Beiträge von Masumania

    ^ War vor längerem in der Gestaltungskomission und wurde dort einigermaßen zerpflückt. Kritikpunkte waren damals die fehlende Adressbildung, fehlende Abstufung der Hangneigung folgend und insgesamt das Verlangen nach mehr gestalterischer Vielfalt an der Schauseite zur Münchner hin (nachzulesen hier).

    ^ Sie sind aber nicht zweckmäßig.


    Ihre Fassaden sind lavede und gegen Wind und Wetter weit weniger gefeit als klassischer Naturstein. Bei uns um die Ecke bröckeln regelmäßig die Riemchen vom Neubau, das muss aufwendig repariert werden. Die Fassaden schimmeln, die Erdgeschosszonen werden als Parkhäuser missbraucht, die "begrünten" Flachdächer tragen unten auf dem Boden nichts zur Klimaanpassung bei, dafür glänzen diese Neubauvorhaben oft durch dünne Zierbäumchen im Innenhof, die keinen Schatten spenden. Ihre Tiefgaragen verhindern dickere Substratschichten für Großgrün, sie verteuern den Bau und treiben die Baukosten und mithin die Mieten in die Höhe. Die Geschosshöhe ist im Vergleich mit ihren gründerzeitlichen Nachbarn gedrungen und niedrig, ihre glatten, schmucklosen Fassaden mit den großen bodentiefen Fenstern sind im Sommer schutzlos der Sonne ausgesetzt, bei Nacht müssen die Rollos runter, sonst kann jeder reinschauen. Um wenigstens etwas Privatsphäre zu vermitteln, sind ihre Innenhöfe dicht versperrt und für die Öffentlichkeit unzugänglich....usw. usf.


    Ich weiß, ich pauschalisiere hier. Pauschal zweckmäßig sind diese Gebäude aber auch nicht immer.

    ...also vorerst keine verhunzenden Riegel-Klotz-Kreationen...


    "Aber das hier, das braune...".


    In Dresden sind die SItzungen der Gestaltungskomission in Teilen öffentlich, da ist die Landeshauptstadt mal vorn. Insgesamt bin ich überrascht, wie wenig Beteiligung in Leipzig von der Bürgerschaft eingefordert wird. Es könnte auch daran liegen, dass die Qualität des Bauens in Leipzig insgesamt hoch genug ist, um dieses Bedürfnis nach mehr Beteiligung in der Stadtgesellschaft nicht übermäßig hervorzurufen.

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    Da ist der Buschfunk nicht ganz im Bilde, dort kommt ein Rossmann hin (siehe dieser LinkedIn-Post mit VIsualisierung, ganz unten).

    Zugleich plant Lidl dort nicht nur eine schnöde neue Halle, sondern die allererste sog. "Metropolfiliale", mit deutlich erweiterter Verkaufsfläche, Tiefgarage, Dach-PV, Ladesäulen - Dachaufstockungs-Potenzial gleich mitgedacht. Ich finds gut. Der Standort wird sich in den nächsten Jahren extrem rentieren, dort wird alles vorbeifahren, was auf der geschlossenen Nossener Brücke nicht weiterkommt. Der Feierabend-Einkauf wird sicher bei einem Teil der Vorbeifahrenden über diese Lidl-TG erfolgen.

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    Im FNP ist die Fläche als Wald dargestellt. Der zugehörige B-Plan Nr. 3068 ist meines Wissens nach noch nicht verabschiedet und deshalb noch nicht öffentlich einsehbar. Die vorab einsehbare Version zur Beteiligung ist nicht mehr zu finden. Insgesamt wird man hier wenig mitgenommen als Bürger. Ich verstehe schon den vordringlichen Bedarf, dort zu erweitern. Etwas transparenter dürfte es aber schon sein.

    ^ Sowohl die SPD als auch die CDU wollen einen Ersatzneubau ohne Planfeststellungsverfahren - eine Kopie der vorherigen Situation. Die Zastrow-Truppe und die Rumpf-FDP wird das ganz genauso sehen und dann bleibt neben der AfD (mit der man sich nicht gemein machen möchte) fast keine größere Fraktion mehr übrig, die das anders sieht. Aktuell sehe ich im Stadtrat keine Mehrheit für ein neues Planfeststellungsverfahren. Was nun für eine stadtverträglichere Lösung spielen könnte, ist wohl das liebe Geld. So lange das nicht da ist, passiert wohl erst mal nicht viel.

    Civitas fortis, ich bin in der Sache komplett bei Ihnen, muss aber Arwed zustimmen, dass aktuell die Brückendebatte zu führen wäre, aus der sich dann alles weitere ableitet. Und in dieser Brückendebatte werden wohl neben städtebaulichen insbesondere verkehrliche Argumente bei den Entscheidern gehört werden. Ich habe das Gefühl, es herrscht aktuell eine große Einheit darüber, dass die aktuelle Situation - auch vor dem Einsturz - nicht zufriedenstellend war. Lassen Sie uns daher diese Chance nutzen, dieses dicke Brett bohren und dann strategisch den nächsten Schritt gehen (in Richtung Venezianisches Haus, Nachverdichtung bei der Polizeidirektion, Lingnerstadt etc.).


    Zunächst sollte die Maxime lauten: Brückenverkleinerung.

    ^ Hier scheinen mir einige wesentliche städtebauliche Grundprinzipien missachtet zu werden. Gebäude sollten mit ihren Fassadenfronten dem Straßenverlauf folgen, auch und gerade bei gebogenen Straßenverläufen. Sie sollten eine klare Dreiteilung aus Erdgeschosszone, Mittelstück und Dachabschluss aufweisen, Funktionsmischung aufweisen, sich ins Quartier nach Art und Maß einfügen, bestehende Fluchten aufnehmen und die bestehende Typologie und städtebauliche Form klug weiterführen, horizonatl und vertikal gegliedert sein, etwaige topographische Höhenunterschiede nachvollziehen, insgesamt auch bei Sonderbauten in einen Dialog mit ihrer Umgebung eintreten usw. Hier fehlt ja alles. Keine Konturen, keine Orientierung im Raum, keine Adressbildung.

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    Die üblichen Mängel: Fehlende Plastizität, fehlende Fassadengliederung, mangelhaftes Einfügen in den Bestand (rechts wie links wie gegenüber wie eigentlich den gesamten Block betreffend, der wunderbar im Altbestand erhalten scheint, komplett unversaut), dafür ein Geschoss mehr als die Nachbarn und für die Adressbildung genügt eine überdimensionierte Hausnummer, die kostet nichts. Für diese Top-Lage unverständlich und in Leipzig eigentlich auch unüblich, mein Tipp: Das Grundstück war einfach sau teuer...


    Gibt es eigentlich in Leipzig Gestaltungsgrundsätze für den Bau im Bestand?

    ^ Das Haus sei offenbar bis zum 11. November durch den Eigentümer zurückzubauen.


    Das kann es ja nun wirklich nicht sein. Hat man denn aus all den negativen Erfahrungen in Leipzig oder Chemnitz nichts gelernt? In 10 Jahren wundert man sich dann wieder, wie es damals sein konnte, dass man dieses wunderbare Bauerbe so achtlos abgerissen hat. Dabei ist die Einwohnerentwicklung positiv, entgegen aller Prognosen von Bertelsmann und Co. Und jeder, der etwas Gespühr für künftige Entwicklungen besitzt, kann doch erkennen, dass Halle aktuell weiter im Kommen ist.


    Aber es fehlt leider überall an "Kümmerern" in den Ämtern, die ihre Stadtteile kennen und einfach das Gespräch suchen. Statt dessen: Amtspost, Bescheide, Weisungen.

    Über das Beteiligungsportal des Landes sind 17 Stellungnahmen zum B-Plan Königsufer/Neustädter Markt eingegangen. An gleicher Stelle wird vermeldet, dass an der Umfrage "Lebendige Seestraße" schon über 3600 Menschen teilgenommen haben.


    Nun frage ich mich, was sagt dieses Zahlenverhältnis aus? Verstehen viele Menschen die Wichtigkeit von B-Plänen nicht? Empfinden sie das Verfahren als zu kompliziert oder die Unterlagen als zu unverständlich oder glauben (wahrscheinlich sogar zurecht), dass ihre Stellungnahme ohnehin nicht viel bewirkt? Sind die Leute zufrieden mit dem Entwurf und nehmen deshalb nicht Stellung dazu? Regt das Thema PKW-Zurückdrängung einfach stärker die Emotionen an als das Königsufer?

    Du kannst die ja mal die Mühe machen und dir die Beteiligung bei anderen B-Plan-Verfahren in Dresden über das Beteiligungsportal zu Gemüte führen. In über 50% der Fälle steht dort eine 0 - ich glaube, ich habe dort noch nie mehr als 5 Stellungnahmen gesehen. 17 ist eine unglaublich hohe Zahl - im direkten schriftlichen Verfahren wird davon nochmals ein Vielfaches eingegangen sein.

    Für mich ist das Ergebnis ambivalent, man sieht es hier auf dem Bild auch sehr deutlich: Der unterer Bereich mit der hochwertigen Natursteinfassade ist wie ich finde absolut gelungen, freundlich, großstädtisch, abwechslungsreich in Licht und Schatten, in Bezug auf die Geschosshöhe gern noch etwas großzügiger aber davon abgesehen wirklich akzeptabel.


    Was dagegen nicht akzeptabel ist, ist diese schwarz-braune Haube, die, wie bei einem falsch proportionierten Tortenstück, den luftig-leichten unteren Teil zu erdrücken droht. Da können es die Stadtwappen auch nicht mehr retten, das Gebäude wirkt dadurch bedrohlich, unfreundlich, verschlossen, gerade in den "Chefetagen". Diese Dichotomie ist vielleicht gewollt, sie schmälert aber in meinen Augen deutlich das Gesamtbild. Es ist meines WIissens nach auch nicht funktional begründet (unten für den Menschen, oben für die Technik) - die gängige Begründung einer ablesbaren Funktion scheint nicht gegeben. Damit ist es schade um die guten Ansätze im unteren Gebäudeteil und insgesamt schade um den tollen Standort.


    Schöne Pflasterausfachung der Gleise - vorn gekröselt, die Furt mit geschnittenen Steinen, dann alles mit Fließmörtel verfugt.

    An den Pavillons sogar neues Seifenpflaster. Also alles vom Feinsten.

    Man nimmt diese sehr aufwendige Ausgestaltung des öffentlichen Raumes immer als selbstverständlich an und ärgert sich in Dresden (mit Recht) dann sehr über die schwache Gestaltung in der Innenstadt (z.B. rund um das Rundkino) - in anderen Städten, insbesondere im Westen, ist das Niveau aber dann so unfassbar niedrig, dass man nach jeder Dienstreise froh ist, wieder die Dresdner Qualität schauen zu können. Das macht demütig und man ist froh, dass die ausführenden Stellen hier in Dresden in Bezug auf die Ausgestaltung der Straßen und Plätze häufig recht klug und feinfühlig agieren.

    Und so simpel ist es auch bloß nicht.

    Ja, die Fläche ist landwirtschaftlich genutzt und das seit Jahrhunderten. Diese Nutzung war und ist nachweislich vereinbar mit einer Feldhamesterpopulation, die damit offenbar gut zurecht kam und kommt. Das eigene Gutachten bescheinigt dem Projektentwickler denn auch, dass "für den Feldhamster die Verbotstatbestände nach §44 Abs. 1 i.v.m. Abs. 5 BNatSchG unter Berücksichtigung von Vermeidungs-, Minderungs- und CEF-Maßnahmen nicht ausgeschlossen werden können [...]".


    Die Abstandsflächen, die ich aus dem Grünordnungsplan kenne, bemaßen mitnichten 500 - 1.000 m. Woher kommt diese Information? Es hätte auf dem Gebiet überhaupt keine naturnäheren Flächen gegeben, weil keine Ausgleichsmaßnahmen im inneren der Abstandsfläche geplant waren.


    Deine Ausführungen zur Anbindung sind nett, ändern jedoch nichts an der Tatsache, dass hier in allen drei Varianten ein Natura-2000-Gebiet geschnitten worden wäre. Die zuständige Naturschutzbehörde stellt fest: "Derzeitig wird aus naturschutzfachlicher und -rechtlicher Sicht die Unverträglichkeit des Vorhabens mit den Erhaltungszielen besorgt."


    Und da du den Landesentwicklungsplan ansprichst: Ja, den gibt es, gleichsam einen Regionalplan des dortigen Regionalen Planungsverbandes. Beide haben endabgewogen die Flächen als Ziel der Raumplanung mit Vorrang vor allen anderen Nutzung für landwirtschaftliche Zwecke gestgelegt. Also kein Vorbehaltsgebiet, sondern ein Vorranggebiet, in beiden Planwerken. Das Industrievorsorgegebiet Wiedemar stand damit den Zielen der Raumordnung diametral entgegen, denn Landwirtschaft heißt eben nicht Industriefläche - auch, wenn du das hier mal eben kolportierst. Der Regionalplan ist auch erst wenige Jahre alt, das sind also keine Festlegungen von Vorgestern. Damit es doch passt, hat die Landesdirektion schnell ein entsprechendes Zielabweichungsverfahren durchgewunken.


    Und um auch die letzte deiner Ausagen zu korrigieren: Die Abtragung des Mutterbodens wird von der zuständigen Behörde als ungeeignet eingestuft. Das Gebiet ist ein Areal mit speziellem Bodenschutzbedarf aufgrund überwiegender Bodenwertzahlen >70. Ein Abbagern ist damit zwangsläufig immer mit einer Zerstörung dieser Bodenfuktionen einhergehend, mit allen Folgen für uns als Gesellschaft (Beeinträchtig des Oberflächenabflusses, Verringerung der Grundwasserneubildung, Veränderungen des Mikroklimas, Vernichtung von Lebensräumen).


    Quelle

    ^^ Da haben nicht mal dreitausend NIMBYS evtl. einen großen Wurf verhindert.

    Ganz so simpel ist die Situation dann aber doch nicht.


    Das Gebiet ist nachgewiesenermaßen Lebensram für Feldhamster, eine besonders streng geschützte Art (vom Aussterben bedroht), es ist sogar eine der letzten einigermaßen regelmäßig nachgewiesenen Populationen in ganz Sachsen. Falls man dort Gewerbe errichten wollte, hatte man also schon mal unter Missachtung des Vorbotstabestands und ausdrücklich gegen alle Vorgaben des BNatSchG dort entwickeln müssen.


    Lachhaft auch die winzigen Abstandsflächen zwischen Gewerbegebiet und den umliegenden Dörfern und Feldern. Schmale grüne Streifchen und dahinter dann die Parkplätze und Maschinenhallen, das kanns nicht sein. Die Erschließung zur Autobahn sollte übrigens quer durch ein SPA-Gebiet erfolgen.


    Ganz nebenbei ist das Areal auch archeologisch sehr wichtig. Dort gibt es zahlreiche noch nicht gehobene archeologische Denkmale aus einer Zeitspanne von nachweislich 7000 Jahren Menschheitsgeschichte. Ganz nebenbei sind die Böden dort exzellent, diese Schwarzerden kommen einfach nie mehr wieder, wenn sie einmal abgebaggert wurden. Es gibt also insgesamt erhebliche Auswirkungen auf sämtliche Schutzgüter. Und was bekommen die Menschen in Wiedemar dafür? Vielleicht eine Kita - toll!