Beiträge von ChemLE

    Riebeckstr. 37

    @ Altbaufan
    Es freut mich, dass hier noch jemand einen haarsträubenden Verwaltungsakt und den damit einhergehenden inneren Widerspruch im Verhalten der Stadt nicht mit einem ergebenen Nicken zur Kenntnis nimmt.


    Allein in der Mierendorffstr., etwas nordöstlich der Riebeckstr. gibt es nahe dem Bahndamm fünf Häuser in teilweise erbärmlichen Zustand. Die scheinen aber nicht der Stadt zu gehören und sind meines Wissens glücklicherweise auch nicht zum Abbruch freigegeben, obwohl sie seit mindestens fünf Jahren unbewohnt sind.
    http://goo.gl/maps/Slbcv


    Die Erhaltung der Bauten in der Riebeckstr. gelingt wohl, wenn Dächer und Fenster wieder abgedichtet werden. Das sollte nicht allzu schwer sein.


    Außerdem wäre es von städtischer Seite wichtig dem Liegenschaftsamt die Zuständigkeit zu schneller Vermarktung zu entziehen, die Verträge zum Gebäudeabbruch rückabzuwickeln und den Abbruchbescheid aufzuheben.


    Angesichts des gänzlich intakten Vorzustands ist es absurd, dass die Stadt einen Zeitrahmen vorgibt, in dem das Objekt verkauft bzw. genutzt sein soll, weil es andernfalls zum Abriss freigegeben wird.
    Genau das passiert hier.
    Besonders grotesk erscheint da die vermeintliche Wertschätzung des Eckgebäudes zur Witzgallstr. durch das Liegenschaftsamt. Dieses Haus war bis vor zwei Jahren in exakt gleichem baulichen Zustand wie die sechs jetzt zum Abbruch freigegebenen.

    Hier soll sich wiederholen, was im Leipziger Westen an einigen Stellen bis heute städtebauliche Narben hinterlässt.
    Sage niemand, dass sich Geschichte nicht wiederholt. Es kommt nur darauf an, ob man gerade hinschaut!


    @DaveLE
    Du bist ja erfahrungsgemäß gut informiert und nah an der Materie.
    Da sehe ich es gern, dass auch von behördlicher Seite zunehmend Interesse am Erhalt aller genannten Wohnhäuser besteht.




    Im Übrigen steht der Leipziger Osten noch immer am Anfang einer mittel- bis langfristigen baulichen Gesamtwiederherstellung.


    Ein Beispiel dafür, dass es auch völlig anders geht, ist die Villa Krause. Vom Ausgangspunkt der Sanierung ähnlich hoffnungslos wie das Bauprojekt in der Aurelienstr.
    Dort hat sich seit vergangenen Herbst schon einiges getan.


    Hier der google-Link:
    http://goo.gl/maps/TjkUu


    Ein umfangreich bebilderter Artikel der LVZ:
    http://www.lvz-online.de/leipz…/r-citynews-a-155378.html


    Ich poste später einige aktuelle Bilder dazu

    Dr. Zott hat mit seinen Beispielen alles gesagt.
    Die Entwicklung kommt durch gegenseitige Impulse. Erst wenn ein Altbau saniert wird, folgt auch die Bebauung der Brache auf der Ecke Stötteritzer Str./Riebeckstr. Die Stadt hat hier alle Gestaltungsmöglichkeiten in der Hand. Wozu der unsinnige Abriss von Altbestand aus Prestige-Gründen, nämlich dem "Stadtumbau" zur Olympia-Bewerbung, geführt hat, sieht man in Leipzig in der Friedrich-Ebert-Str. Das ist ebenfalls eine Durchgangsstr. im Leipziger Westen. Inzwischen ist der gerettete Altbestand solide bis edel saniert, dazwischen aber herrscht noch Abbruch-bedingte Leere.
    Lieber nothor, Leipzig ist eine Reise wert, schau es Dir mal in Natura an!

    Riebeckstr. 37

    So sehr ich Gegenmeinungen als Salz in der Suppe schätze, das Argument die Sicht auf einen Plattenbau verunmögliche jeden Erhalt bzw. jede Investition verfängt nicht. Dann nämlich hätte im Seeburgviertel keine Entwicklung stattgefunden.
    Den schönen Ausblick gibt es im Übrigen sehr wohl, nämlich zur "Balkonseite" nach Osten, wo der zuvor dokumentierte und recht herrschaftliche Backsteinbau von St. Laurentius und der Johanniter-Akademie liegt.
    Deshalb mein Hinweis, dass die sofortige Verwertung des Gebiets für städtischen Besitz an dieser Stelle unrealistisch ist. Das Ensemble ist erhaltenswert und die Stadt gehalten Alternativen zur Brachenschaffung auszuarbeiten.
    Möglicherweise werden Interessen der Nachbarn wegen eines Investitionsversprechens höher eingestuft als der unabweisbare städtebauliche Aspekt. Das halte ich für untragbar.
    Warum soll der Steuerbürger den Abriss intakter Baukörper finanzieren, damit nach der Wertvernichtung des Bestandes ein bloßer Verkauf des Bodens zum niedrigen qm-Richtwert dieser Gegend erfolgen kann?
    Ein klassischer Fall für den Rechnungshof.
    Zunächst sollten wohl die reichlich vorhandenen Brachen bebaut werden, bevor man neue Wunden schlägt.

    Riebeckstr. 37

    Die Riebeckstr. ist eine vielbefahrene Straße im Leipziger Osten. Die positive Entwicklung der Oststr. -ebenfalls eine Durchgangsstr.- wenig nördlich zeigt aber, dass der Leipziger Osten erst am Anfang steht. Ältere Bauten müssen gesichert werden, damit dieser Impuls in fünf bis zehn Jahren noch greifen kann. Wer jetzt abreißt, schafft vor allem Fakten. Politisch Verantwortliche müssen sich fragen lassen, warum an der Riebeckstr. nicht gilt, was an der Georg-Schumann-Str. mit viel Geduld und Zwischennutzungskonzepten ermöglicht wurde.
    Im übrigen wäre eine Gebäudesicherung nicht nötig gewesen, bevor das Abrissunternehmen beinahe alle Fenster entfernt hat. Jetzt überlebt die Gebäudezeile vielleicht noch zwei Winter, bis sich die städtischen (!) Auftraggeber vom Liegenschaftsamt die Hände reiben können, weil die Abrissfähigkeit erfolgreich herbeigeführt wurde.
    Ich möchte gerne wissen, was sich/uns die Stadt diesen Abriss kosten lässt.


    St. Laurentius




    Die St. Laurentius-Gemeinde könnte einen Kindergarten ebenso gut auf die wildbewachsene Brache an der Stötteritzer Str. bauen, die zwischen Sportplatz und dem Abriss-bedrohten Ensemble liegt.



    http://goo.gl/maps/O1LmM


    Ganz zu schweigen von der einladenden Situation auf der gegenüberliegenden Kreuzungsseite. Der Brachflächen sind in dieser Gegend ganz sicher noch nicht genug, man schaue nur in Richtung Prager Str.



    Genug der Worte, Impressionen des Vergänglichen
















    Blick nach Süden



    Die Situation zur östlichen Nachbarschaft



    -Bilder von mir, so nicht anders vermerkt-

    Riebeckstr. 37, ehemalige Zweiganstalt des Johannishospitals

    Eindrücke von der Abriss-gefährdeten, ehemaligen Zweiganstalt des Johannishospitals

    Riebeckstr. von Nordwesten

    Riebeckstr. von Südwesten

    Einzelgebäude in der Stötteritzer Str.

    Blick zur Hofseite

    Alle Treppenhäuser sind noch weitestgehend intakt

    Die Dächer sind abgesehen von geöffneten oder bereits ausgebauten Fenstern dicht.

    Die letzte Strangsanierung im Keller ist noch nicht lange her.

    Die Fußbodenbelänge sind an manchen Stellen bereits herausgerissen.


    Das beauftragte Abrissunternehmen hat das Gelände abgesperrt und die Beerdigungsankündigung am Zaun hinterlassen.

    Warum die Stadt ein ganzes, in der Bausubstanz offensichtlich noch unbeeinträchtigtes Gebäudeensemble in Blockrandbebauung abreißen lassen will, erschließt sich mir nicht. Ohne eine klar formulierte Nutzungsalternative soll hier Platz geschaffen werden. Eine Gebäudesicherung wäre stattdessen angebracht, wo eine sofortige Verwertung auf Grund des schwierigen Wohnumfelds nicht möglich ist.


    -Bilder von mir, so nicht anders vermerkt-