Hochhaus „EDGE East Side“ + „East Side Mall“ (140 m | in Bau)

  • Architektur-Fan: Ich meine dieses Teil hier. Wird wahlweise City Cube oder nur Cube genannt. Mit dem Projekt am Hauptbahnhof hat das abgesehen vom Namen nichts zu tun. War aber auch nur ein beliebiges Beispiel für einen gut ausgelasteten Funktionsbau, der in seinem Bereich den Standort Berlin gestärkt hat. Letztlich ist Ästhetik oft auch nur ein Faktor von vielen. Womit ich nicht sagen möchte, dass mir Ästhetik egal wäre!


    ElleDeBE: Den Austausch hatte ich gelesen aber den entsprechenden Beitrag nicht so monokausal (O2-Arena = Platz 3) interpretiert. Ich habe es so verstanden, dass auch solche Projekte einen wichtigen Beitrag zu der Entwicklung geleistet haben und da würde ich auch zustimmen. Allein die ganzen zusätzlichen Veranstaltungen mit teilweise großer Strahlkraft spielen definitiv eine Rolle. Die Formulierung vom "angeblichen 'Hotspot'" sehe ich daher als unpassend bzw. sachlich nicht zutreffend an. Generell habe ich den Eindruck, dass im DAF (also nicht nur auf Dich bezogen) in letzter Zeit wieder einiges recht stark durch eine ideologische Brille betrachtet wird, was ich schade und mitunter auch etwas anstrengend finde. Das fällt mir seltsamerweise besonders bei diesem Areal hier sehr auf. Dagegen ist es beim Humboltfotum inzwischen ja richtig harmlos und sachlich.

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  • buergm, jan85, Danke! Jetzt hab ich's verstanden. :)


    Zurück zum Thema: ich sehe das genauso wie Jan85


    Aber hier wird gefühlt erwartet, dass in Spreenähe selbst ein Kino einen Hauch vom Guggenheim Bilbao versprüht.


    Der Sex-Appeal dieser Gegend besteht nicht in der architektonischen Schönheit, (die ja ohnehin subjektiv ist), sondern in der unglaublichen Dynamik. Es ist nicht alles schön, was hier gebaut wird. Und trotzdem ist's attraktiv, weil es einfach unglaublich schnell vorangeht, weil einfach unglaublich viel Neues gebaut wird.

  • ^^ Ich finde umgekehrt die wiederkehrende Ideologieunterstellung gegenüber Ansichten, die man nicht teilt, "etwas anstrengend", weil aufgrund der Vieldeutigkeit und daher Unbestimmtheit des Ideologiebegriffs vollkommen dunkel bleibt, was damit genau unterstellt wird und man daher darauf schlecht antworten kann. Also, weil Du auch mich angesprochen hast: Welche "ideologische Brille" soll ich Deiner Ansicht nach tragen?

  • Sorry aber ich denke auch hier wird Ursache und Wirkung verwechselt!


    Den ersten Run in dieses Gebiet gab es durch das Entstehen der East Side Gallery, da gab es weder ne Multifunktionsarena noch sonst was.


    Es war genau die Mischung von Kunst, Alternative Szene (Clubs) Alternative Musik(Postbahnhof) die Leute aus der ganzen Welt angezogen hat. Die bewirkt hat das aus nem stehengebliebenem Mauerrest ein Kunstwerk geworden ist.


    Und Orte wie diese haben den Ruf Berlins als hip, kreativ, tolerant, etc. in die Welt getragen!


    Und das ist bis heute zentrales Merkmal für die touristische Attraktivität dieser Stadt.


    Danach kam erst die O2 Halle und erst seit einem Jahr gibt's da drumherum überhaupt noch zusätzlich was zu erleben, auch wenn dieses Erlebnis wie standardisiert ist ( In ne Einkaufsmall, dann ins Kino und n Burger bei Five Guys ... Genau datt selbe Programm kannich in Essen auch machen!


    Der einzige Unterschied: In Essen hab ich keinen zur Kunst gewordenen Rest eines antifaschistischen Schutzwalls als Kulisse...

  • ElleDeBE: Ideologie im Zusammenhang mit dem Themenspektrum Investoren/ Kommerz hatten wir doch im anderen Thread zur Genüge. Die Stichwort "Un-Orte" oder "hohle Konsumwesen" sollten doch eigentlich schon ganz gut wiedergeben, wie ich u.a. Deinen Standpunkt dazu wahrnehme. Ich habe halt den Eindruck, dass Du durch diese Grundhaltung alles sehr negativ wahrnimmst. Ich selbst bin da ideologisch eher in der Nähe von Architektur-Fan: Wenn es die Stadt in gewisser Weise ergänzt, Arbeitsplätze und Tourismuseinnahmen etc. schafft, sehe ich es zunächst einmal eher positiv und sehe auch gewisse Mängel nicht so dramatisch.

  • [...]In Essen hab ich keinen zur Kunst gewordenen Rest eines antifaschistischen Schutzwalls als Kulisse...


    Sogar wenn's Sarkasmus ist kann ich da wirklich nur sagen dass doch bitte irgendwann mit diesem Bullshit mal schluss sein könnte...


    Zum Thema: Wir sprechen hier vom Grundstock einer noch weitere zwei drei Dekaden laufenden Entwicklung. Ich würde wetten dass hier mittelfristig - aufbauend auf der heutigen Entwicklung - eines der Highlights Berlins entsteht. Burger und Konsum und keine Ahnung was noch alles sonst so die alternative kreative alternative Seele bedrückt außen vor.
    Ich habe vier Jahre in Los Angeles gelebt wo Anschutz das sehr vergleichbare - wenn auch weit größere - Staples Center und Areal ebenfalls bespielt und war immer beeindruckt/begeistert.
    Egal wie cool und einzigartig und alternativ wir Berlin finden mögen - LA ist mindestens genauso cool und einige Gegenden vergleichbar was Edgy und hip angeht und dort lässt sich so etwas auch positiv integrieren.

  • ^^ Den Ausdruck "hohle Konsumwesen" unterstellst Du mir, den habe ich sicherlich nicht verwendet. Zudem habe ich (fast) ausschließlich den Begriff "Nicht-Ort" verwendet, das ist ein von Marc Augé geprägter Begriff, der, wie ich begründete, mir zur Charakterisierung des Mercedes-Benz-Platzes sehr geeignet erscheint. Warum mit diesem "Stichwort" Dein Ideologieverdacht belegt sein soll, erschließt sich mir weiterhin nicht. Und dass ich "alles sehr negativ" wahrnehmen würde, erscheint mir keine sehr faire Charakterisierung meiner Beiträge im Forum.

  • Sogar wenn's Sarkasmus ist kann ich da wirklich nur sagen dass doch bitte irgendwann mit diesem Bullshit mal schluss sein könnte...


    Was soll da bitte Sarkasmus sein? Der Begriff antifaschistischer Schutzwall wurde von den DDR Oberen gebraucht um die Mauer zu rechtfertigen.


    Und wenn dieses Viertel in Zukunft eines der Highlights Berlin darstellen soll wie Du sagst, muss es um den "Rest" schlecht bestellt sein.


    Ist auch vollkommen wurscht ob Dich Alternative Szene oder Kunst interessiert, die Anziehungskraft Berlins wird jedenfalls nicht aus der Mittelmäßigkeit gespeist die hier vorherrscht!


    Nach wie vor strömt der Grossteil der Besuchermenge die sich aus der Bahnstation Warschauer Straße ergießt in die Kieze in Kreuzberg und Friedrichshain, dort sind die "Hotspots" .

  • Den ersten Run in dieses Gebiet gab es durch das Entstehen der East Side Gallery, da gab es weder ne Multifunktionsarena noch sonst was.


    Das ist richtig. Aber glaubst du, daß Herr Anschutz seine Multifunktionsarena an dieser Stelle gebaut hat, weil hier bereits die East Side Gallery gestanden hat?


    Sorry aber ich denke auch hier wird Ursache und Wirkung verwechselt!


    Die Verwechslung von Ursache und Wirkung würde nur stimmen, wenn die East Side Gallery der Grund dafür gewesen ist, daß die Arena hier gebaut wurde. Dabei hatte die Entscheidung für diesen Standort doch wohl eher andere Gründe. Der erste Grund war, daß es hier eine große, noch unbebaute Fläche gegeben hat. Und der zweite Grund bestand darin, daß hier ein guter Anschluss an die öffent. Verkehrsmittel besteht.

  • ElleDeBE: Die Formulierungen mögen durchaus andere gewesen sein aber Deine Ausführungen gingen ganz klar in die besagte Richtung. Und ob man jetzt hohle Konsumwelten lediglich als solche beschreibt oder auch benennt, macht mE keinen allzu großen Unterschied. Es bleibt so oder so eine sehr konsumkritische (und mE stark wertende) Grundhaltung oder trifft das etwa auch nicht zu? Hierauf bezog sich auch meine Wahrnehmung, dass Du gegenüber Konsumwelten eine durchweg negative Haltung zeigst (also nicht allen Themen gegenüber, wohl aber diesem speziellen Thema) und dann auch in Einzelaspekten kein gutes Haar daran lässt.


    Der konkrete Anlass, der mich stark an den anderen Thread denken ließ, ist Deine mehrfach betonte Andeutung, dass die Arena und das Entertainmentviertel nur ein angeblicher Tourismushotspot sei (immer mit Anführungszeichen wie Du sie auch gerne zur Distanzierung gegenüber anderen Usern nutzt). Eine Wertung, die sich mE wiederum eindeutig nicht mit Zahlen sondern allein mit einer subjektiven Wertung (i.e. hier konsumkritischer Ideologie) nachvollziehen lässt. Begleitet im übrigen auch hier von flankierenden kulturkritischen Aussagen anderer User, die ich definitiv nicht Dir in den Mund legen will, die aber zusammen mit Deinen Aussagen wiederum einen stark wertenden Tenor entstehen lassen. Insgesamt ein klassisches Dejavu, was ja auch nicht überrascht, da es das gleiche Thema geblieben ist.

  • @ Architekturfan: In gewisser Weise läuft das vielleicht auch unabhängig von einander. Eine Multifunktionsarena braucht kein tolles Umfeld um zu funktionieren sondern wie Du sagtest hauptsächlich Platz und nen guten Verkehrsanschluss. In Frankreich war ich mal auf einem Indochine Konzert in einem kleinen Dorf nahe einer Autobahn auf dessen Hügel sich eine 20.000 Plätze Arena erhob, nüscht drum herum!
    Es ging ja zuletzt aber auch um das eventuell übersteigerte Selbstbewusstsein der Berliner, wobei ich mich frage warum es von übersteigertem Selbstbewusstsein zeugt wenn man sich an dieser Stelle ansprechendere Architektur gewünscht hätte. In einem anderen Thread wird gleichzeitig geätzt dass an der Torstraße ( ist auch nicht DIE Prachtmeile Berlins) Architektur entsteht die auch in Bielefeld stehen könnte und der Hauptstadt nicht würdig wäre.


    Ja watten Nu??


    Bei Ursache und Wirkung ging es mir um das Interesse der Touristen an dieser Gegend und die kam durch die Szene und Kunst zustande.
    Das Interesse eines Investors ist ja nochmal was anderes!

  • Ja watten Nu??


    Klar wäre es besser gewesen, wenn es bessere Architektur gegeben hätte. Aber meine These ist, daß das der Attraktivität Berlins keinen Abbruch tut.


    Und Orte wie diese haben den Ruf Berlins als hip, kreativ, tolerant, etc. in die Welt getragen!


    Du selbst benützt die Begriffe "hip", "kreativ", "tolerant". Fällt dir etwas auf? ... Du benützt nicht den Begriff "schön".


    Berlin war nie die schönste Stadt. Was Schönheit angeht, konnte sich Berlin noch nie mit "schönen" Städten wie Paris oder Rom messen. Aber das ist gar nicht entscheidend. Berlin punktet eben mit anderen Dingen. Das meine ich damit, wenn man die Tatasache bewertet, daß auch mal der eine oder andere klotzige Kasten entstanden ist. Die Dynamik ist dennoch beeindruckend.

  • ^ Können wir den Ideologievorwurf vielleicht mal bleiben lassen? "Ideologie" ist tatsächlich ein spannender Begriff, über den sich ewig diskutieren ließe, aber hier läuft er nur darauf hinaus: "Ideologisch" = verblendet. Du sagst hier also: Wer Konsumkritik äußert, ist verblendet. Folglich: ElleDeBE sei verblendet. Das ist aber nicht einfach Tatsache, sondern eine höchst voraussetzungssvolle Aussage, über die man wiederum ewig diskutieren könnte.


    Wenn ich jetzt sage: Stimmt nicht! – dann landen wir bei einer (zum dritten Mal) ewigen Diskussion über Konsumkritik. Wenn ich nichts dazu sage, stimme ich implizit Deiner These zu. Auf beides habe ich keinen Bock. Also lasst doch bitte diesen Ideologie–Vorwurf einfach bleiben!

  • TwistedRoad: Warum machst Du Dich selbst zur Norm für andere? Die Berliner sind wie auch die Berlinbesucher vielschichtig und jeder findet hier seine passenden Angebote. Jeder wird entsprechend die Qualität bzw. Mittelmäßigkeit von Attraktionen anders definieren. Wie schon im anderen Thread würde ich einfach mal empfehlen, einige Rezensionen zum Thema Arena und Co zu lesen.


    Z.B. Mercedes Benz Arena (4,5 von 5 Sternen und das bei relativ vielen Bewertungen)


    Architektenkind: Das stimmt so einfach nicht. Nicht die Ideologie an sich ist für mich verblendet (wir alle haben Ideologien zu unzähligen Themen und ich behaupte auch nicht, dass meine besser oder korrekter sind als andere). Verblendet empfinde ich es höchstens, wenn man die Ideologie so anwendet, dass man objektive Fakten nicht mehr gelten lässt (z.B. dass die MB-Arena kein Hotspot sei). Über viele Dinge kann man gut diskutieren aber so etwas finde ich einfach anstrengend. Ebenso übrigens, wenn man die eigenen Wertungen nicht als subjektiven Standpunkt äußert, sondern als gegebene Norm (Mittelmäßigkeit, Nichts, billig usw. - wohlgemerkt von verschiedenen Usern).

  • jan85: Erstens mache ich mich überhaupt nicht zur Norm für Andere, weder Berliner noch Besucher, das scheint Deine Interpretation zu sein.


    Die Architektur hier ist Mittelmaß, das maße ich mir doch nicht an!


    Zweitens sage ich nichts falsches wenn ich die Attraktivität der einzelnen Attraktionen vergleiche, ich kenne nämlich sowohl Essen als auch das Entertainment Distrikt und kann mir die Beurteilung erlauben dass sich die Erlebniswelten ähneln: In Essen kann ich in der Shopping Mall einkaufen, danach im Cinemaxx ins Kino gehen und anschließend bei Five Guys n Burger essen, soweit ist das ganze komplett austauschbar.
    In Berlin macht der Unterschied dass ich drumherum die Szenekieze habe und die machen die Attraktivität der gesamten Gegend aus!


    Die Qualitäten der Mercedes Benz Arena habe ich im Übrigen nie in Abrede gestellt...

  • TwistedRoad: Also u.a. Dein letzter Beitrag liest sich mE schon stark wertend, insbesondere folgende Abschnitte.


    Und wenn dieses Viertel in Zukunft eines der Highlights Berlin darstellen soll wie Du sagst, muss es um den "Rest" schlecht bestellt sein.


    Die Anziehungskraft Berlins wird jedenfalls nicht aus der Mittelmäßigkeit gespeist die hier vorherrscht!


    Nach wie vor strömt der Grossteil der Besuchermenge die sich aus der Bahnstation Warschauer Straße ergießt in die Kieze in Kreuzberg und Friedrichshain, dort sind die "Hotspots".


    Wenn Du jetzt nachträglich sagst, die beklagte Mittelmäßigkeit soll allein auf Architektur bezogen sein, dann ergibt der Ausschnitt mE keinen Sinn mehr oder sind die angesprochenen Kieze auch nur wegen ihrer Fassaden Highlights/ Hotspots/ mehr als mittelmäßig?


    Und willst wirklich auch Du bestreiten, dass die Arena sehr gut angenommen wird? Ich hatte ja bereits die Rezensionen verlinkt (davon können bspw. die meisten Clubs nur träumen ich hatte das mal vergleichsweise recherchiert). Auch die Geschäftszahlen sind mE seit der Eröffnung durchweg gut. Jetzt zahlt Daimler eine unverschämte Summe nur für die Namensrechte. Irgendwie scheint da alles eher für die These eines Hotspots zu sprechen als dagegen. Mittelmäßig sind die mir bekannten Daten jedenfalls absolut nicht.


    Edit: Du hast Deinen Beitrag offenbar inzwischen bearbeitet. Dennoch sehe ich auch weiterhin eine Diskrepanz. Du magst keinen Zugewinn gegenüber dem (mir unbekannten) Angebot in Essen wahrnehmen und trotzdem kann man den Erfolg ja nicht wegdiskutieren. Strahlkraft hat bspw die Mall allein sicher nicht. Aber Alba und Eisbären, diverse Stars und renommierte Veranstaltungen in Summe dann halt schon. Es kommen auch definitiv nicht alle nur wegen der Eastside Gallery oder den angrenzenden Kiezen dorthin und landen dann zufällig irgendwie in Arena und Entertainmentviertel. Sicher werden es viele kombinieren. Aber da bräuchte man genauere Analysen.

  • ^ Das Wort "Hotspot" ist als Bezeichnung für attraktive Städte oder urbane Orte ein recht junger Begriff, Wikipedia z.B. kennt diese Bedeutung (noch) nicht. (Der negative Gebrauch im Sinne von Kriminalitäts-Hotspot scheint, entsprechend der Bedeutung "Brennpunkt" für "Hotspot", älter.) Dennoch findet man dieses Wort mittlerweile auch im positiven Sinne, als Bezeichnung für "Top-Sehenswürdigkeiten".


    Wenn man die Suchbegriffe "touristische Hotspots Berlin" googelt, landet man an erster Stelle auf der Berliner Tourismusseite Visit Berlin. Auf dieser Seite finden sich auch eine Reihe solcher "Top-Sehenswürdigkeiten", auch die East Side Gallery. Die MB-Arena konnte ich hingegen nicht finden, die East Side Mall auch nicht. Hältst Du deswegen auch die Leute der Berliner Tourismusseite für "verblendet"? Jedenfalls ist die Rede von "objektiven Fakten" verfehlt, "Hotspot" ist ein undeutlicher Begriff und keine quantifizierbare Größe, die man einfach messen könnte, um zu entscheiden, ob sie objektiv zutrifft oder nicht.

  • @ jan85: Sorry was ist hier eigentlich Dein Problem, Du sprichst von Rezensionen, Marktwert, Analysen, etc.
    Ja und selbst wenn ich und andere User hier wertend bemerken was uns an dem ED nicht gefällt, so what? Wir sind hier nicht bei der Industrie und Handelskammer oder dem Verband der Immobilienwirtschaft sondern in einem offenen Forum in dem persönliche Meinungen geäußert werden können.
    Analysen? Jahrelang behauptete die Immobilienwirtschaft, lt. Analysen gebe es zu wenig Einzelhandelsfläche in Berlin, nun geht das Ganze rückwärts weil OMG man hat den Zuwachs des Internethandels falsch eingeschätzt, sowas dummes aber auch! Die Friedrichstrasse befindet sich Mietpreislich derzeit auf Talfahrt...etc.


    Ich bestreite nicht dass die MB Arena gut läuft. Diese 20.000 Plätze Arena allerdings mit den Klubs dieser Stadt vergleichen zu wollen, ist doch vollkommen unmöglich! In die Arena geh ich zum Konzert, wenn die Akustik gut ist ist alles OK. Die Gründe in einen der vielen Klubs zu gehen sind andere. Wenn ich Lady Gaga sehen will werde ich die im Tresor nicht finden (es sei denn für ein spontanes Minikonzert)
    ABER umgekehrt ist es in dem Falle so: Bin ich Lady Gaga Fan, gehe ich natürlich da hin wo die Konzerte gespielt werden, als Fan ist es mir dann relativ egal ob die Riesenarena inmitten Berlins liegt oder in Pritzwalk, dann ist mir doch die Umgebung egal!


    Umgekehrt: Einen entspannten Kudamm Bummel, um 2 Uhr noch ins Kino gehen, wilde Parties im KitKat Club und Gummiparty unterm Berghain, das kannste nur in Berlin und das macht die Anziehung mit aus.


    Übrigens Du pauschalisierst andersherum indem Du behauptest, im ED fände jeder was nach seinem Geschmack. Eine Behauptung die auch absolut nicht nachzuprüfen ist und wohl auch nicht stimmt, hier finden ganz viele Leute nix was sie interessiert, muss ja aber auch nicht!
    @ ElleDeBe: Danke für Deinen Kommentar zum Hotspot, es lag mir auf der Tastatur... :)


  • Nein Berlin kann natürlich schon die ein oder andere Scheusslichkeit vertragen, aber da darf ich doch egoistisch anmerken, dass ich mich als Bürger der Stadt auch mal wieder auf ein Highlight freuen würde...


    Ja und das Punkten mit anderen Dingen...das ist eben ein Problem...wenn man einer Stadt ihre Wildheit austreibt und glatt bügelt ( was überall in Berlin passiert) wird sie langweilig. Und das punktet dann immer weniger...


    Und mit anderen Dinge ist das ebenso: Die Toleranz in der Stadt verändert sich ebenfalls und als z.B. schwuler Mann merkt man diese Veränderung von Zeit zu Zeit bis man feststellen muss: Man lebt hier nicht mehr in einer Atmosphäre für die man überhaupt in diese Stadt gezogen ist... Sorry Off topic...

  • @Twisted Road: Da hast Du mich missverstanden. Ich habe gemeint, dass in ganz Berlin insgesamt genügend Angebote für jeden vorhanden sind. Es ist vollkommen okay, dass nicht jeder den Entertainment District frequentierten möchte, so wie umgekehrt auch absolut nicht jeder Berlinbesucher Lust auf Clubs und 24/7 Party oder alternative Szene hat. Berlin steht auch für Hochkultur, Sport und vieles andere mehr. Im übrigen habe ich auch nirgends etwas gegen Meinungen gesagt, so lange sie als solche deklariert werden und nicht als gegebene Normen.


    ElleDeBE: Hotspot kenne ich zunächst auch einfach als Brennpunkt und als solcher ist der Begriff auf vieles anwendbar, ob positiv oder negativ konnotiert. Zumindest international wird das auch schon länger auf den Tourismus bezogen:


    "a place where there is a lot of activity or entertainment"
    Quelle oxfordlearnersdictionaries.com/topic/the_tourist_industry/hot-spot


    Natürlich ist "a lot of activity or entertainment" irgendwo eine relative Größe. Wo exakt zieht man da die Grenze? Von meinem Sprachgefühl her würde ich es jedoch durchaus auf das Anschutz-Areal anwenden. Die Einträge bei Google, TripAdvisor und Co legen auch in Relation zu anderen Top-Attraktionen der Stadt nahe, dass die Kriterien erfüllt sind und wie gesagt spricht für mich auch das Investment eines internationalen Großkonzerns wie Daimler sehr eindeutig dafür. Letzteres bringt auch noch einmal zusätzliche attraktive Kulturangebote dorthin, da man ähnlich wie auch Anschutz zahlreiche Kooperationen pflegt. Umgekehrt kenne ich keine Definition für "hotspot" oder "tourism hotspot", die gegen eine Anwendung auf das Anschutz Areal sprechen würden (es sei denn man redet generell von größeren Maßstäben wie Mallorca, Berlin, Venedig etc als Stadt oder Region).


    Aber gerade wenn der Begriff für Dich nicht allzu eng definiert ist, frage ich mich sogar umso mehr, weshalb Du eine mögliche Anwendung auf Arena und ED so vehement hinterfragst und immer wieder 'angeblich' o.ä. davor setzt. Wieso willst Du das unbedingt in Zweifel ziehen? Da liegt für mich der interessante Punkt in der Diskussion. Ich habe meine Kriterien für eine mögliche Anwendung ja erläutert. Was sind denn Deine dagegen?


    Die Übersicht von Visit Berlin finde ich übrigens nicht verblendet aber doch eher unvollständig und teilweise auch etwas willkürlich. Die Gärten der Welt etwa sind zwar sehenswert und relativ gut besucht aber doch definitiv nicht unter den best besuchten Attraktionen der Stadt, von denen wiederum einige deutlich populärere fehlen. Da wäre nicht nur die besagte Arena eine logischere Wahl. Diese wird übrigens bei einem Klick auf Eastside Gallery auch mit angeführt und auf verschiedenen Plattformen des Senats auch separat als Attraktion promotet. Tatsächlich aber nicht in dieser Kurzübersicht. Hier spielt vielleicht aber auch eine Rolle, dass Berlin den Tourismus gerade dezentraler aufstellen will und daher lieber Marzahn und Charlottenburg pusht.