Beiträge von surleau

    Ziel kann es nicht sein, weitere gesundheitsgefährdende Drogen zu erlauben, sondern bisher erlaubte wenn dann zu verbieten.


    Weil Prohibition einfach so wunderbar funktioniert


    Was sollte sich durch die Legalisierung von Cannabis verbessern? Die Einstiegshürden sinken doch nur und mit der Zeit will der Abhängige nachvollziehbarerweise härteren Stoff.


    Uff, wo soll ich anfangen:
    - Menschen haben ein Bedürfnis nach Rausch - die einen mehr, die anderen weniger - und sie werden es auch mit bestehender Prohibition versuchen zu befriedigen. Ob sie das über Glückspiel, Extremsport, sich ständig neu verlieben, Bier, MDMA oder Cannabis erfüllen ist in der Sache vollkommen unerheblich. Den Cannabiskonsum in Deutschland zu beziffern ist schwierig, aber mehrere Millionen haben es auch trotz Prohibition schon mal gemacht oder machen es gar regelmäßig.
    - mir ist keine - körperlich bedingte - Abhängigkeit von Cannabis bekannt. Psychisch besteht selbstverständlich ein Suchtpotential, aber das haben die oben erwähnten Aktivitäten auch. Umgedreht: Umfasst dein "weitere Drogen verbieten" auch Alkohol? Wenn nein, wieso nicht? Immerhin führt die Wirkung von Alkohol zu mehr Straftaten, sei es bei Verkehrs-, Gewalt- oder Sexualdelikten, schadet der Gesundheit des Konsumenten und kann schwer abhängig machen. Bei Cannabis sind solche Auswirkung kaum bis gar nicht messbar.
    - die Strafverfolgungsbehörden müssten sich nicht mit Kiffern und ihren Dealern beschäftigen, weil die Kiffer ihren Stoff ganz legal, bei legalen Händlern besorgen. Die Dealer wiederum würden ihre Kunden verlieren.
    - Besagte Kiffer hätten nicht das Problem, wenn sie erwischt werden, vorbestraft zu sein, was zu einer Verschlechterung ihrer sozioökonomschen Situation führen kann
    - Wenn Cannabis - wie du behauptest - ein Einstiegsdroge ist, dann vor allem deshalb, weil die Händler eben auch noch all den anderen illegalen Kram verkaufen. Bei legalen Händlern könnten sie folglich gar nicht weiter einsteigen, wenn sie denn wollten, sondern müssten auf den Schwarzmarkt gehen. Wenn du dir dein Gras beim Tabakladen kaufst, du aber auf einmal Bock hast Kokain probieren zu wollen, ist es schwerer den Einstieg zu finden, als wenn du den Dealer, von dem du dein Gras beziehst noch gleich fragst, ob er nicht vielleicht etwas Koks besorgen könnte. (Im übrigen widersprechen die Meisten Suchtforscher der These von der Einstiegsdroge und wenn es welche gibt sind das eher Nikotin und Alkohol, aber das nur am Rande)
    - Wirkstoffgehalt und Streckmittel können Qualitätsstandards haben, was die gesundheitlichen Risiken senkt.
    - Nebeneffekt aber nicht mein Kernargument: Es würde eine neue Branche entstehen, die sich mit der Produktion und den Vertrieb beschäftigt. Das wiederum würde zusätzliche Steuereinnahmen und Arbeitsplätze schaffen.




    Ich habe jedenfalls keine Lust künftig auch noch von Gras unfreiwillig benebelt zu werden, mir reichen schon die "normalen" Raucher.


    Da hilft dir die Prohibition aber wenig, gerade jetzt im Sommer rieche ich in FFM jeden Tag Cannabisrauch - trotz Verbots. Mich störts jedenfalls nicht.
    Ich mag den Geruch vom Grillen nicht so gern. Ich vermute der Rauch ist auch nicht so gut für meine Gesundheit und das Fleisch, dass da meistens drauf gebraten wird ist auch nicht das Gesündeste sein für den der grillt. Außerdem entstehen beim Verkohlen des Grillgutes krebserregende Stoffe. Die logische Konsequenz wäre es ja demnach auch mal über ein allgemeines Grillverbot nachzudenken.


    Die Ursache der Drogenabhängigkeit bekämpft man nur mit besserer Bildung, höherer Chancengleichheit, unbürokratischeren Wegen in ein geregeltes Arbeitsverhältnis [...]


    Soweit so richtig. Sozioökonomsiche Faktoren können Sucht begünstigen.


    und massiven Kontrollen durch die Polizei in Kombination mit drastischen Strafen. Von einer Legalisierung oder der Kassenübernahme irgendwelcher Drogen halte ich nicht allzu viel :).


    und hier fängt es an falsch zu werden. Natürlich kann die sozioökonomische Situation von Menschen viel dazu beitragen, dass ein Mensch eine Substanzabhängigkeit entwickelt. Die allermeisten Drogenabhängige hatten bereits vor der Substanzabhängigkeit psychische Störungen, welche die eigentliche Sucht auslösen (im Umkehrschluss:ja, es gibt Menschen, die Heroin und Crack probiert haben, ohne eine Abhängigkeit entwickelt zu haben). Es ist aber nicht so, dass Junkies beim ersten Mal nicht wüssten, auf welche folgen sie sich da einlassen.


    Ist jemand aber erstmal abhängig, wird er das sein Leben lang bleiben. Natürlich gibt es Möglichkeiten von der Substanz abstinent zu werden und manche schaffen das auch erfolgreich, die allermeisten haben jedoch mit Rückfällen zu kämpfen oder schaffen es erst gar nicht, weil die Substanzen, von denen wir hier reden eben ein gewaltiges Suchtpotential haben. Weil Sucht aber eben eine Krankheit ist, nutzt es wenig, die Süchtigen durch Repression vom Konsum abzuhalten - das wird (und tut) es nicht. Sonst wäre dieser Thread hier nicht existent. Was man aber tun kann ist, die sozioökonomischen Folgen abzufedern und deshalb auch eine lockere Prohibition. Es geht mir nicht darum, dass man Heroin im Supermarkt oder der Apotheke kaufen können soll, sondern darum, dass Menschen, die schon abhängig sind, sich nicht dazu gezwungen sehen, sich zu prostituieren, zu klauen oder zu betteln. Außerdem kann eine staatlich kontrollierte Drogenausgabe die Qualität der Drogen gewährleisten, da diese nicht mit irgendwelchen gesundheitsgefährdenden Stoffen gestreckt werden müssten, was damit auch die Folgekosten der Sucht (die letztlich auch die Allgemeinheit tragen - privatversichert sind davon nämlich die wenigsten) reduzieren würde.


    Auf der anderen Seite haben die Straßendealer keine Möglichkeit mit einem Monopolisten, wie der Staat es dann wäre, zu konkurieren, da ihr Produkt dort günstiger und besser angeboten werden würde. Wahrscheinlich würden die sich dann andere illegale Betätigungsfelder suchen (oder andere Substanzen), aber was das dann wäre ist reine Spekulation.


    Die Dealer sind Strassenkinder aus Casablanca und generell Nordafrika (gezielt dafür eingeschleust), alle selbst high vom Zeug und hochaggressiv, die sind nicht mehr zu retten, denen geht es ...


    Wenn dem so wäre (was ich nicht weiß, habe (leider oder eigentlich zum Glück) nicht so den Einblick in das Milieu und ob die selbst high von ihrem Zeug sind (welchen eigentlich? Heroin, Crack, Kokain, Cannabis?) sei mal dahingestellt. Aber wenn dem so ist und die im Falle eine gekippten Prohibition das tun würde, dann könnte der Rechtstaat mit ganz anderen Mitteln durchgreifen. Bei Raub oder Körperverletzung gibt es keine Kleinstmengen.



    Aber eigentlich wollte ich mit meinem Vorstoß nicht die Vor- und Nachtteile von Prohibition im Allgemeinen diskutieren. Mir ging es nur um das Problem, dass man keine Nachhaltige Lösung für das Bahnhofsviertel und Frankfurt finden wird, ohne einen anderen Umgang mit den Substanzen und den Abhängigen zu finden.

    Es folgt der obligatorische Gutmenschenbeitrag:
    tunnelklick hat sicher recht, wenn er auf das Verhältnis zwischen Rotlichtmilieu und Drogenszene im Bhfvrtl hinweißt. Sicher zu kurz greifen ansätze, die auf reine Law-and-Order-Politik abzielen, dass führt bestenfalls zu einer Verlagerung des ganzen zulasten anderer Stadtteile oder Städte. Viel zu wenig wurde mir in diesem Thread aber bisher über die Drogen in der Drogenproblematik geschrieben.


    Das Problem ist doch folgendes:
    Wir haben ein (bzw. mehrere) extrem unelastische Produkte, d.h. die Nachfrager also die Konsumenten sind bereit jeden Preis zu bezahlen (und nahezu alles machen, um das dafür notwendige Geld zu bekommen), um dieses zu erwerben. Das macht den Verkauf (zumindest auf den Lieferantenebenen) nun mal sehr attraktiv, trotz aller Repressalien, die da drohen.


    Was kann (bzw. sollte man m.M.n.) tun:
    1. Die Prohibition aufheben oder zumindest lockern. D.h. Cannabis kontrolliert in den freien Verkauf (so reglementiert wie starken Alkohol) bringen und Heroin, Kokain und Crack kontrolliert durch den Staat an (nachweislich) Süchtige abgeben. Am besten gedeckt durch die Kassen und der Konsum unter Aufsicht. Ich geh nicht davon aus, dass das den Schwarzmarkt komplett erledigen würde, aber wenn man die Hürden niedrig hält, würde das sicher den Großteil der Süchtigen erreichen und damit den Handel wesentlich unattraktiver machen. Außerdem wären Junkies nicht mehr auf Beschaffungskriminalität angewiesen.
    Möglicherweise hätte es auch den Effekt, die Süchtigen wieder in die Gesellschaft oder gar den Arbeitsmarkt zu integrieren (auch wenn meine Hoffnungen bei den Crackabhängigen da doch eher klein sind).


    2. Da auf der Dealerseite ja oft von den Maghreb"flüchtligen" die Rede ist, sollte man - nicht nur wegen den Zuständen im Bahnhofsviertel - die Hürden für Flüchtlinge und Ausländer senken, in den Arbeitsmarkt einzutreten (und davon leben zu können). Also Zugänge zu Bildung und Qualifikation schaffen, bestehende Abschlüsse leichter anerkennen etc. Das würde es für die "Großen Fische" schwerer machen, neue Dealer, Kuriere etc. zu rekrutieren, die den Junkies den Stoff dann auch tatsächlich in die Hand drücken. Und gegen die, die tatsächlich nur zum Dealen nach Deutschland kommen, kann man dann auch ruhig entsprechend vorgehen.


    3. Kann und sollte man dann auch auf Law-and-Order setzen, wo der Schwarzmarkt weiter besteht. Gerne auch mit härteren Haftstrafen, Abschiebungen etc.


    Das kann und sollte dann allerdings Bundesweit geschehen. Natürlich, weil die meisten angesprochenen Punkte in der Zuständigkeit des Bundes liegen, allerdings hätte es auch den Vorteil, dass Frankfurt nicht zum Mekka für Drogenabhängige werden (bleiben?) würde. Allerdings befürchte ich, dass alles andere nur Problemverwaltung, aber keine Lösung ist. Ein Hund-Katze-Maus-Spiel zwischen Polizei/Stadt, Süchtigen und Dealern.

    Frankfurt wäre historisch/symbolisch, kulturell (im mehrfachen Sinne, ich meine hier aber besonders die bürgerlich-[links-]liberale Stadtkultur), infrastrukturell und geografisch ohne jeden Zweifel die beste Wahl für die bundesrepublikanische Hauptstadt.


    Aber nicht nur das der Hauptstadtzug für Frankfurt in der BRD abgefahren ist, denke ich, dass er für das förderalistische System Deutschlands kontraproduktiv wäre. Zumindest wenn der Narrativ vom Erfolgsgeheimnis des deutschen Förderalismus wahr sein sollte. Ich denke, Frankfurt als Hauptstadt würde nicht nur sämtliche regierungsnahen Institutionen aus Berlin abziehen, sondern auch auf die Regionen um München, Köln/Düsseldorf und Hamburg Auswirkungen haben, weil der ein oder andere Konzernsitz und so manche Medienhäuser nach Frankfurt folgen würden.


    Schön für "uns", nicht so schön für den Rest des Landes. Aber ist ja eh alles Konjunktiv von daher... :D

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    Naja, abwarten und Tee trinken, noch ist der Brexit nicht vollzogen und wer nun der große Gewinner sei, ist in der Presse auch alle zwei Tage wer anderes. Aber der Grundtenor der letzten Monate war meiner Lesart nach "Banken bereiten sich auf den worst case [harter Brexit] vor" und setzen auf mehrere Standorte über die EU verteilt. Das die genannten Zahlen der Banken so gesunken sind, liegt vermutlich auch daran, dass erstmal nur umgezogen wird was notwendig ist, um das laufende Geschäft im Eurohandel am laufen zu halten und wenn dann Klarheit herrscht bzgl. des Status des UK entsprechend nachjustiert wird.


    Und das die Strategieabteilungen der Banken so blöd sind, darauf zu hoffen, dass die EU beim Passporting locker lässt bzgl. eines Freihandelsabkommen
    wage ich zu bezweifeln.


    Aber um den Brexit aus Frankfurts Perspektive zu bewerten, sollte man meiner Meinung nach einfach warten bis der Brexit vollzogen ist.


    Das historische Ffm-Stadtgebiet (und die eng anliegenden Gebiete) würden zu Tode verdichtet. Ringsherum würde fast alles zum "Grüngürtel" degradiert und es würde dort überhaupt nichts Neues mehr entstehen.


    Das ist doch der Status quo :nono: Abgesehen, wie kommst du darauf, dass ein Groß-Frankfurt automatisch zum zentralistischen "Ungetüm" wird? Natürlich würden (m.M.n. müssen sogar) regionale Aufgaben zentralistisch Verwaltet werden, wie z.B. ÖPNV, Schulen und Kultur. Auch die Sozialausgaben sowie das ausweisen von Bauland der heutigen Kommunen wären in der größten Institution (also "Groß-Frankfurt") am besten aufgehoben. Aber es ist doch vollkommen realitätsfern, zu glauben, Frankfurt würde bei solch einer Reform die umliegenden Kommunen annektieren und dann nach Gutsherrnart über diese regieren. Jedes Groß-Frankfurt-Modell geht entweder von Bezirksbildung aus oder hält sogar die kommunale Selbstständigkeit bei und natürlich verfügen diese auch über hinreichend politische Autonomie, so dass, wenn es politisch gewollt ist, deine Sorge auch verhindert werden könnte.



    Darüber hinaus sehen alle Modelle eine Art Regionalpalament vor, in dem, gemessen nach Einwohnern Repräsentanten die Belange der Region verhandeln. In dem Kontext fand ich den Vorschlag sinnvoll, das heutige Frankfurt nicht als eigenständigen Bezirk beizubehalten, sondern in mehrere Kleinere mit ca. 100000- 200000 Einwohner zu Zerlegen (Bockenheim [Bockenheim, Gallus, Ginnheim, Rödelheim], Bornheim [Ostend, Bornheim, Nordend, Fechenheim], Sachsenhausen [Sachsenhausen, Nieder und Oberrrad, Schwanheim], Höchst [Höchst, Nied, Griesheim, Sindlingen, Zeilsheim] + den Sonderbezirk Innenstadt/Bankenviertel), so dass sich Mehrheiten nicht an der Frage Innen oder Aussen bilden.


    Der Punkt warum eine Reform m.M.n. aber sinnvoll bzw. sogar notwendig ist, ist nicht der Wunsch mit den ganz Großen zu pinkeln (Paris, London, Berlin), sondern, damit regionale Herausforderungen auch wirklich regional geregelt werden können. Als Benchmark sollte hier Hamburg dienen. Alle Infrastrukturprojekte mit regionaler Bedeutung zögern sich ins Absurde hinaus und Grund dafür ist, dass von der Idee bis zur Umsetzung jeder Beteiligte eine Einspruchsmöglichkeit hat und jedes 5000 Einwohner Dorf sinnvolle Maßnahmen einfach blockieren kann, wenn es ihm nicht passt und seis, weil deren eigene Kosten-Nutzen-Analyse nur einen Wert von 0.96 ausgespuckt hat. Abgesehen davon hätten regional gefasste Entscheidungen auch eine andere demokratische Legitimation als wir sie heute erleben.

    Pardon. Exakt, bzw. in Episode 2 gibt es nochmal eine Aufnahme der Spitze (mit leichten Verschiebungen, wie sie gerade en vogue sind) bei 9:47. Insgesamt versucht man wohl mit der Architektur der Türme aber auch den Narrativ der kalten und mächtigen Investmentbank zu unterstützen. Weitere werden sicher folgen, aber soweit bin ich noch nicht. Vielleicht ergeben sich ja sogar noch Bilder der Skyline mit den beiden.

    Bin mir nicht sicher, ob das hier der richtige Thread ist aber:


    In der Mediathek des ZDFs ist seit gestern die Finanzkrimi-Serie Bad Banks zu finden, die im wesentlichen - wie sollte es anders sein - in Frankfurt spielt und für eine kontinentaleuropäische Produktion durchaus brauchbar zu sein scheint. Warum das hier für das Forum aber eigentlich interessant sein könnte, sind nicht die obligatorischen Shots der Skyline, sondern, dass das "fiktive" Geldhaus Deutsche Global Invest für die Serie nicht wie üblich in einem bestehenden Hochhaus untergebracht wurde, sondern, wenn mich nicht alles täuscht, zwei eigene Türme gerendert bekommen hat (die wiederum an die eines prominenten realen Geldhaus erinnern).


    Wenn ich es richtig verfolgt habe, gibt es bisher doch nur ein Gutachten, dass Aussagen zu Sanierung oder Neubau enthält aber noch keine konkreten Vorschläge gemacht werden wie und wo neu gebaut werden könnte.


    Wenn ich das richtig verfolgt habe, handelt es sich dabei um eine Untersuchung, welche den Raum- und Ausstattungsbedarf der Bühnen
    "kritisch" ("Wunschkonzert") überprüft. In meinen Augen der Versuch Zeit zu schinden und sich die Zahl aus dem großen Gutachten kleiner zurechnen um sie dann politisch relativieren zu können, aber die Entscheidung über Standort und Neubau/Sanierung ist das noch nicht.

    Ich würde ja behaupten, dass das Hauptproblem beim Tunnel die Umsteigefunktionen von Hbf, Konsti und Hauptwache sind und ich denke, wenn man die RTW mit einer RTO zu einem geschlossenen Ring, der die in Subzentren in und um Frankfurt erschließt (aus)baut, der Tunnel zu einer relativ gesunden Auslastung kommen würde.


    Die U-Bahn müsste vor allem in die Breite erweitert werden und die Tram der U- und S-Bahn zuliefern.

    ^^
    Das Rindvieh in der Bolongarostr. ist ganz nett und Versucht da in der Kategorie mitzuspielen. Aber ich denke, wenns Gallus und das Ostend entgültig durch sind, wird Höchst der nächste sich zur Gentrifizierung anbietende Stadtteil. Mit dem Studentenwohnheim, dem relativ reichhaltigen Kulturangebot und der Sanierung des Bolongaropalast sind die weichen dafür ja bereits gestellt.

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    Hier würde ich noch anfügen, dass solch eine Debatte ja auch nicht das ersatzlose Streichen von Kleingärtnerei heißen muss, sondern auch gut und gerne über neue Formen dessen gesprochen werden sollte. Ideen wie man Öffentliches und Privates stadtnah im Grünen zusammenbringen könnte und gewissermaßen ins 21. Jahrhundert hebt, wären sicherlich spannend! Hier könnte Frankfurt ja ruhig mal wieder Avantgard für etwas sein.

    Großartiges Konzept, schönes Rendering - besonders wenn man noch die Kleingärtner Vereinigung Gutleut verlegen würde, und Gallus, Griesheim und Bockenheim näher zusammenrücken ließe, wäre das wunderbar.


    Warum der FAZ-Autor das als ein Entweder-oder-Behandelt verschließt sich mir aber etwas, wird doch selbst die "Josef-Stadt" nur als Tropfen auf den heißen Stein gehandelt. Zumal ich das Zersiedlungsargument eh nicht verstehe, ist die Region doch gerade durch die Kirchtumpolitik jetzt schon "zersiedelt", aber naja.

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    Aber bist du wirklich der Meinung, das Problem sei allein Feldmann (und seine Partei)? Man sollte Feldmann erst einmal zu Gute halten, dass er die erste Hälfte seiner Amtszeit nicht Teil der Römer-Koalition war und die zweite in einer große Dreier-Koalition eingebunden ist. Letzteres wäre auch ein Problem für Weyland und die Grünen-Kandidatin. Erstere wiederum fährt in ihrer Wahlkampf eine unfassbar depperten Wahlkampfopportunismus, dass es sich bei mir kraust. Also, dass deine Liste mit ihr schrumpfen würde, wage ich bei ihr zu bezweifeln. Speziell geht es mir um ihre Positionierung zum neuen Stadtteil, weil sie zu glauben scheint, die Wahl werde bei Steinbachern und Kleingärtnern gewonnen.


    Im Gegensatz dazu bin ich gerade bei Josef der Ansicht, dass er durch aus Schwung in die Stadt bringt. Ich bin auch kein Fan aller Entscheidungen, Vorhaben und Konsequenzen, aber die meisten kann ich zumindest nachvollziehen (auch was das Sturstellen angeht). Gerade Kommunalpolitik ist ein aushandeln von entgegengesetzten Interessen und die Verantwortung dafür allein bei den SPD-Politikern abzuladen, ist schlichtweg unfair.


    - Beim Bahnhof und Bahnhofsviertel spielen neben Stadt noch Bahn,Land und teilweise sogar der Bund mit.
    - Beim Alten Polizeirevier das Land.
    - Bei Konsti und Hauptwache Stadt und Bahn
    - Bei der Multifunktionshalle Stadt und das dauerklamme OF
    etc. pp.


    Und das in Anbetracht des neuen Stadtteils, des Frankfurter Haushalts und des Schauspiels/Oper keine neue Debatte um Frankfurts Rolle und Funktion für das Land Hessen im Allgemeinen und die Region im Besonderen entbrannt ist, wundert mich sehr. Frankfurt erfüllt die Aufgaben von Metropolen wie Hamburg, Berlin und München, bekommt aber nur die Zuwendungen einer regionalen Großstadt und da sollte man halt auch einfach mal auf den Finger auf die CDU geführte Landesregierung zeigen, die sich weiterhin auf ihrem Wohlstandsbäuchlein ausruht.


    Und bevor man mich einen Sozen schimpft: Auch die von der CDU besetzten Posten im Römer machen summa summarum einen den Rahmenbedingungen entsprechenden guten Job

    Ich denke ja nicht, dass Frankfurt (und das nähere Umland) arm an touristischen Attraktionen ist, bzw. dass es allein für diesen Zweck irgendein Bauwerk braucht.


    Also natürlich wäre ein festes Riesenrad nett (nähe Sachsenhausener Mainufer oder EZB wäre großartig!) und auch die Chance bzgl. Schauspiel/Oper sollte sich die Stadt nicht entgehen lassen. Auch die neue Altstadt sowie die Skyline kann man wegen mir gerne weiterbauen. Und selbstverständlich sollte man den Bahnhofsvorplatz, Konsti und Hauptwache umgestalten. Ich würde mich über all das riesig freuen! Aber Frankfurts Problem resultiert ja nicht am Mangel von Attraktionen, sondern einfach aus einem Imageproblem.


    Dabei sind gar nicht die offene Drogenszene oder das Rotlichtmilieu im Bahnhofsviertel DAS Problem. Die haben Berlin und Hamburg auch und gerade bei letzterem wird das Rotlichtmilieu ja eher zum Feature erklärt (von wegen uriger Charme der Reeperbahn usw., die ja nun auch nicht von Schönheit strahlt).


    Ich denke, dass Problem, das Frankfurt hat, ist das es nach außen keine Authentizität ausstrahlt und für Charakterlos gehalten wird. In der Außenwahrnehmung wird Frankfurt oft als kalte Businessstadt dargestellt/wahrgenommen, die neben Anzugträgern dann nur noch ein paar kriminelle Problemecken zu bieten hat. Dass das nicht stimmt wissen die meisten, die mal mehr als eine Woche hier verbringen mussten/durften in der Regel, aber das Bild verschwindet nicht so schnell. Was Frankfurt fehlt, sind wirklich kreative, studentische, bunte Viertel in denen das Leben pulsiert. Nicht nur zur Mittagspause sondern von morgens bis abends.
    Ich verstehe jeden Besucher, der nur vom Hbf zur Messe oder zur Zeil gegangen ist, dass ihm diese Stadt nichts gibt und auch in einem Wochenendtrip lässt sich Frankfurt als "Gefühl" nicht erleben (anders als etwa HH). Am ehesten können Das, glaube ich, das Bahnhofsviertel, Gallus und Gutleut, vielleicht mittelfristig noch Höchst (und Offenbach, wenn man über die Stadtgrenze hinausgehen will) noch leisten. Bei Bockenheim, Bornheim und Sachsenhausen ist es vermutlich schon zu spät. Aber da muss die Stadt irgendwie den Spagatleisten, eine sozialverträgliche Lösung für (nicht gegen) die offene Drogenszene zu finden ohne der vollen Gentrifizierung alle Tore zu öffnen, leisten.


    Dazu wäre noch eine liberalere Haltung zum Nachtleben sinnvoll, die nicht nur den Interessen von berufstätigen Akademikern folgt, die in der Metropole leben wollen, aber die Ruhe des Dorfes erwarten.Eventuell noch Maßnahmen, die Altsachs als Ausgehviertel jenseits von Junggesellenabschieden wieder attraktiv machen und ggf. regulatorische Hürden anpassen, dass es im Bahnhofsviertel und an der Hanauer nicht zum Clubsterben der ganzen neueren "hippen" Clubs kommt. Hier war Frankfurt schonmal besser!
    Der wochenendliche Nachtverkehr ist aber schon einmal ein Anfang in der Beziehung.


    Und um Touristen erstmal in die Stadt zu locken, sollte die Stadt weiter ihre herausragenden Kulturinstitutionen fördern und ausbauen. Beim Schauspiel nicht kleckern und (wie so oft) stark mit dem Umland zusammenarbeiten, zumindest in der Außendarstellung. Auch Offenbach, Hanau und der Taunus haben viel zum sehen.

    Der Satz hat extra gekostet, die Untersuchung hat ja jetzt eine GmbH gemacht.


    Schön, und? Universitäten sind genauso von Menschen gemacht, wie es GmbH, Kommunen und Staaten sind. Das sagt doch null über den Wahrheitswert einer wissenschaftlichen Publikation aus. (Außerdem: warum verlinken Sie das dann in ihrem Wirrwarr, dass eine Argumentation darstellen soll?) Die Aussagekraft einer (fach-)wissenschaftlichen Arbeit kann man doch nur beurteilen, wenn man die Methodik dahinter versteht und mit verlaub: diesen Eindruck erwecken Sie nun wirklich nicht. Auftraggeber- und Nehmer geben doch höchstens Indizien für die Vertrauenswürdigkeit her.


    Also Cunitz hat es schon zerlegt. Josef wird folgen. [...]Die Angst der Architekten vor Kleingärtnern wird stärker werden


    Ah Ça ira?


    Die Bürgerinitiativen sind für den Erhalt der Grünen Lunge, sind also für etwas. Daher haben sie einen langen Atem.


    Schön, diese Grüne Lunge. Es ist witzig das Frankfurt überall da Grüne Lungen hat, wo auch nur der Anschein eines potentiellen Baugebiets besteht... Besonders viel haben die Frankfurter aber von dieser Grünen Lunge, wenn sie als Touristen oder Pendler mit dem Auto nach Frankfurt kommen. :)


    Und Allgemein: Warum sind Sie eigentlich der Meinung dieses Fachforum zu einem Ihrer Nebenschauplätze für ihren Kreuzzug gegen das Frankfurter Planungsamt machen zu müssen? Reichen die Kommentarspalten von FNP und FR nicht mehr aus?


    Da Sie sich ja bei jeder Gelegenheit zur Volksstimme erheben:
    Wie würden Sie es eigentlich finden, wenn es mal eine Volksabstimmung über alle potentiellen Baugebiete (mit Kleingartenanlagen, Pfingstberg, "Taunusblick" etc.) geben würde? Also wo natürlich alle Frankfurter Wahlberechtigten Ihre Stimme abgeben können, nicht nur die Kleingärtner des Nordends.

    Hallo zusammen,
    ich hoffe ich habe jetzt den richtigen Thread genommen.
    In diesem FNP-Artikel über Feldmanns neues Lieblingsthema Nahverkehr wird auch mal wieder die Verlängerung der Linie 11 zum Höchster Bahnhof gesprochen.


    Da das Thema ja an-sich nicht neu ist:
    Irgendwie fällt es mir aufgrund der Enge der Straßen schwer Vorzustellen, wie eine Straßenbahn durch die Emmerich-Josef-Straße fährt - eingleißig wie zweigleißig. Und auf die Zuckschwerdstraße einzubiegen würde ja einen enormen Umweg erfordern (Aber natürlich Höchst weiter erschließen).
    Weiß hier jemand ob es da bereits (Vor-)Planungen oder eine Trasse für die Linienführung gibt? Und wie soll/kann das dann wieder zurück auf die Ursprungslinie geführt werden?


    Natürlich fände ich auch eigene Ideen spannend. :)

    Nachdem die regionale Politik in den 20er Jahren mehrere neue Stadtteile realisierte, kam es im Rekordsommer 2038 durch die fehlenden Frischluftschneißen zu Höchsttemperaturen von 46°, was den Tod von über 450000 Frankfurter zur Folge hatte, wie ihn zahlreiche Kleingärtner und Bürgerinitiativen bereits zu beginn der 10er Jahre prophezeit hatten. Die ehemaligen Plannungsdezernenten Cunnitz und Josef haben sich dafür vor Gericht zu verantworten, da sie mehrere eindeutige Klimagutachten missachtet haben. Ein Urteil steht noch aus. :D


    Naja, aber mal im Ernst:
    Wünschenswert wäre m.E.n. ein institutionelles Zusammenwachsen der Stadtregion. Vorzugsweise als Regionalstadt wie Berlin oder Hamburg mit Frankfurt und Offenbach als Kernbezirken.


    Verkehrspolitisch wären ein (Aus)Bau der RTW und RTO zu einer Ringsbahn sowie eine Verlängerung der U-Bahn in Richtung Westen (also über Höchst in den Main-Taunus-Kreis) sowie Osten (von Sachsenhausen aus nach Offenbach bis Hanau) wünschenswert.


    Mehrere neue Stadtteile, welche die Region auch räumlich näher zusammenrücken lässt und allen Schichten gleichermaßen die Möglichkeit geben, in der Region zu leben. Etwa zwischen Oberrad und Kaiserlei, Fechenheim und Maintal, Mühlheim und Hanau, Bad Homburg und Nieder-Eschbach und Bad Homburg oder Frankfurt und Bad Vilbel). Je nach Nähe zur Kernstadt sollten die unterschiedlich urban ausfallen. Das heißt für die Stadtnahen Stadtteile Blockrandbebauung und hohe Bevölkerungsdichte und in der Peripherie mehr Einfamilienhäuser und kleinere Mehrfamilienhäuser. Natürlich sollten die Erkenntnisse aus dem letzten Jahrhundert für den Städtebau Beachtung finden. Einige(!) Kleingartenanlagen sollten an den Stadtrand verlegt werden und für urbane Quartiere platz machen.


    Alle bisher geplanten/diskutierten, städtischen Bauprojekte sollten in hoher ästhetischer Qualität umgesetzt werden (Hauptbahnhofsvorplatz inklusive Dachrekos und Fassadengestaltung der angrenzenden Gebäude, Städtische Bühnen die sich mit der Elphi messen können, Multifunktionshalle an der Kaiserlei, etc.). Außerdem sollte der Milleniumtower umgesetzt werden und das Alte Polizeipräsium in ein neues Hochhaus integriert werden.


    Durch die oben genannten Maßnahmen würde Frankfurt sicher einen Imagewandel erfahren, der die Stadt nicht nur als Wirtschaftsstandort attraktiv macht, sondern auch die sonstige Außenwahrnehmung spürbar verbessert.


    Das wäre so meine bescheidene Vision vom Frankfurt 2050. Ich glaube aber, dass es wahrscheinlicher ist, dass ich bis dahin ein Schwein gekauft habe und ihm fliegen beigebracht habe. :D

    Hallo Fafini,
    dann debütiere ich nach langer Mitleserschaft auch einmal, auch wenn ich mir dazu eigentlich einen Foren-relevanteren Anlass. Kurz zu mir: Ich interessiere mich vorallem für die Diskussionen um Stadtplanung und die politischen Fragen rundrum und erfreue mich aber natürlich auch an den lebhaften Bauprojektthreads. Seit ich hier mitlese beobachte ich Frankfurts Entwicklung viel aufmerksamer. Ob deine Frage und dieser Thread hier hinpasst, überlasse ich in der Bewertung dabei aber gerne den Alteingesessenen DAFler, auch wenn ich mal mutmaße, dass du bei deinen Fragen in den großen Studi-Communites besser aufgehoben sein magst.


    Um deine Fragen, oder das was ich daraus gelesen habe, zu beantworten:
    Kann man von einer "Azubi"-Vergütung in Frankfurt leben?
    Ja, ohne zweifel. Der Wohnungsmarkt ist natürlich etwas frustrierend aber mit genügend Kondition findest du in Frankfurt auch brauchbaren Wohnraum. Ich selbst lebe in Frankfurt und studiere in Darmstadt und kenne natürlich entsprechend auch reichlich Studierende, die mit unter 1000€ im Monat gut (im Sinne von zufrieden) über die runden kommen (wobei natürlich die WG die gängige Wohnform ist).


    Ist Frankfurt "an-sich" lebenswert/spannend/"urban"
    Natürlich, Frankfurt ist weitbesser als sein mieserabeler Ruf und kann auch m.E.n. mit den (in meinen Augen) ästhetisch weit überschätzten Hamburg konkurrieren. Frankfurt krankt in meinen Augen an den verpassten Regionalreformen in Hessen (1920er und 1970er). Aber gerade wenn man Frankfurt in der Ausdehnung des Regionalverbandes als Regionalstadt betrachtet (wie HH und BER), hat Frankfurt sehr zuviel zu bieten. Auch wenn die verpasste Reform auch zu den spannenden Kontrast von "Weltmetropole" und Provinz , den man in Frankfurt finden kann, führt.
    Dazu gehört dann auch, dass Frankfurt in seiner gegenwärtigen Flächenausdehnung einfach sehr viel kleiner ist als HH, Berlin und die anderen großen Großstädte sind.
    Was ich damit sagen will ist: wenn du Hamburg gewöhnt bist, wirst du Frankfurt als klein Empfinden. Gleichzeitig wirst du aber wenig unterschiede in der Stadtkultur finden, was denke ich durch die ähnliche Bevölkerungsdichte in der Region im allgemeinen und der Stadt im besonderen liegen dürfte. Damit meine ich jetzt in erster Linie die Ausprägung von Subkultur und Hochkultur. Die "Lebensart" ist natürlich überall unterschiedlich.


    Aber ich glaube, du solltest dich etwas von dem Bild der Bankenmetropole verabschieden. Natürlich prägen die Banken die Skyline und die Bänker den Bereich ums Bankenviertel und die Messe, aber das stellt eigentlich nur ein Teil unter sehr vielen dar.


    Soviel erstmal von mir.