Beiträge von atelier14

    Update Altenhainer Straße

    Vorgestellt von Schmittchen in Beitrag #936 und zuletzt im Beitrag von Europäer im September 2022 #965.

    Die Arbeiten an der KiTa am Kameruner Rosengärtchen wurden ja seit einiger Zeit eingestellt - ist jemand der Grund bekannt? Ich vermute, dass es aufgrund der extremen städtebaulichen Dichte trotz genehmigten B-Plan ein Verwaltungsverfahren diesbezüglich gibt?

    Das ursprüngliche Erschließungskonzept sah so etwas ähnliches vor – eine Hauptfahrbahn in jede Fahrtrichtung für den fließenden Verkehr und jeweils eine parallel laufende, baulich davon separierte untergeordnete Straße mit Besucherverkehr, Parktaschen, Radweg und Grünräumen.

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    Gern - wenn sich das nicht aus der Formulierung direkt erschließt.


    Aus Sicht eines Wohnentwicklers ist es seit einiger Zeit sehr schwierig geworden, bislang nach gängiger, professioneller Beratung hinsichtlich des öffentlichen Baurechts mögliche Projektentwicklungen im Wohnungsbereich genehmigt zu bekommen. Es werden immer höhere Sonderquoten für die unterschiedlichsten Nutzungen gefordert, die vor dem Hintergrund des jeweils geltenden Baurechts überraschend sind. Mir persönlich sind aus meinen Beratungstätigkeiten mehrere Fälle von Großdevelopern bekannt, in denen die Bauordnungsbehörden, trotz bereits erteilter Baugenehmigung nachträglich tiefgreifende, konzeptionelle Änderungen in der Wohnungsstrukturen und -größen forderten. Dagegen kann man selbstverständlich juristisch vorgehen – in Kenntnis der extrem langen Verfahrensdauern unterlässt man dies jedoch, um einigermaßen fristenkongruent (Ankauf Grundstück – Exit Entwicklung) abwickeln zu können. Wie man vom Entwickler hört, ist das auch beim PDT u.a. ein Thema.


    Die Markteilnehmer wissen mittlerweile mehrheitlich um diesen faktisch weggefallenen Vertrauensschutz und ziehen entsprechende Konsequenzen. Es sind im Moment sehr viele geplante Wohnprojekte im Stadtgebiet on-hold und werden mit Machbarkeitsstudien für einen möglichen Schwenk zu Office Nutzungen überzogen. Die Zahl der Baugenehmigungsanträge im Wohnungsbereich sinkt bereits seit Monaten rapide und das wird sich sukzessive in den Fertigstellungszahlen wiederspiegeln.

    Der hochwertige ETW Markt ist in FFM und den dt. Metropolen allgemein nicht mehr ganz so einfach - sich konsolidierende VK Preise, gerade für Hochhäuser weiter stark steigende Baukosten vor allem in Rohbau/TGA/Fassade und das baurechtliche, von immer mehr irrationalem Populismus geprägte Genehmigungstheater im Wohnungsbereich lassen viele Developer mittlerweile über Alternativen im Bürobereich nachdenken.

    Es gibt eine erneute, gemeinsame Begehung - von einer Abnahme ist nicht die Rede. Diese wird wahrscheinlich auch erst einmal nicht stattfinden, da wohl ein Beweissicherungsverfahren eingeleitet wurde. Hierzu wurden vom beauftragten Sachverständigen am 19.06.19 an mehreren Stellen Bodenproben entnommen:



    Das Problem scheint zu sein, dass sehr lehm-/löshaltiger und damit unbrauchbarer Unterboden eingebracht wurde, der (i) die mitnichten gelösten Probleme der Seenbildung bei starke Regenfällen auch tagelang danach verursacht und (ii) nur sehr geringe Speicherkapazität hat was selbst bei kurzen Trockenperioden zur Gelbfärbung des Rasen führt. Ich bin sehr froh, dass sich die Stadt hier scheinbar nicht mehr an der Nase herumführen lässt und auf eine einigermaßen mangelfreie Fläche besteht.

    ^ Das ist alles bekannt - es geht (i) um die in FFM umgesetzte, städtebauliche Qualität über die man im Vergleich zu anderen Metropolen mE doch stark streiten kann und (ii) um das Verhandlungsgebaren seitens Herrn Josef, dem ich zum einen die notwendige Bereitschaft zum Interessenausgleich und zum anderen die fachliche Qualifikation für die Position abspreche.
    Wie bereits erwähnt, gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Developern, die wirklich nur noch bei großen Opportunitäten in FFM tätig werden; die dogmatische, stark populistische geprägte und parteiprogrammatisch dominierte Haltung der vg Stellen und Personen ist in Entwicklerkreisen mittlerweile eines der meistdiskutierten Hauptthemen.

    Es gibt in dieser Republik wohl kaum ein Planungsamt, das Investorenwünschen positiver und im Grundsatz offener gegenüber steht als das hiesige. Im Übrigen wissen wir gar nicht genau, wer mit wem worüber und ggf. vergeblich vehandelt hat. Keine Gerüchte bitte.


    Du scheinst wirklich so gar nicht im Thema zu sein, oder?


    Davon mal ab - die Inhalte der Gespräche zwischen P+B (Developer) und der Stadtplanung kenne ich aus erster Hand. Weshalb unterstellst Du mir die Verbreitung von "Gerüchten"?

    So ist es aktuell leider; in FFM kann fast nur noch mittelmäßiges im Hochbau entstehen. Ich kenne mittlerweile viele Entwickler, die aufgrund der qualitativ nur sehr durchschnittlich besetzten Stadtplanungsbehörden in Verbindung mit verblendetem, offenbar parteipolitisch motivierten Dogmatismus Frankfurt den Rücken kehren. Wie man hört, hat auch bei P+B ein fachlich nur sehr wenig qualifizierter Mike Josef nachhaltig verbrannte Erde hinterlassen.

    Kein Investor der Welt wird in Frankfurt so einen Turm bauen, sonst wäre er längst gebaut. Die in diesem Forum selbst ernannten Vermarkter ... (Mod: Zitat gekürzt.)


    Nichts anderes habe ich hier geschrieben; die erzielbaren ERVs reichen bei den für die Maximalhöhe zu erwartenden Baukosten und in der Lage (kein CBD) einfach nicht aus.


    Da Du es direkt ansprichst:
    Wenn Ihr Eure Gehaltsstrukturen an die Marktgegebenheiten anpassen würdet, sähe es im Recruiting sicher besser aus...;)

    Mit der richtigen Vermarktung kann man auch in Deutschland dieses Grundstück komplett ausnutzen (von der BGF und der Höhe her), da bin ich überzeugt.


    Ich fürchte, dass es sich kaufmännisch eben noch nicht rechnet, hier in D wesentlich über 220-230m zu gehen; egal wie unprofessionell die CA Immo seit Jahren auch agiert.


    Die Baukosten steigen darüber wirklich exponentiell und man verliert durch die höherinstallierten Bereiche und dann notwendige, immer stärker dimensionierte Aufzugkerne unten und in der Mitte so viel MF, dass man dies durch gewisse Marktlimite in FFM oben saldiert barwertig nicht mehr ausgleichen kann. Keiner mietet hier aktuell und in absehbarer Zukunft Büroflächen für >60-80,00 EUR/m², von anderen Nutzungen ganz zu schweigen - wenn man aus gutem Grunde nicht in die Teileigentumsthematik einsteigen will und ganz oben Condos für Spitzenpreise verkaufen möchte.

    Natürlich braucht jedes Quartier eine lokal gut ausreichende Anzahl an hochwertigen KiTa Plätzen, das ist doch gar keine Frage!


    Trotzdem ist die Gebäudenutzung durch Kids Camp an einer derart prominenten Stelle eine stadträumliche Katastrophe. Hier wird auch künftig in den späten Nachmittags-/Abendstunden kein Stadtraum mit Leben gefüllt werden und vor allem an den Wochenenden wird das eine tote, notbeleuchtete Kiste sein, die absolut nichts für den Tel-Aviv Platz leistet. An jedem Montagmorgen wird der Hausmeister dann die Glasscherben und Zigarettenkippen im direkten Umfeld entfernen dürfen, da der Platz künftig auch weiterhin zum herumlungern des "isch misch disch" Gallus- und Kuhwaldsiedlung-Klientels dienen wird.


    Mir ist es zusätzlich ein großes Rätsel, weshalb die kommunale Bauleitplanung die Developer des „Four“ oder des „Omniturms“ in der Innenstadt nicht verpflichtet hat, in Ihren Projekten ausreichende Flächen für die aktuell noch in unmittelbarer Nähe der v.g. Projekte beheimatete KiTa Kids Camp zu schaffen. Mehrheitlich werden dort Kinder betreut, deren Eltern im CBD (Innenstadt/ Große Gallusstraße/ Junghofstraße) arbeiten. Den dort bedienten Bedarf nun an ganz anderer Stelle im westlichen Europaviertel zu allokieren, erscheint doch sehr befremdlich. Auch der dadurch zusätzlich entstehende Individualverkehr wird sicher künftig eine große Belastung für die Pariser Straße sein. Ich möchte mir das allmorgendliche Verkehrschaos noch gar nicht ausmalen, wenn von 100 Kindern sicher 70-80% in einem engen Zeitfenster mit dem PKW gebracht werden und es dort so gut wie keine Halt- und Parkplätze gibt.

    Die Parkend Gebäude am Gleisfeldpark gefallen mir richtig gut; schöne Tektonik in der Fassade und gekonnt modellierte Kubatur (siehe #873).


    Die beiden "Schiffe" an der Pariser Strasse (Bf. 15 & 16) wirken mit Ihren setzkastenartigen Balkonen hingegen fast wie eine Ferienanlage aus den 80igern (siehe #874). Wirklich kein Vergleich zur sehr großzügigen und besser gegliederten Fassade des Maksimir Park (Bf. 18), mit wesentlich filigraneren und weiter auskragenden Loggien. Auch die großen Glasschiebeelemente über die gesamten Loggienbreite sind nun offenbar aus Kostengründen entfallen (siehe rote Markierungen) und die lichten Raumhöhen sind deutlich niedriger - insgesamt sehr schade, das hier im Gegensatz zu den anderen Parkend Baufeldern aus der Prä-Hildebrandt Zeit ein ziemlicher Sparkurs gefahren wurde.




    Quelle: pkdex