Beiträge von Baukörper

    lrgendwie ein cooler retro Entwurf durch und durch. Erinnert mich vom Konzept her, an die Pavillons an der KMA und passt so genau dort hin. Hoffentlich kommt der kleine Kiosk auch genau so.


    Wenn dort nicht insgesamt schon viel gebaut und in Planung wäre, könnte ich die Kritik an der fehlenden Höhe eher verstehen, aber insgesamt wird dort kräftig nachverdichtet. Licht und Luft ist ja auch nicht zu unterschätzen.


    Wer natürlich auch an dieser Stelle auf ein Stück Altstadt mit Stuck an der Wand und einer, zur Anwohnerstraße zurückgebauten Straße gehofft hat, ist verständlicherweise enttäuscht.

    Stuck ist die Lösung! Glaubst du das eigentlich selbst?


    Die Visus sind ja noch recht grob und sicher macht man damit nicht wirklich Werbung für das Projekt, aber wenn ich das richtig erkennen kann, sind in dem Doppelhochhaus jeweils sechs Wohnungen pro Etage und Flur, da gibt es schlimmeres. Alle Wohnungen im diesem Haus haben einen Balkon. Und bestimmt wird es auf beiden Längsseiten Zugänge geben, sodass die Bewohner das Gebäude nicht umrunden müssen um auf die andere Seite zu kommen.


    Mein Geschmack ist es insgesamt nicht, aber schließlich ist es das, was immerzu gefordert wird - in die Höhe gehen und den Platz bestmöglich nutzen.


    Es kommt sicher darauf an, dass das Gebäude und das Umfeld gut gepflegt werden, da sind die Eigentümer in der Pflicht.

    ... weil man nicht in Pankow, Köpenick oder Zehlendorf, genausowenig wie in Bayern oder Mecklenburg, darüber entscheiden sollte, ob der Kleistpark und das Rathausforum bzgl. dieser Objekte umgestaltet werden sollte.


    Wenn, dann lasst die Anwohner dort entscheiden, ob sie auf die Rossebändiger bzw. den Schlossbrunnen am jetzigen Standort verzichten würden. Das würde möglicherweise weiterführen.

    Wenn die Objekte der Begierde irgendwo im Depot schlummern würden, wäre ich ja geneigt, dir teilweise zuzustimmen. Aber sie sind nunmal Bestansteil des seit Jahrzehnten neu entstanden Stadtbilds und sie haben an ihren jetzigen Standorten auch eine Funktion, die man nicht einfach beseitigen kann.

    Beim, im anderen Strang diskutierten, Rückbau der Brücke am Breitscheidplatz, ist besser nachvollziehbar, dass man die Brücke nicht einfach abreißen kann weil es früher auch keine gab und schöner aussah.


    Beim Brunnen ist es auch so, dass der Originalzustand nicht wiederherstellbar ist. Der Platz hat sich grundlegend verändert und dir Wirkung des Brunnens wäre eine ganz andere, als die schönen alten Bilder vermitteln. Da hilft auch kein Modell und keine Umfrage.


    Bei den Rossebändigern bin ich mir mittlerweile nicht mehr sicher, ob sie noch an den Originalplatz passen. Ich finde die Standbilder weder besonders schön, noch als Geschenk eines alten Zaren an einen alten König zeitgemäß. Vlt. traut sich ja mal ein Wettbewerb zu, eine moderne bunte Interpretation, der Rösser zu entwickeln.

    Es gibt sicher zig Gründe warum die Originale am Originalplatz besser wirken als an dem Standort, an den die Geschichte sie hin verschlagen hat. Ist doch auch irgendwie logisch...


    Umgekehrt ist das m.A.n. kein ausreichender Grund, den Istzustand zu verändern.


    Im Grunde würde doch für die 100%igen Rekonstruktionsbefprworter nie ein zufriedenstellender Zustand erreicht werden können.


    Ich plädiere daher für eine zeitgemäße "Möblierung" des Platzes, gerne aber auch mit einem Kunstwerk aus dem Bestand der Museen auf der Südseite. Hier könnte auch was stehen, das aus den Depots des Pergamonmuseums stammt oder eine moderne Skulptur...


    Ach so, und was den Brunnen angeht: Da bitte kein Kunstwerk sondern einfach Wasser, am besten die klassischen kleinen Fontänen, an denen man sich, egal ob groß oder klein, bei Wärme gut abkühlen kann.

    Warum ist denn der Schlossplatz dringend ergänzungsbedürftig? Ich glaube, hier liegt viel mehr die "Ideologie" indem der eine oder andere Schlossfan nun meint, dass jetzt möglichst viel drum herum auch noch so aussieht wie vor 100 Jahren.


    Grundsätzlich spricht beim Brunnen immerhin dagegen, dass er nunmehr seit Jahrzehnten das Stadtbild an anderer Stelle prägt und selbst eine Kopie am Originalstandort nicht mehr die Wirkung hätte wie damals. Wir finden dort heute einen zweigeteilten Raum, südlich die Straße mit der Einmündung der Breiten Straße sowie der Vorplatz zum ehemaligen Staatsrat, nördlich der verkehrsberuhigte Vorplatz zum Humboldtforum. Der Brunnen wäre heute nicht mehr zentrale Verkehrsinsel (mit dem Verkehrsaufkommen der Vorkriegsjahre), sondern stände nahe der Straße, quasi nur als Dekoration. Ich denke daher, es gäbe dort bessere Optionen, z.B. ein moderner Brunnen näher am HF, bzw weiter von der Straße entfernt und somit besser erlebbar und gleichzeitig steht der Brunnen von Begas besser dort, wo er heute ist.


    Und die Rossebändiger wird, da verwette ich meinen Hut, wird kein Politiker, Stiftungsrat oder Verein in den nächsten Jahr(zehnt)en zurückführen. Die waren das Geschenk eines Zaren und da ist die Reputation und der Zeitpunkt gerade mal ... ähm... schlecht!

    Sorry Konstantin, aber das nervt langsam: ein Wiederaufbau der Altstadt auf der Fischerinsel, wie in Frankfurt, stand doch in den letzten Jahrzehnten nicht ernsthaft zur Debatte, daher gibt es auch keine Verhinderer.


    Nach dem Krieg gab es diese Überlegungen und es wurde damals negativ entschieden. Ich denke, das war soweit unter den gegebenen Umständen nachvollziehbar.


    Heute stehen dort Wohnhochhäuser und jeder der von einer Altstadt an dieser Stelle träumt, sollte schon klar sagen, dass das nur mit Verdrängung und Gentrifizierung einhergehen würde.


    Schlussendlich geht es um ein Stück Stadt, das von der Bundesstraße und dem DDR Städtebau geprägt ist. Eine funktionierende kleinteilige Altstadt gibt es da seit fast 80 Jahren nicht mehr.


    Die heutige neue Bebauung mag schlicht sein, ist aber in Ihren Grundzügen schon im Planwerk Innenstadt festgelegt worden (Abschottung der Fischerinsel zur B1 mit achtgeschossigen Gebäuden).


    Im Detail hoffe ich, dass das handwerklich miserable AZ äußerlich überarbeitet wird. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die ausführende Firma, dafür Geld bekommen hat...


    Und auch das WBM Gebäude könnte relativ einfach ein farbenfroheres Aussehen bekommen.

    Mir gefällt es auch sehr, zumal die Fotos von Backstein, die hier eingestellt wurden sehr gut sind (vielen Dank dafür!) und dem Beobachter aus der Ferne einen guten Eindruck vermitteln.


    Wenn es in Verlängerung zu den Linden steht, ist es dort auch nicht zufällig, sondern sehr gezielt aufgestellt worden.

    Ich bekomme den Eindruck, es bereichert und ergänzt den Platz und könnte tatsächlich, wie die Weltzeituhr auf dem Alexanderplatz, ein Treffpunkt werden.

    Ich kann nicht erkennen, dass eine Ziegelfassade schwer vereinbar mit Spars' Konzept ist. Ganz im Gegenteil, es passt doch hervorragend zum Nachhaltigkeitskonzept.


    Daher: Abwarten - Tee trinken. Ist verständlicherweise schwerer, wenn man gerade hierbei, nun endlich mal die langersehnte (Fassaden-) Vollrekonstruktion erwartet hat.

    Genau, lass uns doch mal ernsthaft diskutieren. Dann fallen die ganzen von mir aufgezählten Scheinargumente schon mal weg...


    Den meisten geht's doch eh nur darum an jeder erdenklichen Stelle den Wiederaufbau von irgendwas, am besten der "Altstadt" oder etwas vergleichbarem, zu fordern und gleichzeitig alles moderne, bis hin zu Infrastruktur, wie U-Bahn Zugänge und Straßen (igitt) zu verunglimpfen.


    Also zur Bauakademie: Die erste Frage muss doch sein, was soll dort in einem Neubau geschehen? Ein öffentliches Gebäude mit welcher Funktion? Die vorauseilende Festlegung auf das äußere Erscheinungsbild der historischen Bauakademie, würde die Möglichkeiten schon stark einschränken.


    Wir sehen ja am Schloss, dass diese Reihenfolge schwerwiegende Folgen in der Nutzungsphase hat.


    Diese Dimensionen sehe ich zwar für die BA im Moment nicht, aber da kommen bestimmt andere Themen und wenn es der verwendete Ziegel oder die Farbe der Fugen und der Fenster ist... und dann natürlich wie toll es doch wäre, wenn man mindestens einen Teil des Inneren auch rekonstruieren könnte...


    Wenn also die Vorgabe sein soll "soviel Schinkel wie möglich" zu bauen, wäre die materielle Auslegung, die hier diskutierte weitgehende Rekonstruktion der Aussenfassade, die ideelle Auslegung aber, könnte zu einem ganz anderen Gebäude führen, das aber Schinkel im 21. Jahrhundert viel besser wieder gibt, als eine Vollrekonstruktion seiner Bauakademie.


    Ich denke, Schinkel würde so nicht nochmal bauen!

    Aber wie soll das gehen, die Eigentümer und Verwalter haben zwei Möglichkeiten: Sie fragen Ihre Mieter, wer da noch so wohnt. Dann sagen die höchstens, da ist gerade die Oma aus Bayern zu Besuch. Die bleibt aber nur drei Wochen....

    Oder sie wissen, dass da mehr wohnen als offiziell, dann können sie dies melden oder dulden. Ich denke, die meisten werden es dulden, solange die internen Zahlen für die Abrechnung stimmen.

    Die Bauakademie befindet sich an einer solch prominenten Stelle im Stadtgefüge, dass die wichtigste Funktion darin besteht, städebaulich zu wirken.

    Das Gebäude der Bauakademie befindet sich gerade nirgends. Wie die Wirkung wäre, können wir nur erahnen. Anzunehmen ist, dass jeder Baukörper dort erstmal die Leere füllen würde, selbst ein Glaskasten oder ein verputzter Wohnblock.


    Um es nochmal klar zu stellen, ich bin auch für eine Rekonstruktion der Außenfassade, aber die hier vorgebrachten Argumente sind mir zu flach.


    Weil es von Schinkel ist, weil es so schön war, weil noch nicht so viel rekonstruiert wurde, weil es Gott und die will ...


    Geht's noch?

    ^Die Frage ist nur: Wieso versagt der Zensus dermaßen offensichtlich?

    Der Zensus versagt, weil die Menschen dort nicht offiziell wohnen, die (Achtung Klischee) Oma aus Bayern, Spanien oder Griechenland wohnt ja nicht offiziell da, sondern weil es gerade praktisch ist, das Enkelkind wurde geboren und die Schwiegertochter braucht halt Unterstützung bis das Kind eingeschult wird ;)...

    Hier ist doch das Problem, dass es nach dem Zensus 2011 eine Korrektur nach unten von rund 175 000 Einwohnern gab. D.h. 1990 mit heute zu vergleichen bringt nur wenig. Praktisch Ist der Zuwachs von 2011 bis heute genauso hoch wie von 1990 bis heute. Dadurch zeigt sich aber auch die enorme Fluktuation.


    Zum anderen halten sich sicher ständig sehr viele Gäste, egal ob klassische Touristen und Geschäftsreisende oder private Besucher in der Stadt auf.

    Während man erste und zweite gut beziffern kann, wird es bei den rein privat Reisenden, die also bei Angehörigen unterkommen, wohl schwierig und da wird es einige Tausend geben, die schließlich über längere Zeit in Berlin leben.


    Schlussendlich wird es eine hohe Dunkelziffer nicht registrierter Bewohner geben.

    Das stimmt schon, aber warum vorschreiben was man schön finden soll.

    Über Geschmack und Schönheit lässt sich trefflich streiten, bringt aber nichts. Frag ernsthaft 100 Leute und du bekommst mindestens 100 verschiedene Antworten.


    Es hilft auch nicht, wenn Gebäude schön anzusehen sind, dafür aber wenig Nutzen haben. Und da sind wir m.A.n. nah am Kern des Dissens um die BA.

    Es gibt noch keine klare Vorstellung was im Gebäude überhaupt stattfinden soll, aber die äußere Gestalt sollte am besten schon festgelegt werden. Genau das führt aber nur wieder zu einem Kompromiss bzw. einem Hybrid, der möglichst viel Nutzung ermöglicht ohne jetzt schon festlegen zu müssen was drinnen stattfinden soll.


    Die Schmähung der Moderne mit ihrem Leitsatz "Form folgt Funktion" ist auch fehl am Platz. Bei jedem Auto wäre das allen klar, dass eine Familienauto kein Sportwagen ist und umgekehrt. Aber bei Architektur glaubt anscheinend ein großer Teil der Interessierten, Hauptsache es sieht schön aus, der Rest ist egal.

    Das finde ich gerade bei Schinkels Bauakademie beschämend, da gerade Schinkel nicht nur das Äußere beachtet hat und sicher für seine Zeit nicht traditionell gebaut hat.


    Natürlich muss zeitgenössische Architektur besser, innovativer werden, auch in der äußeren Gestalt. Mehr Rekonstruktion ist aber bestimmt der falsche Weg.