Für mich ist das eine ganz nette begehbare Dekoration eines Hotelatriums, mehr aber auch nicht. Und erst recht nichts was man mit dem Supertree-Hain etc. anderswo vergleichen müsste. Es sieht auch irgendwie ziemlich 90er aus aber dadurch passt es wieder zur Architektur.
Beiträge von Camondo
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Schöne Bilder Merlin.
Ich finds immer noch sehr schade, das hier die Höhe betreffend nicht mehr zu haben war.
In dieser Lage, Downtown City-West, hätte es den kleinen Cluster um den Breitscheidtplatz herum sehr gut getan noch einen Vertreter mit 100 Metern zu sehen.
… Ich sehe gerade, in 2018 wollte ich hier sogar 150 Meter haben… man wird bescheiden mit der Zeit.
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@ Alle
… entschuldigt, meine neue französische AI ( Le Chat), die eigentlich sehr zuverlässig ist, hat mich in diesem Fall , was den Bauherrn und somit die Gestaltung der Botschaft betrifft, im Stich gelassen.
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….Au Weia, Verschwörungsalarm: Ich weiß was, was Du nicht weißt. Da bin ich raus...
Ausgerechnet die PIS-Partei hätte auf nationalistische Symbole Unter den Linden mit Sicherheit größten Wert gelegt, ist aber offensichtlich nicht der Fall. ..
Eben nicht. Sie wollten auf keinen Fall eine schöne, angenehme, oberflächliche Architektur für ihre Botschaft.
So ist es doch viel durchdachter, häßlich, abweisend, manche interpretieren es als „ Berliner Stil“ , und es regt dadurch vielleicht sogar zum nachdenken an…. Funktioniert doch auch hier im Forum ganz gut. Warum um alles in der Welt haben die Polen uns diesen Trumm an unseren schönen Boulevard gesetzt …? Was wollten sie uns nur damit sagen? „Denkmal“ im wahrsten Sinn.
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…. Eine Botschaft - also Landesvertretung - repräsentiert doch immer primär das hierdurch vertretene Land - nicht das ggf. problematische Verhältnis oder sogar direkt das Gastland. Die Architektur wird mE jeder Passant intuitiv mit dem dadurch vertretenen Land assoziieren, auch die vielen internationalen Gäste in der Berliner Innenstadt. Da wäre so eine vermeintliche Geste mE völlig verfehlt.
Aber auch im Stil des Gebäudes sehe ich keinen Anlass für so eine Deutung. Es entspricht dem Zeitgeist (den man durchaus kritisch wahrnehmen darf), wirkt aber immer noch wertig und solide. Ich empfinde es zudem durchaus als respektvoll (vielleicht sogar etwas zu respektvoll), wenn sich eine Botschaft nahtlos in ihre Umgebung einfügt …
…. Keine Frage, so sollte es sein, normalerweise.
Aber das war nicht de Denkweise der alten polnischen PIS-Regierung. Mit ihrer Botschft hier haben sie quasi einen Coup gelandet.
Die Deutschen wollen, das wir unsere Botschaft hier an ihrem „Pracht-Boulevard“ bauen, gut, kein Problem, aber nicht so wie sie sich das vielleicht wünschen würden.
Dieser Bau ist für mich eine neugebaute Ruine, mit seinen leeren Öffnungen tiefen dunklen Einschnitten soll er mehr an ein von den Deutschen zerstörtes Warschau/ Polen erinnern als das er einen puristisch modernen Stil das Wort redet. Die Regiergunen mögen gehen, der Bau bleibt als Mahnmal und auch „en face“ den „russischen Freunden“ gegenüber mit einer ähnlich verhängnisvollen Geschichte in Bezug auf Polen.
Man muss schon sehr naiv sein, das alles nicht sehn zu wollen oder nicht erkennen zu können.
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… mir geht es ganz anders als meinen zwei Mitforisten zuvor.
Der Bau löst ein Frösteln bei mir aus und ich empfinde ihn als eine von der alten polnischen Regierung gezielt hier Unter den Linden platzierte Unverschämtheit.
Unvorstellbar, das eine neue polnische Botschaft mit diesem Look so in Paris gebaut worden wäre
Das hat schon was von „Spiegel vorhalten“
Man muß auch sagen können wenn etwas nicht stimmt und nicht alles wie mit einem Weichspüler behandelt verklausuliert sich schönreden zu versuchen.
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^ … Danke für das aufschlußreiche Filmchen, das ich eher kritisch bewerte.
Ene Rekonstruktion des Treppenhauses…. , kann man machen wenn man dafür soviel Geld auftreiben kann. Es sieht für mich jetzt nicht nach einem herausragenden Werk des Barock aus, wie zum Beispiel die Treppenanlage in Schloß Augustusburg/ Brühl. Es ist eher gediegener barocker Durchschnitt.
Was mir hingegen übel aufstößt bis mißfällt, ist das ständige Auftauchen des Nationaldenkmals wenn auch in vereinfachter Form, ohne Kaiserstandbild und Bronzen. Soweit ich weiß ist hierzu genug Wasser die Spree hinabgeflossen, als das man sich hier nicht zu Schade ist permanent von oben oder zwischen den Säulen des Nationaldenkmals hindurch einen Blick auf die Schloßfassade zu zeigen. das wird so niemals umgesetzt.
Von daher ist das keine seriöse Animation. Leider versucht man es immer wieder gefasste Beschlüsse auf diese Art und Weise zu degradieren und zu unterlaufen.
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^... Ganz so brutal möchte ich es nicht ausdrücken aber im Prinzip hast Du und Endell natürlich recht. Auch wenn es sich hier um einen Neubau der “gehobenen" Kategorie handelt.
Naturstein, große Glasflächen, etc vermitteln zumindest den Eindruck.
https://www.bauwens.de/de/projekte/no6
... es gab ja auch einen Entwurf von Graft-Architekten:
https://graftlab.com/projects/nollendorfplatz
… aber beide nehmen gestalterisch keinen Bezug zum benachbarten historischen Theater-Gebäude
Retrospektiv ist die Gestaltung des Platzes, Grünflächen und Gebäude, ein bunter Potpourri der letzten 80 Jahre. Ich erinnere mich noch gut an einen der letzten Altbauten gleich gegenüber des Nordausgangs des U-Bahnhofes Ecke Kleiststr./Karl-Heinrich-Ulrichs-Str. Eine schöne alte Villa mit einem von Schmiedeeisen umzäunten kleinen Garten. Ende der 90er wurde der Garten rückgebaut und der Villa ein zeitgemäßes Lifting verpasst, sodass sie als solche nicht mehr erkenntlich ist.
Der Platz selbst ist wie Du richtig schreibst, in seiner alten Gestalt nicht mehr zu retten.
Ich hatte immer gehofft, dass irgendein kulturbegeisterter Investor sich des Metropol-Theaters/Goya annimmt, die alte Piscator-Bühne wiederaufbaut, denn jetzt steht ja nur noch das Vestibül, und dort das Berlin Musical schlechthin “Cabaret“ seinen ständigen Aufführungsort findet. Das wäre solch eine Belebung und Goldgrube für den Nolli und das ganze Viertel. Hoffentlich liest das hier einer dieser Herren mit Geld und Sinn für Kultur in kargen Zeiten! … sodass sich für den Nolli dann ganz neue und andere Perspektiven böten.
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^... wenn jetzt noch die Rahmung des ovalen Fensters über der Einfahrt farblich und in der Teilung, (diese war im Vorzustand deutlich besser) den restlichen sehr schönen Fenstern angepasst wird, will ich gerne in Deinen Lobgesang miteinstimmen.
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^... Danke Betonkopf für diese Visus. Eigentlich, und das war mein erster Gedanke, ein schönes Projekt. Mein zweiter Gedanke war, eigentlich schade um diesen Standort, nur 10 Etagen zu bauen. Hier wäre doch auch ein prima Standort für einen 130-150 Meter-Turm.,
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.... Außerdem sind diese nicht im historisch gestimmten Chorton gestimmt und Streit wegen der historischen Inschriften gab es auch.
Soll heißen, dass man für Glocken sammelt die ohne die umstrittenen historischen Inschriften gegoßen werden, oder wie darf ich das verstehen?
Ich kann Deine verlinkte Seite zum Spendenaufruf diesbezüglich leider nicht öffnen.
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.... Für die 51 Glocken des Friedenscarillons wird noch um Spenden geworben.
Ich dachte die Glocken wären bereits 1987 wiederhergestellt worden auf Initiative der Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel e.V.,
Eine Initiative die auf den Oberstleutnant Max Klaar der Winkelmammkaserne in Iserlohn zurückgeht. Hier wurde das Glockenspiel.welches aus Spenden finanziert wurde auf dem Paradeplatz der Kaserne aufgestellt und nach der Wiedervereinigung der Stadt Potsdam geschenkt. Dort steht es auf dem Plantage genannten Platz und steht seit 2021 unter Denkmalschutz.
Wozu braucht man denn dann eine doppelte Nachbildung wenn das Glockenspiel doch bereits nachgebildet vorhanden ist?
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... mit dem Betrag, den dieses Aquarium kostet hätte man besser und nachhaltiger die Rummelsburger Bucht direkt vor der Haustüre Schadstoffsanieren können. Irgendwie schon paradox, so ein strahlend weisses Aquarium direkt an der der vorsichhindümpelnden belasteten Rummelsburger Bucht. So schön und expressiv es sich auch präsentiert ...
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^... Danke Bauhelmchen
Die neuen Fassade sieht sehr gut aus, zumindest was ich zum jetzigen Zeitpunkt beurteilen kann. Und... es ist bis auf das eloxierende Glas zuvor fast der selbe Eindruck. Die dunkle Fassade dort war emblematisch und stilprägend für diesen kurzen Abschnitt in den 70er Jahren wo dieses Material verwendet wurde. Ähnlich dem ehemaligen Ministerium für Außenhandel der DDR in der Friedrichstraße. Wenn auch die restliche Neubebauung des Areals hier qualitativ nicht ganz mithalten kann, ist es doch ganz gut gelungen das neue Quartier hier.
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^.... na dann laß uns doch mal teilhaben an Deinen hoffentlich überzeugenden Beispielen für Nachverdichtung in repräsentativen Plattenbauquartieren der 60er Jahre..
Ich brenne ..... es zu sehen.
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ich glaube nicht, dass man die Berliner Blockrandbebauung mit ihren 22 Meter hohen und bis zu 100 Meter langen Häuserfronten und breiten Straßen, im entferntesten mit mittelalterlichen Medinas in Südspaniein oder Sizilien vergleichen kann. Ich selbst habe 22 Jahre in einem solchen Kiez, nähe Nollendorfplatz gelebt. Intakter Blockrand, 1.Etage, erster Hinterhof. Im Sommer war's nicht zum aushalten besonders in der Nacht, wenn auch noch die Russen im Garten gegrillt haben.
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^... es ist aber auch erwiesen, dass in Zeiten der sich aufheizenden Innenstädte gerade solche kleinen Grünflächen für einespürbare Senkung der hohen Temperaturen im Sommer sorgen. Das bewirkt auch gerade die aufgelockerte Bebauung und Öffnung zum Kanal hin.
Berlin hat sich da international in eine ziemliche Aussenseiterposition bugsiert.
Blockrand und Traufhöhe sind in Anbetracht der Klimaerwärmung nicht der Weisheit letzte Schluß, abgesehen davon dass die aufgelockerte Bebauung mit Höhenunterschieden auch für etwas Abwechslung im sonstigen Einerlei sorgen.
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Eine Woche vor Wiederöffnung von Notre Dame de Paris
Heute war ein weiterer Schritt zur Wiederöffnung von Notre Dame de Paris. Der Präsident Emanuel Macron mit Gattin, die franz. Kulturministerin Rashida Dati, die Präsidentin der Region Ile-de-France Valerie Pécresse, die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo und der Erzbischof von Paris sowie der leitende Architekt, begingen unter dem Beifall aller am Wiederaufbau der Kathedrale beteiligten Handwerker und Künstler eine mehrstündige Informationstour durch die neu erstrahlte Kathedrale. Die offizielle Eröffnung ist am 6. Dezember 2024, wie von Macron versprochen, 5 Jahre nach dem verheerenden Brand.
Nach den ersten Eindrücken... ich habe die Sendung im franz. Fernsehen verfolgt, ist die Kathedrale von Innen nicht mehr wiederzukennen. War sie vorher doch ziemlich finster bis dunkel, erstrahlt sie jetzt in einem unglaublich unschuldigen weiss des Pariser Kalksteins. Für mich hat die Wirkung der großen Fensterrosen aus dem Mittelalter dadurch sehr an Mystik und strahlkraft verloren. Müssen sie jetzt doch mit dem strahlenden Innenraum konkurrieren, den sie zuvor dominiert haben.
Nichtsdestotrotz ein unglaubliches Wideraufbauwerk auf das mit Recht ganz Frankreich sehr stolz ist.
Hierzu auch ein freizugänglicher Artikel auf SPON:
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Dem möchte ich noch etwas zufügen. Generell war es ja so, dass Buntglasfenster in romanischen oder gotischen Kirchen ja die Aufgabe hatten den Gläubigen, die großteils nicht lesen konnten, erst recht nicht Latein, auf anschauliche Weise die Geschichten der Bibel bildhaft zu vermitteln. Und was auch sehr wichtig war, die Lebensgeschichte und Passion Jesu. Einige haben auch die Geschichte ihres Namensgebers/in in diesem Fall wäre es die der Heiligen Hedwig, auf den Glasfenstern erzählt.
Und dies vermisse ich etwas sehr in dieser Kathedrale, die ja der heiligen Hedwig gewidmet ist. Wo ist der bildhafte Bezug?
Wenn man es nicht mit den Fenstern machen wollte dann wenigstens mit einer Statue der Heiligen.
Nun. was nicht ist kann ja noch kommen. Vielleicht spendet der Papst ja eine Darstellung der Hedwig.
Die Fenster, Du hast es schon angesprochen, vernebeln das Licht ungemein, mir ist der Effekt hier zu metaphysisch.
Wer sich in kirchlicher Glaskunst etwas auskennt, wird auf kurz oder lang, mit dem Künstler Pierre Soulages und seinem fantastischen Werk die Fenster der Abtei im französischen Conques betreffend, Bekanntschaft machen. Pierre Soulages hat hier in einer unglaublich schönen romanischen Abtei alle Fenster gestaltet. In weissem Glas nur unterbrochen von den schwarzen Linien der bleiernen Verglasungen. Das Ergebnis ist sehr beeindruckend, nobel und zurückhaltend. Die Art der Gestaltung hätte ich mir auch gut für Berlin vorstellen können.
Wen es interessiert, hier eine Adresse mit vielen Fotos, der Fenster und der Arbeitsweise von Pierre Soulages in Conques:
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^.... Fazit: Also genau das was in Berlin noch gefehlt hat.
Ich finde den Innenausbau garnicht so misslungen wie hier einige Foristen bemerken. Schliesslich sind dies nicht die Zeiten der Gegenreformation, wo man versuchen musste, die Evangelischen durch grandios üppigen Figurenschmuck und überbordende Dekoration unter Verwendung von viel Gold, zur Rückkehr in den Schoß der katholischen Kirche zu bewegen.
Die Zeiten sind hart die Zeiten sind karg. So bleibt sehr viel Raum für Kontemplation und das besinnen auf's Eigentliche. Ist ja nicht das Schlechteste.
Auch wenn ich mir einen weiteren farblichen Akzent gewünscht hätte, sei es durch knallbunte Bestuhlung oder einen wunderbaren großen, alten Lüster, hervorgerufen, die die Strenge und Kälte ein wenig brechen würden. Es fehlt nur an wenigen aber guten Details. Und schon ist die Kuh vom Eis.
... und warum sollte dieser enorme Raum nicht auch für Glaubensübergreifende Veranstaltungen, natürlich dem Duktus der Kathedrale nicht zuwiderlaufende, genutzt werden können? Im Kölner Dom gab es auch Techno-Konzerte. In der Kathedrale von Reims ebenso.
In Einem möchte ich Architektur-Fan Recht geben. Wenn irgendwann mal mehr Geld vorhanden sein sollte. stünde es diesem Gebäude gut zu Gesicht, und damit auch dem ganzen historischen Umfeld, wenn die Kuppelform äusserlich angepasst würde samt Rückkehr der Laterne.
Gerne hier nochmal aus meiner Sammlung der Kupferstich von Ringle/Engelbrecht mit der Darstellung der Kuppel von Knobelsdorff, Foto von mir.