Mit Bürgerbeteiligung meinte ich das Vorstellen des jeweiligen Planungsstandes an die Interessierten - keine Bürgerbefragung als Entscheidungsgrundlage für den Investor.
Es werden ständig Grundstücke und Gebäude in der Stadt verkauft, ohne das jedes Mal die Leute gefragt werden, wie sie es finden, was da gebaut werden soll.
Es gab ein B- Plan- Verfahren für einen wichtigen Teil des Areals. Dort konnten sich die Bürger äußern. Für den Rest gibt es meines Wissens keine Grundlage einer weiteren direkten Entscheidung durch die Bevölkerung.
Ich wiederhole mich: Die CG macht ihren Planungsprozess hier wirklich sehr transparent, vor allem verglichen mit anderen Bauvorhaben am Neumarkt und anderswo (was die CG z.B. am Postplatz macht, ist für mich ein großes Mysterium).
Die "äußerst grobe Visualisierung" beim ersten Termin im Hotel Suitess (bei der auch ich war) war deshalb noch schematisch, weil mehr damals einfach noch nicht geplant war. Damals gab es nur Baukörper und die Grundrisse.
Die Behauptung, viele Dresdner hätten ihren Wunsch nach einer historischen Bebauung schon kundgetan, der Investor würde diese Meinung aber aus Profitgründen ignorieren, finde ich unter Berücksichtigung einer Einwohnerzahl von 550.000 Menschen etwas gewagt. Es kann unter den gegebenen Umständen überhaupt keine repräsentative Meinungsäußerung der Dresdner geben. Der Investor kann mit den geäußerten Meinungen also auch tun, was er will. Es sei denn, die Stadträte kämen zu einer geänderten Auffassung.
Ich möchte nicht falsch verstanden werden:
Ich wünsche mir eine originalgetreue Rekonstruktion der Fassade des Palais Riesch, möglichst mit einer Wohnnutzng in den Obergeschossen und einer gewerblichen Nutzung in EG und 1. OG. Wenn dies aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich ist, plädiere ich für eine Fassade, die sich harmonisch einfügt.
Ich weiß aber, dass ich nichts zu entscheiden habe.
Ich fühle mich vom Investor ausreichend informiert, halte ihn aber für einen ausgebufften Profi, der mein Meinungsbild durchaus zu beeinflussen in der Lage ist. Gleichzeitig halte ich mich aber selbst auch nicht für völlig unbeleckt in der Planungsthematik, um mir eine eigenständige Meinung zum Thema bilden zu können.