Beiträge von Baukörper

    Das ist eine schöne Anekdote, die ich so ähnlich aus eigener Erfahrung, bestätigen kann.

    Das damals fünf jährige Mädchen (die Töchter meiner Freundin) testete ausgiebig die Akustik im Foyer und im Schlüterhof, was bei den anwesenden Aufsichtspersonen zu viel Heiterkeit und durchweg freundlichen Reaktionen führte.


    Graue Herren gibt es zur genüge und das wird wohl immer so bleiben, aber glücklicherweise gibt es auch viele Leute, die das Leben viel bunter sehen, auch im Humboldt-Forum.


    Das es Veranstaltungen im Schlüterhof geben soll, war ja von Anfang an klar, mich stört nur die Bühne, genau an der Stelle, vor der rekonstruierten Fassade. Hatte man das sauber geplant, könnte die Bühne ggü. vor der Stella Fassade stehen, und würde kaum stören, aber da ist das Erdgeschoss von dem Geschäft bzw. Gastronomie belegt.


    Oder man findet eine andere Art der Bühne, die nicht so dominant ist.

    Ich denke, dass die Niederschlagung der Revolution 1848 zeigt, dass es mit Preußens Gloria, da schon nicht weit her war. Im Grunde ging der Erhalt und Ausbau der Macht fortan nur über militärische Gewalt.

    1848 - 1870 - 1914 - 1939

    Das sind gerade mal 91 Jahre in denen mit immer grösser werdenden Gewaltausbrüchen versucht wurde, (mehr) Macht zu erhalten.


    Das dazwischen auch viele große, nicht militärische, Innovationen errungen wurden, verblasst m.A.n. neben dem militärischen und kulturellen Größenwahn der ja schon mit den Kolonialismus begann.

    Das mit den Palmen ist schon richtig, aber die Kübel sollten, wie ich schon mal schrieb, doch besser nicht so provisorisch daher kommen.


    Ansonsten überrascht mich, dass die Bühne da anscheinend eine Dauerlösung ist. Ich halte das für unpassend, auf dem Gendarmenmarkt steht doch auch nicht ständig so ein Ding.

    Danke, für deine klaren Ausführungen.


    Beim Stadtschloss muss man sicher zwei Ebenen unterscheiden:

    1. Die heute sichtbare: Ich denke, da sind wir uns einig, dass diese eine große Bereicherung für das Stadtbild und die Stadt ist. Dies ist aber streng genommen nur was für Interessierte, also alle die sich daran erfreuen bzw. davon profitieren.


    2. Die historisch politische Ebene:

    Hier wird es kontrovers. Wenn man das von Architektenkind Geschriebene brücksichtigt, gibt es einen Zusammenhang zwischen Planung und Bau der Kuppelkapelle, dem damit ausgedrückten Machtanspruch des Königs, der Niederschlagung der Revolution und damit auch dem danach folgenden Verlauf der deutschen Geschichte.

    Das hat dann aber Dimensionen, die die Duskussion über das blaue Textband weit überragt.


    Wenn man allein den aktuellen Kontext zum Urkraine Krieg betrachtet und bedenkt, dass die Ukraine auch zwei Mal (1919 und 1942) vollständig von deutschen Truppen besetzt war und dies überhaupt nichts mit Befreiung zu tun hatte, hat das einen Umfang, der weit über die Überblendung des Spruchbands hinaus geht.


    Auch die vor Ort behandelte Geschichte des Ortes behandelt das Thema dann völlig unzureichend und müsste ganz anders aufgedröselt werden.

    Ja, wobei das aber einerseits an der Bauweise - Stahlskelett und andererseits an den immer höher werdenden technischen Anforderungen liegt.

    Stahlskelett ist fast wie Fertigbau, sobald das Fundament steht geht's flott nach oben und die Vorhangfassade wird dann meistens praktisch in Teilen fertig angeliefert und direkt montiert.


    Danach kommt erst der ganze Kleinkram inklusive aller Zwischenwände und das dauert, selbst wenn die meisten Bauelemente auch da vormontiert geliefert werden.


    Dann muss nur noch was dazwischen kommen (das muss nicht mal eine der dutzenden Krisen sein, sondern kann auch einfach die Insolvenz eines Zulieferers sein) und schon zieht sich das ganze über Jahre.

    Ich bin letztens mit dem Auto über die Hugo-Preuß-Brücke auf den Cube zu gefahren und fand das Gebäude sehr eindrucksvoll.


    Auf den Bildern kommt es nicht so deutlich rüber aber aus der Froschperspektive eines Autofahrers werfen die einzelnen Scheiben ein schillerndes Bild zurück, was dem an sich sehr glatten und kantigen Gebäude etwas organisches verleiht.

    Ich muss auch noch was zum Schlüterhof sagen und bringe das mal hier unter:


    Also, die Architektur ist hervorragend, aber das Gesamtbild aufgrund der Bespielung der Fläche finde ich schrecklich !


    Fast die Hälfte der Fläche wird mittlerweile von den Tischen, Stühlen und Schirmen der zwei dort ansässigen Gastronomiebetriebe belegt und zwar auf der nördlichen Hälfte. Wahrscheinlich zur Dekoration hat man ein paar junge Dattelpalmen in grossen schwarzen Kübeln und zusätzlich auf Europaletten aufgestellt. Eher Niveaulos!


    Die Südhälfte des Hofes wird u.a

    durch Kunstrasenspielwiesen (für Kinder?) mit bunten Holzquadern (zum sitzen und klettern?) eingenommen. Die Sechsjährige, die an dem Tag mit uns dort war, könnte jedenfalls wenig damit anfangen. Stattdessen saßen da nur ein paar Erwachsene rum.


    Und dann steht da noch (wieder oder immer noch) die schwarze Bühne mit Dach, die praktisch die ganze Südostecke einnimmt. Da wurde auch dran gearbeitet und die gesamte Ecke war mit Flattertband abgesperrt.


    Also ich weiß nicht, wer das so braucht?

    Ich nicht!

    Ich kann nur sagen, dass ich von unten nur was hellblaues erkennen konnte, trotz Brille...

    Daher halte ich die ganze öffentliche Diskussion für übertrieben.


    Eine Erklärtafel auf der Dachterrasse (und selbst da kann man ja nur einen Teil des Textes sehen) sollte reichen.

    Hier kann ich auch nochmal meinen Senf dazu geben, nachdem ich etwas mehr Zeit dort verbringen konnte.


    Ich kam zuerst über die Rathausbrücke auf den südlichen Schlossplatz, der von dort sehr erhaben wirkt. Am Nachmittag war die Sonne schon soweit herum, dass ein Teil des Platzes durch das Gebäude beschattet wurde. Dort hielten sich auch einige Leute auf. Ein paar Bäume würden dort aber bestimmt etwas zusätzliche Belebung bringen. Ein Brunnen könnte dort sein, fehlt aber auch nicht, wenn einem nicht gerade bewusst ist, dass dort mal einer war.


    Die Pflasterung ist auf allen Seiten sehr ordentlich und hochwertig.


    Die Ostseite gefällt mir nach wie vor gut. Die drei Trauerweiden sind schon ganz ordentlich gewachsen, nur die Streusandkiste und der Mülleimer direkt daneben, passen gar nicht ins Bild. Die Außengastronomie oben vor der Ostfassade gibt es an dieser Stelle leider nicht, ist auch nicht wirklich Platz dafür da.


    Hier frage ich mich, warum es eine breite Freitreppe gibt, die nicht wirklich irgendwohin führt.


    Die Seite zum Lustgarten ist sicher die kurzweiligste und mit der Aussicht auch die schönste. Somit stört nun aber die Straße dort, auch wenn da nicht mehr viel Verkehr war, gewaltig. Sie ist einfach zu breit und seltsamerweiße nur an einer Stelle überquerbar.

    Ich habe dann vorm Zeughaus die Zugänge zur U-Bahn genutzt, was ich aber sehr ärgerlich finde, wenn ich als Fußgänger in den Untergrund muss um eine Straße zu überwinden. Hoffentlich ändert sich das bald (aber vermutlich erst nach einem Regierungswechsel...).


    Was hier bislang nicht so aufgefallen war, ist das doch deutliche Gefälle von Ost nach West, bzw. Süd nach Nord. In dem Souvenirladen zwischen Schlüterhof und der Stella-Passage sind tatsächlich fünf Stufen um das Niveau auszugleichen und das merkt man dann auch auf dem Platz.


    Schliesslich die Schlossfreiheit, die ich erst an einem anderen Tag begangen bin: Hier stehen ja noch die abschließenden Ausführungen beim Denkmal und der Treppe zur Spree aus. Deshalb bleibt abzuwarten wie sich dies auf das Gesamtbild auswirkt.

    Die Wappenkartusche finde ich in Life nicht so schlecht, wie ich es anhand der Fotos hier vermutet hatte (oh - falscher Thread )...


    Aber auch hier ist die Straße für mich das grösste Problem. Diese Zick-zack-Führung und ebenso die schlechte, weil unübersichtliche Querungsmöglichkeit für Fußgänger muss dringend geändert werden.


    Mein Fazit: hochwertige Ausführung aber Mängel bei der Verkehrsführung für Fußgänger.

    Insgesamt sind hier vier schöne Plätze bzw Bereiche entstanden.

    Stimmt, das Problem ist eher optisch.


    Unten gibt es Betonstützen, die aber nichts tragen und darüber gibt es die gemauert aussehenden Lisenen, die nirgends aufliegen.

    Ich habe mir die Passage nun auch mal angeguckt und muss sagen, dass der fehlende untere Abschluss der Lisenen sehr schade ist. Konstruktiv und auch optisch muss da einfach noch was hin. Es gibt ja darunter auch noch diese Betonsäulen zwischen den Fensterfronten, die so oben ohne Abschluss sind. Das sieht irgendwie unsinnig aus.


    Das Oro wirkt unglücklich geraten. Da gibt es an der ganzen Strassenseite diese Fugen, immer in der gleichen Lage unter den Fenstern, die man leider nicht nur bei Streiflicht gut sehen kann. Sieht nach einem frühen Baumangel aus und bleibt hoffentlich nicht so. Auch das Nachbargebäude mit dem gleichen Fassadenmaterial allerdings mit versetzter Anordnung passt nicht so richtig. Schade.


    Ansonsten wirkt aber vieles sehr hochwertig und die Passage mit dem historischen Portal ist bestimmt eine architektonische Bereicherung.

    Die Problematik ist offensichtlich und uns auch aufgefallen ist aber numal eine andere Baustelle und hat m.A.n. nur wenig mit dem Ort an sich zu tun.

    Eine Privatisierung der Fläche, um nur bestimmten Menschen den Zugang zu gewähren, ist sicher keine Lösung.


    Die nachfolgenden Beiträge wurden ins Off verschoben. Bitte beim Thread-Thema bleiben. Danke.

    Ich komme gerade aus Berlin, war das erste Mal seit vier Jahren länger in der Stadt und war positiv überrascht wie vielfältig und zahlreich die öffentliche Nutzung im gesamten Rathausforum war. Wir haben es zwar nur zum Transfer vom Parkhaus am Alexanderplatz zum Nicolaiviertel und Humboldt-Forum genutzt, aber es waren bei den warmen Temperaturen viele unterschiedliche Menschen dort. Viele suchten dort Kühlung unter den Bäumen oder an den Brunnen, es wurde aber auch Volleyball gespielt, gegessen, getrunken, geshopt. Und es war insgesamt eine entspannte, freundliche Atmosphäre. Zusätzlich gab es eine Veranstaltung die wie eine Schulabschlussfeier aussah.


    Auch der Platz um den Neptunbrunnen war sehr beliebt.


    Die geplante Sanierung der Wege, Plätze und Grünflächen ist sicher notwendig, da ist einiges im Argen, aber das scheint die Nutzung bisher nicht zu beeinträchtigen.


    Die Sockelgebäude des Fernsehturm allerdings, brauchen dringend eine Aufwertung, das steht an manchen Stellen sehr abgeranzt und nach Hinterhof aus. Ich weiß gerade nicht, wie es da mit dem Denkmalschutz steht, aber da könnte ich mir auch bauliche Änderungen oder Ergänzungen vorstellen.


    Man kann natürlich mit dem Baustil unzufrieden sein, die Fläche an sich erfreut sich aber offensichtlich großer Beliebtheit.


    Achso, bezugl. Tramgleisen in der Spandauer Straße, würde ich plan im Asphalt oder Pflaster eingelassene Gleise, statt Rasengleis empfehlen.

    So ist es z.B. in der Oranienburger Straße und stört überhaupt nicht bei der Querung der Straße an jeder beliebigen Stelle :/

    Häh? :confused: Gefahren gibt es an jeder Bordsteinkante, jedem Bachufer und überall da wo allen was passieren kann, wenn man selbst nicht aufpasst, bzw. eine Aufsichtsperson nicht auf die ihr Schutzbefohlenen achtet.


    Die Treppe zur Spree finde ich an der Stelle nicht optimal. Es fehlt der weite Blick, wie es ihm z.B. im Spreebogen oder im James-Simon-Park gibt. Aber ich lass mich überraschen. Gut wäre nur, wenn es bald voran ginge.

    Ich habe das genau anders verstanden. Der Anspruch des Bauhauses war und ist es, Gesamtkunstwerke zu schaffen, innen, außen und auch in der Nutzung und das ohne die Verwendung von expliziten, nur diesem Zweck dienenden Schmuckstücken. Das ist genau das, was mich vom ersten Tag an faszinierte. Auf den ersten Blick schlichte Gebäude aber mit klaren Linien und Farben, die mich durch ihre Gesamtwirkung überzeugen.

    Danke, heute morgen wollte ich auch schon schreiben, dass die Diskussionen zunehmend hysterisch werden (habe es dann aber erstmal sein lassen, da die Diskussion darum auch wirklich müssig ist).


    Mir gefällt der Turm und wer meint, Bauhausstil wäre schmucklos, weil er ohne Schnörkel auskommt, dem ist nicht zu helfen ;)

    Das mit der Schönheit hatten wir hier schon, bleibt nur zu hoffen, das die Schönheit dann auch schön genug ist, sollte es so schön weit kommen.

    Festzustellen bleibt auch, dass Rekonstruktion selten schön genug ist um die richtigen Rekonstruktions- und Schönheitsbefürworter richtig schön zufrieden zu stellen. Irgendwas ist dann doch nicht schön genug.

    Schöne Grüße!