Humboldt-Forum / Stadtschloss - Der Bauthread

  • :) ^Schee hat er`s der Stoiber!


    Absolut richtig, dass die Bundesländer keine Lust haben, ständig für Berlin zu zahlen, aber wenn es um das eigene Sendungsbewusstsein dreht ist Berlin als Ort eben doch wieder interessant. Was juckt den Hessen ein propagandistischer, selbstdarstellerischer Neubau des Saarlandes, wenn der in Saarbrücken steht, wo er vielleicht nie ist? Sieht der Hesse jedoch in Berlin, wo jeder Deutsche früher oder später ist, zumindest weiß, dass es die unbestrittene Hauptstadt ist ein beeindruckendes Gebäude oder einen fetten Saal und es prangt dick "Saarland" dran, nimmt er es schon eher wahr und fragt, so meine Wunschvorstellung: was ist denn von den Hessen da? Nichts? Lass was bauen/spenden, wir sind doch nicht unwichtiger als das Saarland! Ein bisschen wie die großen Modefirmen, die immer ein schickes Flagship brauchen wo es hip ist, gerade wenn das Konkurrenzlabel schon da ist.


    So waren zumindest meine Gedanken und Hoffnungen. Warum also regulieren und Übertrumpfungsgehabe bremsen? Im Gegenteil: Freier Wettbewerb der Bundesländer! Von mir aus kann auch eine Büste vom Kini in einen rekonstruierten Weißen Saal ;)

  • ^als Schloss ist es ein Preußenbau, als HUF ist es ein Museum der Weltkulturen. Zu beiden Aspekten der "Janusköpfigkeit" des Gesamtbaukörpers passt ein Konzept von "Wappensälen" für die einzelnen Länder einfach nicht, umgekehrt würde das nun einmal die gute Idee, mit Namensgebung historische Persönlichkeiten zu ehren, zerstören.


    Die Länder sind mit dem Bundesrat und nicht zuletzt den Abgeordneten, die sich ja aus den einzelnen Ländern rekrutieren (Stichwort Landesliste!), mehr als gut beim Bund vertreten. Sie machen den Bund ja überhaupt erst aus (eben wortwörtlich den Bund, das Bündnis, der 16 Länder des Bundes). Sie finanzieren daher ja schon unter dem Alias "Bund" kollektiv das Humboldtforum größtenteils. Der "Bund" hat ja kein eigenes Territorium und außer dem Zoll keine eigenen Einnahmen. Alles von den Ländern "abgeleitet", deren "Teamname" sozusagen "Bundesrepublik" lautet. Alles, was der Bund baut, ist zugleich auch immer ein föderales Projekt.


    Daher kam bis auf die IHK (!) aus BaWü ja bisher auch niemand aus den Ländern auf solch eine glorreiche Namensspende.

  • Trotz Allem ist es aber offensichtlich doch so, dass über die Verknüpfung von Grossspenden mit der Namensgebung von Räumen im HUF keine Übereinstimmung herrscht. Der Förderverein impliziert zumindest eine persönliche Verknüpfung des Spendenden mit dem Gebäude wenn denn gewünscht, die HUF Intendanz wünscht "große Namen", das Kulturministerium lehnt Namen lebender Personen ab. Nach einem einheitlichen abgestimmten Konzept hört sich das nicht an und verschreckt wirklich zukünftige Großspender.
    Liebe Schwaben. Gebt die 5 Mio her, wünscht euch einen Margarete Steiff Saal, dann ist das schwäbische Unternehmertum berücksichtigt, es ist ein international bekannter großer Name und keine lebende Person und kein Bundesland fühlt sich benachteiligt!

  • Einbau von Originalfragmenten/ Spendenstand über 70 Mio

    Bei TV Berlin gibt es einen mE hoch interessanten(!) Beitrag zum aktuellen Stand. Eigentlicher Aufhänger ist die jüngst vorgenommene Einfügung der beiden relativ gut erhaltenen Hermen Frühling und Sommer im Lustgartenportal. Dazu gibt es einige interessante Hintergründe. Auch sonst sieht man diverse Arbeiten etwa an den großen Holzfenstern oder erfährt interessante Details wie dass es sich hier um den größten deutschen Ziegelbau nach dem zweiten Weltkrieg handle (auch wenn ja kurioserweise später wenig davon sieht oder ahnt).


    Außerdem ist zu erfahren, dass die Bauarbeiten bisher gut im Plan liegen, sodass bereits diesen Sommer eine bessere Sicht auf Teile der Fassade möglich sein wird. Auch innen geht es gut voran, sodass hoffentlich Ende 2018 die Museen "ihre Logistik anschmeißen" und mit dem Umzug beginnen können. Ende März wurde übrigens mit 71 von 105 Mio Euro auch die Zweidrittelmarke bei den Spenden überschritten. Nun habe man noch knapp drei Jahre für den Rest bzw brauche gut 11 Mio Euro pro Jahr. In den vergangenen Jahren lag man mit 14-15 Mio sogar darüber, sodass man wohl selbst bei nachlassender Spendenbereitschaft sehr nah an die Zielsumme kommen sollte.


    Sehr viele gute Nachrichten also und dazu interessante Bilder und Infos. Absolut sehenswert!

  • Die Reko-Fans dürfen pilgern: Ein Teilabschnitt der Nordfassade des Humboldforums (alias Stadtschlosses) wird gerade fertiggestellt - wohl soll er demnächst abgerüstet und zum Event-Weekend am 24./25.06. als fertiges Anschauungsobjekt präsentiert werden. - War heute vor Ort, hatte aber keine Fotomöglichkeit... ;) Also - selbst pilgern...

  • Es hat ja immer geheißen (und war auf Visualisierungen zu sehen), daß die Schlossfassade früher gelb war. Aber irgendwie kann man es kaum glauben. Irgendwie surreal, wie in einem Traum. :) Wahnsinn!

  • ...eigentlich wären wir jetzt mit dem konkreten Anstrich im Bauthread...


    Inwieweit dies nun die endgültige Farbe wird, wird man dann wohl im Laufe des nächsten Jahres sehen. Ich hätte ja gedacht man erstellt erstmal diverse Probeachsen in unterschiedlichen Abstufungen, bevor man sich endgültig für eine Farbe entscheidet. Aber einerseits will man zum Tag der offenen Baustelle dies Stück wohl für längere Zeit gerüstfrei präsentieren - man sieht ja auch die Kupferverblechungen an den Gesimsen und der Balustrade - und andererseits hat man sich ja für ein gedecktes blasses Gelb entschieden, welches keinem weh tun sollte.
    Mit dem rosa Opernhaus scheint die Zeit für Bauten nur in gebrochenem Weiß bis beige wohl vorbei zu sein - ist es in den Köpfen der Entscheidungsgremien angekommen, dass es auch ein wenig bunter zugehen darf ... also zumindestens an den Fassaden?:D

  • Leider nicht wirklich. Das beige-sandsteinfarbene "Mllchkaffee" bleibt vorherrschend, obwohl es im Barock, auch in Berlin - deutlich bunter zuging.

  • Ich bin vorhin vorbeigefahren und würde auch sagen, dass es kein Gelb ist, sondern eher was sandiges. Liegt vielleicht am Lichteinfall oder so, dass es Gelber erscheint, als es ist...

  • Eine der schlüterischen Figuren des Berliner Schlosses, die Statue des Antinous, ist fertiggestellt worden. Unter dem nachfolgenden Link des Fördervereins Berliner Schloss e.V. gibt es einen Pressebericht hierzu:


    http://berliner-schloss.de/blo…ten-antinous-aus-gamburg/


    Bildmaterial findet sich hier:
    https://www.facebook.com/wiede…notif_id=1497274444956848
    https://scontent-frt3-1.xx.fbc…f7d74c6126b1d&oe=59E797F4
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    Hinweis der Moderation: Die Einbindung der Bilddatei wurde in einen Link geändert. Bitte künftig auf die Richtlinien für das Einbinden von Bildern achten! Vielen Dank.
    Bato


    Eine wirklich sehr schöne Statue. Einfach fantastisch!!!

    Einmal editiert, zuletzt von Klaas Sneyder ()

  • Gerüst fällt

    An der Nordseite wird das Gerüst an der verputzten Stelle abgebaut.
    http://cam05.berlinerschloss-webcam.de/


    Sicherlich alles für den Tag der offenen Tür nächste Woche.
    Ich denke mal, dass dann auch ein neuer Spendenstand verkündet wird.


    Ich kann mir vorstellen, dass nächste Woche das Schloss überall in den Medien sein wird.
    Es gibt ja viel zu berichten über:
    - Baufortschritt
    - Spendenstand?
    - Wippe
    - und die Diskussion über das Kreuz


    Um Aufmerksamkeit braucht sich das Projekt keine Sorgen machen.
    Die Kritiker werden über das Ausstellungskonzept und die Sinnhaftigkeit weiter streiten und die Befürworter über die erzielten Erfolge.

  • Eine der schlüterischen Figuren des Berliner Schlosses, die Statue des Antinous, ist fertiggestellt worden.


    Dass der schwule Liebhaber Kaiser Hadrians als erste monumentale Fassadenskulptur enthüllt wird, ist doch ein passender Gegenpol zum Kuppelkreuz. ;)

    Einmal editiert, zuletzt von Tomov ()

  • Abgesehen von dem sehr hellen (Vanille?) Gelb, hatte man nicht zuvor von "ochsenblutroter Lasur mit Überstreichen eines klaren Firnis" für die Fenster gesprochen?? Bleiben die Fensterrahmen weiss oder kommt da noch was?


    Zumindest ein interessantes Schaustück...

  • Ick saach ja. Mülschkaffe'. Det is nach'er Balina Denkmalpfleje der Ton, der Sandstein ohne Lasur/Anstrich (wie er nie war) am nächstn kommt.
    Ick profezeije, det die Jungs den Sandstein (wejen des Wetters und so) hydrophobieren, det heest mit Chemiepampe tssu vahindarn Wasser aufzunem' und abzujebn und wir uns in 2 Jahren hier die Köppe darüber heissreden, warum der Sandstein so oll aussieht. Wiedavorlage.

  • Ich habe mir die teil-entrüstete Fassade am Abend angesehen und ich finde die Farbe ganz wunderbar. Sie hat einen leicht-heiteren, angenehmen Gelbton, aber sie Putzflächen verschwimmen mit den Sandsteinelmenten auch zu einer in sich leicht changierenden, aber doch homogenen Fassade. Wenn man bedenkt, dass auch der Sandstein zu Schlüters Zeiten farbig übermalt war, da Sandstein erstens nicht Marmor war und man sich für die Putzspiegelzonen auch keinen Naturstein leisten konnte, so kommt das sich abzeichnende Ergebnis an eine sehr ästhetische Interpretation eines purifizierten Barocks heran. Die Originalfarben kennt man nicht, aber in Gärtners Gemälde vom Schlüterhof sind noch weiße Farbreste an den oberen Säulen zu sehen, bei denen man annimmt, dass sie aus der Erbauungszeit sind. Dann hätte Schlüter eine Marmorimitation intendiert. Insgesamt kann man vielleicht annehmen, dass die Fassadenfelder, wie beim Winterpalast in St Petersburg kräftig farbig betont waren. Allerdings halte ich die heutige Steinsichtigkeit mit dem zurückhaltenden Gelb auf den Putzflächen als die beste Lösung, da eine falsche und historisch nicht belegbare Farbigkeit den Bau entstellen könnte.


    https://upload.wikimedia.org/w…f%2C_Gaertner%2C_1830.jpg


    http://www.geo.de/reisen/commu…rpalast-St-Petersburg.jpg

  • Für mich ist das Schloss Ludwigsburg eines der "Referenz" Barockschlösser im deutschsprachigen Raum und ich finde die Farbgebung der Fassade ähnelt sich hier, wenn auch das Gelb an der Berliner Schlossfassade heller ist (zum Abend hin erscheint es wie ich finde etwas farbiger...)
    Die Fensterrahmen in Ludwigsburg SIND übrigens Ochsenblutrot ...

  • Habs mir jetzt noch mal aus der Nähe, statt aus dem Bus und bei heutigem, eher wolkigen Wetter angeschaut und sage: das ist kein Milchkaffee, wie die Kommode, sondern Käsekuchen, wie das Alte Palais.