Doch ist meine und Deine Bequemlichkeit der Maßstab für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung?
Warum nicht? (Ich stoße mich allerdings etwas am Begriff "Bequemlichkeit"; ich finde "Lebensqualität" passender. Wenn ich mehr Zeit habe, um den Dingen nachzugehen, die mich interessieren, kann ich das nicht mit "Bequemlichkeit" fassen.) Wenn anderer Leute Lebensqualität als Maßstab taugt, weshalb dann nicht meine? (Dass ich dabei gewisse ökologische Dinge elegant ausblende, ist mir durchaus klar.)
Dass die Maßstäbe für eine zukunftsfähige (hah!) Stadtentwicklung ganz unterschiedlich ausfallen, je nachdem, wer sie anlegt, ist bekannt. Für den einen ist es die 15-Minuten-Stadt, in der Verkehr nach Möglichkeit gar nicht erst entsteht, für den anderen sind es hochleistungsfähige ÖPNV-Systeme, die den Individualverkehr nach Möglichkeit ersetzen, und für den nächsten sind es intelligente Leitsysteme, die den Individualverkehr bestmöglich kanalisieren.
Fände ich eine Zurückdrängung des Autoverkehrs generell wünschenswert? Auf jeden Fall. Für mich konkret? Natürlich nicht. Und das ist in vielerlei Hinsicht die Gemengelage, inmitten der Stadtentwicklung stattfindet.