Beiträge von Tektor

    tel33


    Das sehe ich ebenso. Das Nikolaiviertel hat keine Luft zum Atmen. Die Interaktion, der Blutaustausch, mit Nachbarvierteln fehlt aufgrund der Stadt-Verweigerung, die die Plattenriegel despotisch vorgeben.


    Edit:
    Wir werden uns mit dem Step-by-Step begnügen müssen. Ein Marienviertel als Fremdkörper implantieren, und dann die Abwehrreaktionen der bestehenden Gewebeverhärtungen zum Anlass nehmen, diese zu amputieren. Ich glaube, so müsste es gehen.

    Wohnungen abreißen dürfte schwierig werden. Hand anlegen an diese realsozialistischen Errungenschaften dürfte auch einen politischen Sturm heraufbeschwören. Linke Verweigerer sind mächtig im Bezirk. Es dürfte wohl nicht mehr als nur gebastelt werden - wenn überhaupt. Im Bezirk Mitte regiert der Kleingeist.

    Diese Ansicht zeigt ganz vortrefflich diese Disharmonien im Quartier. Besser als alle Worte. Vielleicht sollten wir wirklich, und auch die im Rathaus, in größeren Dimensionen denken und Planen und uns nicht auf die 'Insel' Neuer Markt verkrampfen. Die GHB-Render zeigen diese Problematik auch dort überdeutlich. Implantiert man ein Marienviertel zwischen diese DDR-Plattenriegel, läuft man Gefahr, eine neue Insel zu schaffen wie das Nikolaiviertel, die nie mit dem Umfeld verwachsen wird. Ein Streichelzoo.


    Leider traue ich dem Senat diesen Mut und diese Weitsicht nicht zu. :nono:

    Wer hier so tut, als wüsste er nichts über Menschenmanipulation der Bauhäuler, muss mit der Anrede des Ahnunglosen leben. Wenn ich dich damit gekränkt habe, dann tut es mir leid.


    Der Film erzählte nichts Neues. Alles schon hundertmal gehört. Die Hufeisensiedlung hat für mich den Charme einer Seniorenresidenz. Wenn ich mal nicht mehr arbeite, viel Zeit zum Spazierengehen habe, und jemand für mich die weiten Wege zum Einkaufen geht, dann kann ich es mir gut vorstellen, dort zu leben. Als Vorstadtsiedlung der Weimarer Zeit ist ihre Aufnahme als Weltkulturerbe sicherlich berechtigt. Eine Antwort auf die historische Stadt hat die Moderne aber nicht. Sie wollte sie abschaffen. Wie ihr das gelang, ist am Filmende zu hören: sie endete in sozialen Brennpunkten. Da, wo auch die Mietskasernen des 19. Jh. angekommen waren.


    Müssen wir mit diesem Erbe weiterhin leben? Ich denke nicht. Aus der Fischerinsel hätte ein Berliner Montmartre oder Montparnasse werden können, hätte man nicht alles einplaniert was noch stand, und ergänzt, mit netten Cafés am Ufer der Spree. Das Erbe der Moderne bescherte uns dort eine tote Schlafsiedlung, ein Unort im Herzen einer Metropole. Darum habe ich alle Hoffnung, dass mit dem Marienviertel einmal ein besserer Wurf gelingt.


    Sehen das wirklich einige so, dass das Bauhaus Karl Marx die Tour vermasselt hat?? - Menschen leben weiterhin in historisch engen Städten und in Hinterhöfen, und Marx ist und bleibt ein zwangsneurotischer Phantast!

    71% sind laut Umfrage des Berliner Kurier im Januar für eine historisierende Bebauung des Neuen Marktes.



    http://www.berliner-kurier.de/…aus,7169128,29655856.html


    In einem Artikel des Kurier aus dem August sprechen sich 56% für eine radikale Neugestaltung aus.


    Ich frage mich, falls sich diese Zahlen in repräsentativen Umfragen bestätigen sollten, wie will die SPD darauf reagieren.


    Diese Zahlen geben mir Mut für das Neue und bestätigen meine Annahmen.

    Okay! Dann bitte dort Absatz 2 genau lesen!


    Mein Dieser Unfug... bezieht sich auf die vermeintliche Konsequenz des Ausstattungsplunders der Kaiserzeit und deren Mündung, in diesem Absatz.


    Auch Bauhaus wollte es mit der Brechstange versuchen. Eine Sozialutopie. Eine von vielen des 20. Jahrhunderts. Die Welt ist auch durch die Bauhäusler keine bessere geworden. Ihre Bauideologie diente einzig kapitalistischen Produktionsstrecken.

    Etwas für die Ahnungslosen zum Bauhaus hier gefunden:


    http://www.magentas-netzwerk.c…Bauhaus%20(Teil%202).html


    ...
    Auch hier wird vom 'neuen Menschen' gesprochen, den es zu erziehen gilt. Viele wollten das im 20. Jh. Und alle meinten eine bessere Welt in IHREM Sinne. Ich zähle sie alle hier mal nicht mehr auf. Alles Ideologie.


    ...


    Dieser Unfug erinnert mich an das Geschwafel von A. Loos. Darf man nun wirklich nicht ernst nehmen.


    Wie dieses neue aufregende Gebäude aussah und noch immer aussieht, können wir noch heute bewundern: In den vielen seit den 1920er Jahren gebauten Schlafsiedlungen ohne Infrastruktur - wirklich aufregend! Städtisches Leben gibt es aber in Gründerzeitstrukturen mit all dem Ausstattungsplunder - genau da, wo Wohnen und Gewerbe gleichzeitig stattfindet. Komisch, nicht wahr?


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    Bato

    @D. T.68


    Wer die Seele eines Kunstwerkes nicht spüren kann, der hat den Sinn von Kunst nicht verstanden und wird sich mit Sicherheit wohlfühlen in den ornamentlosen Kisten der Moderne des 20. Jahrhunderts. Ornamente sind materialisierte Emotoinen - müsste eigentlich jeder wissen.


    Solange der Mensch existiert, hat er sich mit Ornamentik umgeben. Sei es Zimmerschmuck, Modeaccessoires, Tätowierungen, oder eben Fassadenschmuck. Auch wenn einige meinen keine Ornamentik zu brauchen oder gar Adolf Loos beipflichten, der tätowierte Menschen als potentielle Mörder bezeichnet, wird dies nichts dran ändern. Die gegenwärtige Wiederkehr von Ornamentfassaden zeigt uns und bestätigt die Liebe der Menschen zum schönen Detail.


    Eigentlich müsste es hier jeder wissen, dass Bauhaus, und allen voran Gropius, von der Erziehung des Volkes sprach - sie war ideologisches Programm. Eine der vielen Ideologien des finsteren 20. Jahrhunderts. Die Vertreter von Ideologien nennen es immer Erziehung oder auch Umerziehung. Für mich als Freigeist ist das Gehirnwäsche.


    Den politischen Willen dieser Bauideologie sehen wir heute noch deutlich in der Stadt. In der Stadtmitte haben ihn die Ostberliner Machthaber diktatorisch durchgesetzt. Im Westen der Stadt konnte Scharoun seinen ‚Kollektivplan‘ Gott sei Dank nicht durchsetzen. Dieser Kollektivplan sah vor, das Stadtbild in den Kriegszerstörungen zu vollenden und Westberlin hätte ausgesehen wie der durch die Moderne entstellte Osten.

    Lasst uns doch das MEF nach Ende des U-Bahn-Baus ganz schnell mit Häusern bebauen! Dann ist dieses Raster wenigstens vom Alex aus nicht mehr zu sehen. :) Die Ostfassade sollten nicht schon aus der Ferne von ihrer Einfallslosigkeit künden. Jedes Kaufhaus in der Umgebung ist besser akzentuiert.

    ^
    Ich vergleiche Umerziehung aller Utopisten miteinander. Nationalsozialisten, Kommunisten, Maoisten, und wie sie alle heißen, sehr wohl mit den Modernisten des 20. Jh. Weil diese Architektur genau mit diesen politischen Farben im Gleichschritt ging, oder marschierte, oder wie auch immer. Die Bauhausmodernisten haben doch dafür gekämpft, dass ihre Moderne zum politischen Willen wird.


    Der moderne Mensch braucht keine Ornamentfassaden, wenn wir das ihm so beibringen. Das ist bei mir ganz klar Gehirnwäsche! Der Mensch gestaltet aber nun seine Umwelt auch mit Ornamentik, weil er sie braucht - er ist nicht seelenlos oder stapelbar.


    Und - wer hier am Marienviertel interessiert ist, wird sich auch die politische Seite anhören müssen, auch wenn es einigen nicht gefällt. Weil das DDR-Staatsforum ein politisches Kind war und heutige Entscheidungen, ob das Marienviertel gebaut wird oder nicht, ein hochprozentiges Politikum ist. Erst wenn das demokratisch geklärt ist, geht es um den Städtebau der Gegenwart.

    Warum Beleidigung? Müsste eigentlich jeder wissen, dass Gropius & Co. die Menschen 'umerziehen' wollte. Genau wie Nationalsozialisten oder Kommunisten und bestimmte Couleurs der Religioten. Diese Leute nerven nur - und tun es noch immer. Da habe ich doch niemanden beleidigt, wenn ich von Gehirnwäsche geschrieben habe. War fester Bestandteil des 20. Jh.

    Wie und was auch immer in den vergangenen Jahrhunderten gebaut, abgerissen oder überformt wurde, der Neue Markt blieb immer der Neue Markt. Er war das unbebaute Forum der Berliner Altstadt an der Marienkirche. Das scheinen viele gern zu ignorieren. Erst in der Nachkriegs-Diktatur wurde er entfernt und mit einer reichlichen Portion geschichtlicher Ignoranz überbetoniert und ins Staatsforum integriert, und somit unkenntlich gemacht. Lege ich die weit über 700 Jahre der Existenz des Neuen Marktes in die Waagschale, dürfte ihr Gewicht das kommunistische Experiment zur unbedeutenden Größe schrumpfen lassen. Diese Experimente sind in der Tat definierte Stadträume, wie richtig angemerkt wurde. Da pflichte ich bei. Und die Definition lautet: 'Brache'.


    Genau wie es das Nikolaiviertel über Jahrzehnte nach der Enttrümmerung war: Eine Brache. Mehrheitlich dürfte die Errichtung des Nikolaiviertel heute bejaht werden, davon gehe ich mal aus. Etwas höher wurde die Geschäfts-Monokultur des Nikolaiviertels kritisiert - der Schreiber fand dennoch das Nikolaiviertel anziehend. Weil sein Zahnarzt dort ist. Aha, sage ich, eine Stadt scheint sich wohl doch nicht nur durch die Verkaufskultur zu definieren. Ohne das Nikolaiviertel wäre der Gang zum Zahnarzt bestimmt ein wesentlich längerer gewesen vom Alex aus.


    Diese Touri-Monokultur ist bedarfsorientiert, wie hier schon richtig angemerkt wurde. Sie ist auch der Insel-Lage des Viertels geschuldet. Würde man dem Viertel die Möglichkeit geben zur Expansion in Richtungen Altmarkt und Neumarkt, würde diese Monokultur gesunden und auch wieder bunter werden.


    Moderne Stadtplaner haben das Nikolaiviertel zum Inseldasein verurteilt, und nun kommen deren Anhänger und kritisieren es und bezeichnen es als Touristenkitsch. Dabei ist ganz offensichtlich die moderne Stadtverhinderung daran schuld. Wieder aufgebaute Altstadtstrukturen (sei es wegen Kriegs- oder Brandzerstörungen) funktionieren im restlichen Europa ganz ausgezeichnet. Warum soll das in Berlin anders sein?


    Ich weiß auch nicht, warum das Areal von einigen als weltoffen, zukunftsorientiert und überhaupt Weltmaßstab des modernen Menschen sein soll. Ist das Weltoffenheit, wenn man 800 Jahre Geschichte ignoriert? Ist das Weltoffenheit, wenn in Kriegs- und Nachkriegs-Enthausung verharrt wird? Wenn in überlebten Weltbildern wie der Moderne des 20. Jh., der Athener Charta oder ideologischer Gehirnwäsche verharrt wird? Wahrscheinlich ist noch zuviel hängen geblieben von diesen Menschheitsbeglückern...

    Ideologiefrei ist dieser Raum deshalb nicht, weil er ein politisches Kind ist und kein Städtebau im eigentlichen Sinne. Die Marienkirche in den Vorgarten zu stellen, gehörte zum ideologischen Programm der Nachkriegs-Diktatoren.


    Ich selbst habe den Bau des Fernsehturmes erlebt, später den des Palastes der Republik. Habe am Nikolaiviertel und am MEF mitgebaut. Für mich war und ist dieses Gebiet zwischen Alexanderplatz und dem damals überbauten Schinkelplatz immer ein Ort der Veränderungen gewesen, ganz im Sinne von Karl Scheffler. Darum stößt es auf mein Unverständnis - warum das plötzlich anders sein soll. Warum gerade das konservieren, was in seinem politischen Ursprung längst überlebt ist. Etwas, das administrative Überformung und bewusste Abdeckelung von Geschichte ist. Dieses benannte Gebiet sollte jederzeit zur Disposition stehen - auch wenn sich einige an diese Landschaft gewöhnt haben.


    Dass etwas versöhnliches entstehen muss, sehe ich auch so. Nur erhalten wir das, indem wir die mittelalterliche Gründung weiterhin ignorieren? Geschichtsreferenz auf die Marienkirche reduziert belassen? Es sollten vereinzelte Referenzen des sozialistischen Stadtgebildes erhalten bleiben genauso wie es ein Echo der über 700 Jahre Stadtgeschichte geben sollte - genau an diesem Ort!

    Ich verstehe nicht, warum hier altrömische Foren der Antike zur Sprache kommen. Sie wurden in eine Stadt per Erlass gebaut, die Anwohner wurden dabei nicht gefragt und vertrieben. Und, was ist aus ihnen geworden? Die Geschichte hat sie selektiert. Trümmer sind's - nicht mehr und nicht weniger. Auch dem sog. Rathausforum wird es so ergehen. Speers Triumphallee wurde verworfen, genau wie das Kulturforum. Wenn es denn wenigstens ein Forum antiker Dimensionen wäre. Was dort existiert - oder besser: nicht existiert, ist nicht mal ein Forum. Das ist Messegelände mit Kirche.


    Wenn es hier heißt: "Das Berlin des 21. Jahrhunderts kann nicht mit dem Strassenraster des Mittelalters kuriert werden.", dann sage ich an dieser Stelle: "Doch!" Opas Autostadt gehört der Vergangenheit an. Innenstädte werden wieder mehr den Fußgängern und Radfahrern gehören. Die Zeiten, dass jeder Schwerlasttransporter abkürzend durch die City donnern konnte, sind vorbei. Auch in Berlin-Mitte wird einmal der Groschen fallen.


    Jeder der Augen hat, kann es sehen: die Marienkirche wurde in diesem DDR-Staatstheater zwischen Liebknecht- und Rathausstraße zu einem Statisten degradiert. Am liebsten hätten sie die auch noch in die Luft gejagt. Es ist keine Ehrerbietung vor einem der ältesten Gebäude Berlins dieses Staatstheater der kommunistischen Kirchensprenger zu konservieren. Es ist das Erbe derer, die Gläubige und Andersdenkende verfolgt und eingesperrt haben. Darum denke ich, dass eine Rückkehr zu den über Jahrhunderte gewachsenen Strukturen SEHR WOHL eine Heilung dieser Wunden sein wird - die Marienkirche wird wieder aufgewertet durch "Foren" in diesem Ort angemesseneren Dimensionen wie bspw. dem Neuen Markt.


    Dass die Marienkirche 25 Jahre nachdem die Kommunisten davongejagt wurden noch immer ein beliebiges Accessoire im Fernsehturmvorgarten ist, ist eine Schande des Berlins im 21. Jahrhundert. Ich bitte um baldige Korrektur!

    Sehr gut! Den Ort den Berlinern zurück bringen. Ihn aus der Vergessenheit und in das allgemeine öffentliche Bewusstsein und Interesse zu führen. Aufklärung ist erstmal wichtig. Wenn dann die GHB ihre Flyer verteilt, haben die Bürger auch ein Modell vor Augen, an dem sie sich orientieren können. Auch wenn das einigen nicht passt. Es wird darauf hinaus laufen: Bauen, oder Nichtbauen. Wie, ist ein ganz anderes Ding. Vielleicht wird dabei ein wenig das verschüttete Geschichtsbewusstsein geweckt und die Berlinerinnen und Berliner interessieren sich wieder etwas mehr für ihre Herkunft.


    Wer 2019 aus dem Stadtschloss kommt und die Stadt dazu sucht um eventuell einzukehren, wird das hier machen: :nono: