Das neu errichtete Gerüst dient ziemlich sicher dazu, die letzten Schäden oder Verunreinigungen zu beseitigen, die durch den Brand am 8.4.2020 entstanden waren. Zwar hat man die Fassade relativ rasch nach dem Brand mit Hilfe einer Hebebühne gereinigt, die Rückseiten der Säulen waren aber nach wie vor (leicht) verfärbt gewesen.
Beiträge von Llewelyn
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Quelle? In dem Hotel wohnt kein Potsdamer. Wer sollte irgendwas vermissen wenn es weg wäre?
Es gab mal einen längeren Artikel (im Tagesspiegel?) von einem gebürtigen Potsdamer, der das Hotel als identitätsstiftend empfindet, weil dort in der obersten Etage seine Jugendweihe stattfand. Für ihn und viele in Potsdam sei das daher ein (positiver) Teil seiner Jugend. Die Einrichtung von damals sei wohl noch größtenteils erhalten (was sich natürlich inzwischen geändert haben kann).
Ich kann das verstehen. Hinzu kommt, dass man sich an Hässlichkeiten, die man von Kindesbeinen an nicht anders kennt, gewöhnt und sie häufg als solche nicht oder kaum mehr wahrnimmt. Man darf hier die durchschnittliche Bevölkerung nicht mit den Mitgliedern eines Architekturforums gleichsetzen.
Deswegen habe ich vorgeschlagen, dass man a) das Gebäude abreißt (auch ich finde es einen Schlag ins Gesicht) und b) die oberste Etage in Form eines Pavillons im Bereich des neuen Lustgartens aufstellt und als Restaurant betreibt. Äußere Maße der Etage und die Innenaufteilung /-einrichtung sollen dabei möglichst erhalten bleiben. Durch Begrünung, eine schöne Außenterasse u.ä.m. kann man das äußerlich sicherlich gut gestalten. Der identitätsstiftende Ort bliebe damit erhalten, man kann dort Klassentreffen abhalten etc.
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^^ Das kann ich alles nachvollziehen, das macht aber Dein Argument nicht gültig. Man kann sich auch mit falschen Argumenten für eine gute Sache einsetzen. Dass es am Ort B noch schlechter zugeht als am Ort A ist nie ein Argument dafür, dass es am Ort A gut ist. Dafür müssen einfach andere Argumente her.
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In Vietnam und Bangladesch leben Menschen sogar mit 1,5 m Abstand zu Gleisen, und das ohne gut schließende Fenster.
Seltsames Argument.
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Akzeptiert wurde die Bib von vielen eigentlich erst im Laufe der Zeit und vor allem als Leben auf dem Europaviertel eingekehrt ist. Da haben einige wohl gemerkt "oh, die Stadtbibliothek zieht ja tatsächlich Menschen an – ist ja vielleicht doch nicht so schlecht".
Nun ja, eine zentrale Stadtbibliothek, die zudem einige Leseplätze bietet (> Studenten) zieht natürlich Menschen an. Das bedeutet aber nicht, dass die Architektur besonders gut gefunden wird.
Aber irgendwie ist das auch typisch Stuttgart. Vieles wurde Anfangs abgelehnt, vom Fernsehturm bis zum kleinen Schlossplatz und dann später als Identitätsstiftendes Wahrzeichen angenommen und oft auch überhöht. Mit der Bib ist es eben auch so, Anfangs verschmäht, heute verehrt und teilweise auch verklärt.
Also mit dem kleinen Schlossplatz verwechselst Du was. Der Platz galt in einem bestimmten Kreis ab dem Moment als cool, als Pauls Boutique geöffnet hat. Es ist halt ein zentraler Treffpunkt mit viel Platz und ohne Straßenverkehr, als Alternative (oder Ergänzung) zum Palast der Republik. Der Witz solcher Art von Treffpunkten war ja eher der, dass man sich bewusst mit Hässlichkeit / Muffigkeit umgeben bzw. in Hässlichkeit / Muffigkeit eingerichtet hat. Das ging bis hin zur Kleidung (ich war in dieser Szene mit aktiv) und zu den Getränken, Stichwort Jägermeister.
Der zweite Punkt war die breite Treppe, die übergangsweise vor den kleinen Schlossplatz gesetzt wurde, als man die Straßenverbindung darunter unterbrochen hat. Diese Treppe wurde stark angenommen und hat dann dazu geführt, dass in die Pläne für den Umbau eine etwas breitere Treppe aufgenommen wurde (beim Übergang zum Königsbau).
Vor den Veränderungen, die dem Umbau vorangingen, galt jedenfalls der kleine Schlossplatz milieuübergreifend als Bausünde.
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^ Ja, das sieht aus wie ein ibis-Hotel. Beim ibis-Hotel ist die Vermeidung möglichts vieler Kosten ja Programm, aber bei einem Wohnungsbau sollte man doch zumindest ein paar Farbstriche setzen können.
Überflüssiges Zitat des Vorposts gelöscht.
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Neubau Eisenacher Str. Ecke Luitpoldstr.An der Ecke Eisenacher Str. / Luitpoldstr. hat man sich entschieden, direkt vor die Fenster und Balkone eines Bestandsgebäudes einen Neubau zu kleben. Den alten Zustand kann man hier sehen. Anders als das Gerüst vermuten lässt, ist der Neubau kein Anbau, sondern ein freistehendes Gebäude. (Alle Bilder von mir und gemeinfrei.)
Direkt hinter dem Treppenaufgang des Gerüstes befinden sich Balkone des Bestandsbaus. Zwischen Balkonen und Neubau besteht ein Abstand von vielleicht 1,5 m.
Den schlichten Eindruck, den diese Seitenansicht bietet, kann man vielleicht damit erklären, dass sich hier später einmal ein weiteres Haus anschließen können soll.
Auch die Rückfassade zeigt eine gewisse ... Schlichtheit. Die schräg zulaufende Fläche des Balkons ist wohl eher schwer zu nutzen, denn selbst (niedrigere) Pflanzen wird man aufgrund der Betonbrüstung und der nach Norden führenden Seite schwer in der spitzen Ecke platzieren können.
Da die Etagen des Bestandsgebäudes etwas höher liegen als die des Neubaus, hat man vom bestehenden Gebäude beste Sicht auf den Balkon und in das dahinterliegende Zimmer des Neubaus. Immerhin wird man hier auch bei möglichen künftigen Pandemien den aktuell angeratenen Mindestabstand von 1,5 m gut einhalten können.
Hier kann man erahnen, wie dicht die Gebäude aneinander stehen. In dem roten Kreis erkennt man die untere Ecke eines Balkons des Bestandsgebäudes.
Der Zugang zum Haus erfolgt über den Durchgang hier. Der Fahrstuhl und die EG-Wohnung (die selbstverständlich eine offene Küche hat) werden nicht über das Treppenhaus, sondern direkt von außen betreten. Möglicherweise wird hier aber noch ein kleiner Vorbau z.B. aus Metall und Glas drangesetzt.
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Lückenschluss in der Eisenacher Straße
Soweit ich sehe gab es hier von diesem Lückenschluss in der Eisenacher Str. gleich bei der Lindauer Str. noch keine Bilder vom Endzustand, der bereits im vergangenen Jahr erreicht wurde. Der Gebäudeteil rechts mit den Balkonen ist der Bestandsbau, das Dachgeschoss und der Teil inks davon bis zu dem beigefarbenen Abschnitt des Nachbarhauses sind hinzugekommen. Den alten Zustand kann man hier sehen. (Alle Bilder von mir und gemeinfrei.)
Ansicht von der Eisenacher Str.:
Durchgang zum Hof:
Fassade zum Hof:
Nettes Detail: Begrünter Radabstellplatz. Der Abschnitt ohne Gras auf der rechten Seite liegt unter einem Balkon, der ausreichend Niederschlag verhindert:
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U-Bhf. Yorckstraße?
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Im Ernst, in dem Artikel geht es um die Inbetriebnahme der Strecke. Und die läuft zur Zeit. Dass der Bahnhof Museumsinsel noch ein wenig länger braucht, ist seit vergangenem Jahr bekannt; die BVG hat es öffentlich verkündet. Auch wird es im Dezember wohl kaum unbemerkt bleiben, wenn die U5 dort nicht hält.
Deswegen sollte man aber nicht einen anderen Eindruck erwecken. "Inbetriebnahme" einer Strecke dürfte der durchschnittliche Bürger wohl mit Eröffnung aller dazu gehörigen Haltestellen gleichsetzen, sofern nicht explizit etwas anderes gesagt wird. Dass die BVG-Äußerungen eher so verstanden werden werden, dass die Strecke mit allen Bahnhöfen in Betrieb geht, ist wohl kein Zufall.
Wem also sollte dieser launige Kommentar der BVG-Pressestelle etwas Falsches vorspiegeln können?
Vermutlich fast allen Tagesspiegel-Lesern. Die verfolgen nämlich Nachrichten über einen Streckenbau bei der U-Bahn sicherlich nicht so nachhaltig, dass sie jede missvertsändliche Meldung immer perfekt einordnen könnten. Zumal sich ja auch etwas hätte ändern können. Der Artikel selbst weist auch nicht auf die vorest geschlossene Haltestelle hin. Es würde mich nicht wundern, wenn der Autor des Artikels -- der etwa im Gegensatz zu Cay Dobberke ehr kein Spezialist für das Thema ÖPNV ist -- es selbst nicht weiß / wusste.
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Wie der BER ist auch die U5 auf der Zielgeraden angelangt. Nach rund 10 Jahren Bauzeit ist inzwischen die Betriebserlaubnis erteilt und seither wurde der Probebetrieb mit 7 Zügen pro Tag aufgenommen. Parallel werden primär noch kleine Restarbeiten durchgeführt. Nur am Kreuzungsbahnhof von U5 und U6 Unter den Linden muss noch eine neue e-Weiche eingefügt werden. Im Vergleich zu einigen vorherigen Herausforderungen eher Routine. Bis zum 4.12. sollte der Rest nun gut zu schaffen sein.
Der Tagesspiegel zitierte am 23.09.2020 die BVG, das das "Haus" -- gemeint ist die U5-Verbindungsstück -- stehe. "Gerade beschäftigen wir uns nur noch mit den Steckdosen.", so die BVG-Pressestelle. Das passt aber nicht mit den bislang verkündeten Informationen der BVG zusammen, nach der die U5 am Bahnhof "Museumsinsel" bis voraussichtlich Sommer 2021 ohne Halt durchfahren werde. Also von wegen nur noch "Steckdoesen" oder "kleine Restarbeiten."
Wenn ich das richtig sehe, spiegelt die BVG hier falsche Tatsachen vor. Oder habe ich etwas übersehen?
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Danke für die Fotos!
Bitte keine Fotos zitieren.
Am oberen Rand der Schmalseite der Ostfassade sowie an einer Fuge bilden sich bereits erste Schmutzfahnen (hier auf dem Bild nicht zu sehen). Und das bereits vor der Eröffnung. Ich fürchte, bereits in ein paar Jahren wird die Ostfassade wie eine olle Shopping-Mall wirken. Kleinere Fassadenteile und / oder eine rauhere Oberfläche und / oder leicht unterschiedliche Farbtöne hätten diesen Effekt möglicherweise optisch vermindern können. An der linken Rampe sieht man einzelne Verkleidungen, die farblich etwas abweichen, in Richtung beige / sandfarben. Das gibt der Mauer (zumindest an dieser Stelle) eine angenehmere Note und wirkt einem schnellen Verfallseindruck entgegen.
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Und nein, AAPMBerlin, die Umwelt wurde nicht "in der Vergangenheit" zerstört, weil sie niemandem gehörte. Sie wird in der Gegenwart zerstört, weil die Logik unserer Weltwirtschaft daurauf ausgerichtet ist, noch jeden Quadratmeter Boden und jeden Kubikmeter Rohstoffe in private Hände zu bringen, als Ware zu verwerten und in Geld zu verwandeln.
Nun lohnt es sich aber deutlich mehr, etwas zu verwerten und in Geld zu verwandeln, was nichts kostet. CO2-Zertifikate oder bestimmte Steuern auf Kraftstoffe sind nichts anderes als der Versuch, industriellem Luftverbrauch einen Preis zu geben, also Marktwirtschaft zu simulieren. Je mehr der Verbrauch von Luft und anderen Gemeingütern kostet, desto geringer ist der Anreiz, sie zu verschmutzen.
Die Forderung, dass der Gebrauch von Luft etwas kosten müsse, ist übrigens etwas völlig anderes als die Forderung, Luft müsse "privatisiert" werden. Und dass Privatleute für ihren persönlichen, biologischen Luftverbrauch (und für Dinge wie etwa das Heizen ihrer Wohnung) nichts zahlen müssen, hielt ich für so selbstverständlich, dass ich es nicht extra erwähnt habe. Autofahren mit klassischem (auch privatem) Kfz würde bei mir aber deutlich teurer werden, weil man mir ziemlich viel zahlen müsste, damit ich meinen Luftanteil für die Verschmutzung durch Kfz freigäbe (vorausgesetzt ist hier ein Modell des Zertifikatehandels).
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off-topic
Wenn Du meinen Beitrag unvoreingeommen gelesen hättest, wäre Dir aufgefallen, dass ich keine exklusiven Allaussagen gemacht habe. Dass Menschen im Allgemeinen mit zunehmendem Alter mehr Erfahrungen sammeln und damit im Allgemeinen auch bessere Urteile fällen können und dass Menschen mit zunehmendem Alter im allgemeinen konservativer (im Sinne von weniger links) werden, halte ich für eine stark bestätigte Tatsache.
Mein Umschwung kam mit einem längeren Auslandsaufenthalt. Zu erleben, dass Glaubensgrundsätze, die in Deutschland bzw. in dem linken deutschen Milieu, in dem ich zu Hause war, als Naturgesetze gelten, in anderen Weltgegenden ganz überwiegend als geradezu schräg empfunden werden, hat mir die Augen geöffnet.
Fridays for Future finde ich übrigens mit Ausnahme ihrer deutschen Gallionsfigur ziemlich sympathisch, denn Umweltverschmutzung beruht vor allem auf dem sozialistischen Prinzip des Gemeineigentums. Wenn man für den Ver-/Gebrauch von Luft etc. nichts zahlen muss, bietet es sich als Müllhalde geradezu an.
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Danke für die Bilder und die Erläuterungen.
Auch wenn die Gegend meiner Vermtung nach nie gemütlich werden wird, ist doch die Umgestaltung wie die Heilung einer großen Wunde. Ich habe diese Straßenorgie immer als einen der lebensfeindlichsten Plätze in Berlin empfunden. (Es gibt natürlich Orte in Berlin mit noch mehr Straße und Verkehr, aber so mitten im Zentrum empfand ich das einfach besonders schmerzhaft).
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Und ich hab hab damals vor 12-13 Jahren in meiner Sturm-und-Drang und Eigentum ist Diebstahl Phase aktiv "Mediaspree versenken" unterstützt...
Man wird halt älter, denkt nicht mehr nur in naiven Schwarz-Weiß Mustern und bekommt Tatkraft und Weisheit in ein gesünderes VerhätnisRespekt, dass Du a) Dich intellektuell weiter entwickelt hast und b) darüber so offen und ehrlich reflektieren kannst.
Ich war als Student auch mal links / grün. Aber mit jedem Lebensjahr lernt man eben dazu. Eigentlich waren die meisten Konservativen und sogar viele Liberale als junge Menschen links, gerne auch mal sozialistisch. Linke Thesen sind auf den ersten Blick eben viel eingängiger. Dass sich die Erde um die Sonne dreht, musste die Menscheit auch erst lernen, obwohl das Gegenteil ja so offensichtlich ist.
Zur Entwicklung des neuen Viertels: So wichtig wie die Architektur wird auch sein, was für Einzelhandel und Gastronomie die Straßen und Plätze prägen werden. Über das Angebot am Mercedes-Platz haben wir hier ja schon gestritten. Wenn sich dort die Auswahl nicht differenziert, werde ich auch in Zukunft nicht da hingehen, aber ich werde beim Vorbeifahren zumindest ein wenig die "Hochpunkte" genießen können.
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off-topic
Wenn man getrennt gebaute Tunnelröhren getrennt zählt, sind es lt. Wikipedia 50 km. Aktuell wird mit dem Rosensteintunnel auch ein 1,3 km langer Straßentunnel gebaut. Wenn man noch an den langen S-Bahn-Tunnel (9,4 km) und die diversen Straßentunnel denkt (als längster der Heslacher Tunnel mit 2,3 km) kann man sich in Stuttgart jedenfalls über mangelnde Tunnel nicht beklagen.
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^ 2012 wurde die Inbetriebnahme 31 Tage vor dem geplanten Termin abgesagt. Bis zur jetzt geplanten Inbetriebnahme sind es heute noch 30 Tage. Wir sind also tatsächlich eine Schritt näher dran ...
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Wie ist eigentlich der Stand beim Hines-Turm? Der Disput mit der BVG ist doch mittlerweile beigelegt, oder irre ich mich da?
Laut diesem Artikel der taz vom 26.9.20 finden "derzeit [...] die vertraglichen Verhandlungen über technische Details zur Sicherung der U-Bahnanlagen statt."
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Alleine der Aufwand die Knöllchen zu verteilen würde Berlin wohl niemals stemmen können.
Es ist eher umgekehrt: Strafgebühren (ggf. mit gesonderten Verwaltungsgebühren) sollten der Gemeinde zusätzliche Einnahmen bescheren, zumindest wenn die dahinter stehende Behörde nicht völlig ineffizient ist. Gerade in einer Stadt wie Berlin, die im deutschen Vergleich relativ dicht besiedelt ist, sollte das gut funktionieren.