... mich würde aber sehr interessieren, wer noch da gewesen ist und wie ihr die Entwürfe einschätzt?
Ich war gestern auch vor Ort und kam etwas später dazu, als die Beurteilung der 4 Entwürfe durch das Publikum begann. Mein Favorit war ebenfalls eindeutig Larsen, da sein Hochhaus sich m.E. am besten zu den anderen beiden (Waldorf und Upper West) gesellt in Bezug auf die Fernwirkung und vor allem mit dem angedachten potentiellen öffentlichen Garten in einem Glaskubus als Dachabschluss. Für mich das interessanteste Feature von allen Entwürfen. Es sah so aus, als ob dieser Glas-Abschluss auf den 120 Metern aufsetzt, so dass der Turm etwas an Höhe gewinnt über knapp 2-3 Etagen. Zudem zeigte Larsen eine interessante Gestaltung für die Passage zum Innenhof.
Mäcklers und Cobes Entwurf fand ich städtebaulich am schwächsten. Mäckler schiebt die beiden Hochhäuser ineinander, so dass eine Art gestaffelte Hochhausscheibe entsteht, die in der Fernwirkung aus bestimmten Sichtachsen viel zu massig wirkt. Im persönlichen Gespräch sagte er mir, es wäre eine große Herausforderung gewesen, die BGF Vorgaben des Investors mit der Höhenbeschränkung auf dem Areal umzusetzen. Er hätte lieber nur ein Hochhaus geplant.
Zudem finde ich seinen Ansatz bei den Wohnungen private Höfe zu schaffen im Geiste der Berliner Innenhof-Kultur, zwar interessant aber nicht unbedingt angebracht in dieser zentralen Innenstadtlage. Ansonsten ist sein Vorschlag eines runden Atriums in Form eines öffentlichen Gartens durchaus interessant, der sich die großen Europäischen Passage (z.B. Galleria Vittorio Emanuele in Mailand) als Vorbild nimmt und eine Durchwegung zum Los Angels Platz vorsieht.
Cobe setzt auf nachhaltiges Bauen mit viel Holz und Fassaden Bepflanzung, so wie ich das interpretiert habe. Die Fassaden der beiden gedrungen wirkenden Hochpunkte haben dadurch eine etwas unharmonische Fernwirkung wie ich finde.
Chipperfields Hochhaus gefiel vielen der Anwesenden schlicht aufgrund der Höhe, allerdings hat sein Entwurf m.E. große Schwächen bei der Gestaltung des Innenbereiches des Areals da er nur auf Durchwegung in Form von Gassen setzt, die mir etwas eng erscheinen und keine Öffnung als Platz vorsieht. Ausserdem mag ich die Idee des im UG "versteckten" Warenhauses nicht. Der Kudamm lebt schliesslich von den Schaufenstern!
Ein Vertreter von Signa sagte mir dann noch, dass eine endgültige Entscheidung wohl erst nächstes Jahr vorliegen würde, da wohl nach der initialen Entscheidung nochmal ein individueller Fassaden Wettbewerb ausgeschrieben würde für die Hochhäuser. Das wunderte mich ein wenig.