was die Berliner Mieten betrifft, sind beide Standpunkte nachweisbar.
Wer in Berlin seit etwa zehn oder mehr Jahren nicht die Wohnung gewechselt hat und das auch nicht vorhat, für den gibt es nichts zu klagen und das sind nach wie vor die Mehrheit.
Die Mieten selbst für beste Altbauten in Charlottenburg waren und sind sehr annehmbar, im Wedding ein Spottpreis und immer noch niedrig für langjährige Bestandsmieter. Und von denen hört und liest man auch nie was in den Medien.
Guter Beitrag, der versucht das Thema nuanciert und differenziert zu betrachten.
Kurze Anmerkungen:
1. Die von dir richtigerweise angebrachten fehlenden Umzüge von Bestandsmietern stellen für viele Berliner eine unzumutbare Härte dar. Man behält die bezahlbare Miete um dann mit zwei Kindern auf 70qm zu wohnen. Auf der anderen Seite wohnen Leute alleine auf 110qm in ihren ehemaligen Studenten-WGs, weil die Miete so billig ist. Es ist die Wahl zwischen Scylla und Charybdis. Schon vor fünf Jahren waren die Zahlen und die einhergehenden Schicksale hier teilweise schockierend. Ein Markt funktioniert nicht für die Mehrheit der Berliner, wenn sich nur eine kleine Minderheit die Marktteilnahme überhaupt leisten kann. Wer sich für ein paar Fakten diesbezüglich interessiert: https://alternativlos.org/40/
2. Auch im Wedding sind die effektiven Warmmieten bei Neuvermietungen für "Altbauwohnungen" mit Abstrichen (Laminat, niedrigere 30er-Jahre Decke) in Randbezirken wie Rehberge mittlerweile bei 15€ pro qm. Ich habe selber den Markt ein Jahr lang mit der mittlerweile notwendigen Wahnsinn von täglich 3-10 Anfragen an Vermieter abgeklappert.
Es mangelt hier vielen Beiträgen ganz eklatant an grundlegender Faktenkenntnis (Danke auch an Architektenkind dafür basale Missverständnisse des deutschen Rechtssystems aufzuräumen).
Hier kann man sich auch nochmal fundiert mit den aktuellen Realitäten auseindandersetzen: https://www.ardaudiothek.de/sendung/teurer-wohnen/12254011/
Was die richtigen politischen Lösungen sind, kann ich auch nicht sagen. Mich wundert nur mal wieder, wieso die Leute mit der wenigsten Kenntnis sich am berufensten fühlen, ihre unterkomplexen Ansichten rauszublasen.