Beiträge von Llewelyn

    Ich bleibe dabei, ich finde an diesem Projekt fast alles misslungen.

    Für mich ist der Suhrkamp-Bau sogar eines der schockierendsten Neubauten in Berlin überhaupt der letzten vielleicht 10 Jahre. Das liegt allerdings auch daran, dass ich von einem Suhrkamp-Hauptsitz mehr erwartet habe und ich die Straßenkreuzung ganz generell als sehr unwirtlich empfinde, ich mir daher gerade an dieser Stelle eine Verbesserung der Gesamtsituation gewünscht hätte. Der Schock liegt also zum Teil auch an den höheren Erwartungen, die ich hier gehabt habe.


    Die Seite zur Tostraße hin sieht für mich aus wie der Sitz einer Ingenieursgesellschaft oder die Niederlassung einer Betriebkrankenkasse in einer mittleren Stadt (passend dazu die Bimmelbahn davor mit ihrem Oberleitungswirrwar). Hier hat man eine primitive Gestaltung mit brutaler Dominanz gepaart. Die schmale Seite zur Rosa-Luxemburg-Straße wird an ihrem Sichtbeton-Abschnitt bald von oben mit Schmutzfahnen und von unten mit Graffiti verunstaltet werden. Wenn man das letzte Foto in Beitrag #282 sieht, könnte man meinen, das Haus wäre um einen alten Hochbunker aus dem zweiten Weltkrieg gebaut worden, den man aus Kostegründen (oder warum auch immer) nicht abreißen wollte. Zu diesem Eindruck trägt wohl bei, dass die Kanten (die horizontalen Enden) der Betonplatten nicht mit den Etagen übereinstimmen (was ganz allgemein nicht schlecht sein muss).


    Die südliche Seite hat eine Gestaltung, die ich zumindest als "ganz interessant" bezeichnen würde. Wenn nur die Sichtbeton-Abschnitte in dem kleinen Flügel nicht wären, der nach Süden führt.


    Bei dem zweiten Foto von #281 habe ich das Gebäude nicht gefunden und dachte zunächst, der Gebäudeteil links neben dem Altbau ist ein Plattenbau, bei dem die Balkonbrüstungen wegen Baufälligkeit abgeschlagen und durch Behelfskonstruktionen ersetzt wurden. Erst das erste Foto von #282 zeigt, dass es sich hier tatsählich um den Neubau handelt. Wohl auch, weil man von der Seite die Gitterstäbe nicht als solche erkennt (zumindest nicht auf dem Foto), erinnert mich dieser Gebäudeteil aus dieser Ansicht einfach nur an Plattenbauten, wie sie mir bei meinen Radtouren in Frankfurt / Oder, Fürstenberg oder Brück-Ausbau begegnen.


    Insgesamt finde ich das alles sehr niederschmetternd.

    An dem Tag, als die Berliner Presse über die Absicht von Amazon berichtete, sich im Edge East Side einzumieten, schrieb ich in einem anderen Forum, dass es mich nicht wundern würde, wenn jetzt Florian Schmidt auf Touren kommt und die Errichtung des Gebäudes und einen Einzug von Amazon so stark zu verzögern sucht, bis Amazon und / oder der Bauherr aufgibt.


    Florian Schmidt kam auf Touren.


    Scheinbar hält Schmidt seine Lämmer für so belämmert, dass sie ihm die Ente des 'Nicht-Wissens' um Amazon als Hauptmieter abnehmen würden.


    Das wird nicht das Problem von Schmidt sein. Viele (wenn nicht eine Merheit) der Bewohner von Kreuzberg-Friedrichshain werden Schmidts Kampf gegen den bösen amerikanischen Kapitalisten mit großer Sympathie sehen. Darunter sicher auch einige, die bei Amazon bestellen oder verkaufen -- so viel Dialektik muss sein.


    Schmidt hat nur insofern ein "Problem", als er seinen Hass auf Amazon nicht offensiv vermarkten kann, weil das kein Grund wäre, die Baugenehmigung zurückzuziehen (oder wie immer das juristisch korrekt heißen mag). Den allermeisten seiner Sympathisanten dürfte allerdings die Reihenfolge der Abläufe völlig egal sein -- wenn es gegen ein amerikanisches Großunternehmen geht, wird man sich mit solchen Kleinigkeiten nicht aufhalten wollen.


    Kann hier eigentlich wie im Falle des Karstadt-Gebäudes am Hermannplatz der Senat die Sache an sich ziehen (oder damit drohen)? Wie auch immer, Schmidt ist wie ein kleines Kind, dass man ständig im Auge behalten und dem sogar die eigene Familie manchmal das Spielzeug wegnehmen muss.

    Eine U-Bahn ist vor allem eines: Teuer!


    Qualität hat seinen Preis, lohnt sich aber langfristig. Wir verzichten auch nicht auf CT-Geräte, obwoh konventionelle Röntgen-Geräte billiger sind.


    Eine U-Bahn trägt zur Feinerschließung bei: Nahezu nichts,


    Im Innenstadtbereich mit seinen kürzeren Haltestellenabständen übernimmt eine U-Bahn durchaus auch (!) die Aufgabe einer Feinerschließung.


    Allgemein gilt: Für die Feinerschließung sind Busse die günstigste (!) und dabei gleichzeitig auch flexibelste Lösung.


    vor allem, wenn es parallel übergeordnete Verkehrsmittel wie die U2,


    Eine U-Bahn-Linie ist also einer U-Bahn-Linie übergeordnet, ah ja.


    Ein angemessener ÖPNV-Anschluss würde dem Kulturforum jedenfalls gut zu Gesicht stehen. Ich mag guten ÖPNV.

    Leider OT:
    Was spricht dann gegen eine Tram, außer grundsätzliche Abneigungen?


    Die Tram ist der schlechteste Verkehrsträger im innerstädtischen ÖPNV, insbesondere weil sie am störungsanfälligsten ist, am stärksten in das Stadtbild eingreift und für die meisten Toten sorgt.



    Billig, nein! Ich würde sagen zweckmäßig.


    Dann haben wir unterschiedliche Vorstellungen vom Zweck eines ÖPNV. Für mich sollte Hauptzweck eines ÖPNV sein, dass er die Fahrgäste möglichst schnell, sicher, zuverlässig und bequem von A nach B bringt.


    Was wäre gut an einer U-Bahn, die die gleiche Relation bedient wie die bereits bestehende U2?
    Gut, sie wäre schneller, das war's dann aber auch schon. Ich kann keinen Nutzen erkennen für eine 2. U-Bahn vom Alexanderpaltz zum Potsdamer Platz, die dem Molkenmarkt nicht mal tangiert.


    Eine U10 würde sich nur teilweise mit der U2 überschneiden, und das wäre auch völlig unproblematisch. Auch die Tram würde ja teilweise parallel zur U2 verlaufen, dieser Vorwurf trifft sie als (praktisch) genau so. Wir beschweren uns ja auch nicht über parallel verlaufende Straßen oder den Umstand, dass es in manchen Straßen zwei Kneipen gibt.


    Und am Kulturforum könnte man ebenso eine U-Bahn-Haltestelle einrichten wie eine Tramhaltestelle, hier gibt es keinen Unterschied. Man könnte soar einen unterirdischen Zugang zum M20 bauen -- so, wie man in Paris von der Linie 1 direkt in den Louvre kommt.


    Die U-Bahn ist der schnellste, sicherste, zuverlässigste, bequemste und verträglichste Verkehrsträger im ÖPNV, daher sollte sie in Berlin massiv ausgebaut werden.

    Ich konnte das Gebäude heute vor Ort sehen und bin (soweit) angenehm überrascht worden.


    Die Winkel in der Fassade sind (oder wirken) flacher und auf mich dadurch angenehmer als auf den Visus. Zudem wirkt die Fassade deutlich stärker gegliedert, was ihr die kalte Wirkung nimmt, die sie auf den Renderings auf mich gemacht hatte.


    Auch wenn mich das Gebäude nicht umhaut, gefällt es mir besser als der Vorgänger. Und ich bin im Allgemeinen kein Freund dieser Kästchen-Archtektur. Allerdings ist der Sockel noch nicht verkleidet, hier kann noch einiges kaputt gemacht werden.

    Ich sehen das anders! Wer jetzt die Umplanung fordert, will nur den Status quo (= viel Platz für Autos) erhalten.


    Was für ein Unsinn. Einen Vorschlag zur Reduzierung der Dominanz des Autoverkehrs an dieser Stelle hatte ich ja bereits gemacht. Dabei darf gerne eine Spur pro Fahrtrichtung wegfallen und Tempo 30 eingeführt werden.


    Die Tram soll bereits in acht Jahren fahren

    Ich hoffe hier auf einen Regierungswechsel, damit diese provinzielle Planung begraben wird.


    und kosten ein Bruchteil der Kosten für die U-Bahn. Wie lange bräuchte dagegen der U-Bahnbau und wieviel mehr würde es kosten?


    Du möchtest offensichtlich einen möglichst billigen ÖPNV, ich einen möglichst guten. Und wenn die Zeit immer oberste Maxime gewesen wäre, würden wir heute noch auf Kutschen fahren.

    Wird man wenn auf diesem [Mittelstreifen] irgendwann eine Straßenbahntrasse entsteht.


    Das gilt es zu verhindern. Hierzu bestehen noch realistische Chancen. Unter die Achse Leipziger - Postdamer - Hauptsraße gehört eine U-Bahn.

    Wichtig wird sein, wie sich nun das Kulturforum gestaltet, wie es möglich sein wird all diese eitlen Solitäre zu einem identitätstiftenden Ort für die Stadt und für die Kultur zusammenzufassen.


    Mit der Discounter-Architektur wird das eben nicht möglich sein, das ist ja das Problem. Natürlich werden die Leute in das Museum strömen, aber identitätsstiftend wird das Areal m.E. nie werden. Dazu trägt auch bei, dass der (faktische) Haupteingang der Philharmonie in den unteren beiden Geschossen den Charme einer kleinstädtischen Stadthalle versprüht. Das Areal davor ist zwar m.E. gut gestaltet worden, kann das Manko aber nicht wirklich beheben. Auf der andere Seite stört der fensterlose, bis an die Straße reichende Kubus des Bolivar-Saals und das Industrie-Dach des Stabi-Vorbaus / Eingangsbereichs.


    Ärgerlich finde ich auch die Potsdamer Straße mit ihrem (dort) völlig unnötigen Mittelstreifen. Zumindest hier könnte man Abhilfe schaffen: Bitte Straßenbereiche zusammen legen, durch Bäume optisch von der Umgebung abschirmen, den Rest des gewonnenen Platzes gut gestalten und einen breiten Überweg zwischen Stabi und Kulturforum schaffen. Bis jetzt hat das alles den Charme eine Ausfallstraße durch ein besseres Gewerbegebiet.

    Wenn ich mir dieses Bild und im Vergleich dazu die Fillialen von Aldi und Lidl dann frage ich mich wieso nicht auf das bwährte Konzept der Discounter zurückgegriffen wird, wenn das Ergebnis nahezu das Gleiche ist. Siehe dazu die modernen Fillialen der Discounter hier und hier. Immerhin ist man etwas vom Konzept des Nachbaus einer Schweinemastanlage mitten in der Stadt abgewichen. Jetzt wird es eben ein Discounter....


    :lach: Danke für die schönen Links!


    Wenn ich den Entwurf sehe, habe ich zuerst immer eines der Bierzelte auf dem Cannstatter Wasen oder dem Münchner Oktoberfest vor Augen. In zweiter Linie dann die Discounter. Wobei diese Lidl-Filiale, auf die Du hingeweisen hast, für mich mehr hergibt als der aktuelle Entwurf, insbesondere in Bezug zur Neuen Nationalgalerie. Ob sich Chipperfield davon für seinen Bau auf der Museumsinsel hat inspirieren lassen?

    Was meinst du mit Bimmelbahn?


    Straßenbahnen. Die müssen so oft bimmeln, weil sie ständig Fußgänger, Fahrräder und Autos kreuzen müssen.


    Selbst wenn der Senat U-Bimmelbahnen wollte (und es gibt Teile des Senats, die gar nicht abgeneigt sind), gäbe es 2020 keine fertigen Planungen und das hat nichts mit der Zusammensetzung des aktuellen Senats zu tun. Aber klar, im "richtigen" System würde man einfach ohne Abstimmung und Rücksicht auf Verluste bauen.


    ?


    Klar, wenn man nicht (rechtzeitig) anfängt, gibt's natürlich 2020 keine Pläne. Das ist ja das Problem. Für die U10 gibt es übrigens seit den 1930er Jahren
    Pläne, passiert ist trotzdem nichts.


    :nono: Genau in der Rathausstraße steil runter und vorm Brandenburger Tor steil wieder hoch! Gehst noch?


    Nein, eben nicht hoch.

    Das GRAFT-Gebäude links (auf dem untersten Bild) hat ja ein extremes Downgrade gegenüber der Visualisierung erfahren.


    Diese Balkonwülste sehen aus wie der Einfall eines Praktikanten. Wird so etwas eigentlich bewusst entworfen oder wählt man das aus einem Design-Menü aus? Wulst nach links oder rechts? Auskragung von 0-X Meter. Obere Dicke der Wulst von 0-X Meter. Verschlankung nach unten von 0-X%. Farbe wie übrige Verschalung oder anderen Wert aus Farbpalette.


    Nichts gegen ein Baukastenprinzip, aber so siehts für mich einfach nur behindert aus.

    Es gibt ja gar keine weiteren U-Bahn Projekte, die anschließend verwirklicht werden könnten


    Das ist ja das Problem.


    und das hat gar nichts mit dem aktuellen Senat zu tun.


    Oh doch, denn der aktuelle Senat setzt viel lieber auf die Bimmelbahn statt auf die U-Bahn.


    eine größere Tiefe macht, wenn überhaupt, den Bau einfacher und nicht schwieriger,


    Dann hätte man ja tiefer bauen können.

    Bricks - Hauptstraße und Belziger Straße

    zuletzt #376


    Der Bricks-Komplex zwischen Hauptstraße und Belziger Straße ist auf der Seite zur Belziger Straße äußerlich praktisch abgeschlossen. Diese Seite erinnert (!) mich mit ihrer dunklen Farbe und der auf mich verstörend wirkenden Formen an die Botschaft der Tschechischen Republik an der Wilhelmstraße, wobei die Botschaft als Solitär noch anders zu bewerteten ist als dieser Lückenschluss, der die Fassadenlandschaft auf brutale Weise sprengt. Wenn man wenigsten etwas hellere Backsteine verwendet hätte (im Sockelgeschoss und im Hof sieht man die Farbe der ursprünglichen Bebauung).


    Jedenfalls manfestiert sich auch hier das seit Jahren zu beobachtende Revival der 70er-Jahre-Ästhetik, die ich fortan "Wulstarchitektur" nennen werde. Die Balkonwülste wirken durch die schlechten Übergänge (sieht aus wie Dehnungsfugen, auf den Fotos nicht richtig zu erkennen) noch verheerender. Hinzu komm, dass durch die bunkerartige Gestalung der Balkone (auf der Nordseite!) der Lichteinfall noch vermindert wird.


    Im Rahmen des Bauprojekts wurden ja auch die alten Gebäude in den Höfen renoviert. Was für eine Wohltat diese schöne, alte Architektur doch ist! Vor einem Jahrhundert wurde selbst bei hofseitigen Gewerbeimmobilien auf harmonische Gestaltung geachtet. Ist es ein Wunder, dass der Bauherr Trockland in einem dieser alten Gebäude residiert?






    rückwärtige Seite des Gebäudeteils an der Belziger Straße:


    Trockland hat seine Büros im Gebäude 02 im Hof.

    Alle Bilder von mir.

    BV Schwäbische Strasse, U-Bhf. Eisenacher Str.

    zuletzt #423


    Das Gebäude steht kurz vor der Fertigstellung. Meine Befürchtung, dass an der schmalen Gebäudeseite Glasbausteinen eingesetzt werden, hat sich bewahrheitet. Damit wird er 80er-Jahre-Charakter des Gebäudes unterstrichen.


    Das Fallrohr, das sich auf der linken Seite der Hauptfassade besonders auffällig präsentiert, verleiht dem Gebäude eine leicht trashige Note.






    Alle Bilder von mir.

    Wer den hohen Sockel der James-Simon-Galerie kritisiert, müsste dann logischerweise auch den Sockel der Alten Nationalgalerie kritisieren.


    Ich bitte Dich!


    Erstens kommt es darauf an, wie der Sockel gestaltet ist (Material, Farben, Formen ...). Und zweitens spielt es eine Rolle, was und ggfs. wie etwas durch die Höhe des Gebäudes verdeckt wird und welcher Gesamteindruck dadurch entsteht.


    Mit seinen drei in verschiedenen Winkeln angeordneten Platten wirkt der Sockel der JSG auf mich so, als wenn es beim Bau eine Katastrophe gegeben hätte und man dann versucht hat, durch diese gräßliche Anwinkelung einen Abriss des Ensembles zu vermeiden. Die Treppe, die ins Nichts führt, wirkt wie die Idee eines Schülers, der krampfhaft kreativ wirken wollte. Wenn da wenigstens eine Skulptur stünde. (Vielleicht kommt da ja noch ein bunter Berliner Bär hin ...)


    Ich wiederhole mich: Wie schön könnte dieser Sockel als ein leicht geschwungener Bogen wirken, der zudem noch etwas niedriger wäre! Auf einer kleinen Terasse (oder einem sich nach innen öffnenden "Balkon") hätte ein Museumscafé Platz finden können. Oder, im Falle einer Terrasse, hätten drei gepflanzte Bäume die Steinwüste durchbrechen können.


    Es gibt Schlimmeres als die JSG, aber gerade an diesem Platz steht sie für mich sinnbildhaft für das Versagen (eines Großteils) der modernen Architektur. (Der Anbau des DHM ein paar Schritte weiter finde ich sehr gelungen, um mal eines der sehr wenigen positiven Beispiele in Berlin zu erwähnen).


    Übrigens bringt es wenig, sich durch die Kritik an der JSG angegriffen zu fühlen. Ich habe den Eindruck, dass jetzt manche ganz dolle betonen müssen, wie toll das Gebäude doch sei. Es nützt nichts. Ich fühle mich auch nicht angegriffen, wenn es andere toll finden. Sogar im Gegenteil: Zu erfahren, dass andere durch das Gebäude nicht so abgeschreckt werden, wie das bei mir der Fall ist, ist eher beruhigend, ich wünsche niemandem dieses Gefühl der Disharmonie.

    Ich finde die James-Simon-Galerie aus vier Gründen ziemlich misslungen:


    - Die Säulen sind in der vorliegenden Dichte ihrer Anordnung für mich zu schmal. Anders gesagt: Das Verhältnis von Breite der Säulen zu den Abständen zwischen den Säulen finde ich missraten. Würden jeweils zwei Säulen (oder so) entfallen, würde die Galerie (vielleicht) grazil wirken können. So ist sie für mich eine Massenansammlung von Säulen mit einem dünnen Deckel drauf ohne ästhetischen Reiz. Wie bei der Rückseite des Stadtschlosses frage ich mich hier, ob Architekten heute mehr können, als nur einfache rechtwinklige Bauelemente aneinanderzureihen. Man muss wahrscheinlich "Stararchitekt" sein, damit dies als etwas Besonderes durchgeht.


    - Mir ist die ganze Anlage zu "spitz" und eckig. Insbesondere der schmale vordere Galerieabschluss (der direkt an die Bodestraße grenzt) wirkt für mich (wohl aufgrund der schmalen Dachplatte und der dünnen Ecksäulen) sehr "spitz" und damit unangenehm "aggressiv".


    - Das gesamte Gebäude ist für mich insgesamt zu hoch und dominant, auch beim Blick aus der Entfernung.


    - Wirklich richtig hässlich finde ich den Sockel längs des Spreekanals. Mit seinen drei in verschiedenen Winkeln angeordneten Platten wirkt das Ganze auf mich so, als wenn hier beim Bau etwas fürchterlich schief gelaufen wäre und man dann versucht hat, durch Anwinkelung des Sockels einen Abriss des Ensembles zu vermeiden. Wie schön könnte dieser Sockel als ein leicht geschwungener Bogen wirken! Die Treppe, die ins Nichts führt, empfinde ich wie die Idee eines Gymnasiasten, der kreativ wirken will. Hier hätten auf einer kleinen Terasse (oder einem sich nach innen öffnenden "Balkon") zum Beispiel ein Museumscafé oder, in Falle der Terasse, drei gepflanzte Bäume die Steinwüste durchbrechen können.