Ich will nicht hoffen, dass die schöne Fassade kaputtgedämmt wird, wie es auf dem Plakat den Anschein macht.
Beiträge von TowerMaranhão
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Ich weiß ja nicht, was Höing vorher in Köln und Bremen so geleistet hat, aber ein solches Lob für diese Sauerei disqualifiziert ihn eindeutig für seinen Posten. Einfach nur traurig.
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Richtig und deshalb brauchen wir eine Behörde, die neben dem Denkmalschutz auch die Stadtbildpflege als gleichrangige Aufgabe übernimmt, idealerweise auch Fördermittel und Beratung für Bauherren bereitstellt. Eine Behörde, die über Wissen und Wertschätzung für regionsspezifische Architektur verfügt und in diesem Sinne Lobbyarbeit betreibt, auch im Bezug auf Neubauten. Das wäre ein völlig neuer Ansatz. Nürnberg hat durch seine Sandsteinfassaden eine ganz eigene, tolle Atmosphäre (da wo sie noch erhalten ist) und es ist kaum mitanzusehen, wie teils barbarisch damit umgegangen wird (natürlich nicht nur hier).
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Was ich an der U7 sehr mag ist die Zeitreise, die man auf der Fahrt ins Stadtzentrum unternimmt, angefangen mit den postmodernen Bahnhöfen der 80er Jahre, nach und nach zurück bis in die 20er Jahre mit einer völlig anderen Architektur. Es ist bedauerlich, dass dieses Kontinuum nun gestalterisch aufgebrochen wurde mit dieser an die 1920er Jahre angelehnten Neugestaltung. Abgesehen davon gefällt mir das neue Aussehen allerdings deutlich besser, besonders natürlich auf der U2-Ebene. Ich denke man hätte den Bereich der U7 im Ursprungsdesign belassen sollen, das mir auch gut gefallen hat. Dennoch ist hier ist ein wunderschöner, hochwertiger, sehr Berlin-typischer Bahnhof entstanden.
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In der FAZ gibt es einen Artikel von Hans Kollhoff zu lesen, der viele meiner Gedanken zur Berliner Städtebaupolitik auf den Punkt bringt. Er kritisiert unter Anderem den Rückfall des Berliner Städtebaus in die Ideenlosigkeit des aufgelockertem Vorstadt-Einerlei der Nachkriegszeit, Angst vor Repräsentation und großer Geste, "innovative" Provisorien und Instrumentalisierung von Bürgerwerkstätten zur Kaschierung eigener Ideenlosigkeit und als Legitimation von Nichthandeln, festgemacht am Beispiel des Tempelhofer Feldes.
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In Hamburg hat man schon oft gezeigt, wozu man in dieser Hinsicht fähig ist, siehe Sternbrücke u.A. Daher nicht überraschend, leider. Die völlig unkritische Berichterstattung untermauert den Eindruck von weiterhin fehlendem Problembewusstsein / Wertschätzung selbst herausragender historischer Bausubstanz.
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Ausladendes Schrägdach mit Dachbekrönung, Gauben und Zwerchgiebel, Sprossenfenster und ein farblich abgesetzter Sockel, dazu eine hübsche Einfriedung. Sieht wirklich gut aus. Nur die Balkon/Fensterbrüstungen bereiten mir wieder etwas Sorge, aber warten wir mal ab.
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^ Aus zwei Gründen.
1. Stichwort "Graue Energie", gerne ins Feld geführt, wenn es um den Abriss von Nachkriegsbauten geht - Beton / Zementherstellung ist einer der größten CO2-Quellen
2. Stichwort Leipzig: Schau dir mal an, was dort für tolle Sanierungen durchgeführt wurden, wo teils unscheinbare Altbauten wie dieser hier, wiederbestuckt wurden und heute wahre Schmuckstücke sind. Sowas sieht man in Berlin leider nur selten. Aber auch ein entstuckter sanierter Altbau hat meiner Ansicht nach noch deutlich mehr Charme als das, was nun hier geplant ist. Solche Altbauten gehören auch einfach zu Berlin, machen seinen Charme aus und stellen einen einen hohen Wiedererkennungswert dar, im Gegensatz zu kostenoptimierten Allerwelts-Neubaukisten.
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Ich mag das Gebäude nicht, aber genau so könnte ich mir auch eine deutsche Botschaft in Warschau vorstellen. Es ist der typische nichtssagende bundesrepublikanische Stil, den man gerade in Berlin Mitte an jeder Ecke antrifft. Gerade Unter den Linden hätte ich mir ein prägnanteres, repräsentativeres Gebäude gewünscht, gerne auch in klassischer Architektursprache oder in Anlehnung an die Ursprungsbebauung.
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Genau, wenn ich mir die Fotos vom Ende des 19. Jhd./Anfang des 20. Jhd. ansehe, fällt mir als erstes auf, wie ästhetisch die ganze Gegend aussieht:
Ja, tat sie, nur gab es, im Gegensatz zu heute, weniger Mittel, um sie instand zu halten. Aber gerade das hat auch seinen Charme, das nicht alles glatt und steril aussah und damit immer noch viel besser als heute.
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Gerade in einer Lage wie hier muss es nicht immer Blockrand sein. Spannender finde ich die Frage, wie die Grünflächen gestaltet sind und genutzt werden können. Sind sie öffentlich/halböffentlich oder mittels Einfriedung sicher und durch die Anwohner nutzbar? Auch in diesem Fall mal wieder leider ersteres, wie es aussieht und damit sind die Grünflächen zu bloßem, sinnfreiem Abstandsgrün degradiert,.
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^ Die sind dann aber sicherlich bereits in der Europacity in Berlin, denn die hat ja die von dir aufgeführten Probleme eindeutig nicht, sieht aber sonst sehr ähnlich aus (ich kann da keine Antwort liefern, weil ich mir die Ecke bei meinen Berlin-Besuchen immer erspare).
Abgesehen davon ist die schiere Zahl der Menschen auf den Straßen auch nur bedingt ein Indiz für städtebauliche/architektonische Qualität. Das Zentrum von Wolfsburg ist auch immer voll, auch wenn es architektonisch gesehen der absolute Horror ist. Touristen wird man da aber eher keine finden.
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Vielleicht gehöre ich ja zu einer aussterbenden Spezies, aber ich bin bereit auf sehr vieles zu verzichten, nur um in einer schönen Umgebung wohnen zu dürfen. Mir genügt es nicht, mir mehrmals im Jahr für kurze Zeit schöne Städte oder Landschaften anzuschauen. Die moderne (Vor-) Stadthölle ist mein absoluter Alptraum und ich würde dort nicht wohnen wollen. Vielleicht ist es so wie mit einem gesunden Leben im weiteren Sinne. Man würde es gerne führen, glaubt aber, es sich nicht leisten zu können oder ist zu bequem oder festgefahren, um etwas zu ändern. Oder man hat sich nie Gedanken darüber gemacht.
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Was es doch für scheußliche Farbtöne gibt. Für den nächsten Block empfehle ich Lila.
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Der Entwurf sieht ehrlich gesagt aus wie eine späte DDR-Platte. Klar gibt es Schlimmeres in München. Aber wenn das schon als schön gelten kann, sagt das ja eigentlich alles über Münchner Verhältnisse. Der Altbau ist sicherlich nur noch ein Schatten seiner selbst, aber immer noch ein Traum im Vergleich zum Münchner Neubaubestand der letzten 20 Jahre, weswegen ein Abriss sehr bedauerlich wäre.
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Ein etwas differenzierterer Entwurf reicht nicht aus, um diesen Verlust auszugleichen. Die Lokalbaukommission muss auf Erhalt oder Rekonstruktion der Fassade bestehen. Das ist wohl nicht zu viel verlangt. Auch hier würden mich mal Details zu den "Baumängeln" interessieren und ob ein Erhalt des Hauses tatsächlich nicht möglich ist.
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Schöner wäre es, wenn das Gebäude selbst fröhlicher und spritziger daherkäme. Stattdessen ein trister grauer Kasten, in den man höchstens verstaubte graue Aktenordner aus den 60ern einsortieren möchte. Sowas würde außerhalb Deutschlands seit Jahrzehnten auch niemand mehr bauen. Mit dem Snøhetta-Entwurf hätte es tatsächlich auch eine gute, zeitgemäße Alternative gegeben. Aber wir sind ja in Berlin, wo man lieber weiter Nabelschau betreibt.
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^ Weil Friedrichshain ein weitgehend geschlossenes Altbauquartier ist, wo Dimension (Kleinteiligkeit), Gestalt, teils auch gestalterischer Anspruch vorgegeben sind. Der Block hier ist ja schon auch nicht gerade klein und eigentlich finde ich die Fassade auf beiden Seiten auch schon zu lang gezogen, obwohl sie mir an sich gut gefällt. Auf der Visualisierung sieht man ja nur einen kleinen Abschnitt zur Warschauer Straße hin, der sich sehr schön in den Straßenzug einfügt. Die Projekte in Mitte, die du ansprichst, befinden sich dagegen oft in weitläufigen, unattraktiven Gebieten, in denen es keine positiven Orientierungspunkte gibt.
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Das ging ja wahnsinnig schnell! Bin gespannt auf das neue Erscheinungsbild. Gut, dass Macron sich durchgesetzt hat mit seiner Entscheidung für einen originalgetreuen Wiederaufbau. Zeitgenössische Architekten dürfen sich gerne erst einmal selbst am Neubau eines solchen Meisterwerkes versuchen, bevor sie meinen, eines "verbessern" zu können.
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Gerade die historischen südeuropäischen Städte sind doch die am dichtesten und engsten bebauten und das sicherlich nicht ohne Grund, denn in den engen Gassen ist es meist angenehm kühl und schattig. Bei Grünflächen geht es hingegen eher um das Wie. Sind sie begrenzt / umfrieded oder nicht. Den Blockrand kann beipielsweise auch ein ansprechend gestalteter Zaun, eine Mauer oder eine Hecke fortführen. Dann sind sie für die Anwohner auch nutzbar.
Zur Stendaler Straße 1: Die "Stahlfront" ist ja ein starkes Stück, die Hofanlieger tun mir leid. Sowas darf eigentlich nicht sein...