Es sei noch einmal klargestellt, dass das Einfamilienhaus sicher ein schöner Ego-Trip für Abhängige und Hamsterradler ist. EFHs sind numal auch und definitiv die unnachhaltigste Wohnform, verursachen einen gigantischen Ressourcen-Input (man lese sich nur mal die zahlreich nötige Mobilität zur Häuslebaurecherche an - einfach lächerlich), es verschwendet also die Lebenszeit der Leute - aber ok, selber schuld. Was heute nicht mehr geht, ist ein einfaches "Ich machs aber trotzdem" oder "Weiter so". Nein, das EFH ist keine "sinnvolle Investition" sondern Volksverdummung. Es ist eine entsozialisierende Art des Wohnens und Lebens. Geh ich durch solche Gebiete, bekomme ich Beklemmungen - aber das sei subjektiv. Es verursacht enorme Kosten für die Gesellschaft und bringt große Mengen vermeidbaren Autoverkehrs mit sich. Ich brauche hier keine Wiederkäuung von fragwürdigen Baudetails von Opfern der Bauindustrie. Wer heute noch diesem überkommenen (und sichtlich verkommenen) Prinzip frönt, hat nichts gelernt, bleibt einfach nur Opfer und verhält sich frevelhaft der Gesellschaft gegenüber. Künftig, so ist zu vermuten, werden zunehmend die externen Kosten für die Gesellschaft, die eben heute NICHT internalisiert sind, in weiteren Anreizen preislich dargestellt - sprich es wird sich noch weniger lohnen als heute. Allein was ein EFH an Ressourcen braucht, um erstmal DA zu stehen, ist grauenhaft. Das wird aber geflissentlich untern Tisch gefegt. Daher fordere ich schon für die Häuslebau-Recherche: Schlauchlösung. Ich und die "Geschosswohnmehrheit" brauche euren Dreck nicht in meiner Nase. Statt eure Zeit jahrelang am Hintern der Baustoffwerbung zu verbringen, wäre erstmal grundsätzliche Aufklärung im wenigstens minimal-aufklärerischen Sinne angesagt. EFH oder nicht bleibt also Bildungsfrage - analog: Mobilitätsverhalten. Es geht eben nicht mehr, dass so viele Leute ihre Verantwortung vor Mitmensch und Umwelt mit Füßen treten - dümmer gehts nimmer. Also immer und immer wieder: Schlauchlösung. Die Schlauchlösung besagt das direkte Einleiten der Schadstoffe zum Verursacher, um seine "Aufklärung" voranzubringen. Das wäre auch das Einzige, was man tun müsste, wenn die Erkenntnis nicht auf die Sprünge kommt.
Die Zukunft der Energieerzeugung ist dezentrale Erzeugung (PV) und direkter Verbrauch und Minimierung des Fremdbezugs von Energie. Da versagt der dicht auf dicht gebaute Geschosswohnungsbau kläglich.
Ich finde EFHs auch sehr sozial und nicht entsozialisiert. Haben wir doch früher die Partys auch immer gerne in Häusern gefeiert, wenn "sturmfreie Bude" war. Um ordentlich einzuladen und Platz zu haben, braucht es einfach ab 140-150qm plus 40-50qm Terrasse. Solche Wohnungen gibt es kaum, überhaupt würde die einzigen Wohnungen, welche unsere Wohnstandards erfüllen wohl Neubau-Penthouse-Wohnungen sein für 600k aufwärts. Oder eben 350k für ein EFH in Nickern oder Bannewitz. Entscheidung einfach.
Die Erfahrung von vielen EFH-Bauherrn/Besitzern im Bekannten- und Verwandtenkreis: Man ist mehr draußen, man lädt öfters Freunde und Familie ein und man hat weniger Stress mit Nachbarn und die Nachbarn weniger Stress mit einem selbst (wenn man mal wieder die Anlage aufdreht, bis spät abends Besuch hat oder oder oder).
Meine Erfahrung aus dem Geschossbau: Laute Volksmusik mit donnerndem Bass zur Mittagszeit von Nachbarn unter uns. Nachbarin beschwert sich, weil ich Freunde kurz nach 22h zu laut an der Tür verabschiedet habe, d.h. wir haben noch 3 Sätze gewechselt, währen die sich die Schuhe angezogen haben. Andere Nachbarin beschwert sich, weil ich 3h nachts dusche. Ja, möchte halt nicht stinkend ins Bett. Über uns trampeln dauern die Kinder, das finde ich nicht mal störend weil es für mich dazu gehört, aber stört sonst sicher viele andere.
Meine Mobilitätskosten werden in Zukunft sinken, müsste ich mich bisher durch den Stadtverkehr von Striesen bis nach hinter Pirna quälen, wird der Weg künftig kaum über 10 Minuten sein. Meine Erfahrung in der Stadt: Deutlich geringere Mobilität, deutlich längere Wege in Minuten, deutlich mehr Stress in Sachen Mobilität.
Geschosswohnungsmehrheit bezweifel ich auch mal, soweit mir bekannt leben knapp die Hälfte aller Leute Deutschlandweit in Wohneigentum und das ist zur großen Mehrheit ein EFH. Es leben vielleicht 60 Prozent im Geschossbau und 40 Prozent in EFHs/DHHs/RHs, wobei bei Befragungen regelmäßig mehr als 90 Prozent der Leute das EFH als für sie optimale Wohnform oder Ziel angeben. Klar, im Geschosswohnungsbau sind viele Singles, Studenten, Rentner, usw. für dich sich ein EFH in ihrer aktuellen Lebensphase nicht rechnet.
Schlauchlösung, ja für die Diesel-Busse bitte. Und die Kohle-Abgase sammeln und in die Straßenbahnen und DB-Bahnen lenken. Ne, natürlich nicht, wäre echt doof, aber halt deine Idee zu Ende gedacht.
Mobilität ist in der Tat eine Bildungsfrage, da hast du Recht. Eine höhere Bildung korreliert mit höherem Einkommen und höheres Einkommen korreliert mit höherem Besitz- und Nutzungsgrad von Autos. Wer klug ist, fährt nicht mit Bus oder Bahn!
Ebenso nutzen Familien mit Kindern weit überdurchschnittlich oft und viel das Auto, das hatten wir ja alles schon mal. Pro Auto Politik ist also ganz klare Pro Familien Politik. Die hätte Deutschland auch ganz bitter nötig. Singles und DINKS sowie Rentner nutzen das Auto unterdurchschnittlich oft.
Ach: und Holzfenster sind immer noch voll beliebt - zumindest bei denen, die noch ein Minimum an Geschmack bewahren konnten. Diese ganzen "wunderbaren" technischen "Möglichkeiten" heute, sind es meist nicht wirklich. Man kann nunmal das Rad kein zweites Mal erfinden. Ich könnte jetzt auf viele der o.g. Details eingehen, aber wozu? Da vergeht einem doch die Lust. Die "modernistische Entfremdung" des Menschen ging auch immer einher mit einem Irrglaube, dass schon die technischen Neuerungen das Weltenheil bringen werden. Damit baut sich ein weiteres Diskursschlachtfeld auf, denn Technik bedrängt heute die Menschen mehr als sie nützt. Immer wieder stellte und stellt sich dieser Irrglaube heraus. Man siehts derzeit ganz deutlich an wesentlich kürzeren Haltbarkeitsdauern von Gebäudeteilen oder Verkehrswegen. Wenn man sich dagegen die Leistungen der Vorfahren anschaut, die meist nur einen Bruchteil der Bauzeit zur Errichtung brauchten, wird klar, dass der heutige Irrglaube allein Auswuchs des vollumfänglichen Verwertungszwangs und Verblendungszusammenhang ist. Noch Fragen? Besser nicht - lieber zurück zur Johannstadt.
Ich sag ja lange Haltbarkeit, deswegen ENTWEDER Kunststofffenster oder Holz-Alu-Fenster. Holzfenster sind das Gegenteil von lange haltbar.
Und pfui Teufel, solche modernistischen Entfremdungen wie eine bodentiefe Dusche, große Glasfronten mit Blick in den Garten oder, oh Gott, einer Fußbodenheizung die effizienter als Heizkörper ist, komplett unsichtbar, nicht kaputtbar auf Menschen-Lebenszeit, nicht störend spürbar und viel wohngesünder ist.
Und ein EFH baute man früher über 1-2 Jahre. Heutzutage massiv in 6 Monaten (normaler Bauunternehmer), evtl. 4 Monate (spezialisierte massive Bauunternehmer) oder gar 2-3 Monate (Holzständer-Fertigbauweise). Dabei ist die heutige Qualität selbst dem was vor 20-30 Jahren gebaut um das mehfache überlegen in allen Details. Die Bautechnik unserer Vorfahren? Historisch interessant, das war es. Was du da von dir gibst ist Volksfest-Stammtisch-Geblubber und hat mit der Realität am Bau heutzutage nichts mehr zu tun.
Und noch eine Sache zu den Baukosten: Allen meinen bisherigen Informationen nach ist Geschosswohnungsbau teurer und daher unökonomischer. Und ich rede hier rein vom Vergleich der Baukosten pro qm. Statisch aber auch planerisch ist so ein Geschosswohnungsbau wohl einiges schwieriger, zudem möchten die Geschossleute ja auch fein ihre Tiefgarage haben um ja ins Auto zu kommen ohne einen Funken Berührung mit der Außenwelt zu haben statt das Auto in einer Garage daneben zu parken. Auch teuer. Alles in allem kostet der Geschosswohnungsbau pro qm Wohnfläche anscheinend mehr.
Und die Mobilitätskosten? Ja, die bezahlt ja immer noch jeder selbst. Die Summe der Steuern auf Benzin und Diesel sind sogar höher als zur Kompensierung externer Effekte notwendig. Sagt zumindest die EU die einen Mindestsatz festlegt, welcher nach Ansicht dieser EU bereits alles internalisiert hat. Aber lass das Problem mal die Zeit lösen, Elektroautos entwickeln sich gerade massiv. Technologiesprünge in Sachen Effizienz/Kosten von 100 Prozent in 2-3 Jahre sind zur Zeit normal. In wenigen Jahren dominieren die Elektroautos sowieso das Feld, da diese schlichtweg an Anschaffungskosten (bald) und Kosten pro qm (extrem viel geringerer Verschleiß, lächerlich geringe Energiekosten) den konventionellen Verbrennern bald meilenweit überlegen sein werden. In China bauen sie bereits Elektro-Smarts für wenige 1.000 EUR Verkaufspreis mit Reichweite über 100km und Stromkosten pro 100km von unter 10kWh (entspricht 2,50 EUR pro 100km zur Zeit hier in DE). Das ist aber eh erst der Anfang der Entwicklung. Nächster Trend sind autonom fahrende Autos. Und die logische Weiterentwicklung sind autonom fahrende Elektroautos, wo man nur noch das Ziel angibt und sich zurücklehnt und von Tür zur Tür chauffiert wird. Ach ne, blöde , teuflische Technik. So wie mit dem Internet und den Smartphones.