Die mangelnden Linienverbindungen ab LEJ (und auch ab DRS) haben ihre Ursachen zu größten Teilen außerhalb Leipzigs.
- Konzentrationsprozess der Airlines durch Übernahmen. Man vergleiche die Anzahl der Airlines in den 90ern und heute
- Konzentrationsprozess der Airlines in den beiden globalen Gruppen (Star Alliance und SkyTeam)
--> In Leipzig deckt die Star Alliance mit FRA / VIE / IST alle Ziele weltweit ab.
--> eine Zeitlang war AF mit der Route CDG - LEJ aktiv, damit das SkyTeam Netzwerk. Diese Strecke florierte sogar, damals mit EMB Jets beflogen. Doch AF zog die Flugzeuge ab, als eine andere Regionalstrecke besseren Yield versprach. Das müssen die machen, denn AF-KLM geht/ging es wirtschaftlich sehr schlecht
--> eine Zeitlang war auch KLM mit der früheren Eurowings im Codeshare hier aktiv, dito
- Flüge gen Moskau, als der Herrscher sich dort noch friedlicher gab, scheiterten stets am Equipment und dessen Verfügbarkeit:
--> In den 90ern flug 2 x Woche Aeroflot TU134, die hatte dann Verbot wegen zu laut
--> Lufthansa verlängerte in den 90ern einen Düsseldorfflug nach SVO, zog das wieder zurück
--> dann versuchte sich Sibir mit TU154, bis diese Route dem Jetbedarf ex Berlin geopfert wurde
--> dann kam Bluewings mit A320 2 x Woche, bis diese nach wenigen Flügen pleite war
--> dann kam eine russische Regionalairline mit CRJ200 Winzlingen, bis diese nicht mehr sinnvoll waren
--> dann kam Pobeda mit 737-800 und endete im Überfallkrieg
- weitere Linienflüge hatten keine wirtschaftlichen, sondern Slotgründe, wie Vueling nach Paris ORY. Nach lahmen Start wurden die A321 richtig voll, aber die Linie war nur Platzhalter um dortige Slots nicht zu verlieren
- Vueling nach BCN wurde wieder eingestellt
- in den 90ern flog mal SK nach Kopenhagen, da saßen manchmal nur 10 Leute drin, kurz noch MUC Air mit einer kleinen Prop-Maschine, nach einer handvoll Flügen wollte sich das keiner mehr antun
- EL AL hatte hier richtig gute Angebote gen Tel Aviv, aber dort ist eben öfter Krisenzeit
- Ryanair ist chronisch unzuverlässig, außerhalb deren Basen fliegen die nur, solange der Steuerzahler diese reich beschenkt
- Darwin Air hatte sich mal versucht und mit Saab 2000 Propellerkisten ein gutes Europanetzwerk aufgebaut mit Genf, Bern, Zürich und Amsterdam. Die liefen auch gut, dann stieg Etihad ein und killte sämtliche Ambitionen, Darwin Air machte dem Namensgeber alle Ehre.
innerdeutsch gab es in den 90ern ein dichtes Linienangebot, Kiel, Münster, Paderborn, Dortmund, Düsseldorf, Mönchengladbach, Saarbrücken, Hamburg, Bremen, Frankfurt, Mannheim, Stuttgart, Freiburg/(Basel), Hannover, Nürnberg, Augsburg, München und Dresden wurden mehrmals täglich angeflogen. Dann besserten sich die Bedingungen auf Autobahnen und Schienen und heute ist eben nur noch Frankfurt übrig
Im Feriensegment bleiben die Rennstrecken. Nischenziele sind alle weg, da die Airlines alle weg sind. Ohne AeroLloyd, Germania, Eurocypria und anderen kommt halt nichts besonderes. Die interkontinentalen Ziele in Kenia und der Karibik sind alle weg. Condor fliegt Fernstrecke nur noch ab Frankfurt, die LTU, welche die Karibik anbot, sehr erfolgreich, wurde von AirBerlin geschluckt und AirBerlin ging selbst pleite. Eine andere Airline gibt es nicht, welche Dtl- Karibik anbieten kann.
Diese Liste ließe sich lang fortsetzen: Gefundene Airlines waren allzuoft selbst Problemkinder, politisch instabile Länder bringen es nicht und die Billigheimer kommen ohne Steuergeldgeschenke nicht her.
Kleiner Trost: Für Messen usw. ist das alles nicht schlimm. Denn genau wie zu DDR-Zeiten werden dann Flugzeuge für Delegationen gechartert.