Beiträge von Llewelyn

    ich freu mich schon auf die Eröffnung der neuen Strecke... allerdings wird wohl fast nie jemand an den Stationen Bundestag und Rotes Rathaus aussteigen oder gar einsteigen... an der Station Museumsinsel auch nur wenige...

    Da wette ich dagegen: Die Station wird der zentrale ÖPNV-Zugang zur Museumsinsel und zur Staatsoper und zum Deutschen Historischen Museum und zur Juristischen Fakultäte der HU, außerdem ein ergänzender Zugang zum Hauptgebäude der HU und zum Auswärtigen Amt. Die Station wird tagsüber brummen.

    Camondo Das Grau liegt mE daran, dass man hier am Alex in Richtung Hönow fahren würde und die neuen Stationen schon hinter einem liegen (man fährt also nur die alte Strecke ab, die man auch schon vorher hatte).

    Natürlich, das zeigt ja der Pfeil ganz klar an. Es ist das seit Jahren übliche Design der Berliner Perlenschnüre.

    Aufstockung und Sanierung Goebenstraße Ecke Steinmetzstraße (neu) sowie Neubau Goebenstraße (zuletzt #373)


    Den Vorzustand des Eckhauses kann man hier sehen. Schon Wahnsinn, was so ein revolutionäres Element wie ein Schrägdach für wohltuende Wirkung entfalten kann.

    Der sich rechts davon anschließende Neubau steht anstelle eines Lidl-Marktes, hier kann man den Vorzustand sehen. Obwohl ich ein großer Freund von Lückenschlüssen bin, bedeutet der Neubau für mich keine Verbesserung. Natürlich war die Lidl-Filiale kein erfreulicher Anblick, aber man hatte dafür dann Licht und Sonne (= Südseite) und konnte dahinter Bäume sehen. Jetzt haben wir eine etwas merkwürdige Fassade in einer Farbe, die weder freundlich noch aufregend oder wenigsten poppig ist. Wenn man doch nur in den angeschrägten Flächen rechts bzw. links der Fenster Schiebeläden in einer leicht kontrastierenden Farbe angebracht hätte. Ohne den Knick in der Fassade würde das Haus wie ein Hostel wirken, jetzt wirkt es wie ein "ibis styles"-Hotel.

    Edit: Erst jetzt fällt mir auf, dass die jeweils beiden äußeren Fenster-Spalten im Gegensatz zu den anderen Fenstern im unteren Teil einen Sichtschutz habeb. Was für ausgebuffte Architekten hier am Werk waren!


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    Nur ein paar Schritte von dem eben bebilderten Eckhaus Lützowstr. / Genthiner Str. Richtung Kurfürstenstraße befindet sich dieser Büro-Neubau. Er ist schon im vergangenen Jahr fertig gestellt worden, wurde hier aber noch nicht vorgestellt. Gebäude kleiner Größe, die nur aus sich wiederholenden Fassadenteilen bestehen, gefallen mir in aller Regel nicht, durch die "rostig" wirkende Oberflächenstruktur (vergleichbar den angerosteten Seitenflächen von Eisenbahnschienen, was auf dem Bild nicht ganz rüberkommt) und die leicht changierende Farbe wird hier immerhin eine Atmosphäre erzeugt, mit der ich leben kann.


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    Bilder von mir und gemeinfrei

    Zur Neugestaltung des Eckbaus Lützowstr. / Genthiner Str.


    Auf den oben gezeigten Bildern ist so gut wie nicht zu erkennen, dass die dunklen Stellen mit Backsteinen verkleidet sind. Das macht das Gebäude einen Ticken angenehmer (oder weniger unangenehm). Ich finde, dass sich die Situation gegebüber dem Vorzustand verbessert hat, aber das war natürlich nun wirklich nicht schwer. Hier mal zwei Aufnahmen, die näher ran gehen (Bilder von mir und gemeinfrei):


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    ^ Balkone mit Glas oder dünne Gittern haben zwei Vorteile: Bessere Sicht nach draußen (bzw. überhaupt erst einmal eine Sicht, wenn man drinnen sitzt) und mehr Licht in der Wohnung. Das dürften die Gründe sein, warum in den letzten Jahren viele Wohnungen mit bodentiefen Fenstern gebaut wurden. Zugebaute Balkone wären für mich ein KO-Kriterium (sofern ich die Wahl habe), vom Sofa aus auf eine Wand zu blicken finde ich schrecklich.


    Wenn Du Dich begafft fühlst, ist das natürlich nicht die passende Wohnart für Dich, insbesondere auf dem Land ist man da ja eher empfindlich. Der Trend scheint mir zumindest in den Städten ein anderer zu sein. Ich kann sogar sehr gut in die Altbauwohnungen gegenüber schauen, deren Fenster sind sehr hoch und haben alle keine Gardinen. Ich habe auch keine Gardinen in Wohnzimmer und Küche und hoffe, dass ich den Leute gegenüber eine gute Show biete.

    Auszug aus der Hausordnung eines MFH mit 230 Wohneinheiten und Glasbalkonen: "Der Balkon darf nicht als Abstellraum genutzt werden, dies gilt insbesondere für Getränkekisten, leere Flaschen sowie Fahrräder. Das Trocknen von Wäsche auf den verglasten Balkonen ist untersagt."

    Solch eine Hausordnung wird selbst in Deutschland von keinem Gericht bestätigt werden. Insbesondere ein Verbot, Wäsche auf dem Balkon zu trocknen, wird regelmäßig für unwirksam erklärt. Und natürlich kann man auch ein Kasten Bier auf den Balkon stellen. Fehlt eigentlich nur noch die Vorgabe, stets ordentlich gekämmt zu sein.

    Danke für die Bilder! Ich habe vor zwei Jahren eine Führung durch den BER mitgemacht, damals war ja äußerlich schon alles fertig. Was mir gut gefallen hat und mir nach wie vor auf den Bildern gut gefällt:

    - die dunklere Holzvertäfelung der Check-in-Counter und -Inseln.

    - die Tatsache, dass die Check-in-Inseln an den Ecken geschlossen sind (dadurch zerflettert das optisch nicht so)

    - die bordeauxrote Hinterlegung des Leitsystems (wesentlich eleganter als das meist übliche blau)

    - die dunklen Deckengitter in den Zwischengeschossen (statt industriellem Grau)

    - die leicht abgetönte Farbe der Wände (kein Krankenhaus-Weiß).


    Dadurch strahlt der Flughafen eine angenehme Ruhe aus.

    ^ Ja, es führen zwei Aufzüge jeweils in die Verteilerebene und weiter auf die Richtungsbahnsteige. Gehe mal auf diese Seite und klicke Dich dann durch die Bilderstrecke "Visualisierungen". Das fünfte Bild zeigt einen Querschnitt an der Stelle, an der die beiden Fahrstühle liegen. Man sieht dabei auch, dass die Fahrstühle noch eine Ebene tiefer zu einer künftigen weitere Haltestelle fahren können, die aber für die kommenden 75 Jahre erst einmal als Abstellanlage genutzt werden wird.

    Im sechsten Bild siehst Du eine Draufsicht, auf der man zumindest die oberirdische Lage der beiden Fahrstühle gut erkennen kann.

    Aber ich finde das wirklich eine Unsitte, vor allem weil es immer eine politische Entscheidung ist und deshalb ungeeignet. Und es ist sowieso kein offizieller Name, also Firlefanz, genauso wenig wie bei Franz Josef Strauß für München - die Kürzel sind MUC und BER, nicht wie JFK in New York. Kein Mensch wird die Flughäfen so nennen im täglichen Gebrauch.

    Na ja, gerade deswegen muss man dieser (Zusatz-)Benennung auch keine so große Bedeutung beimessen. Ich finde sie wie Du überflüssig aber auch nicht besonders ärgerlich.

    Brandt ist ohne Zweifel ein außergewöhnlicher Mensch gewesen, aber mit einen Flughafen würde ich sein Schaffen beim besten Willen nicht verbinden.

    Siehst Du allen Ernstes darin die Bedeutung von Benennungen? Also Bismarck hatte speziell was mit Türmen zu tun und Adenauer was mit Straßen und Plätzen?

    Und innovativ ist die Techno Szene/Musik doch schon lang nicht mehr. Es ist eher ein Austrudeln. Alle Spielarten sind durchgenudelt. Da kommt nicht mehr viel. Das muss es ja auch nicht, aber als Impulsgeber würde ich das nicht mehr bezeichnen.

    Wenn das so ist, dann passt es ja, dass man dieser Clubkultur keine teuren architektonischen Denkmäler setzt. Das sollte man dann aber auch bei der Oper unterlassen. Noch einmal: Es geht darum, dass hier Geld für einen großen und entsprechend teuren Neu-/Anbau einer von drei Opernhäuser rausgehauen wird.

    Laut Statista sind es 2,78 Millionen im Bevölkerungsanteil ab 14 Jahren die regelmäßig in Theater Oper oder Konzerte gehen. Wenn schon Statistik dann bitte richtig.

    Auch wenn der ursprüngliche Kommentar nicht von mir kam: Klar ist, dass die Zahl der Besucher von Theatern und Opern seit vielen Jahren sinkt und nach allem, was wir wissen, immer weiter sinken wird. Bei solch einer Situation sollte man kein Geld für ein drittes (!) Opernhaus ausgeben.


    Und darin ist eben auch nicht der Tourist enthalten, der eben auch mal ein Ticket für die Oper kauft.

    Also in dieser Statista-Übersicht wird nicht nach Herkunft der Besucher unterschieden. Das würde sauber auch gar nicht gehen, denn beim Kartenkauf muss man nicht angeben, ob man Tourist ist. Also: Die Zahlen umfassen natürlich Touristen. Touristen sind (irgendwann) immer alle, daher gehen auch Touristen immer weniger in Theater und Opern. Touristen gehen aber häufiger als früher in Clubs und gute Restaurants.

    Dass Kultur in dem Maße in Deutschland als Teil des öffentlichen Lebens aufrechterhalten wird und eben nicht nur Elitenbespaßung (was man merken würde, wenn man mal in einer Oper ist)

    Der zweite Absatz dreht sich um die Architektur, davor dieses hier: 75% der Opernbesucher haben einen Hochschulabschluss, in der Gesamtbevölkerung sind es ca. 22%. 28% der Opernbesucher sind Rentner, 25% Beamte oder leitende Angestellte und 1% (ein Prozent) Facharbeiter (Quelle 1 und 2). Was den sozial-ökonomischen Hintergrund angeht, hat da sogar jede Techno-Party einen besseren Mix. Insbesondere, wenn man die Höhe der Subvention pro Ticket betrachtet, gibt es wohl kaum eine krassere Umverteilung von unten nach oben als bei der Institution Oper. Dass Opernbesucher (und Akademiker, die das Wort "Kulturnation" aussprechen können) diese Subventionen toll finden ist klar.


    Zur Architektur: Ob sie dem typischen Opernpublikum gefallen wird? Wenn die Materialen hochwertig sind und gut verarbeitet werden, könnte mir der Anbau ganz gut gefallen (3+), ich hätte es aber schön gefunden, wenn das Gebäude mehr an den klassischen Typus Schauspielhaus/Oper erinnern würde und weniger an ein Museum. Der Pausenbereich ist hier wohl (vor allem) ganz oben und damit für mich zu weit von der Straße weg.

    ^ Die Tatsache, dass nach 1930 Opernhäuser gebaut wurden, bedeutet nicht, dass die Kunstform Oper heute noch relevant ist. Dass Politiker Geld anderer Leute dafür ausgeben ist klar. Der Kreis von Menschen, die in die Oper gehen, ist sehr, sehr überschaubar und rekrutiert sich stark aus einem bestimmten Milieu.

    Ich bin zwar grundsätzlich eher gegen eine komplett autofreie Friedrichstraße und würde lieber Unter den Linden zwischen Karl-Liebknecht-Brücke und Bebelplatz verkehrsberuhigt sehen, aber könnte mich bei ansprechender Gestaltung damit anfreunden, vor allem dann, wenn man die Fußgängerzone eher klassisch als modern gestaltet, mit historisierenden Laternen und Bänken etc.

    Da es im betroffenen Abschnitt der Friedrichstraße praktisch kein historisches Gebäude gibt, fände ich dort Kopftsteinpflaster ästhetisch total schräg. Die Straße sollte entweder eine Straße sein (man kann ja die Gehwege etwas verbreitern, indem man die Parkspuren entfernt o.ä.) oder eine richtige Fußgängerzone (also ohne Radverkehr). Ich stimme Dir natürlich zu, dass eine Fußgängerzone im Stile der Wilmersdorfer Straße keine gute Lösung wäre. Ist es für die heutigen Planer / Gestalter so schwer, eine vernünftige Fußgängerzone hinzubekommen?

    ... und man darf doch eigentlich garkeine größeren Gegenstände oder Taschen oder Salatöle mit in die Ausstellungsräume mitnehmen.

    Ich war neulich in der JS-Galerie und dem Neuen Musem und konte dabei meine Jacke und Umhängetasche behalten, die etwas größer als ein Tablett war. Darin kann man locker drei 0,5 l-Flaschen unterbringen. Und selbst wenn Taschen verboten wären, muss man sich nur ein paar gefüllte Wasserpistolen in Innentaschen und Hosenbund stecken, alleine damit kann man viel Schaden anrichten, wenn die mit der richtigen Flüssigkeit gefüllt sind.

    Mich erinnert das Gebäude an ein Postscheckamt oder irgend etwas Änliches mit gelbem Postzeichen oben dran, direkt gegenüber dem Hauptbahnhof einer westdeutschen Stadt und am Beginn einer Fußgängerzone, die, gesäumt von Imbissen und Ramschläden, ins Zentrum führt. Davor steht ein nicht mehr funktionierender Brunnen aus Betonelementen, der von skatenden Jugendlichen bevölkert wird.

    Wenn Du meinst €50 Ertrag pro Zimmer (ich war von €100 pro Zimmer bei 50% Belegung ausgegangen, da ein Gast ja auch was isst und andere Dienstleistungen in Anspruch nimmt) ist zu viel, geschenkt.

    Du hast von 50 EUR "Gewinn" geschrieben, nicht von Ertrag. Ich wollte auch schon einen Einwurf machen. Ich kenne mich in der Hotellerie nicht aus, würde mich aber wundern, wenn hier der Gewinn pro Zimmer und Tag mehr als einen einstelligen Betrag ausmacht.

    Das Hotel ist - momentan - wirklch das letzte, das stört. Wäre es weg würde der Lustgarten kaum an Attraktivität gewinnen.

    Ist es wirklich die Attraktivität des Lustgartens, um die es primär geht?


    Ich sehe zwei Aspekte: Einmal die Aufenthaltsqualität des Gartens vor allem für die Anwohner, die unmittelbar darum herum wohnen, und dann der Eindruck, der sich bietet, wenn man vom Hauptbahnhof aus die Stadt betritt sowie wenn man vom alten Markt Richtung Stadtschloss / Landtag blickt. Nachträglicher Zusatz: Arty Deco hat recht: Das Hotel stört von sehr viel mehr Perspektiven.


    Ich würde beide Aspekte als durchaus gleichgewichtig betrachten. Das heißt, selbst wenn der Lustgarten durch das Verschwinden des Hochhauses kaum an Attraktivität gewönne, würde die Stadt / die Gegend durchaus an Attraktivität gewinnen.


    Die Straße (plus Straßenbahn) direkt vor dem Stadtschloss und durch den Lustgarten empfinde auch ich als extrem störend und als großes Hemmnis für die Entwicklung der Gegend. Das wirkt wie westdeutsche Stadtplanung der 60er und 70er Jahre (daran ändern auch die Radstreifen wenig). Da man dort gerade alles umgebaut hat, gibt es aber wohl keine realistische Chance, dass sich diesbezüglich in absehbarer Zeit etwas ändert. Bleibt also das Hochhaus.