Beiträge von Querbalken

    Man muss den Mut des Unternehmers schon bewundern, nach Pandemie, Krieg, dann mitten in der längsten Rezession der Nachkriegsgeschichte den höchsten Gewerbe-Turm Berlins hier hochzuziehen. Eine Hochhaus-Bauruine ist somit wohl erstmal verhindert. Aber ob sich das ganze wirtschaftlich trägt, im Zeitalter von Zoom und fallenden Messebesucherzahlen (seit Corona), steht auf einem anderen Blatt. Architektonisch ein Hingucker, aber das ist nun mehr der Größe als der Finesse geschuldet.

    Zum Thema Partizipation und 'Vorzugsbehandlung' in diesem Fall: Das Problem mit Hochhausbauten, die nicht im absoluten Zentrum stehen (central business district) ist eben, dass jeder Hochbau die Lasten (Verschattung, Immissionen, Verkehrsaufkommen, punktuell auf die Umgebung konzentriert: Einzelne sind besonders stark von einer Planung betroffen, und haben meist auch keine besonderen Vorteile von einem Hochbaus, sondern nur überwiegend die Nachteile.

    Die Bewohner im Hochhaus dagegen haben überwiegend Vorteile, unverbaute Sicht, frische Luft, beste Belichtungsverhältnisse, weniger Lärm von der Straße etc., das ganze konzentriert sich aber auch auf die wenigen Flächen ganz oben. Hochbauten in einer Wohnbebauung erzeugen also immer einen Konflikt, sie gleichen nicht aus, sondern verzerren den Nutzen und Schaden auf das Größte.

    Insofern kann ich gut verstehen, dass sich die am meisten Betroffenen lautstark zur Wehr setzen. Andererseits ist das JaHo jetzt schon sehr zentral, aber in der sozialistischen Stadtplanung war die Wohnbebauung im Block direkt im Zentrum ganz normal, Staudenhof in Potsdam nur mal so als (recht groteskes und schon fast absurdes) Beispiel. Das führt natürlich jetzt zu Konflikten. Trotzdem fände ich einen Hochpunkt hier interessant, da es die Linie vom Alex weiterführt und bei der Breite der Straßen auch vertretbar.

    Ganz anders als zum Beispiel beim WoHo, südlich des Potsdamer Platzes, in dem ein Hochhaus an enger Straße mitten neben die Grundschule irgendwo so hingeklatscht werden soll, ohne Bezug und Rücksicht auf die umgebende IBA-Bebauung und verschiedene Denkmäler.

    'Ach Berlin ... wenn du im Plan mal ne halbe Nummer kleiner greifen würdest, wärst du in Wirklichkeit doch gleich zwei Nummern weiter.' (Quelle unbekannt).


    Wenn ein Projekt in einer dauererregten Metropole wie Berlin suboptimal altert, scheinen sich auch die Diskussionen um Wünsche und Wirklichkeiten in immer sich schneller kreisenden Zirkelschlüssen zu ergehen.

    Sicher schon oft in diesem prähistorischen Bau-Thread erwähnt: Die Sachlage lässt aus Schallschutz keinen Wohnungsbau zu!

    Und das ist jetzt ausnahmsweise nicht dem Wiehern diverser EU-Bürostuten und -Hengste aus Brüssel geschuldet, sondern akustische Realität: Jeder der sich mal abends in Nähe des Gleisdreicks bewegt hat, kennt das Kreischen der engen Kurvenradii in den Gleisen von U2 und U1, nebst der durchaus urbanen Kakophonie der sich Großstadtparkbesuchenden. Die Bahnen sind ein ästhetisches Kult- und Kulturgut, aber niemand würde heute noch solch' enge Gleiskurven, dazu in der Höhe, planen und bauen. Die Geräuschentwicklung lässt sich auch durch aufwendiges Schleifen der Gleise kaum mehr mindern. Das ist nun mal die Bauphysik, unterste Ebene.

    Man könnte zwar teuere, balkonlose, aufwendig gedämmte Bienenwaben in luftiger Höhe erstellen, aber ist das wirklich die Wohnform, die wirtschaftlich ist und die wir in Zukunft fördern möchten?

    In diesem Fall von Bauvorhaben treibt mal wieder mehr die maximale Ideologie, als die Idee, ob nun von Seite luxemburgischer Baufonds und deren spekulativer Bodenrichtwerteinpreisung, oder gewisser alternativer Wolkenkuckucksheimkreise, mit Büllerbü-Wiese ohne Bezug zu physischer und ökonomischer Realität.

    Auf der Projektseite des Architekten finden sich Lagepläne zur besseren Verortung der Ansichten und des baulichen Kontextes.


    Gut gefällt mir die Eingangssitustion und ein Foyer über 2 Etagen, endlichmal ein Atom an Großzügigkeit in einem der aktuellen Regierungsvorhaben, (vielleicht hat das Gebiet der Nuklearsicherheit den Horizont geweitet?)


    Insgesamt natürlich ein Gewinn in der derzeitigen Behelfssituation. Bin dann gespannt, wie das Gebiet in ca. 20 Jahren aussieht, wenn die Achse von Hafenplatz bis Postblock bebaut und nicht nur "beholfen" ist.

    Um es nicht falsch zu verstehen, ich finde die Vorschläge alle besser als den Bestand in seiner jetzigen Form (und Zustand).

    Auch begrüße ich den Willen, hier mehr Urbanität verschaffen zu wollen, ohne gleich in die Hybris 'Vertikales Dorf' zu verfallen, die Ära Lüscher wird langsam ad acta gelegt.

    Plus: es sind ja auch noch Vorstudien, keine Feinplanungen. (Wobei diese aus Kostengründen wahrscheinlich dann eher noch schlichter ausfallen werden). Aber etwas mehr Wagnis, Akzent würde ich mir schon wünschen: Ein Zickzack, Dreieck, Rundung, Torbogen ... anbei, die IBA Bauten, einen Block weiter ... die, wie ich finde, gut gealtert sind, und doch auch weiterhin erstaunlich kontemporär wirken.



    966px-IBA-87-Berlin-052-vlnr-Haus-Rucker-Co-Nalbach-Nalbach-Kohlmair-v-Sartory-Wohnbebauung-am-Mendelssohn-Barholdy-Park.jpg

    Quelle: Wikipedia / Wikimedia

    Anbei Impressionen der zwei favorisierten Entwürfe zum "Kulturhafen" - eine Wohngebiets-Verdichtung am Hafenplatz, Kreuzberg, mit Komplett-Entfernung des aktuellen Bestandes von 1975:

    1) HenningLarsen (PDF)
    2) MVRDVT (PDF)

    Henning Larsen hebt, ganz unverkennbar, die Modularität des Entwurfes vor, benutzt sich gar der Metapher des Lego-Steins (sic!).

    Klar, sie verwenden Holzbau, und klar, recycleten Beton, damit kann man im Kreuzberger Bezirk sicher punkten!
    Sie selbst nennen es dann auch: "Radikal Seriell" – und preisen die kostengünstige Skalierung der Bauweise. Nun ja, es hat schon etwas von rasterförmiger Einförmigkeit in Richtung Mindcraft. Was auf dem Rendering dann noch cool aussieht, wirkt oft nach ein paar Jahren einfach – abgerockt.

    Der Entwurf von MVRDVT ist nun auch nicht extrem genial, (verglichen, was das Büro bei anderen Auftraggebern leistet), aber weist immerhin ein gewisses Spiel mit Materialität auf. Die Baukörper sind mehr gegliedert, immerhin ein Wille zur Gestaltung, auch Sichtachsen mit der Umgebung und das Einfügen mit dem Bestand, sind ansatzweise erkennbar.

    Wenn man sich die Baudenkmäler der IBA direkt daneben anschaut, in ihrer Kleinteiligkeit und gewissen naiven Verspieltheit, die übrigens seit einigen Jahren einer städtebaulichen Erhaltungsordnung unterliegen(!), frage ich mich schon, was der Bezirk jetzt mit diesen koloss- und klotzhaften Stadtplanungen vor hat? Klar, die GFZ wird fast verdreifacht, und das Ideal der Gartenstadt ist in dieser zentralen Lage vorbei. Trotzdem, das alles wirkt auf mich eher wie eine Filmkulisse aus 1984. Womit ja auch durchaus eine Aussage verbunden wäre.


    Henning-Larsen-web-11
    Henning-Larsen-web-40
    Henning-Larsen-web-22

    Copyright: HenningLarsen



    mvrdvt-web1
    mvrdvt-web3
    mvrdvt-web2


    Copyright: MVRDVT

    Nun ja, ein Jahr ist (wieder) vergangen! Passiert ist an der "Urbanen Mitte", wie an so einigen anderen Berliner Bau-Orten, erstmal nichts. Zumindest nicht vor Ort. Die Anwohnerschaft wehrt sich gegen Maximalverdichtung der 'Investoren aus Luxemburg', die Fronten zwischen Senat und Bezirk sind wieder mal verhärtet. In der Zwischenzeit haben sowohl die Bürgerinitiative wie auch der Bezirk Rechtsgutachter gefunden, die bekräftigen, dass die damals vereinbarten Bedingungen, insbesondere Entschädigungsansprüche bei geringerer Ausnutzung, nicht rechtens seien. Nun ja, jedes Papier ist geduldig, Gutachten sind kein Prozess-Urteil, aber sie ändern erstmal die Spielräume. Und sie verzögern das Projekt weiter, und weiter, und weiter. Noch dazu hat die BVV ganz aktuell beschlossen, das Verfahren - kurz gesagt – quasi nochmal neu aufzurollen.

    Nach meiner Einschätzung betreibt der Bezirk Schaufensterpolitik – der Senat wird sich geradezu gezwungen fühlen, das Verfahren gemäß Evokationsrecht an sich zu ziehen. Welche Signale diese Hängepartien an die Investoren allgemein sendet kann sich jeder ausmalen.

    Nachdem die beiden favorisierten Planungen am Berliner Hafenplatz, wortwörtlich zum Ausbau zur "europäischen Weltmetropole" (welch' Wortschöpfung!), dem Bezirks-Ausschuss vorgestellt wurden, gibt es nun eine komplette Präsentation im Netz. Das favorisierte Architektur/Planungsbüro sind federführend MVRDV und das Büro HenningLarsen, welche ja durchaus für Spektakuläres bekannt geworden sind. Die vorgeschlagene Dichte, kombiniert mit teilweise sacharin-süßer Investorenlyrik ist schon grenzwertig, aber scheint durch die heutige Ökonomie wohl vorgegeben zu sein.

    Die GFZ würde sich von 1,6 (Bestand) auf 4,0 bis 4,6 erhöhen (je nach Planungsvariante). Das wäre aber immer noch nur halb soviel wie bei der Maximalverdichtung am benachbarten Holzturm 'WoHo'-Projekt (mit schon fast grotesken Werten um 9,0 !).

    Etwas weniger spektakulär nun diese Planung (der Vollständigkeit und Projekt-Historie halber auch, bisher unbekannte (?), Vorstudien von 2019 und 2018). Hinweis: ab Seite 38 im PDF der aktuellen Planung beginnt der eigentliche Teil "Gestaltung":

    Aktuelle Planung Hafenplatz 2024 (123 Seiten)

    Vorstudie Stand Hafenplatz 2019 (9 Seiten)

    Vorstudie Stand Hafenplatz 2018 (15 Seiten)

    PS: Aus Zeitgründen hatte ich keine Möglichkeit anschauliches, visuelles Material hier direkt abzubilden (mit Copyright Hinweis), vielleicht findet sich dafür jemand im Forum?

    Copyright: MVRDV / HenningLarsen / Artprojekt / TTI Gruppe / Gewobag / Stadtentwicklungs-Amt über Anbieter 'Baustelle Gemeinwohl'.

    So, ein erster Eindruck von den Ideen in den Schaukästen, ausgestellt am Hafenplatz (eigene Abbildungen), genaueres gibt es dann ab 10. Januar.

    Was jetzt schon auffällt, doppelt bis dreifach so hohe Bebauung wie in Bestand und Umgebung, kurz: es wird sehr dicht, bis extrem dicht für bisherige Berliner Kiez-Verhältnisse. Ohne B-Plan wird da nichts zu machen sein.

    Tippe, so etwas wird locker 8-10 Jahre bis zur Fertigstellung dauern. Die Nutzungen oder neudeutsch 'Programmierungen' sind das Einerlei vom Kiezkultur-Stereotyp im neumodischen Architektensprech: Kiezkantine, Späti, Fahrradwerkstatt, Jugendbistro, ... copy paste, hat so eine Planung wirklich den Kontakt zur Wirklichkeit verloren?

    Benötigt wird dort doch eher ein günstiger Supermarkt in der Nutzung für die wahrscheinlich nicht ganz so reiche Gewobag-Bevölkerung, die dort einziehen soll.

    Nach erstem Eindruck hätte ich mir lieber eine Sanierung im Bestand gewünscht, die Studenten hatten doch vielversprechende Planungen. Aber sicher steckt der Teufel im Detail, wie so oft.


    https://ibb.co/z8VMttS

    https://ibb.co/v4ZDfsy


    https://ibb.co/ZKZ6950

    Liegenschaft am Hafenplatz: Fast vier Jahre sind vergangen mit keinerlei neuen Ergebnissen. Zwischendurch gab's Eigentümerwechsel, heftige Gefechte zwischen Beteiligten und wohl das Ringen um eine Lösung. Immerhin, nach dem langen Warten gibt es endlich Neuigkeiten, am 10. Januar 2024 sollen 4 Architekten unterschiedliche Konzepte zur Entwicklung dieses sehr interessanten Areals vorstellen. Zuvor wurde das Projekt ja auch schon dem Bauausschuss des Bezirkes vorgestellt.

    Ebenfalls werden die Pläne ab übermorgen schon (!), 6. bis 13. Januar in einer Ausstellung die Ergebnisse der 'Ideenwerkstatt' in der BARK Berlin Gallery, Köthener Str. 28, 10963 Berlin gezeigt. Man darf (hoffentlich) gespannt sein - das Potential ist auf jeden Fall da.


    Link und Ankündigung:

    Stadtwerft Hafenplatz – Stadtwerkstatt Gemeinwohl

    'Wir müssen uns ehrlich machen' – heisst es immer so im Politiker-Sprech: Wir werden in diese Dekade so einiges an Berliner Bau-Brachen und Bauruinen über uns ergehen lassen. Die Luft im Markt ist erstmal maximal raus, und die Zinsen werden nicht wieder unter Null fallen, so dass jedes noch so sinnlose Vorhaben, von 'Vertikalem Dorf' bis 'Bürotempel'-Copy-Paste jetzt weiter finanzierbar wären.
    Mit Steglitzer Kreisel, Monarch, Upside Berlin haben wir genug Beispiele, die einfach nicht fertig werden wollen (und können). Dazu noch Trends wie Homeoffice, Homeshopping, und in naher Zukunft auch Lieferdienste aus dem Robotertaxi – es wird für Projekte schwer werden, die Gravitationskraft zu entfalten, die notwendig ist, um hohe (und teure) zentrale Verdichtung noch wirtschaftlich verwertbar zu machen.


    Aus dem JAHO Berlin-Mitte-Thread hierhin verschoben.

    Na ganz ehrlich, wenn Hochhäuser nur noch als vollkommen ätherische, luzide leuchtende Schwebebauten in den für immerdar leuchtenden Berliner Hollywoodhimmel gerendert gezaubert werden, dann kann man als Baukollegium nur noch den Kopf schütteln.

    Mittlerweile haben diese hyper-naiven Visualisierungen der Baumassen mit der Wirklichkeit soviel überein, wie ein Doppelmac-Productshot mit dem halbgaren Industriebratling aus dem vermatschten Quetschbrötchen.


    Was Langhof (und andere) uns da präsentieren sind peinliche Lügenbildchen von noch geradzu feuchter AI-Influencer-Architektur, die sich mittels Emo-Schiene nun gekonnt an die neuronalen Schaltkreise des Betrachters festkletten.

    Auch das WoHo macht keinerlei Cluster, weder mit 'Postscheckamt' aka Macherei, noch mit dem Excelsior-Haus, noch mit dem Potsdamer Platz, noch mit der Urbanen Mitte, sollte sie jemals enstehen (ich bezweifle das sehr).

    Bleibt festzustellen: Die Hochhausplanung und deren Projekte in Berlin sind meist ein Desaster der Beliebigkeit, verbunden mit Baufilz und entsprechenden Pleitegeiern (Fürst, Steglitzer Kreisel, Upside, Monarch Tower).

    Die Welt berichtet, dass die Erweiterung des Finanzministeriums endgültig gestoppt wurde. Grund ist die zunehmende Home Office Nutzung.


    Ich halte das für sehr sinnvoll. Die Planung war ästhethisch eh' recht unterdurchschnittlich, gemessen am Potential dieser Location in Mitte.


    Es wird im Artikel nun etwas wolkig von der Planung eines allgemeinen ministeralen 'Ausweichsquartier' berichtet, allerdings befürchte ich nun eine Brache für viele weitere Jahre und gar noch flachere Entwurfsqualität in Zeiten ansteigender Zinsen und der notwendigen Konsolidierung.

    bogart - Mit der Verwaltung hatte meine 'Hochhaus-Kritik' rein gar nichts zu tun, sondern mit der weit verbreiteten Naivität, in Presse, Politik und Teilen der Bevölkerung, dass Hochhäuser einfach ganz trivial quasi übereinander gestapelte Immobilienware sei. Und daraus kommen dann so naive Vorstellungen, dass sich so 'günstig' Wohnraum aus 'Verdichtung' ergibt, Grundfläche und Raum so viel besser genutzt würde, und das ganze dann auch noch ganz ohne Risiko.

    Nichts davon ist leider wahr: Hochhäuser mit gesunden Belichtungen und hier (zum Glück!) üblichen Flächenabstand sind anti-urbane Solitäre, teuer und mit höchstem finanziellen und technischem Risiko behaftet, weil von Planung, Finanzierung bis Verkauf oft Jahrzehnte vergehen, in denen sich Bedarf und die allgemeiene Wirtschaftskonjunktur oft mehrfach wechseln.

    Nur als Lackmustest: Wie oft sieht man hierzulande Bauruinen bei einfachen Einfamilienhäusern? Und wie viele Wohntürme hängen in Deutschland derzeit in der Luft, also werden nicht fertig?

    Dass die Verwaltungen mitspielen und die weisungsbefugten Politiker gerne von Holzhochhaus, Hochpunkten und Landmarken schwadronieren, hilft in der nüchternen Betrachtung nicht, und fördert zusätzlich so manche Fehlgeburt.

    Ich bin sehr gespannt, wie die zerborstenen Rundlochsteine beim Oro mit der Zeit altern werden.


    Ensteht da irgendwann eine schöne Patina?


    Oder eher teilweise dunkle häßliche Schmutztriefen von herabrinnendem Niederschlag an den recht großen Fensterscheiben, wie man es von so vielen Nachwendebauten mit billigem WDVS gesehen hat?


    Ich befürchte leider letzteres, da sich die Architekten heute bis ins Detail mit ansprechender, recht gefälliger Visualisierung beschäftigen, aber die wertige Alterung eines Gebäudes imteressiert sie gewöhnlich nicht: Ist ja verkauft, was soll's?

    Aus dem Max-und-Moritz Thread hierhin verschoben.


    Mit dem Steglitzer Kreisel und Monarch-Tower ist dies nun das dritte Wohnturm-Projekt, das in Berlin einfach nicht fertig werden will.

    Bei aller Kritik an der Verzögerung, vielleicht sollten sich alle Beteiligten (und auch die architektonisch und besonders die politisch Verantwortlichen) mal klar machen, dass Wohnhochhäuser wirtschaftlich ein sehr, sehr viel größeres Risiko für einen Investor darstellen, als Hochhäuser für Gewerbe, die normalerweise einen oder mehrere große Ankermieter mit ins Konzept nehmen und dadurch bessere Finanzierungen bekommen.

    Der meist lange Verzug bis zur Fertigstellung schreckt auch solvente Anleger ab, die nach einer Eigentumswohnung mit Cityblick suchen.

    Und nach 10 Jahren steigen eben auch mal die Zwischenfinanzierungen und Baukosten und ein paar Privatanleger springen zusätzlich ab, während andere potentielle einfach auf Fertigstellung (und jetzt Preissenkung) hoffen werden.

    Auch wenn ich die Architektur interessant finde und die Ausführung, soweit sichtbar, für gelungen halte: Es könnte leider sehr, sehr eng werden für die Fertigstellung, gerade im Hinblick auf die Hinhaltetaktik in der spärlichen Kommunikation des Vorhabenträgers. Auch wenn ich mir alles wünsche, als noch ein dritte Wohnturm-Bauruine in Berlin, die Lösung für das Berliner Wohnungsproblem stellen diese spekulativen Hochbauten nicht dar.

    Danke für die Info, was ja abzusehen war. Sehr viel Geld aus den ehemaligen Sowjetrepubliken ist, meist über Zypern, in den EU-Raum und direkt nach Berlin geflossen. Bin 'gespannt' welches Projekt es als nächstes trifft.

    Für die Stadtreperatur am Alex und die Entwicklung Berlins natürlich eine üble Blamage. Man kann nur hoffen, dass sich noch ein Co-Investor findet, bei den Zinssätzen und politischen Risiken ist das aber zur Zeit nicht gerade attraktiv.

    Mit Verlaub, den doch relativ pauschalen Vorwurf eines 'Schwurblers' möchte ich hiermit gerne entkräften.:

    Am 03.06.2021 als auch am 30.06.2021 veröffentlicht die Welt zwei Investigativ-Artikel zum Gartenfeld mit den Überschriften:

    'Berlins Lieblingsinvestor und ein Verdacht'

    und:

    'Lieblingsinvestor des Berliner Senats im Visier der Ermittler'

    gemeint ist dabei jeweils der Projektkoordinator UTB, in Verbindung mit der DVI und der Chef der UTB-Gruppe, Thomas Bestgen.

    Darin wird erstmals öffentlich über 'Pflichtverletzungen', 'Eklatanter Verstoß gegen die Legalitätspflicht' gegenüber dem Gartenfeld-Joint-Venture und dann weiter, den Verbindungen nach Zypern beim Transfer der Grundstücke berichtet.


    Wortwörtlich heißt es dazu:
    '...'

    Und weiter:
    '...'


    Die Insider, die ich kenne, sind mit der Gewobag verbunden, und berichten, dass man nicht gerade 'amused' darüber war, dass diese obskuren Verbindungen publik wurden. Auch der Verdacht der Geldwäsche wurde laut. Dass ich hier keine expliziten Namen nennen werde, gebietet der Informantenschutz.

    Ich hoffe, der Vorwurf des 'Schwurbelns' entkräftet sich hiermit für den Großteil der Leserschaft.


    Wortwörtlich kopierte Passagen aus Presseartikeln gelöscht. Bitte die Richtlinien zum Einbinden von Texten beachten. Danke.

    Kulturforum, 'Update': Der Kaiser ist nun nackt. Früher sagte man wohl dazu splitternackt, was eine interessante Metapher und Steigerungsform war.

    Man kann es nicht mehr schönreden, aber dieser Architekturansatz des 'ironischen' Scheunenzitats führt uns eine ästhetische Sackgasse.


    In dieser Form kummuliert dieser Bau nun den kontemporären Zeitgeist Berlins im Reinkristall.