passiert ist. Ans Ufer kommt man da kaum, außer man wohnt dort zufälligerweise. Komischerweise wurde die Forderung eines durchgängigen, zugänglichen Ufers gegenüber von Mediaspree zum heiligen Gral hochgepusht während auf Kreuzberger Seite es anscheinend niemand interessiert, auch wenn die Situation vielleicht nicht ganz vergleichbar ist.

    Zumindest an dieser Stelle soll sich da bald (endlich!) etwas tun, zwischen dem Elements und dem verdi-Gebäudeist ein provisorischer Uferweg geplant (provisorisch wohl deshalb, weil eine Ufersanierung aufwändig wäre um man stattdessen erst einmal weiter hinten einen Weg anlegt)

    Siehe hier: https://www.luisenstadt-mitte.…ovisorischer-spreeuferweg

    Ich war letztens dort, außer einem großen Plakat war trotz eines angekündigten Baustarts im Oktober 2022 noch nichts von einem Weg zu sehen

    Dass der Bezirk im dazugehörigen Flyer (hier) 400 Meter Weg als "Meilenstein" feiert, wirkt nach jahrelangem Stillstand auch stark übertrieben. Trotzdem schön, dass etwas passiert

    Wenn ich das richtig verstehe, bestand die Einigung von Bezirk und Eigentümer genau darin, dass beides gebaut werden sollte


    Der Berliner-Woche-Artikel ist etwas missverständlich, weil von der ganzen Fläche geschrieben wird, der Schulbau ist aber wohl nur für für das östliche kleine Eckgrundstück vorgesehen


    Wie gesagt ist das aber anscheinend in der Schwebe, weil der Senat das Geld für den Kauf bisher nicht bewilligt hat


    Wie UrbanFreak oben geschrieben hat, war es von Herrn Schmidt eigentlich nicht unklug, mit der Maximalforderung einer Enteignung der ganzen Fläche in die Verhandlungen zu gehen. Wenn aber am Ende nichts dabei herauskommen sollte, weil die Senatsverwaltung nicht im Boot ist, ist das doch wieder sehr berlintypisch

    Das Grundstück mit dem Hellweg befindet sich laut dem oben auf dieser Seite verlinkten Tagesspiegel-Artikel zum Wriezener Karree ebenfalls im Besitz von TLG Immobilien. Ich würde vermuten, dass sie dafür auch weitergehende Pläne haben und der Baumarkt da nicht mehr ewig stehen wird.


    Beim Metro-Areal sehe ich das Problem, dass das letzte verbliebene Gleis im Norden noch in Benutzung ist, um Züge ins Talgo-Werk östlich der Warschauer Straße zu rangieren. Nichts, das sich nicht über eine Schranke o.Ä. lösen ließe, aber im Ist-Zustand ist dass Gelände eine größere Sackgasse ohne Anbindung im Osten

    Das letzte, was ich zu den Rathausplänen finde, ist ein Interview der Berliner Woche mit Bezirksbürgermeisterin Clara Hermann aus dem Januar: https://www.berliner-woche.de/…in-clara-herrmann_a332981


    Das klingt nicht unbedingt danach, dass schnell etwas passiert. Die Rathauspläne würden "definitiv weiterverfolgt", Gespräche zum Grundstücktausch liefen, bis 2025 werde der Bau aber nicht klappen.


    Das wundert mich jetzt auch. Bei dem Bauantrag geht es ja anscheinend nur um den östlichen Teil der Freifläche Richtung Straße der Pariser Kommune. Vielleicht war tatsächlich einer der privaten Grundstückseigentümer schneller und will selbst bauen, statt auf den Bezirk zu warten?

    Nein, "Straße frei" wird seit Jahren immer weiter eingeschränkt. Wichtige Ausfallstraßen werden von 3 Spuren (-1 Lieferfahrzeuge für Amazon Yuppies) auf zwei reduziert (-1 Lieferfahrzeuge für Amazon Yuppies), um eine Fahrradspur einzurichten, obwohl ein Fahrradweg auf dem Gehweg vorhanden ist.

    Adlergestell, vollkommen geisteskrank, wird zweispurig gemacht, obwohl dort ein ausreichend großer Gehweg vorhanden ist, der nie von Fußgängern benutzt wird, weil dort niemand wohnt!

    Gehwege sind baulich in erster Linie für Fußgänger angelegt, daran ändert auch eine Widmung als Radweg oder ein aufgepinselter Radstreifen nicht viel. Man ist mit dem Rad auf solchen Wegen meist um ein Vielfaches langsamer, als auf einer wirklichen Fahrradspur. Sei es wegen der geringen Breite, oder Hindernissen wie Bäumen, Mülltonnen etc, die für Fußgänger kein Problem darstellen.


    Mit guten Radwegen kann man auch in einer Stadt von der Größe Berlins relativ schnell unterwegs sein. Dafür braucht es aber sichere Radwege mit ausreichend Platz, ohne Hindernisse und ohne Konkurrenz zu Fußgängern

    Weiß jemand, was auf dem schmalen Streifen südlich des Hellweg am Ostbahnhof geplant ist (zwischen Straße "An der Ostbahn" und Stadtbahn)?

    Die Baracken, die dort standen, wurden in den letzten Monaten nach und nach abgerissen und das Gelände planiert.


    Alles, was ich über Google finde, ist die Bewilligung einer Grundwasserabsenkung für die Errichtung eines Neubaus, mit HB Reavis als Auftraggeber, aber keine weiteren Details (auch auf der Seite des Unternehmens gibt es nichts dazu)

    Im Bereich vor dem "Neues-Deutschland"-Verlagshaus wird gerade der Franz-Mehring-Platz in Friedrichshain (nicht zu verwechseln mit dem Mehringplatz) umgegraben.

    Das ist wohl der Auftakt einer Umgestaltung zu einem "multifunktionalen Stadtplatz" in Zusammenarbeit von Bezirk und dem Eigentümer. Siehe hier: Pressemitteilung


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    ©gm013 I giencke mattelig über Competitiononline


    Auf jeden Fall eine Verbesserung, bisher war das vor allem der Parkplatz für das Redaktionsgebäude. Die Straße der Pariser Kommune bleibt aber völlig überdimensioniert, da müsste eigentlich in der Umgebung noch viel mehr passieren.

    Historisch gesehen ist das eine Debatte, die genauso alt ist wie die U2. Die Konkurrenz zur Straßenbahn auf der Leipziger Straße war überhaupt der Grund, die U-Bahn beim Bau nördlich Richtung Gendarmenmarkt zu verschwenken. Die logische Strecke wäre da ja ebenfalls entlang der Leipziger gewesen. Jetzt ist die Situation eben umgekehrt.


    An sich könnten sich beide auch heute noch gut ergänzen, nur ist die Leipziger Straße nicht mehr dir große Geschäftsstraße von damals, vor allem im Ostteil herrscht vergleichen mit den Dimensionen eher tote Hose. Aber das muss ja nicht so bleiben.


    Es gibt natürlich woanders wirkliche Lücken, deren Schließung dringender wäre. Warum zum Beispiel eine westliche Verlängerung der U1 unter dem Kudamm nicht längst geplant wird, erschließt sich mir nicht.

    Gegenüber dem Behala-Gelände liegt immer noch ein Seveso-Störfallbetrieb, solange der nicht verlegt ist, darf dort nicht gebaut werden.
    Ein Investor, der die Verlegung bezahlen wollte, ist vor Jahren abgesprungen (man findet dazu Medienberichte). Seitdem hat sich entweder niemand Neues gefunden, der dazu bereit wäre, oder der Bezirk hat etwas anderes mit dem Gelände vor


    Die anderen Sachen sind wohl weiter in Planung.

    Geplant ist ein durchgehender Weg längst, soweit ich weiß. Was wohl fehlt ist eine zentrale Koordination, die das auch priorisiert und die nötigen Mittel bereitstellt.


    Das ergibt eine relativ paradoxe Situation. Die Investoren wurden dazu verpflichtet, einen Uferweg anzulegen und tun das auch. Was jetzt noch fehlt sind vor allem Bereiche an alten Bestandsbauten, um die sich der Bezirk kümmern müsste. Aber das scheint nur im Schneckentempo zu passieren


    Zum Beispiel das Yaam musste ja dieses Jahr sein ganzes Gelände schließen weil die Uferwand einsturzgefährdet ist. Die haben sicher kein Geld um das selbst zu sanieren, da müsste der Bezirk ran.

    Oder richtig absurd sind ja Abschnitte wie der Weg vor dem Heizkraftwerk Mitte, längt fertig mit Bänken und allem, aber abgesperrt, weil dahinter Privatgrundstücke folgen, mit denen sich der Bezirk anscheinend noch nicht einigen konnte

    Ich finde es schade dass das Ufer nicht mehr mit dem Rad befahrbar ist.

    War es das an der Stelle jemals? Vor ein paar Jahren war das eine überwucherte Brache, über die man zur Not zu Fuß abkürzen konnte, mit dem Rad aber wohl nur mit Mühe. Rein von der Zugänglichkeit ist das eigentlich eine Verbesserung, jetzt wird es immerhin einen Weg am Ufer geben


    In der Sache stimme ich aber zu. Beide Abschnitte des Parks an der East Side Gallery sind bei schönem Wetter eigentlich immer voll. Dass man in der Mitte das Ufer zubaut, anstatt sie zu einem kontinuierlichen Grünstreifen zu verbinden, ist wirklich schade.


    Gut bauen können hätte man eher vom Living Levels in Richtung Ostbahnhof, angrenzend zur Straße. Da ist der halbe Park nur eine dauervertrocknete Wiese, die niemand wirklich nutzt

    Ebenfalls Zustimmung, vor allem wäre der Neubau der Elsenbrücke ja im Grunde die ideale Gelegenheit dazu. Zumal es auf der anderen Spreeseite ja auch schon eine änliche Stegkonstruktion gibt

    Schön wäre in der Theorie auch, den alten Straßenbahntunnel zwischen Stralau und Treptow für Fußgänger wiederherzurichten. Aber der ist soweit ich weiß geflutet, und eine Instandsetzung wäre wahrscheinlich wahnsinning teuer

    Einerseits schade, dass nicht einmal versucht wird, das als Freizeitpark neu zu starten (Die Zeit nach der Wende kann man ja wohl nicht als repräsentativ ansehen. Ein wegen Fahrlässigkeit vorbestrafter Schausteller ohne jegliche Erfahrung mit mehr als dem Betrieb einzelner Fahrgeschäfte kommt an die Parkleitung weil die Stadt pennt, haut nach der Insolvenz nach Peru ab und versteckt bei der Rückkehr Kokain in den Fahrgeschäften. Das ist eine Schmierenkomödie, aber sicher kein Beweis, dass der Park nicht mehr gut laufen kann)


    Andererseits... der Trend geht schon lange zu Riesen-Vergnügungsparks auf der grünen Wiese mit Platz für Extremachterbahnen und Co., das würde im Plänterwald schwierig. Und für so einen kleinen, aber feinen Vergnügungspark à la Tivoli oder Prater, der vor allem Touristen anzieht, ist der Spreepark wieder zu abgelegen. Und auch die laufen nicht heutzutage nicht mehr unbedingt, Budapest hat vor einiger Zeit seinen 100 Jahre alten Vergnügungspark abgerissen und das Gelände dem Zoo angegliedert.


    Und ja, bei Zenner und der Insel der Jugend ist es bei gutem Wetter proppenvoll, da ist der Spreepark direkt daneben. Bei dem Konzept bin ich mir auch nicht ganz sicher, aber jetzt schon ganz abschreiben würde ich es nicht