Beiträge von TowerMaranhão

    Egal wie man zur Architektur steht, aus städtebaulicher Sicht ein kleines Wunder.

    Ich finde die Fassaden an sich nicht alle schlecht. Es stellt sich aber dennoch die Frage, ob ein solches Quartier im Stile eines Gewerbeparks mit riesigen, gleichförmigen Baukörpern mit einheitlichen Fassaden für diese Lage angemessen ist. Es sieht zwar auf den ersten Blick nicht so aus, aber das hier ist immernoch Innenstadtlage. Ich verstehe auch nicht ganz, warum an Bahntrassen gelegene Areale oft so stiefmütterlich behandelt werden, als würde die Gestaltung dort keine große Rolle spielen. Dabei wird die Stadt aus dieser Perspektive ebenso wahrgenommen, wie aus jeder anderen Perspektive auch. Mehr Kleinteiligkeit und auch unterschiedliche Nutzungen hätte ich mir hier gewünscht.

    Das ist architektonisch hier schon wirklich unterstes Niveau. Eine Ansammlung von Kisten, Klinker und unterschiedliche Farben gedankenlos darauf verteilt, äußerst billige Anmutung. Bodentiefe Fenster und Balkons, alle mit dem selben furchtbaren "Autobahn-Brückengeländer" davor. Hässliche Regenablaufrohre. Der Vergleich mit der Weststadt trifft es in der Tat gut, auch wenn die Gebäudetypologie und -Anordnung sich hier entsprechend der Entstehungszeit noch ein wenig unterscheidet.

    Nein, natürlich lernen die nicht. Lernen tut man an der Uni, und da lernt man nicht. Zumindest nicht, wie man urbane und attraktive Stadtviertel erschafft. Das heißt, endweder ist schon was vorhanden, in das man sich idealerweise einfügt, und dort, wo nichts vorhanden ist, entsteht eben auch nichts Positives, so wie hier in Chemnitz. Die einzige Ausnahme bilden Wiederaufbauprojekte, mit zumindest rekonstruierten Leitbauten, an denen man sich orientieren kann. Wäre vielleicht auch für Chemnitz eine Idee, würde aber sicherlich viel Bürgerengagement auch gegen den Widerstand der Stadt bedeuten (vermute ich).

    Mal ganz abgesehen vom verkehrlichen Nutzen wird dass schon ein wirklich ansprechender, außergewöhnlicher Bahnhof, wahrscheinlich mit Abstand der schönste moderne Bahnhof in Deutschland, in einer Liga etwa mit den Bauwerken von Calatrava. Ich freue mich sehr und bin gespannt auf den weiteren Baufortschritt.


    Das lässt einen für die Zukunft zuversichtlicher werden.

    Nur dumm, dass die Planung aus den frühen 90ern stammt, wie übrigens auch der Entwurf für den ICE 3, den ich bis heute als den mit Abstand schönsten und vom Design her ambitioniertesten ICE ansehe. Ich hatte als kleines Kind mal eine Ausgabe vom EisenbahnMagazin geschenkt bekommen, in dem beides vorgestellt wurde.

    Auf das Ergebnis in der Rhaban-Fröhlich-Str. bin ich sehr gespannt, das sieht wirklich vielversprechend aus! Auch die Blanchardstraße gefällt mir wirklich gut, nur die Dachgauben fallen leider gegenüber dem restlichen Äußeren deutlich ab. Allein dieser Strang zeigt, dass in Frankfurt immer wieder wirklich ansprechende Neubauten entstehen.

    Tja, wenn es gut angenommen worden wäre, hätte mich das auch mehr gewundert. Ich würde mich da auch nicht hinein verirren. Die Passage wirkt kalt, steril, monoton und abweisend, gerade bei diesen herbstlichen Bedingungen. Man hätte das natürlich kommen sehen können, wollte aber offenbar die üblichen Fehler lieber zum x-ten Mal wiederholen. Es ist wirklich sehr schade um diese weitere vertane Chance, eine große attraktive Fläche im Herzen Berlins ansprechend zu bebauen. Gerade die urbane, lebendige Umgebung hätte alle Möglichkeiten geboten.

    Die Höhe ist ja nicht das Allesentscheidende. Es ist eine Mär, dass man nicht auch ansprechende 80-Meter-Hochhäuser gestalten könnte. Man muss sich eben nur etwas mehr Mühe geben, da man nicht allein auf die Wirkung einer imposanten Höhe bauen kann. Wenn ich mir allerdings diese Fassaden über eine doppelt so große Höhe vorstelle, sehe ich auch keinen Vorteil, eher im Gegenteil.

    Sorry ich kann den Fassaden nichts abgewinnen. Gerade die Hochhäuser wirken monoton, klobig und qualitativ alles andere als hochwertig. Berliner Durchschnitt (und der ist katastrophal). Mehrere Fassaden werden in kaum abgewandelter Form über mehrere Gebäude hinweg recycelt. Das einzig Positive ist die Dichte des städtebaulichen Entwurfs. Wie die Fassaden zur Passage hin werden, bleibt hingegen abzuwarten.

    Ich sehe da auch nicht einmal den Hauch eines Bezugs zur Umgebung. Das ist aber offensichtlich auch fast nie ein Kriterium bei solchen Wettbewerben, obwohl es das gerade in solchen Fällen zwingend sein müsste. Stattdessen geht es neben wirtschaftlichen Aspekten wohl eher um möglichst starke Kontraste. Bei 200 Entwürfen kann mir keiner erzählen dass da nichts Passenderes dabei gewesen ist, als diese wirklich schlechten Siegerentwürfe. Es macht mich einfach nur wütend und sprachlos, wie wenig Sinn für Ästhetik und Baukultur in diesen Kreisen vorhanden ist und wie massiv offenbar die Geringschätzung des historischen Erbes. Auch finde ich es frappierend, wie gleichmäßig und erwartbar schlecht und unpassend solche Wettbewerbsentscheidungen landauf landab ausfallen, egal ob Ost oder West.

    Architektenkind


    Los 2 ist von allen Entwürfen auch in meinen Augen noch der Beste. Es ist ja auch nicht so, dass die Entwürfe an sich im Vergleich zu anderen Entwürfen so schlecht wären. Mit dem meisten, was sonst so in der Umgebung, insbesondere an der Leipziger Straße rumsteht, kann das in jedem Fall mithalten. Allerdings sollte man sich auch mal vergegenwärtigen, dass dies die historische Mitte Berlins ist und man sollte daher eher mit potenziellen Rekonstruktionen historischer Gebäude vergleichen, oder mit dem, was beispielsweise in der Frankfurter Altstadt entstanden ist.


    Ich finde, nach 30 Jahren, in denen sich an der Qualität gebauter Wirklichkeit in Berlin nichts zum Positiven verändert hat, darf die Stadt / das Land Berlin an einem Ort wie diesem auch mal etwas mehr verlangen. Dann wird sich zeigen, dass auch dann Investoren bereit sein werden, die Kosten für anspruchsvollere Architektur aufzubringen. Aber es wird ja auch hier nicht an Qualität mangeln, was die Materialien angeht. Das Problem liegt wohl eher an der Ideenlosigkeit oder zweifelhaften Vorstellungen von guter Architektur. Wie man sieht, ist ja auch hier im Forum kaum jemand begeistert, der ein oder andere arrangiert sich vielleicht damit, weil man es ja nicht anders gewohnt ist. Es ist wirklich traurig zu sehen, wie tief die Ansprüche an zentralen Orten wie hier oder am Alex gesunken sind, wenn man das mal mit der Aufbruchstimmung nach der Wende vergleicht. Heute sind die freien Baufelder weniger und die potenziellen Investoren womöglich zahlreicher.

    Die sehen alle furchtbar aus und verkörpern 1:1 den Standardtyp der monotonen, von 50er-Jahre-Architektur inspirierten gediegenen Nachwende-Raster-Bauklötze-Langeweile. Die Art von Einfallslosigkeit, mit der man in Berlin seit 30 Jahren garantiert jeden Wettbewerb gewinnt. Null Dynamik, nichts das überraschen oder zum genaueren Betrachten einladen würde.