Beiträge von Elbphilharmonie

    Mein Tipp: Gar nichts wird passieren. Die Stadt hat sich ja bereits ein Framing aufgesetzt, das jegliche Verantwortung von sich weist. Es handele sich um ein "privates Projekt" oder es sei Sache des Insolvenzverwalters sich mit dem Weiterverkauf zu beschäftigen. In einigen Jahren stellt sich dann wirklich die Frage, wie der Abriss der Bauruine organisiert wird. Verantwortlich dafür, will am Ende niemand gewesen sein.


    Offenbar sehen selbst die "Hoffnungsträger" das mittlerweile ganz ähnlich. Im Spiegel äußert Kühne nämlich äußerste Zweifel daran, ob das Projekt überhaupt fertiggestellt wird.

    Klaus-Michael Kühne verteidigt Opernprojekt in Hamburg und äußert sich zur NS-Vergangenheit - DER SPIEGEL (Leider hinter Paywall)

    Elbtower-Projekt in Hamburg droht endgültig zu scheitern (Zusammenfassung aber hier)


    Zum einen klafft immer noch eine riesige Eigenkapitallücke von 400 (!) Mio Euro, die Herr Becken nicht fähig zu sein scheint, aufzutreiben. Kühne selbst sei nur bereit max. 100 Mio Euro beizusteuern. Zum anderen sei überhaupt nicht sicher, ob das Naturkundemuseum wirklich in den Elbtower einziehen kann oder soll.


    Kühne scheint zu vergessen, dass er das Elbtower-Projekt in der Vergangenheit essentiell vorangetrieben und René Benko als Geschäftspartner mit Integrität und finanziellen Mitteln ausgestattet hat. Ihm war wahrscheinlich nie bewusst, auf welchen wackligen Füßen das Projekt und die Signa-Konzernstruktur generell stand. Nun aber so zu tun, als hätte das alles mit ihm nichts zu tun, halte ich für verantwortungslos.

    ^^ Das halte ich leider für sehr unwahrscheinlich. Zum einen müssten sämtliche Bauaufträge für den Weiterbau ausgeschrieben werden, was ein riesiger bürokratischer Aufwand ist und den Bau erheblich in die Länge ziehen würde. Darüber hinaus wird es wohl kaum dem Grundsatz der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit nach dem Haushaltsrecht entsprechen, wenn die Stadt mehrere hundert Millionen Euro plus X (wir wissen ja nicht mal ansatzweise, wie hoch die Baukosten bei einem derartig gestörten Bauablauf wirklich sein werden) für einen Neubau ausgibt, um dort eigene Behörden und ein Naturkundemuseum einziehen zu lassen.


    Es gibt dementsprechend nur eine Lösung: Entweder Becken und Co machen es, oder niemand. Andere ernsthafte Interessenten für den Weiterbau scheint es ja offenbar nicht zu geben.

    Es ist eben nicht das Gleiche. Es besteht ein Unterschied in der Forderung nach einem offenen Prozess über die Nutzung, falls der Bau nicht weitergeht und der Forderung alles zu belassen wie es ist.


    Wofür man die Linke gerne kritisieren kann, ist, dass sie überhaupt kein Konzept dafür haben, wie es mit dem Elbtower weitergehen soll. Es ist aber sicherlich nicht hilfreich ihnen Forderungen zu unterstellen, die sie so nie geäußert haben.

    Quellen interpretieren ist jetzt nicht deine Stärke, oder?


    Es gibt also keinen einzigen Beleg, außer einem einzigen Einleitungssatz in einem Online-Artikel, ohne Rückbindung an eine offizielle Verlautbarung der Partei? Das finde ich in der Tat als Beleg äußerst schwach.

    ^^ Den Zielkonflikt, den du beschriebst, kann die Stadt auch nicht auflösen, ohne sich selbst finanziell an diesem Projekt zu engagieren. Denn ganz offensichtlich ist das Interesse von privaten Investoren an dem Elbtowerweiterbau äußerst verhalten: So wurde schon die Frist für die Angebotsabgabe verlängert, ohne dass eine nennenswerte Anzahl an Interessenten zusammengekommen ist, die letztendlich Angebote abgeben wollten.


    Becken und Kühne scheinen auch eher philanthropische Gründe als wirtschaftliche Gründe für ihr Engagement in den Vordergrund zu stellen. In diesem Zusammenhang wundert es mich, wieso Kühne nicht bereit ist, die volle Eigenkapitalsumme beizusteuern, obwohl seine finanziellen Mittel als reichster Deutscher dafür ausreichen sollten.


    Vielleicht nicht alle in der Größenordnung, aber ich stelle mir jetzt schon die Frage, was mit dem Baufeld 120 passiert, wo ja auch eine Hochbaute geplant war die die 100m Marke auf jeden Fall brechen sollte..

    Ich denke, von den 100-120 Metern, die dort im städtebaulichen Konzept angedacht waren, kann man sich vor dem Hintergrund des Elbtower-Debakels auf jeden Fall verabschieden. Mal abgesehen von der kriselnden Baubranche wird das politische und gesellschaftliche Klima in Hamburg eine solche Größenordnung auf absehbare Zeit nicht hergeben.

    Herr Kühne hat innere Widersprüche zu seinem Elbtower-Engagement und behauptet, dass der Elbtower eigentlich gar nicht nach Hamburg passe. Dennoch möchte er sich am Weiterbau "vielleicht zu einem Viertel" beteiligen.

    Elbtower in Hamburg: HSV-Investor Kühne will Milliardenprojekt retten


    In dem Artikel wird außerdem erwähnt, dass man in Verhandlungen mit weiteren Eigenkapitalgebern stehe. Daraus wird also deutlich, dass Beckens Konsortium immer noch nicht genügend Eigenkapital zusammengesammelt hat, um das Projekt weiterzuführen. Wir sind also kein Stück weiter als vorher.

    Klaus-Michael Kühne ist 87 Jahre alt, hat keine Kinder und ein geschätztes Vermögen von 36 MILLIARDEN Dollar.

    Einer, der sich bei seinen angeblichen Herzensangelegenheiten wie dem HSV und der Stadt Hamburg als Freund

    und Gönner darstellen möchte, dann aber trotzdem immer nur Deals aushandeln will, an denen er sich dann irgendwie

    beteiligt und daraus Profit schlagen möchte. Und wenn ihm die Leute dann nicht zu Füße liegen, ist er eingeschnappt

    und bockig wie ein kleines Kind, das sich dann in den Hamburger Lokalmedien ausheult.

    Das ist tatsächlich eine sehr gute Beschreibung der Sachlage. Kühne knüpft sein Engagement stets an seine persönlichen und egozentirischen Einflussnahmemöglichkeiten. Das war schon damals beim HSV-Engagement so, das dem Verein nicht wirklich geholfen hat. Im Fall der Oper hatte er ursprünglich die wilde Idee, die bestehende Oper abzureißen, den Bau der neuen Oper am Baakenhöft mitzufinanzieren und das Grundstück der alten Oper von René Benkos Signa (!) bebauen zu lassen. Dass das keine gute Idee war, hat sich spätestens im Oktober 2023 bestätigt.

    Ziel ist es (offenbar) sicherzustellen, dass möglichst viele Aktivisten bestimmter Couleur mit guten Jobs versorgt werden. In allen Konzepten und Skizzen, die ich bislang gesehen habe ging es explizit NICHT um das Thema 'Hafen'.

    Hilfe, jetzt nehmen uns die Grünen auch noch unsere Hafenhistorie weg! Das klingt wirklich nach sonderbarem Geschwurbel.


    Die Behandlung von Kolonialismus im Rahmen eines Hafenmuseums in einer Stadt, in der viele "Kolonialwaren" und Raubgüter verfrachtet wurden, finde ich jetzt nicht wirklich abwegig. Auch Deutschland und Hamburg haben ein dunkles koloniales Erbe, das man nicht wegignorieren sollte.

    ^^ Der Artikel ist recht interessant und bietet einige Neuigkeiten: Offenbar hat auch Unibail-Rodamco-Westfield ein Angebot für den Elbtower abgegeben. Damit wäre trotz des Debakels mit dem Überseequartier ein erfahrener und - besonders wichtig - finanzstarker Investor im Rennen.


    Der Vertragsschluss zum Kaufvertrag solle zudem angeblich im vierten Quartal erfolgen.


    Becken und Kühne haben auch laut dem Artikel nicht genügend Eigenkapital zusammen.

    ^^ Ich würde Beckens Aussage so interpretieren, dass kein Mieter der öffentlichen Hand in Betracht kommt. Die Rechtsform ist dabei ja erstmal unerheblich, solange der öffentlichen Hand eine kontrollierende Stellung zukommt. Auch privatrechtliche Unternehmen in öffentlicher Hand sind in vielerlei Hinsicht an die selben Vorschriften gebunden (Vergabe-, Beihilferecht etc.)


    Man kann am Ende nur spekulieren, um welchen Mieter es sich am Ende handelt. Der Bedarf an 40.000 qm Mietfläche dürfte in Hamburg eher überschaubar sein, weshalb hier nicht viele Akteure in Betracht kommen.

    ^^ Es gibt etliche Projekte mit derartigen Projektvolumen. Zudem wurden schon einige Hochhäuser mit derartiger Höhe gebaut. Daran wird es nicht mangeln.


    In der FAZ (Paywall) spricht Dieter Becken nun davon, im November - trotz der erheblichen Finanzierungslücke nach aktuellem Stand - ein Angebot abgeben zu wollen. Seine ständigen Ankündigungen, die nicht eingehalten werden, stehen ihm nicht gut zu Gesicht. Der Insolvenzverwalter und die Stadt sollten hier nicht auf den nächsten Projektentwickler mit lückenhafter Finanzierung und gesteigerten Geltungsdrang hereinfallen.

    Diese Meldung sollte uns fröhlich stimmen:

    Ich kann diese positive Einschätzung nicht ganz teilen, wenngleich ich sie mir allerdings wünschen würde.


    Der von dir zitierte Artikel beschreibt, dass Herrn Becken immer noch ein erheblicher Anteil - 25%- an Eigenkapital fehlt um das von ihm beschworene Konsortium zu bilden und überhaupt ein Angebot abgegeben zu können. Damit dümpelt er leider seit Monaten in dem selben Stadium herum. Schon im Juli (!) wurde berichtet, dass er angeblich kurz davor stehe, seine Eigenkapitalfinanzierungspläne zu vervollständigen. Das ist bis jetzt nicht passiert und wirkt unglaubwürdig.


    Auch eine "mündliche Zusage" für die Fremdfinanzierung ist in diesem Zusammenhang natürlich nicht belastbar. Zudem schreibt der Artikel davon, dass die Schließung der Eigenkapitallücke die "schriftliche Zusage" zum Fremdkapital erst wahrscheinlich mache. Hier ist also überhaupt noch gar nichts gesichert.


    Dass Becken einen Ankermieter gefunden hat, ist natürlich ein positives Zeichen. Man muss aber auch dazu sagen, dass Becken mit der Realisierung von Projekten in der Größenordnung des Elbtowers trotz seines langen Berufslebens keine Erfahrung hat. Ich denke, Herr Becken und Herr Kühne sind von der Realisierung des Elbtowers so weit entfernt, wie der HSV von der Champions-League.

    Die Entwicklung mit dem Hotel war angesichts zahlreicher Absprünge von Mietern sicherlich vorherzusehen. Hier dürfte die anhaltende Unsicherheit des Entwicklungsstatus des Elbtower dazu beigetragen haben, dass das Projekt nicht mehr verwirklicht werden kann oder soll.


    Der Elbtower hat damit zurzeit keinen einzigen Mieter in Aussicht, was die Realisierungsfähigkeit erheblich beeinträchtigt.

    Derweil vermeldet die Welt, dass es mittlerweile fünf konkrete Interessen für den Elbtower zu geben scheint, drei aus dem Ausland, zwei aus Deutschland. Unklar ist für mich durch den Artikel geblieben, ob diese Interessenten bereits Angebote vorgelegt haben. Bis Ende September haben sie dafür wohl Zeit.


    Elbtower: Jetzt wankt auch die nächste Lösung - WELT


    Ein Angebot von Herrn Becken ist laut dem Artikel allerdings in weiter Ferne, weil das von ihm geplante Konsortium (noch) nicht zu Stande gekommen ist. Damit reiht sich Herr Becken wahrscheinlich in den Kreis von Investoren, die ihre geistreichen, aber letztlich substanzlosen Ideen medial verbreiten durften.

    Dass Herr Tschentscher auch nur ansatzweise eine Flexibilität in Hinblick auf einen möglichen geänderten Entwurf des Elbtowers äußert, ist tatsächlich neu. Bisher ist immer sehr streng betont worden, dass es den Elbtower nur in seiner ursprünglich geplanten Form geben kann.


    Eine finanzielle Beteiligung der Stadt ist in vielerlei Hinsicht problematisch. Gleichzeitig kann man Herrn Kühne sicherlich in dem Punkt zustimmen, dass das Signal der Stadt sich finanziell zu beteiligen, sich sicherlich nicht abschreckend auf potentielle Investoren auswirkt.


    Der Spiegel-Artikel vom 19.7. ist gut recherchiert und spricht ein wesentliches Problem an, das der Elbtower zur Zeit zu haben scheint: Es gibt keine Mieter, bzw. sind alle wichtigen Büromieter mittlerweile abgesprungen.

    Daneben schreibt der Spiegel, dass auch das geplante "Konsortium" von Herrn Becken bis jetzt noch nicht zu Stande gekommen ist und - entgegen früherer Informationen - ein Angebot erst im September abgegeben werden soll. Diese "Spur" zur Rettung des Elbtowers scheint aus meiner Sicht also doch eher kalt zu sein.


    Eine von Herrn Kühne geforderte großflächige Anmietung der Stadt von Flächen im Elbtower zu marktüblichen Konditionen wäre dennoch aus Haushaltssicht geradezu "verschwenderisch" und politisch kaum zu rechtfertigen. Daneben müssten allerhand Bauleistungen in aufwändigen Vergabeverfahren neu ausgeschrieben werden, wenn die öffentliche Hand mit dem Elbtower plötzlich beabsichtigt, neue, eigens zu mietende Flächen zu beschaffen.


    Es bleibt also ziemlich kompliziert. Ein positives Signal ist sicherlich, dass es noch andere Interessenten gibt. Mal schauen was die nächsten Wochen bringen.