Ich finde das Besondere der schinkelschen Architektur bzw. der preussischen Entwürfe aus dieser Zeit (u.a. in Zusammenarbeit mit Lenné), dass dort eine spezielle Wechselwirkung zwischen innovativer Rationalität/Minimalismus und andererseits idealistischer Kontextualisierung im Sinne romantischer Erlebnis- und Sinnzusammenhängen hergestellt wurde. Die Gebäude selbst (Charlottenhof in Potsdam, Schinkelpavollion in Charlottenburg, oder hier die Bauakademie - aber auch die ursprüngliche Planung für die Luisenstadt) sind sehr reduzierte, technisch manchmal sehr innovative Entwürfe, die in landschaftliche oder stadträumliche Zusammenhänge gestellt werden, die quasi Veduten und emotionale, fasst philosophische Erlebnisräume darstellen. Das wäre für mich Schinkelqualität: Ein minimalistisch-konzetriertes Gebäude, dass aber so in Interaktion mit seinem Umfeld tritt, dass ein (romatischer) Erlebniss- und Sinnüberschuss direkt vor Ort erfahrbar ist, der viele Assoziationen produziert, bis hin zu philosophischen Überlegungen.
Eine direkte Reko kann das vielleicht leisten, quasi l'Art pour l'Art - anderseits, wenn sie sich bloß in einem "schönen Bild" erschöpft, finde ich das zu unterkomplex und dem schinkelschen Anspruch nicht würdig